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Nicht nur Text, nicht nur Daten…Sondern?

2026年3月31日 23:42

Dieser Blogbeitrag zur DHd2026 in Wien entstand im Rahmen des DHd Early Career Reisestipendiums, gefördert durch NFDI 4 Culture. Neben der statischen Fassung hier im Blog ist über den Button auch eine scrollbare Version über GitHub verfügbar.






Unter dem Motto „Nicht nur Text, nicht nur Daten“ präsentierte sich die DHd 2026 in Wien als Einladung, die Vielfalt in der DH sichtbar zu machen. Als Erstbesucher, gefördert durch ein Early Career Reisestipendium von NFDI 4 Culture, konnte auch ich davon einen kleinen Ausschnitt erleben. Auch aus diesem begrenzten Blick sind dabei doch ein paar Themen geblieben, die sich in den von mir besuchten Sessions immer wieder verdichteten. Ausgehend davon stellt sich mein Bericht daher die im Motto implizit angelegte Frage nochmal ganz ausdrücklich:

Nicht nur Text, nicht nur Daten…SONDERN?


KI

Das Thema KI darf natürlich an keiner guten Konferenz fehlen – besonders nicht in den Digital Humanities. Auch an der diesjährigen DHd war das Thema daher wieder in vielen Beiträgen präsent. Dabei galt der Blick auf das Thema weniger dem Versprechen einer vollständigen Automatisierung bestimmter Schritte, sondern mehr als Werkzeug, um Zugänge zu schaffen. Zahlreiche Ansätze setzen auf geteilte Arbeit von Mensch und Maschine. Schlagwörter wie der Human-in-the-Loop markierten den Anspruch, selbst aktiv zu werden und gewonnene Ergebnisse nicht unreflektiert zu benutzen. Die Möglichkeit, durch die KI Zugänge zu schaffen wurde sowohl für DHler*innen, aber auch für potenzielle Nutzer*innen von DH-Produkten wie digitale Editionen erkannt. KI als archäologisches Werkzeug für ein Reverse Engineering vorhandener, nur schwer verständlicher Code- oder Datenstrukturen, aber auch durch die Verwendung eines Model Context Protocol als Zugriffspunkt für Nutzer*innen, die so im Dialog mit dem Sprachmodell die Daten durchsuchen können. Die Nutzung von KI als Aussicht auf neue Formen der Interaktion mit dem Material und als Mittel, um bestehende Barrieren zu senken.

Lessons Learned eines der ältesten DH-Projekte der Welt: Paradigmenwechsel von RDF-Strukturen zu AI-gestützter Erschließung in der MHDBDB

Zeppezauer-Wachauer, Katharina / Hintersteiner, Julia / van Beek, Alan / Steiner, Christian
Zum Beitrag auf Zenodo

Agenten im Dienst der Edition: Dialogische Zugänge zu digitalen Editionen mittels Model Context Protocol (MCP) basierten KI-Agenten

Westphal, Tim
Zum Beitrag auf Zenodo


Nachhaltigkeit

Auch das Thema Nachhaltigkeit hatte als Dauerbrenner der DH seinen festen Platz auf der diesjährigen DHd – nicht etwa deshalb, weil es so oft behandelt wird, sondern weil das Thema weiter brandaktuell bleibt. Zwischen technischem Anspruch, der Realität oft stark begrenzter Ressourcen und der Frage nach langfristiger Nutzung zeigt sich so eines der zentralen Spannungsfelder der Digital Humanities.

In den von mir besuchten Beiträgen wurde deutlich, dass digitale Editionen und Projekte nur dann langfristig erhalten werden können, wenn Nachhaltigkeit bereits früh in Planung und Konzeption mitgedacht wird. Projekte sollten ihre Komplexität am tatsächlichen Bedarf ausrichten und vorhandene Ressourcen berücksichtigen. Gleichzeitig können technische Strategien wie Reduktion (Minimalcomputing), die Nutzung wiederverwendbarer Module oder robuste Architekturen dazu beitragen, dass Projekte über längere Zeiträume nutzbar bleiben. Gerade Interfaces stehen hier im Fokus, da sie bei digitalen Editionen oft am zerbrechlichsten sind. Positiv aufgefallen war mir zumindest noch, dass in einem Beitrag auch die Barrierefreiheit über ARIA-Labeling berücksichtigt wurde – ein Ansatz, der gleichzeitig die Robustheit der Strukturen stärkt.

Der rosa Elefant im Raum oder: Wie viel Ewigkeit wollen wir uns leisten? Überlegungen zur langfristigen Verfügbarkeit digitaler Editionen

Esch, Claudia / Roeder, Torsten / Reul, Christian
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QUEDEE: Quest for Unrelenting Experimentation of Durable Electronic Editions

van Zundert, Joris
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Generische Editionen – Bottom up? Ein static-site-basiertes Template für die synoptische Darstellung der Textversionen von Wernhers driu liet von der maget – und anderer Texte.

Haak, Carl Friedrich / Viehhauser, Gabriel / Miklautsch, Lydia / Müller, Stephan / Andorfer, Peter
Zum Beitrag auf Zenodo

Nachhaltiger Betrieb generischer Forschungsdatenwerkzeuge: Erfahrungen aus 10 Jahren Spacialist

Derntl, Michael / Brendel, Heiko / Opel, Severin / Quénéherve, Geraldine / Offermann, Martin / Rosenkranz, Vinzenz
Zum Beitrag auf Zenodo


Perspektiven

Der Blick auf die eigene Arbeit und die erarbeiteten Ergebnisse wurde an der DHd in Wien aus verschiedenen Perspektiven. Verschiedene Beiträge wollten dafür sensibilisieren auch solche zuzulassen, die vielleicht weniger prominent sind – oder andere Aspekte betonen. Dabei lässt sich aus Bereichen wie der Gender-Forschung, Diversität, Multilingualität, Barrierefreiheit oder der Theorie viel Potential für eine inklusive und reflektierte Forschungspraxis gewinnen. Neue Perspektiven können in Daten neue Kontexte sichtbar machen. Methoden wie Data Crafting oder Entagled Data zeigen, dass Daten nicht nur produziert und gesammelt werden sollten, sondern stellen die Reflexion über verschiedene Kontexte von Daten in den Mittelpunkt. Perspektive in der DH heißt demnach, die eigenen Rahmenbedingungen mit-, um-, oder manchmal auch neuzudenken. Beginnen tut das oftmals aber erst bei der nötigen Sensibilisierung für diese.

The Dark Sides of DH revisited: From Utopia to Reality

Arnold, Matthias / Horváth, Alíz / Lang, Sarah / Müller-Laackman, Jonas / Roeder, Torsten
Zum Beitrag auf Zenodo

Nicht nur Text, nicht nur Daten … aber was dann? – ‚Theoretisieren‘ durch Praktiken in der digitalen Editorik, der Digital History und den Computational Literary Studies

Lucke, Alexa / Eggert, Lisa / Geiger, Jonathan D. / Gengnagel, Tessa / Hainke, Jessica / Hegel, Philipp / Schwandt, Silke / Untner, Laura / Wachter Christian
Zum Beitrag auf Zenodo

Translations and the gender gap in the German National Library: A case study for women writers

Teichmann, Lisa
Zum Beitrag auf Zenodo

Data As _______: Exploring the Plurality of Data in Visualization

Meyer, Miriah
Zum Text auf der DHd-Website

Digital Humanities Unpacked: The Politics and Practices of Data Work

Kinder-Kurlanda, Katharina
Zum Text auf der DHd-Website


Bilder

Die Beschäftigung mit Bildern in der DH wirkt – für mich zumindest – oft noch wie der Sonderfall. Wenn sich doch die meisten mit Texten beschäftigen, wirken Bilder mehr wie dekorativer Zusatz. Dass sich das vielleicht aktuell zu ändern scheint zeigten einige Beiträge an der DHd. Insbesondere aus der Digital Art History rückten mehrere Vorträge die Analyse, Erschließung und Auswertung von Bildmaterial in den Blick. Ob es um die optimale Mischung von Bildern aus Herbarien und Drucken als Trainingsdaten für KI, die Entwicklung von Klassifizierungssystemen für Bildbeschreibungen oder die Erkennung historischer Szenen geht – Bilder traten hier als eigenständige Forschungsobjekte auf, die neue Perspektiven ermöglichen. Die Ausführungen zeigten das ihnen innewohnende Potenzial, das weit über bloße Illustration hinausgeht.

Deep Seeing the Sacred: Zur KI-gestützten Analyse historischer Bilderzählungen

Bell, Peter / Verstegen, Ute
Zum Beitrag auf Zenodo

Die Erkennung von Pflanzen in Herbarien und Drucken: Kollektionsaufbau und Klassifikationsexperimente mit Bildanalyse-Systemen

Lindemaier, Lisa / Diem, Sebastian / Feuerstein-Herz, Petra / Draheim, Christina / Strötgen, Robert / Mandl, Thomas
Zum Beitrag auf Zenodo

From Miniature to Metadata: Transferring AI-Assisted Iconography to Medieval Manuscripts

Hintersteiner, Julia / Thomas, Drew B.
Zum Beitrag auf Zenodo




Mit Blick zurück sind mir doch einige Themen von der DHd 2026 in Wien ganz gut in Erinnerung geblieben. Insgesamt aber bleibt der Überblick aber weiter nur ein Ausschnitt. Auf jeden Fall zeigte sich für mich an der DHd die Vielfalt, die in den Digital Humanities steckt. Vielleicht lässt sich ja an das ein oder andere noch anknüpfen…

Nicht nur Text, nicht nur Daten – die DHd Community

2026年3月20日 19:35

Ein gemeinsamer Erfahrungsbericht von Luise Prager und Cris Ortega

Wir in den DH – Unsere akademischen Wege

Die DHd 2026 ist die erste große Digital Humanities Konferenz für uns beide und wir würden lügen, würden wir sagen, wir hätten keinen Respekt vor der uns erwartenden Woche. Erst im vergangenen Oktober haben wir unsere Stellen als Doktorand*innen im Graduiertenkolleg „Literatur und Öffentlichkeit in differenten Gegenwartkulturen“ an der FAU Erlangen-Nürnberg angetreten. Die nächsten Jahre beschäftigen wir uns beide mit Projekten, die uns in den Digital Humanities verorten, auch wenn wir aus unterschiedlichen Blickrichtungen auf dieses komplexe Fachgebilde blicken.

Luise: Ich habe im Bachelor noch Deutsch und Musik auf Lehramt studiert. Meinen Master habe ich dann in Germanistik mit dem Schwerpunkt Literaturwissenschaft gemacht. Mein erster Berührungspunkt mit den DH entstand durch einen Corona-Zufall: In der zähen Zeit des Zoom-Studiums wollte ich mit einer Freundin aus der Anglistik einen Kurs zusammen belegen – das war nur möglich im Wahlpflichtmodul „Einführung in die digitale Literaturwissenschaft“. Bei der digitalen DHd 2022 war ich dann bereits als Hilfskraft dabei und begann, im Team von Peer Trilcke an dem Annotationsprojekt von Henny Sluyther-Gäthje zu arbeiten. Noch bei der Digital Humanities Winter School der Freien Universität Berlin und der Hebräischen Universität Jerusalem 2023 fand ich die vorgestellten Methoden zwar wahnsinnig interessant, war mir aber sicher, meine eigenen Forschungsfragen nicht computergestützt verfolgen zu können. Ich interessiere mich vor allem für Gegenwartsliteratur und hatte die DH und die CLS bislang nur im Kontext historischer Forschungsgegenstände kennengelernt.
Aber der zarte Keim ging auf und in meiner Masterarbeit habe ich ein kleines Korpus deutschsprachiger Gegenwartsromane quantitativ untersucht. Und nun promoviere ich: Ich erstelle ein Korpus von 168 Gegenwartsromanen und untersuche es mit den Methoden der digitalen Stilometrie und der hermeneutischen Textanalyse. Dadurch möchte ich erforschen, wie die Festschreibung von Gruppen und die Selbst- und Fremdzuschreibung von Gruppenzugehörigkeiten das literarische Feld der Gegenwartsliteratur organisieren. Ich möchte beides sein: Digital Humanist und Literaturwissenschaftlerin und das Wissen aus beiden Disziplinen bündeln, um weiterhin Gegenwartsliteratur zu untersuchen.

Cris: Für mich waren die Digital Humanities schon seit Beginn meines Studiums meine Kerndisziplin. Als einer der ersten Jahrgänge startete ich 2017 in ein grundständiges Bachelorstudium der Digitalen Geistes- und Sozialwissenschaften, sowie Soziologie an der FAU Erlangen-Nürnberg und war sehr schnell aktiv als Hilfskraft von Jacqueline Klusik-Eckert und Peter Bell in DH-Forschungsprojekte eingebunden. Zwischen eigenen Projekten, Hackathons, Summer Schools, ersten Symposien und Konferenzen, war mir klar: Das ist die Wissenschaftsumgebung, in der ich bleiben will!
Im konsekutiven Master Digital Humanities orientierte ich mich tiefer in den Critical Data Studies und Applied Digital Humanities. In meiner Masterarbeit erstellte ich das erste größere digitale Textkorpus zu deutschsprachiger Slam Poetry mit über 3800 publizierten Texten und untersuchte die textuelle Einschreibung von Körperlichkeit in Poetry Slam. In meiner Promotion führe ich diese Arbeit nun mit einer multimodalen Perspektive auf die verschiedenen Dimensionen von Körperlichkeit in Poetry Slam und seiner Rezeption fort. Hauptuntersuchungsobjekt sind für mich 2340+ YouTube-Videos von Slam Performances, sowie einzelne Live-Beobachtungen. Mit der ersten skalierten und computergestützten Studie zu Slam Poetry mit einem multimodalen methodischen Aufbau, bin ich aktuell ständig am Orientieren und Reflektieren, welche theoretischen und methodischen Best Practices für mein Projekt besonders ertragreich sind. Dazwischen habe ich manchmal das Gefühl auch innerhalb der DH neue Brücken zwischen Fachtraditionen bauen zu müssen. Dass ich Digital Humanist bin, steht jedoch fest.
Die kritische Perspektive auf das Fach und seine Praktiken, in denen ich mich so zuhause fühle, ist mir dabei wichtig. Das liegt vielleicht auch daran, dass mir das Wissenschaftssystem an sich manchmal befremdlich erscheint. Mehrere überschneidende Positionalisierungen lassen mich in meinen Erfahrungen manchmal als Minderheit in akademischen Räumen fühlen. Das bringt für mich eine gewisse Orientierungslosigkeit mit, wie das System Wissenschaft für mich am besten zu navigieren ist. Dis-Orientierung kann aber wohldosiert auch durchaus helfen, Praktiken und Systeme zu reflektieren. Als Early Career Researcher bin ich deshalb immer auf der Suche nach Wissenschaftler*innen, die heterogene Lebensläufe mitbringen und aus unterschiedlichen Positionalisierungen heraus sprechen.

Wir auf der DHd – Unser Blick auf den Flickenteppich der DH

So unterschiedlich unsere Wege in die DH auch sind, nun promovieren wir beide im Kolleg bei Anastasia Glawion. Jeder Weg in die DH ist einzigartig, doch übergreifende Muster machen sich bemerkbar. Luise ist nicht die einzige Literaturwissenschaftlerin, die aus Versehen in die DH stolpert und Cris gehört zur ersten Generation der DH-Studierenden. Daher hat uns auf der Konferenz interessiert, wie vielfältig die beruflichen, sozialen und akademischen Hintergründe derjenigen sind, die heute im Feld der Digital Humanities tätig sind. Die DHd 2026 ist unsere erste große Konferenz und mit orientierenden Blicken wollen wir festhalten, wer neben Text und Daten die Wissenschaftler*innen sind, die die DHd Community ausmachen.
Um dem nachzugehen, haben wir beobachtet, reflektiert und uns ausgetauscht. Auch haben wir einzelne Kurzinterviews mit anderen Teilnehmenden der Konferenz geführt und sie nach ihren Erfahrungen auf der DHd und im Fach Digital Humanities gefragt. Besonders interessierten uns in den Interviews vier Leitfragen:

  1. Welcher Vortrag oder Workshop hat Sie besonders inspiriert und warum?
  2. Wie sind Sie zu den Digital Humanities gekommen?
  3. Wenn Sie sich ihre bisherige wissenschaftliche Karriere anschauen, an welchen Stellen haben Sie für sich bisher die größte Herausforderung gesehen?
  4. Welchen Rat würden Sie jungen Wissenschaftler*innen wie uns geben?

Wir besuchten dabei gemeinsam Beiträge, divergierten jedoch auch in unserer Auswahl an Sessions. Zusammen waren wir bei dem Workshop „Beyond m/w/d“, der eine Plattform bot, um über die Erhebung von Genderdaten zu diskutieren.

Cris: Ich stellte im Rahmen des Workshops kurz mein Vorgehen zu einer zeit-sensitiven, community-zentrierten und kontext-abhängigen Erfassung von Gender für Korpora der Gegenwartsliteratur vor. Sonst besuchte ich in einem Querschnitt Beiträge zu verschiedensten Themen. Von der Session zu Digital Art History, über das Panel zu Intertext, dem Workshop zu Film- und Videoanalyse mit VIAN & TIB-AV-A und vielen weiteren Beiträgen, auf die ich später noch zu sprechen komme.

Luise: Auf der Konferenz haben mich die Beiträge der CLS interessiert, insbesondere das Panel, in dem das Korpus deutschsprachiger Gegenwartsliteratur DeLiKo@DNB vorgestellt wurde, da es meinem eigenen Korpus am nächsten kommt. Die DH-Calls der DNB haben sich auch später am Poster von Philipp Genêt als vielversprechend für mein Projekt erwiesen. Dort und im Panel zur Modellierung und Annotation von Intertext habe ich neue Ideen für die Nachnutzung meines Korpus erhalten, das urheberrechtsgeschützt ist.  Außerdem habe ich mit großem Interesse den Vortrag von Judith Brottrager verfolgt, die mit ihrem Kanon-Score Literaturgeschichte modelliert und ebenfalls mit Netzwerken arbeitet.

In diesem Blogbeitrag halten wir nun die Ergebnisse unserer persönlichen Reflexionen zur DHd und ausgewählte Ausschnitte der Interviews fest. Cris denkt vor allem über theoretische Positionierungen in und zwischen Fachtraditionen nach, während Luise ganz praktisch die Einbindung von Studierenden in die DH-Community reflektiert.

Cris: Dis-Orientierungen im Fächer-Flicken-Teppich

Die Ausrichtung der Konferenz „Nicht nur Text Nicht nur Daten“ hat mich von Beginn an abgeholt. Mit meinem Projekt, das sich im Kern mit multimodalen Analysen von Video-, Audio-, Text- und Rezeptions-Daten beschäftigt, war ich sofort gespannt darauf, neue Perspektiven zum Umgang mit Medien, die über Text hinausgehen, kennenzulernen.
Ein paar Tage vor der Reise nach Wien saß ich am Rechner und klickte mich durch das Programm und zwischendurch war die Aufregung so groß, dass meine Hände wild durch die Luft flatterten und ich Nachrichten an Luise und andere Kolleg*innen schicken musste, um meiner Vorfreude Raum zu geben. Im Raster fanden sich Sessions zu Digital Soundscapes, Operationalisierung, Multimodalität, Digital Art History – viele vielversprechende Vortragstitel hinter denen potenziell relevante Zugänge für meine Forschung lagen.
Im Prozess der Entscheidungsfindung, welche Beiträge ich denn nun besuchen möchte, las ich die vielen Beschreibungstexte und mir wurde schnell klar: Begriffe unter denen ich aus meiner fachlichen Perspektive eine bestimmte Vorstellung hatte, wurden von anderen durchaus sehr unterschiedlich behandelt. Anlehnungen an heterogene Fachtraditionen eröffneten mir ein Spannungsfeld, in dem ich nun meinen Platz suchte.
Während im Workshop zu Film- und Videoanalyse praktische Tools für die computergestützte Analyse von audiovisuellem Material anhand vieler Parameter vorgestellt wurden, fand am letzten Tag der Konferenz eine Diskussion im Panel „Is there a Digital Art History at the DHd?“ statt, in der unter anderem angemerkt wurde, dass eine brückenschlagendere Zusammenarbeit der Fachdisziplinen über das Bildmedium fruchtbar sein könnte. Das Panel zu Intertextualität und seiner spannenden Diskussion, welches ich ein paar Tage vorher besucht hatte, schien hier Welten entfernt. Irgendwo dazwischen sammelte ich Notizen für mein audiovisuelles Material mit literaturwissenschaftlich-soziologischen Fragestellungen auf multimodale Performance-Poetry.
Mit dem Gefühl, zeitweise schwindelerregend dis-orientiert zwischen Fächern zu sein und selbst in den DH erst den eigenen Ort finden zu müssen, scheine ich nicht alleine zu sein. In fast allen Gesprächen, zu Lebenswegen in die DH, die ich auf der DHd führte, spielte die Entgrenzung und Überschreitung sowie Neujustierung in und zwischen Fachtraditionen eine Rolle. Der Einstieg in das Fach passierte für viele dabei eher zufällig:

  • „Zu den DH bin ich ganz zufällig gekommen […]. Auf die Idee, das, was ich im Informatik-Studium gelernt habe, in meinem Geschichtsstudium anzuwenden, bin ich erstmal nicht gekommen und habe das ganz „getrennt“ gemacht. Erst nach dem Studium bin ich darauf aufmerksam geworden, dass es Anwendungen der Informatik in den Geisteswissenschaften gibt und habe dann als wissenschaftliche Mitarbeiterin in den DH angefangen.“
  • „Ich glaube, also ich wusste auf jeden Fall, dass ich interdisziplinär arbeiten will, weil mir einfach beides Spaß gemacht hat. Ich wusste nicht so wirklich, was DH ist. Ich wusste nicht, dass es existiert. Und dann habe ich fast zufällig meinen Weg dahin gefunden und war so: Ja, das ist eigentlich genau die Nische, wo ich sein will.“

Weitere Wissenschaftler*innen in verschiedenen Phasen ihrer Karriere berichteten, dass sie erst während und nach der Promotion mit digitalen Methoden in ihren geisteswissenschaftlichen „Heimaten“ in Berührung kamen und sich so schließlich den Digital Humanities näherten. 
Die Dis-Orientierung und das Stehen zwischen Traditionen ist dabei eine Hürde, kann aber auch eine Stärke sein, wie eine Person berichtet:

  • „[…] dadurch, dass man in den DH in so einer Schnittstelle ist zwischen Informatik und den Geisteswissenschaften, habe ich manchmal das Gefühl, dass man in beiden irgendwie ein Outsider ist und in beiden nicht so die fundierte Kenntnis hat und nicht so die richtige Fachwissenschaft machen kann. Ich glaube, das ist so ein bisschen ein Learning, was man mit der Zeit hat, dass man das als Stärke interpretiert, dass man eben in beiden Sachen irgendwie sein kann und Forschung machen kann und das ganz toll zusammenbringen kann, was auch nicht viele Leute können, weil sie ja immer eigentlich in ihren eigenen Disziplinen unterwegs sind.“

In einem intensiven Gespräch mit neuen Bekanntschaften in der Mittagspause sprachen wir darüber, dass die Digital Humanities wohl gerade ihre eigene Fachtradition baut. Die erste Generation an Jungwissenschaftler*innen hat Digital Humanities studiert. Ich gehöre zu ihnen. Was das genau bedeutet und welches Fachhandwerk je nach Studium mitgebracht wird, muss sich noch zeigen.
Vielleicht auf der Suche nach einer Annäherung an ebenjene Fachtradition der DH, besuchte ich am Ende besonders Sessions zu den theoretischen Zugängen zu DH. Im Panel „Nicht nur Text, nicht nur Daten … Aber was dann? – ‚Theoretisieren‘ durch Praktiken in der digitalen Editorik, der Digital History und den Computational Literary Studies“ und dessen Publikum begegneten sich verschiedene Fachdisziplinen und diskutierten über die Praktiken des Theoretisierens in den Digital Humanities. Besprochen wurden auch die „Wahlverwandschaften“, die die Digital Humanities mit Fächern der Geisteswissenschaften eingeht. Zentral waren Fragen, wie: Welche theoretischen Vorannahmen bringen wir in die methodische Arbeit in den Digital Humanities mit? Was geht in interdisziplinären und technologisch-methodischen Übersetzungen verloren? Was braucht es, um in den DH mit ihren vielen Facheinflüssen auch mit Rückbezug in die Geisteswissenschaften zu theoretisieren?
Gerade diese Diskussion und andere Inputs in den Sessions mit theoretischerem Fokus, wie die Session zu „Epistemologie und Interpretation“ oder „Operationalisierung“ schienen mir besonders anschlussfähig für meine Forschung zwischen den Stühlen der Disziplinen und insgesamt besonders interessant für multimodale und allgemeiner transdisziplinäre Ansätze, wie sie in den Digital Humanities immer mehr Einzug halten. Denn heterogene Fachrichtungen und Wahlverwandschaften bringen nun mal unterschiedliche Vorstellungen zu den Praktiken des Theoretisierens mit. Eine fruchtbare, manchmal auch furchtbare Dis-Orientierung in transdisziplinären Projekten.
Ein Ort, der sehr fruchtbar und innovativ zeigte, welche transdisziplinär-produktive Forschung im Kern der DH möglich ist, war das Doctoral Consortium auf der DHd. Gleich mehrere unserer Gesprächspartner*innen berichteten uns in kurzen Interviews, dass gerade diese Vorträge sie besonders inspiriert haben und nachhaltig in Erinnerung geblieben sind. So berichtet eine interviewte wissenschaftliche Mitarbeiterin:

  • „Ich hatte das Gefühl, die Leute haben da viel mitgenommen und generell fand ich das Doctoral Consortium ganz toll, weil ganz viele verschiedene innovative Ansätze aus allen möglichen Subdisziplinen da vorgestellt wurden.“

Auch eine Professorin antwortete uns auf die Frage, welcher Vortrag oder Workshop Sie besonders inspiriert hätte:

  • „Mir haben besonders die Vorträge im Doctoral Consortium gefallen – es ist toll, die Vielfalt der Themen zu sehen und die Tiefe zu sehen. Beeindruckt haben mich auch die vielen originellen Präsentationen beim Poster Slam.“

Sie gibt uns Early Career Researchern den Tipp:

  • „Sich so bald es geht in der Praxis zu versuchen – sei es als studentische Hilfskraft in einem Forschungsprojekt, als Teilnehmer*in an einer Tagung oder indem Sie eine eigene Idee umsetzen. Schauen Sie, wo Ihre Interessen liegen und seien Sie neugierig und eigeninitiativ – viele technische Themen kann man super anhand von Videos und Tutorials (und mit KI-Unterstützung…) lernen.“

Ein paar Tage nach der Konferenz landete die Mail mit der Aufnahmebestätigung zum Mailverteiler der AG Theorie in meinem Postfach. Im Rahmen der DHd konnte ich die AG und ein paar ihrer Mitglieder beim gemeinsamen Mittagessen und AG Treffen näher kennenlernen. Vielleicht finden sich auch in Zukunft für mich noch fachliche „Wahlverwandschaften“ und produktive Dis-Orientierungen für meine Forschung in den Gesprächen über die Praktiken des Theoretisierens in einem Fach, das aus so vielen heterogenen Wegen des wissenschaftlichen Werdens besteht.

Luise: Ein weiterer Flicken: Die Studierenden

Ähnlich wie Cris war ich selbst aufgeregt, zum ersten Mal nicht als wissenschaftliche Hilfskraft, sondern als Wissenschaftlerin an einer Konferenz teilzunehmen. Umso überraschter war ich von den vielen Studierenden aus vielen unterschiedlichen Fachrichtungen, die mir begegneten, die in den Workshops kluge Fragen stellten und in der Postersession ihre Abschlussarbeiten präsentierten. Habe ich als Studentin etwas versäumt, indem ich nicht an Konferenzen teilnahm, handelt es sich um einen neueren Trend und welche Rolle spielt die Nachwuchsförderung in den DH?
Einerseits verstehe ich die Teilnahme von Studierenden als ein ausgesprochen positives Signal. Sie verweist auf eine gezielte Förderung von Early-Career-Researchern und zeigt, dass studentische Forschungsleistungen zunehmend sichtbar gemacht und gewürdigt werden. Gerade im Feld der Digital Humanities, das sich durch Interdisziplinarität und methodische Offenheit auszeichnet, eröffnet dies Studierenden wertvolle Einblicke in aktuelle Forschungsprozesse und ermöglicht ihnen, sich frühzeitig als Teil der wissenschaftlichen Community zu positionieren. Gleichzeitig kann die aktive Teilnahme an Konferenzen dazu beitragen, das Feld überhaupt erst kennenzulernen und eigene Forschungsinteressen entsprechend weiterzuentwickeln.
Andererseits bin ich besorgt, ob diese Entwicklung nicht den Leistungsdruck der Studierenden zusätzlich erhöht. Präsentationsformate, wissenschaftliche Kommunikation und die Positionierung im akademischen Diskurs erfordern Kompetenzen, die im Studium oft erst im Aufbau begriffen sind. Problematisch erscheint dabei insbesondere der direkte Vergleich mit fortgeschrittenen Forschenden wie Doktorand*innen oder Postdocs, der implizit hohe Maßstäbe setzt und möglicherweise zu einer Überforderung führt. Ebenso wenig geklärt ist häufig die finanzielle Dimension: Reisekosten, Teilnahmegebühren und Unterkunft stellen für viele Studierende eine erhebliche Hürde dar und können zu sozialer Selektion führen. Die Erwartung, bereits im Studium eigenständige Forschungsleistungen auf Konferenzen zu präsentieren, kann mit einem erheblichen Arbeitsaufwand einhergehen, der häufig unbezahlt bleibt. Insgesamt entsteht daraus potenziell ein struktureller Druck auf Studierende, sich frühzeitig in einem kompetitiven Umfeld zu behaupten – nicht zuletzt vor dem Hintergrund späterer Bewerbungsverfahren, in denen solche Erfahrungen zunehmend vorausgesetzt werden könnten.
Vor diesem Hintergrund erscheinen gezielte strukturelle Maßnahmen sinnvoll. Denkbar wäre auf der Konferenz selbst etwa ein klar abgegrenztes Segment innerhalb der Postersession, beispielsweise durch eigene Räume oder Zeitfenster, das studentischen Beiträgen Sichtbarkeit verleiht, ohne sie dem direkten Vergleich etablierter Forschender auszusetzen. Ebenso könnten spezifische Stipendienprogramme für Studierende geschaffen werden, die nicht nur die Finanzierung sichern, sondern auch ein begleitendes Rahmenprogramm bieten. Solche Formate könnten Mentoring, Feedbackmöglichkeiten und niedrigschwellige Austauschformate umfassen und damit sowohl die Qualität der Beiträge als auch die Betreuungssituation während der Konferenz nachhaltig verbessern und den Druck auf die Studierenden verringern. Auch gemeinsame Seminarfahrten zu Konferenzen bergen ein großes Potenzial. In Begleitung von Lehrenden könnten Studierende gezielt auf Teilnahme und Präsentation vorbereitet werden, erhalten kontinuierliches Feedback und haben zugleich die Möglichkeit, Konferenzformate zunächst beobachtend kennenzulernen. Solche kollektiven Zugänge könnten dazu beitragen, die Schwelle zur aktiven Teilnahme zu senken und zugleich eine verantwortungsvolle Betreuung sicherzustellen. Ein solches Format erprobte gerade bspw. das Netzwerk Digitale Geisteswissenschaften (DH-Netzwerk) der Universität Potsdam in Kooperation mit der Potsdam Graduate School (PoGS). Sie boten ein Early Career Fellowship an, das eine praktische Einführung in digitale Methoden der Geisteswissenschaften beinhaltete und mit der gemeinsamen Reise zur DHd abgeschlossen wurde.
Als Alternative zur Teilnahme an Konferenzen erscheinen auch etablierte Formate wie Summer Schools und Winter Schools. Sie bieten Studierenden die Möglichkeit, methodische und theoretische Grundlagen in einem geschützten Rahmen zu vertiefen und mit etablierten Forschenden in Austausch zu treten, ohne unmittelbar dem Leistungs- und Vergleichsdruck großer Konferenzen ausgesetzt zu sein. Gleichzeitig fördern sie den Austausch unter Peers sowie den Aufbau erster wissenschaftlicher Netzwerke. Darüber hinaus sollte stärker darüber nachgedacht werden, studentische Forschungsarbeit strukturell zu vergüten, etwa über HiWi-Stellen. Dies würde nicht nur die oftmals unsichtbare Arbeitsleistung anerkennen, sondern auch zur sozialen Absicherung beitragen und Teilhabemöglichkeiten erhöhen.
Ich selbst habe auf meinem akademischen Weg von vielen dieser Angebote profitiert. Erst die Auseinandersetzung mit den methodischen Möglichkeiten der Digital Humanities hat mich dazu befähigt, meine eigenen geisteswissenschaftlichen Fragestellung in eine quantitative Richtung weiterzudenken und selbst an dem Flickenteppich mitzuwirken.

Wir nach der DHd – Was wir mitnehmen

Auf der DHd versammeln sich Wissenschaftler*innen mit ganz unterschiedlichen akademischen Lebenswegen – zu denen nun auch wir gehören. Hier begegnet die neue Generation DH-Studierender neugierigen Studierenden aller geisteswissenschaftlicher Fächer, Informatiker*innen treffen auf Fachexpert*innen, die für digitale Methoden offen sind, Quereinsteigende und Späteinsteigende auf die, die bereits eine ganze Karriere in den Digital Humanities hingelegt haben. Innerhalb der weit aufgespannten Community mit den eigenen Forschungsinteressen einen Platz zu finden, erweist sich als Herausforderung, vor allem für nicht textbasierte Projekte, aber auch als inspirierender Anstoß, den eigenen Ansatz konsequent weiterzudenken und sich auf neue Perspektiven einzulassen.
In diesem Sinne wollen wir die Heterogenität des Feldes als Aufforderung begreifen, den eigenen fachlichen Hintergrund immer wieder zu reflektieren und sich mit neuen Ansätzen zu konfrontieren. Um diese Haltung einzuüben, ist die DHd die geeignete Gelegenheit gewesen, gerade für uns als wissenschaftlichen Nachwuchs. Die Community selbst nimmt junge Wissenschaftler*innen und Studierende offen auf, doch wer erst spät seinen Weg hierher findet, ist ebenso willkommen.
Die DHd 2026 war die erste große Digital Humanities Konferenz für uns beide und wir würden lügen, würden wir sagen, wir würden uns nicht auf die nächste freuen.

Dank

Wir bedanken uns sehr bei den Teilnehmer*innen auf der DHd, die bereit waren, mit uns für die kurzen Interviews zu sprechen.
Dieser Blogbeitrag entstand im Rahmen eines Reisestipendiums für die DHd 2026 in Wien. Unser herzlicher Dank gilt NFDI4Culture für die Unterstützung unserer Teilnahme.

Gemeinsame Sprechstunde zum Forschungsdatenmanagement der Humanities-Konsortien

2026年3月13日 22:52

Ab März 2026 findet eine gemeinsame Sprechstunde zum Forschungsdatenmanagement der vier Humanities@NFDI-Konsortien (NFDI4Memory, NFDI4Culture, NFDI4Objects und Text+) statt.

Sie richtet sich an Studierende, Forschende sowie Mitarbeitende aus Forschungs- und Sammlungsinstitutionen und bietet Raum für Fragen rund um das Forschungsdatenmanagement.

Am 17.03.2026 von 9:00–10:00 Uhr findet die erste Online-Sprechstunde statt. Die Teilnahme ist auch ohne Anmeldung über Zoom möglich.

Einmal im Monat stehen künftg Expert:innen aus den beteiligten NFDI-Konsortien für Fragen bereit. Bei Bedarf können Themen auch in Breakout-Räumen im Einzelgespräch vertieft werden. Eine Terminübersicht für 2026 findet sich auf der Humanities@NFDI-Unterseite.

Bei dringenden Fragen können Sie sich jederzeit auch an die Helpdesks wenden:

Wie steht es um die Sichtbarkeit von Frauen und Queerness in den Digital Humanities? Ein Blick in die Dhd-Jahreskonferenz 2026 in Wien.

2026年3月7日 00:11

Nicht nur Text, nicht nur Daten unter diesem Motto fand die Dhd-Jahreskonferenz in der letzten Februarwoche an der Universität Wien statt. Eine Vielzahl an unterschiedlichsten Workshops, Panels und Postern repräsentierten das breite Themenspektrum der Digital Humanities. In diesem Blogartikel wird ein exemplarischer und persönlicher Eindruck wiedergegeben, der unter einem Schwerpunkt steht: die Sichtbarkeit von Frauen und Queerness in den Digital Humanities – ein Thema, das sowohl methodische als auch ethische Fragen aufwirft und zeigt, wie stark Daten und ihre Interpretation von gesellschaftlichen Normen geprägt sind.

Queere Perspektiven und der Gender Data Gap

Der Workshop „Beyond ‘m/w/d‘ – Queere Perspektiven auf die Modellierung geschlechtlicher Diversität“ (geleitet von Philipp Sauer und Franziska Naether, sowie mit Vorbereitung von Peter Mühleder, alle von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften) setzte sich kritisch mit der Erfassung und Darstellung von Gender in Forschungsdaten auseinander (https://www.bbaw.de/gender-data). Ausgangspunkt ist der Gender Data Gap – das systematische Fehlen oder die unzureichende Berücksichtigung von Frauen und nicht-binären Personen in Datensätzen, das u.a. Caroline Criado Perez in „Invisible Women“ oder im von Sarah Lang und Elena Cronauer verfassten Paper „Beyond Data Feminism. Towards Ethical Data Work in the (Digital) Humanities“ (https://zfdg.de/wp_2026) thematisiert. Gerade in historischen Forschungen geht dieser Datenlücke eine Quellenlücke voran, was eine lückenahfte Überlieferung von Quellen, die von Frauen oder über Frauen und queeren Personen verfasst wurden, bedeutet.

Die anschließenden Beispiele aus aktuellen Forschungen der Workshop-Teilnehmenden zeigten, wie komplex die Modellierung von Gender ist und welche Fragen Forschende sich vor Arbeitsbeginn stellen sollten:

  • Relevanz für die Forschung: Ist die Erfassung von Gender für die konkrete Fragestellung überhaupt notwendig?
  • Umgang mit Unsicherheiten: Wie geht man mit fehlenden Informationen um? Darf man als Forscher:in einer Person ein Geschlecht zuschreiben?
  • Kategorienbildung: Sollte man nur „Frauen“ und „Männer“ erfassen oder auch FLINTA* oder “alles außer cis-Männer”?
  • Temporale Dynamik: Wie werden Änderungen der Geschlechtsidentität über die Zeit abgebildet?
  • Sprachliche Normen: Wie geht man mit dem generischen Maskulinum in bestehenden Vokabularen um?

Ein zentrales Dilemma ist die Abwägung zwischen Sichtbarkeit und Sicherheit: Geschlechtsbezogene Daten sind immer sensibel und eine ungewollte Offenlegung von Geschlechtsidentitäten oder sexueller Orientierung muss unbedingt vermieden werden, selbst wenn dadurch wissenschaftliche Erkenntnisse verloren gehen.

Bestehende Möglichkeiten zur standardisierten Erfassung von Geschlechtskategorien in Normdaten bieten keine zufriedenstellende Lösungen, wie der konservative Ansatz der GND mit den Kategorien „weiblich“, „männlich“, „unbekannt“ zeigt, aber auch Wikidata, die zwar über 100 Gender-Konzepte zulassen, welche aber oft vage definiert oder überlappend sind.

Sichtbarmachung weibliche Theaterautorinnen in der Weimarer Republik: Das Beispiel „Die Schaubühne“

Am zweiten Konferenztag bot eine Exkursion in das Austrian Center for Digital Humanities der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Einblicke in deren aktuelle DH-Forschung. Ein vorgestelltes Projekt ist die digitale Edition von „Die Schaubühne“, einer einflussreichen Theater- und Kulturzeitschrift der Weimarer Republik, welche vom Berliner Theaterkritiker Siegfried Jacobsohn 1905 gegründet wurde. Als zentrales Forum der Weimarer Republik setzte sie sich mit zahlreichen zeitgenössischen Autor:innen auseinander und explizit auch mit weiblichen Theaterautorinnen, wie beispielsweise Henriette Riemann und Else Onno. Die digitale Aufbereitung der Zeitschrift und der thematisierten Autor:innen zeigt, wie die DH dazu beitragen können, historisch marginalisierte Stimmen sichtbar und für die Forschung weiter nutzbar zu machen (https://www.oeaw.ac.at/de/acdh/forschung/literaturwissenschaft/ressourcen/korpora/die-schaubuehne).

Ein Tool für eine diversitätsbewusste Datenpraxis: Das Vornamentool Hivoto

Am dritten Tag präsentierte Katja Liebing (Universität Halle-Wittenberg) das historische Vornamentool Hivoto, das bei der Geschlechtszuordnung von Vornamen unterstützen kann. Mit einer Datengrundlage von knapp 202.000 Vornamen aus dem deutschsprachigen Raum hilft das Tool dabei, vorliegenden Vornamen ein Geschlecht zuzuweisen. Hierbei liegen neben den Kategorien weiblich und männlich auch weitere Möglichkeiten vor, die Uneindeutigkeit sichtbar machen. So kann ein Name mit “predominantly male gendered” oder “The item does not allow for a clear gender assignment” gelabelt werden.

Fazit: Geschlechtergerechtigkeit in den Digital Humanities – eine fortlaufende Aufgabe

Die vorgestellten Eindrücke von der DHd-Konferenz 2026 machten deutlich: Die Erfassung und Repräsentation von Geschlechtern in Forschungsdaten ist ein mehrdimensionales Problem, das technische, methodische und ethische Aspekte berührt. Die DH sind ein wichtiges Feld für Innovation: Hier werden nicht nur neue Tools entwickelt, sondern auch kritisch reflektiert, wie Daten gerechter, diverser und partizipativer gestaltet werden können. Die Aufgabe bleibt, diese Ansätze in die breitere Forschungslandschaft zu tragen und so dazu beizutragen, dass Forschungsdaten verstärkt alle Geschlechter sichtbar machen.

Weitere Informationen zu den Konferenzbeiträgen finden sich im Book of Abstracts: https://zenodo.org/records/18591948

Dieser Bericht ist im Rahmen eines Reisekostenstipendiums für die Dhd 2026 entstanden. Ich möchte mich an dieser Stelle bei NFDI 4 Culture herzlich dafür bedanken, mir die Teilnahme an der Konferenz zu ermöglichen. Auch möchte ich die tolle Arbeit der Organisator:innen hervorheben und mich dafür bedanken, dass meine erste Konferenzerfahrung so positiv war und mir wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Vorstellung der Publikation „FAIRe Vokabulare und Normdaten für Museen und Sammlungen“ am 16.3.2026, 14:00 Uhr

2026年3月3日 18:59

Am 16. März 2026, 14:00 Uhr, findet im Konsortium NFDI4Culture eine Vorstellung der Publikation „FAIRe Vokabulare und Normdaten für Museen und Sammlungen“ statt, die im Rahmen einer Unter-AG der AG Minimaldatensatz des Deutschen Museumsbundes erarbeitet wurde.

Die Publikation wird von den AG-Mitgliedern Anja Gerber (KSW | NFDI4Objects) und Dr. Domenic Schäfer (VZG | NFDI4Culture, LIDO-Servicestelle) vorgestellt. Die Präsentation widmet sich der zentralen Rolle kontrollierter Vokabulare und Normdaten für eine nachhaltige Nachnutzbarkeit objektbeschreibender Daten in Museen und Sammlungen.

Ausgehend von den Empfehlungen der Minimaldatensatz-Empfehlung für Museen und Sammlungen wurde eine systematische Zusammenstellung einschlägiger Vokabulare für die Sammlungsdokumentation erarbeitet. Vorgestellt werden unter anderem:

  • inhaltliche Schwerpunkte der jeweiligen Vokabulare,
  • ihr technischer Implementierungsstand sowie
  • eine Bewertung nach den FAIR-Prinzipien.

Die Einstufung nach FAIR-Kriterien ermöglicht eine fundierte Einschätzung der Nachhaltigkeit und Nachnutzbarkeit der Vokabulare, insbesondere im Kontext des vernetzten Publizierens und eines effektiven Forschungsdatenmanagements.

Die zugrunde liegende Publikation ist bereits auf Zenodo verfügbar.

Zoom-Zugangsdaten: https://dainst-org.zoom.us/j/97277176444?pwd=xtnsVkFc4sXea6om2216NtSJrvx8qT.1

Meeting-ID: 972 7717 6444, Kenncode: 607799

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und den gemeinsamen Austausch. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Einladung zum NFDI4Culture-Forum „Qualität von Kulturdaten messen – aber wie?“ 19./20.5.2025

2025年4月30日 23:06

Hiermit möchten wir Euch/Sie herzlich zur NFDI4Culture-Forumsveranstaltung einladen:

Qualität von Kulturdaten messen – aber wie? Konzepte, Methoden, Potentiale und der Ansatz von NFDI4Culture“

Wann: 19. und 20. Mai 2025, jeweils 13-16 Uhr – Wo: Online

Qualitätsstandards wie die FAIR Data-Prinzipien sind zentral für nachhaltige Forschungsdaten. Doch wie lässt sich Datenqualität konkret und nachvollziehbar bewerten und messen?

Das NFDI4Culture-Konsortium für Forschungsdaten des materiellen und immateriellen Kulturerbes lädt herzlich zu einem zweitägigen Online-Forum ein. Im Fokus steht die Frage, wie sich Kulturdatenqualität systematisch erfassen, verbessern und sichern lässt. NFDI4Culture entwickelt einen Ansatz zur metrischen Erfassung der Qualität von Kulturdaten, der perspektivisch einen Rahmen für das Datenqualitätsmanagement in unseren Communitys bieten soll.

Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Betreiber:innen von Datenplattformen und -repositorien, die vor grundlegenden Fragen nach Indikatoren, Prüfung und Sicherung ihrer Datenqualität stehen, sowie an Forschende, die daran interessiert sind, ihre Daten mit guter Qualität in entsprechende Angebote integrieren zu können.

Am ersten Veranstaltungstag richten wir den Blick nach außen auf die Ansätze von Initiativen, Kulturdatenportalen und die Qualitätssicherung in der Forschungspraxis. Am zweiten Tag stellen wir den von NFDI4Culture entwickelten Ansatz zur Evaluation von Datenqualität vor – inklusive technischer Umsetzung und Anwendungsmöglichkeiten.

Mehr Informationen und Anmeldung bis zum 14.5.2025 unter
https://nfdi4culture.de/id/E6144

Wir freuen uns auf Ihre/Eure Teilnahme und einen konstruktiven Austausch!


Bericht zum Workshop „(Generative) KI für Kultur- und Textdaten“, 4. und 5. November 2024, Goethe- und Schiller-Archiv, Weimar

2024年12月19日 04:48

Autor: Gerrit Brüning

Der Einsatz Künstlicher Intelligenz in den digitalen Geisteswissenschaften hat durch die Fortschritte im Bereich großer Sprachmodelle (LLMs) und insbesondere die Veröffentlichung von GPT-3.5 im November 2022 eine neue Stufe erreicht. Seither hat sich das methodische Feld durch multimodale Modelle, Retrieval Augmented Generation (RAG) und Integration graphbasierter Ansätze nochmals weiterentwickelt und ausdifferenziert. Die perspektivischen Einsatzszenarien reichen damit weit über Sprachverarbeitung und Textgenerierung hinaus. Die damit verbundenen innovativen und experimentellen Ansätze sind Teil eines größeren Spektrums etablierterer Formen maschinellen Lernens zur Lösung spezifischer Aufgaben (z.B. Bildanalyse, Handschriftenerkennung, Topic Modeling, Named Entity Recognition und andere NLP-Tasks). Sie regen aber auch zu ethischen Diskussionen, zur erneuten Betrachtung von hergebrachten Problemen der Philosophie des Geistes an und halten in Lehr-Lern-Situationen Einzug.

Vor diesem Hintergrund fand am 4. und 5. November 2024 der interdisziplinäre Workshop „(Generative) KI für Kultur- und Textdaten“ am Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar statt. Der Workshop wurde finanziell vom NFDI-Konsortium NFDI4Culture unter Einsatz der Community-Mittel des DHd-Verbands getragen. Der DHd-Vorstand hielt zudem AG-Mittel des Verbands bereit. Ausgerichtet wurde der Workshop in Kooperation vom DHd-Vorstand sowie der DHd-AG Angewandte Generative KI in den Digitalen Geisteswissenschaften (AGKI-DH).

Konzeption und Planung lagen bei Gerrit Brüning und Christopher Pollin, Organisation und Leitung bei Gerrit Brüning. An der Kommunikation im Vorfeld nahm zudem die neue Co-Convenorin der AG, Sarah Oberbichler, teil.

Mit den Themen Ontologieentwicklung, Named Entity Recognition und Linking, Extraktion von historischen Informationen, Explainable Artificial Intelligence in der Kunstgeschichte, Provenienzforschung, Wissensgraph, die Begriffe Interpretation, Bedeutung und Modell sowie Rechtsfragen, Verantwortung, Ethik und Bildungsprozesse schritt der Workshop ein vielfältiges Spektrum geisteswissenschaftlicher Disziplinen und Perspektiven auf das Themenfeld ab, inkl. Literatur-, und Sprachwissenschaft, Kunstgeschichte, Geschichte, Philosophie, Kulturwissenschaft. Die Abstracts der einzelnen Beiträge stehen auf der GitHub-Page der AG zur Verfügung. Insgesamt zeichnete der Workshop ein facettenreiches Bild der zahlreichen Herausforderungen und Schwierigkeiten, denen Forschende an der Schnittstelle von Geisteswissenschaften und KI gegenüberstehen.

An der Hybrid-Veranstaltung im Goethe- und Schiller-Archiv nahmen ca. 40 Personen in Präsenz und mehr als 50 Personen online teil.

Ansicht vom Goethe- und Schiller-Archiv

Die Vernetzung von Akteuren und Ressourcen – OER in der NFDI und in den Datenkompetenzzentren: ein Workshopbericht

2024年9月3日 22:30

Autor:innen: Jonathan D. Geiger; Katharina Bergmann; Johanna Konstanciak; Marina Lemaire; Andrea Polywka; Ruth Reiche; Sibylle Söring; Anne Voigt

Lehr-Lernmaterialien (Open Educational Resources, OER) zur Entwicklung von Data Literacy und Kompetenzen im Forschungsdatenmanagement (FDM) sind in der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) und darüber hinaus ein zentrales Thema. Die meisten FDM-Projekte und -Netzwerke sammeln und/oder produzieren OER und setzen sich dabei mit Fragen nach der Verstetigung, der Sammlung, der Kuratierung und der Verknüpfung auseinander. Die FAIR-Prinzipien sind hier genauso anwendbar wie auf Forschungsdaten.

Vor diesem Hintergrund fanden sich am 22. und 23. April 2024 Vertreter*innen der NFDI-Konsortien NFDI4Culture, NFDI4Memory, der Datenkompetenzzentren QUADRIGA und HERMES und des Infrastrukturprojekts der NFDI-Sektion Training & Education – DALIA – in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz zu einem gemeinsamen Workshop zusammen. Die Projekte präsentierten ihre jeweiligen Arbeitsstände und im Anschluss wurden in interaktiven Formaten Kollaborationsmöglichkeiten, Synergieeffekte und zentrale Diskussionspunkte ausgelotet.

Gruppe der Workshopteilnehmenden am 23.4.2024 (Foto: Aglaia Schieke)

Das NFDI-Konsortium NFDI4Culture (Projektlaufzeit 2020–2025) hat einen Dienst vorgestellt, der eine Auswahl an OER bereitstellt, die sich an die geistes- und kulturwissenschaftlichen Communities richten und sowohl generische als auch fachspezifische Angebote zu Forschungsdatenmanagement und Datenkompetenzen beinhalten. Im Vorfeld hat das Team der “Cultural Research Data Academy” in ausgewählten Veranstaltungen und Formaten die Bedarfe der NFDI4Culture Communities abgefragt, in einem Portfolio gesammelt und mit ausgewählten Qualitätskriterien evaluiert. Daraus entstand der “Educational Resource Finder” (ERF), eine kuratierte Auswahl an deutsch- und englischsprachigen Schulungs- und Weiterbildungsangeboten, die sich an Interessierte aller Wissensstufen richten und fortwährend aktualisiert werden.

Das NFDI-Konsortium NFDI4Memory (Projektlaufzeit 2023–2028) stellte seine Arbeitspakete der Task Area “Data Literacy” im Bereich OER vor. Die Task Area hat zur Aufgabe die Datenkompetenzen in Forschung und Lehre der historisch arbeitenden Disziplinen zu verbessern. Dafür werden u. a. ein Data-Literacy-Trainingskatalog mit didaktischen und inhaltlichen Empfehlungen erstellt sowie zielgruppenspezifische Trainingsmodule entwickelt. Die Inhalte des Trainingskatalogs werden durch eigene Recherchen, selbstentwickelte Materialien sowie durch eine Erhebung in der Community zusammengetragen. Anschließend werden die Informationen in einem in Entwicklung befindlichen Workflow für die Online-Präsentation und Suche aufbereitet.

Das vom BMBF geförderte  Datenkompetenzzentrum QUADRIGA (Projektlaufzeit 2023-26) vereint die vier Disziplinen Digital Humanities, Verwaltungswissenschaft, Informatik und Informationswissenschaft entlang der Datentypen Text, Tabelle und Bewegtes Bild am Wissenschaftsstandort Berlin-Brandenburg. Auf der Grundlage von Fallstudien erarbeitet das Zentrum interaktive Lehrbücher (Jupyter Notebooks), die QUADRIGA Educational Resources (QER), die modular aufgebaut sind, und die die Lernzielkontrolle mittels eines Assessments ermöglichen. Workflows – insbesondere das Zusammenspiel mit dem QUADRIGA Space sowie dem QUADRIGA Navigator – und beispielhafte Ausgestaltungen wurden im Rahmen des Workshops von Zhenya Samoilova, Sonja Schimmler und Bettina Buchholz vorgestellt. Für das Teilprojekt Verstetigung nahm Sibylle Söring teil.

Das Datenkompetenzzentrum HERMES (Humanities Education in Research, Data, and Methods), gefördert vom BMBF (Projektlaufzeit 2023–2026), hat das Ziel, Datenkompetenzen im Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften zu vermitteln und weiterzuentwickeln. Anwesend bei dem Workshop waren die Mitarbeiter:innen der HERMES-Formate „Open Educational Resources“ und „HERMES-Hub“: In HERMES werden sowohl OER erstellt als auch in einer Ressource Base aggregiert. Hierfür wird eine Metadatenempfehlung entwickelt, die auf einem projektübergreifenden Metadaten-Basisschema aufbauen soll. HERMES legt dabei besonderen Wert auf die Verschlagwortung der Ressourcen mit der TaDiRAH-Taxonomie, um nach Forschungsmethoden filtern zu können. Forschende wird das HERMES-Team zudem in der Konzeption und Umsetzung von OER-Materialien beratend unterstützen.

Das Projekt DALIA ist ein vom BMBF gefördertes Infrastrukturprojekt (Laufzeit 2022–2025) der Sektion Training und Education (EduTrain) der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur. Das Projektziel ist der Aufbau eines Knowledge Graphen für Data-Literacy- und FDM-Kompetenz-bezogene OER. Dabei sollen auch Akteure des Feldes zusammengebracht und ihre Vorarbeiten und Bedarfe erhoben und berücksichtigt werden. Der Knowledge Graph ist Grundlage einer Plattform, über die OER von Nutzer*innen gefunden und von Autor*innen verzeichnet werden können.

Ergebnisse des Workshops

Als zentrale Herausforderungen für die weitere Harmonisierung der Projekt-Arbeitsprozesse wurden insbesondere drei Handlungsfelder identifiziert:

  • Metadaten und Interoperabilität von OER (Materialien und Repositorien)
  • Nachhaltigkeit
  • Kooperationen

Brainstorming-Ergebnisse 1. Tag (Foto: Simon Donig)

Metadaten und Interoperabilität: Um OER gemäß der FAIR-Prinzipien zu gestalten, muss sich deren Beschreibung (Metadaten) an Normdaten und kontrollierten Vokabularen orientieren. Für OER liegen verschiedene Metadatenstandards vor, insgesamt liegt die Herausforderung aber im Spagat zwischen vorhandenen Standards und den eigenen Bedarfen, die sich zwischen den Polen der eigenen Kapazitäten, technischen Rahmenbedingungen und Bedarfen der jeweiligen Community aufspannen. Synergien ergeben sich aus einem gemeinsam entwickelten Applikationsprofil sowie die gemeinsame Evaluation des DALIA OER-Metadatenbasisschema “DALIA Interchange Format” (DIF). Weitere Potenziale für Kooperationen liegen in der Anfertigung von Fallstudien, Schulungen und Bedarfsanalysen.

Ergebnisse Ermittlung des IST-Zustandes zum Themenfeld „Metadaten“ (Foto: Simon Donig)

Nachhaltigkeit: Das Thema Nachhaltigkeit von Infrastrukturangeboten umfasst verschiedene Ebenen. Klar ist, dass ein Dienst keinen langfristigen Bestand haben kann, der nicht nachhaltig organisiert und dauerhaft finanziert wird. Neben den Betriebsmodellen ist auch die Verwendung offener Datenstandards notwendig, um die Abhängigkeiten von proprietären Formaten und Werkzeugen zu reduzieren. Die Teilnehmenden des Workshops konzentrierten sich allerdings auf einen dritten Aspekt von Nachhaltigkeit: Die Akzeptanz und Nutzung des Angebotes durch die Community. Für die Akquirierung von finanziellen Ressourcen bedarf es einer nachweislichen Relevanz des Angebots für die jeweilige Fachcommunity. Diese muss beispielsweise über Zugriffs- oder Downloadzahlen sowie Interaktionen mit den Betreibenden nachgewiesen werden. Wie die Zielgruppen angesprochen und gehalten werden können, eine konkrete OER-Plattform zu nutzen, ist eine offene Frage. Dabei spielt selbstverständlich die optimale Bedienung der Bedarfe eine große Rolle, jedoch sind diese im vollen Umfang noch nicht bekannt. So wurde festgestellt, dass insbesondere die Bedarfe der Lehrenden und ihr OER-Nutzungsverhalten weniger bekannt sind.

Kooperationen: Das dritte Themencluster bestand in Überlegungen zur weiteren Kooperationen der am Workshop beteiligten Personen und Projekte. Neben den im Bereich Metadaten und Nachhaltigkeit diskutierten Maßnahmen wie Use Cases und synoptische Metadatenschema-Vergleiche zwischen den Projekten, wurden mehrere nachfolgende Meetings sowie ein Anschlussworkshop für das Frühjahr 2025 vereinbart. Wo möglich, soll Doppelarbeit vermieden werden, sowie der Austausch zwischen den Projekten erhalten bleiben. 

Ergebniszusammenfassung zu welchen Themenbereichen die Gruppe zusammenarbeiten möchte (Foto: Simon Donig)

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es große Überschneidungen der Arbeitsprogramme aller Workshop-Beteiligten (NFDI-Konsortien und Datenkompetenzzentren) gibt und der Diskurs durch gemeinsame Veranstaltungen nicht nur fruchtbarer wird, sondern auch Doppelarbeit identifiziert und reduziert werden kann. Ebenfalls wurde offensichtlich, dass quasi sämtliche Aspekte (Metadaten, Förderung, Community-Akzeptanz etc.) eng miteinander gekoppelt und aufeinander bezogen sind. Dementsprechend wurde eine Reihe nächster Schritte geplant – neben weiteren Meetings zum Austausch zu den Metadatenprofilen insbesondere ein Anschlussworkshop, in dem der Kreis der beteiligten FDM-Projekte aus dem Umkreis der Geistes- und Sozialwissenschaften noch erweitert werden soll.

11 Elfchen zur Fishbowl-Diskussion auf der DHd2024 in Passau: Ein kurzes kreatives Resümee einer ereignisreichen und anregenden Diskussionsrunde

2024年4月4日 22:53

Dies ist ein Beitrag im Rahmen des Reisestipendiums für die DHd2024. Ich möchte mich bei NFDI4Culture herzlich für das Stipendium bedanken, das mir die Teilnahme an der Konferenz ermöglicht hat. Es war eine sehr schöne, anregende und lehrreiche Erfahrung. Mein Dank gilt ebenfalls den Organisator:innen der Konferenz sowie den Verantwortlichen für die Stipendien.

Ein besonderes Highlight der diesjährigen DHd-Konferenz war die Fishbowl-Diskussion zum Thema „Quo Vadis DH?“. Anlässlich des 10-jährigen Konferenz-Jubiläums sprachen in wechselnder Runde verschiedene Vertreter der Community über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Digital Humanities. Die Moderation übernahm Nils Reiter. Im folgenden Beitrag wird dieser Programmpunkt in 11 Elfchen verarbeitet, die jeweils auf Setting, Atmosphäre, Themen oder Kontroversen der Diskussion eingehen.

created by DALL-E (24.03.2024)

1 Fishbowl

Im Goldfischglas

Sitzen mehrere beisammen

Diskutieren immer im Wechsel

Fischenschaft

 

2 Wohin

Quo vadis?

Zukunft und Vergangenheit

Wo stehen wir heute?

DH

 

3 Räumlichkeit

Ein Hörsaal

Voll mit Menschen

Vorne steht das Goldfischglas

Mitdiskutieren

 

4 Stimmung

Jetzt Applaus

Dann ein Zwischenruf

Wechselbad im Goldfischglas

Jemand muss Platz machen!

Diskussionskultur

 

5 Identität

Die Frage

DH oder Herkunftsdisziplin        

Müssen wir uns entscheiden?

Gleichberechtigt

 

6 Kritikpunkte

Immer gleichgeblieben

H gegen D

Abgrenzung statt Neugier

Unveränderung

 

7 Studiengänge

Digital normal

Disziplin heißt Förderung

Integration oder eigene Disziplin?

Doppelweg

 

8 NFDI

Stiftet Verwirrung

Oder stärkt Repräsentation?

Pragmatismus trifft auf Strategie

Kontroverse

 

9 Zukunft

Mehr DH

Professuren werden geschaffen

Digital Humanities werden gebraucht

Hoffnungsvoll

 

10 Vielfalt

Viele Fächer

Noch mehr Methoden

Was muss ich können?

Spezialisierung

 

11 Community

Big Tent?

Wer gehört dazu?

Wer da, ist DH.

Oder?

 

created by DALL-E (24.03.2024)

[Aktuelles] Neues aus dem HCDH – News unserer Kooperationspartner

2023年10月7日 02:07
Nicht nur von uns gibt es einiges zu berichten – auch von unseren zahlreichen Partnern und Partnerinnen wollen wir nach diesem Sommersemester einige Neuigkeiten teilen. Über den neuen Educational Resource Finder der Cultural Research...

NFDI4Culture-Forum „Brücken schlagen zwischen Terminologien. Herausforderungen und Perspektiven“ (20.-21.3.2024)

2024年2月27日 01:27

NFDI4Culture-Forum „Brücken schlagen zwischen Terminologien.
Herausforderungen und Perspektiven“ (20.-21.3.2024)

Datum: 20. und 21. März 2024, jeweils 13-16 Uhr

Die Online-Veranstaltung wird von der Task Area 2 – Standards, Datenqualität und Kuratierung des Konsortiums NFDI4Culture durchgeführt und soll dazu dienen, über Sparten- und Fächergrenzen hinweg Überschneidungen im Umgang mit und im Verständnis von Terminologien auszuloten.

Insbesondere die Kultur- und Geisteswissenschaften stehen vor einer Herausforderung, denn sie benötigen eine große Bandbreite an Vokabular für die Beschreibung und Referenzierung ihrer Gegenstände und Konzepte (Personen, Geografika, Zeitangaben, Körperschaften, Werke/Objekte etc.), aber auch für die hinreichend spezifische Sachverschlagwortung.

Den Link zur Registrierung sowie zu den Programminformationen finden Sie hier:
https://nfdi4culture.de/id/E5304

6. Expert:innenforum „Nachhaltige Softwareentwicklung in NFDI4Culture”: Ökologische Nachhaltigkeit von Softwareentwicklung und -gebrauch

2024年1月24日 16:56

verfasst von: Aleksander Marcic (ORCID), Daniel Jettka (ORCID), Anne Ferger (ORCID)

Einführung

Am 01. Dezember 2023 kam das Expert:innenforum „Nachhaltige Softwareentwicklung in NFDI4Culture“ zu seinem mittlerweile sechsten halbjährlichen Treffen zusammen. Anlässlich der fortgeschrittenen Anzahl bereits absolvierter Forumstreffen war es an der Zeit, ein Resümee zum bisherigen Verlauf des Forums zu ziehen, aber auch einen Blick in die Zukunft zu richten mit dem für diesen Termin ausgewählten Fokusthema „Ökologische Nachhaltigkeit von Softwareentwicklung und -gebrauch“ .

In der kurzen Feedbackrunde zu Beginn des Forums zeigten sich die Expert:innen im Wesentlichen einig darüber, dass das Forum thematisch und organisatorisch sehr gut aufgestellt ist und lediglich geringer Anpassungsbedarf hinsichtlich der eingesetzten Kommunikationsmittel für die Organisation und den Austausch zwischen den Forumsterminen besteht. Entsprechend wird die Kommunikation via E-Mail wieder eine stärkere Rolle einnehmen, und der eigens für das Forum eingerichtete Chat-Kanal voraussichtlich sehr viel weniger bis gar nicht mehr genutzt werden.

Etwas weniger eindeutig als das Feedback zum Gesamtverlauf des Forums sind jedoch, wie zu erwarten, die Antworten bzw. Überlegungen auf die Fragen ausgefallen, die sich im Zusammenhang mit ökologischer Nachhaltigkeit in der Softwareentwicklung stellen, wie etwa: Welches Wissen ist notwendig, um Softwareentwicklung möglichst ökologisch nachhaltig zu gestalten? Wo finden sich ökologische Einspar- und/oder Optimierungspotentiale? Was sind konkrete Maßnahmen, um im Bereich der Softwareentwicklung ökologisch nachhaltig(er) zu handeln?

Zur Einführung in das Schwerpunktthema hatten sich Torsten Roeder und Anne Baillot als Vertreter:innen der DHd-AG Greening DH im Vorfeld bereit erklärt, eine Einführung und Einordnung in den aktuellen Stand von Initiativen und Bemühungen zu geben. Für die guten Hintergründe und Denkanstöße aus ihrer Präsentation Von der Initiative bis zur Praxis: Die DHd-AG Greening DH und das DHCC Toolkit ist ihnen das Forum überaus dankbar.

Die Ergebnisse der anschließenden Diskussion der Expert:innenrunde, die sich aus Vertreter:innen von Rechenzentren, Forschungsförderern, Forschungsinstitutionen und -projekten zusammensetzt, werden in den folgenden thematisch gegliederten Abschnitten wiedergegeben.

Diskussion zu ökologischer Nachhaltigkeit

Nach der Diskussion von Möglichkeiten zur Verbesserung der ökologischen Nachhaltigkeit bei Forschungsprojekten und -software in der Vorstellung der Aktivitäten in der AG Greening DH wurde besonders die Rolle von Forschungsförderern betont. Die DFG-Empfehlungen sehen ab 2024 zunehmend vor, dass Antragstellende Überlegungen zur ökologischen Nachhaltigkeit im Forschungsprozess in den Zusatzinformationen zum Projektantrag darlegen. Und auch im konkreten Bereich Forschungssoftware wird Nachhaltigkeit zukünftig Teil einer Leitlinie sein. Die Auswirkung dieser Empfehlungen auf die Forschungsförderung hängt – wie schon bei den Empfehlungen zur Gleichstellung und zum Forschungsdatenmanagement – vom Stellenwert ab, den Gutachter:innen dem Thema beimessen. Die bisherigen Erfahrungen mit diesem Vorgehen haben gezeigt, dass auf diesem Weg Veränderungen relativ schnell in den wissenschaftlichen Betrieb Eingang finden. Über die allgemeinen Empfehlungen und einen Leitfragenkatalog hinaus sind von Seiten der DFG allerdings keine konkrete Vorgaben geplant, wie die ökologische Nachhaltigkeit von Projekten und Software durch die Gutachter:innen zu beurteilen wäre. Zum einen könnte das daran liegen, dass sich für die Breite der Fachbereiche gemeinsame verbindliche Kriterien nicht ermitteln lassen, zum anderen aber insofern im Sinne der Wissenschaftsfreiheit die Beurteilung von Forschung eben durch die Wissenschaftscommunity selbst, d.h. durch die jeweiligen Gutachter:innen, erfolgt.

Über die Hoffnung und Annahme hinaus, dass in absehbarer Zeit die ökologische Nachhaltigkeit Gegenstand des Beantragungs- und Begutachtungsprozesses wird, kann aber auch gezielt die Sichtbarkeit von Projekten und Software verbessert werden, welche bereits jetzt in ökologische Nachhaltigkeit investieren. Diesbezüglich wurde vorgeschlagen kurzfristig spezielle Auszeichnungen (z. B. durch Zertifikate) für nachhaltigkeitsorientierte Projekte und Software zu entwickeln und zu etablieren. Auch hier wurde zu bedenken gegeben, dass die Einigung auf konkrete Kriterien sehr komplex wird, sobald man eine Breite von Fällen abdecken will. Das führt dann oft dazu, dass Vorgaben und Kriterien, wenn sie festgelegt werden, vage und abstrakt wirken und wenig konkrete Orientierung bieten.

Eine wichtige Dimension ist das Messen von konkreten ökologischen Auswirkungen bestimmter Maßnahmen oder Softwareinstanzen, getreu dem Motto: You cannot improve what you cannot measure. Problematisch ist es auch hier sich auf verbindliche Messkriterien zu einigen. Eine Zusammenstellung von Empfehlungen für die Messung wird vom DH CC Toolkit bereitgestellt.

Ein weiteres wichtiges Einflusskriterium ist die ökologische Nachhaltigkeit von Rechenzentren, an denen Forschungssoftware betrieben wird. Dabei lassen sich unter anderem durch Entscheidungen zu der zugrundeliegenden Hardware (Server, Kühlung, etc.) starke Verbesserungen der Energieeffizienz erzielen. Mit dem Blauen Engel für Rechenzentren gibt es eine Möglichkeit die Nachhaltigkeit von Rechenzentren zertifizieren zu lassen. Dass Investitionen in die Nachhaltigkeit durch dieses Zertifikat sichtbar werden, kann allerdings von Maßnahmen abhängen, die über längere Zeiträume umgesetzt werden müssen (z. B. größere Baumaßnahmen) und Effekte können sich entsprechend verzögern.

Es wurde aber auch darauf hingewiesen, dass die Optimierung von Software hinsichtlich ökologischer Nachhaltigkeit selbst Kosten verursacht, die teilweise höher sein können, als die Optimierungsgewinne. Hier gilt es maßvoll vorzugehen, was wiederum eine durch Erfahrung und grundlegende Kenntnisse gut fundierte Orientierung voraussetzt.

Deshalb muss vorhandenes und noch zu erarbeitendes Wissen um die ökologische Dimension der Softwareentwicklung in Beratungsprozesse (z. B. zu Projektplanung und -beantragung), Lehre und Ausbildung von Research Software Engineers integriert werden.

Als eine konkrete Maßnahme wurde die Möglichkeit genannt, Inhalte von statischen Websites als reines HTML zu archivieren und damit im technischen Sinne nachhaltiger zu machen. Hieraus ergeben sich gleichzeitig Potentiale für die ökologische Nachhaltigkeit durch die Verwendung statischer Inhalte. Weniger Javascript bedeutet weniger Speicher- und Energiebedarf auf Endnutzergeräten. Außerdem laden statisch konzipierte Seiten auch nicht permanent Daten von verschiedenen Schnittstellen/Datenbanken nach, um für jeden Nutzer eine individuelle Ansicht zu generieren.

Fazit und Ausblick

Mit der Auswahl des Schwerpunktthemas “Ökologische Nachhaltigkeit von Softwareentwicklung und -gebrauch” hat sich das Expert:innenforum der Herausforderung gestellt, ein sowohl technisch als auch teils emotional sehr komplexes Thema zu behandeln. In der guten und offenen Diskussion wurde deutlich, dass eindeutig Handlungsbedarf besteht, jedoch konnte erwartungsgemäß nicht abschließend beantwortet werden, in welchen Bereichen und wie genau sinnvolle Handlungen und Veränderungen herbeigeführt werden können, da Softwareentwicklung nur einen kleinen Teil eines überaus komplexen Systems ausmacht, das mehr ökologischer Nachhaltigkeit bedarf.

Dennoch konnten neben der Bewusstmachung einiger Problembereiche und Zusammenhänge, die für sich genommen bereits als Fortschritt angesehen kann, auch ein paar Anhaltspunkte gefunden werden, wie das Thema ökologische Nachhaltigkeit vorangebracht werden kann. Hierzu gehört ganz allgemein die Einbeziehung des Themenkomplexes in Beratungsprozesse und in die Lehre. Des Weiteren wurde das Ziel formuliert weitergehend mit der DHd-AG Greening DH zu kooperieren und die Reflexion ökologischer Nachhaltigkeit in die nächste Version des Leitfaden für die nachhaltige Entwicklung und Nutzung von Forschungssoftware aufzunehmen.

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