Abb. 1: Gruppenarbeitsphase: Beschreibung disziplinspezifischer OER (Quelle: NFDI4Memory)
Digitale Werkzeuge und die Arbeit mit Forschungsdaten verändern den wissenschaftlichen Alltag – und erfordern die Entwicklung neuer Kompetenzen. Eine besondere Stellung nehmen dabei Data Literacy (Schüller, Busch und Hindinger, 2019) und Forschungsdatenmanagement (FDM) ein, die über OER (Open Educational Resources) vermittelt werden können (Deimann et al., 2015). Doch OER zu FDM sind bisher über verschiedene Plattformen verstreut und damit schwer auffindbar. Plattformen wie DALIA (Ortmeyer et al., 2024) oder Sammlungen wie NFDI4Memory HISTOCAT und HERMES Resourcebase versuchen, hier Abhilfe durch Registraturen und kuratierte Sammlungen zu schaffen. Ein zentraler Schlüssel für die Auffindbarkeit und Nachnutzbarkeit der OER sind dabei allerdings gute Metadaten – doch bestehende Schemata (z. B. das Schema des Datenkompetenzzentrums HERMES (Urbaum et al., 2026) oder das DALIA Interchange Format (Geiger et al., 2026)) unterscheiden sich hinsichtlich fachspezifischer Angaben wie Disziplinen oder Methoden. Hier fehlen in vielen Fällen standardisierte Vokabulare zu einer Beschreibung von OER, um Such-Find-Prozesse effizienter werden zu lassen.
Vor diesem thematischen Hintergrund organisierten die Projekte HERMES, NFDI4Memory, DALIA und NFDI4Culture auf der 12. Jahrestagung des Verbands Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e.V. (DHd2026), die vom 23. bis 27. Februar 2026 an der Universität Wien stattfand, einen Workshop. Die Konferenz in Wien stand unter dem Motto „Nicht nur Text, nicht nur Daten“ und erweiterte damit ihren Fokus von den traditionellen text-basierten Analysen zu einer umfassenden, objekt-übergreifenden Perspektive. Neben Textkorpora standen nun auch Personen, Orte, materielle Kultur, Bild- und Klangobjekte, Klimadaten, genetische sowie neurophysiologische Messungen im Fokus.
Abb. 2: Organisationsteam Workshop Kontext und Klarheit (Quelle: Jonathan D. Geiger)
Insbesondere das technische Interesse der Konferenz-Teilnehmenden und die Breite des geisteswissenschaftlichen Disziplinen-Panoramas machten die DHd zu einer geeigneten Konferenz für den Workshop “Kontext und Klarheit: Fachspezifische Metadaten für offene Bildungsressourcen (OER) zu Data Literacy”. Unser Ziel war es, Metadatenschemata und disziplinspezifische Metadaten von OER unter die Lupe zu nehmen und so eine Grundlage für die Verbesserung der Schemata zu entwickeln. Der halbtägige Workshop konzentrierte sich daher auf die Untersuchung und Strukturierung von OER-Metadaten – insbesondere den Einsatz fachspezifischer, kontrollierter Vokabulare, Picklists und Metadatenschemata für geisteswissenschaftliche Lehr- und Lernmaterialien. Nach einer kurzen Vorstellung der Referent*innen und ihrer Projekte folgte ein Ice-Breaker, der die Unschärfe von Klassifikationen thematisierte. Die daran anschließende kompakte Einführung vermittelte einen Überblick über unseren Untersuchungsbereich wie OER-Metadatenstandards, Metadatenschemata, Vokabularien und deren disziplinäre Herausforderungen und Potenziale. In der Gruppenphase wurde die Think-Pair-Share-Methode nach Bönsch (2002) eingesetzt. Im Hauptteil durchliefen die Teilnehmenden in Kleingruppen einen klassischen Erschließungsprozess. Anhand ausgewählter OER aus verschiedenen geisteswissenschaftlichen Disziplinen untersuchten die Teilnehmenden, inwiefern die beiden OER-Metadatenschemata von HERMES und DALIA für die Ressourcen geeignet waren und inwiefern disziplinen-spezifische Angaben zu den Werten der einzelnen Attributen gemacht werden können. Das Moderationsteam unterstützte dabei. Abschließend wurden die Ergebnisse im Plenum präsentiert, Bedarfe diskutiert und nächste Schritte für die Weiterentwicklung von Picklists skizziert. Eine Reflexionsrunde fasste zentrale Erkenntnisse zusammen und eröffnete Anknüpfungspunkte.
Abb. 3: Beschreibung von OER anhand ausgewählter Metadatenschemata (Quelle: NFDI4Memory)
Unter den Eindrücken der Kleingruppen gab es interessante Überschneidungen: Demnach waren Autor*innen- und Lizenzinformationen der Ressourcen häufig unklar oder fehlten ganz; Zielgruppen und Kompetenzstufen wurden uneinheitlich beschrieben oder nicht klar voneinander abgegrenzt. Beide Metadatenschemata wiesen Redundanzen bzw. zu viele Pflichtfelder auf, und Metadatenfelder wie Titel, Untertitel oder Versionsangaben konnten nicht konsistent angegeben werden. Die Teilnehmenden merkten zudem an, dass die Anpassbarkeit an fachspezifische Begriffe derzeit noch begrenzt ist.
Aus diesen Überschneidungen ergaben sich gemeinsame Empfehlungen: Vorgeschlagen wurde ein modularer Kern-/Erweiterungs-Ansatz, bei dem grundlegende Metadaten obligatorisch und fachspezifische Felder optional über kontrollierte Vokabulare (Picklists) ergänzt werden können. Darüber hinaus wurde angeregt, Lizenz- und Autor*innen-Angaben für OER klar auszuweisen; die Disziplinen-Taxonomie um digitale Geisteswissenschaften bzw. Digital Humanities zu erweitern sowie Metametadaten (Version, Datum, Provenienz, Autor*innen etc.) systematisch zu integrieren. Für komplexere Fälle wurde außerdem die Möglichkeit freier Ergänzungen als sinnvoll erachtet. Einheitliche Definitionen für OER, klare Rollenbezeichnungen und ein abgestuftes Kompetenzmodell wurden ebenfalls als wünschenswert erachtet. In der Gruppendiskussion wurde insbesondere die Bedeutung von Metametadaten für Versionierung und Nachvollziehbarkeit von Entwicklungen betont.
Die Organisator*innen danken allen Teilnehmenden herzlich für die rege und produktive Teilnahme und der DHd für die Ausrichtung der Konferenz in Wien. Auch uns hat der Workshop viele Impulse erbracht, die in die weitere Entwicklung der Arbeit an den Metadaten und Plattformen einfließen werden. Die inhaltliche Arbeit an OER und -Metadaten soll im Rahmen einer DHd-Arbeitsgruppe Data Literacy weitergeführt werden – Interessierte sind sehr herzlich zur Mitarbeit eingeladen und können sich in die Mailingliste eintragen und/oder unserem RocketChat-Channel (OER.Net) beitreten.
Referenzen
Bönsch, Manfred. 2002. Unterrichtsmethoden – kreativ und vielfältig. Schneider-Verlag Hohengehren.
Geiger, Jonathan, Petra Steiner, Abdelmoneim Amer Desouki, Henrika Maria Hüppe und Frank Lange. 2026. DALIA Interchange Format (1.4). DOI: 10.5281/zenodo.17871138
Ortmeyer, Jochen, Jan-Michael Haugwitz, Petra Steiner, Thomas Stäcker, Torsten Schrade, Ulrich Sax, Gábor Kismihók, Matthias Müller, Peter F. Pelz und Sonja Herres-Pawlis. 2024. A Platform for the Provision of Teaching and Training Contents in Data Literacy: DALIA4NFDI. BASE4NFDI User Conference. Berlin, 20-21 November 2024. DOI: 10.5281/zenodo.14183168
Schüller, Katharina, Paulina Busch und Carina Hindinger. 2019. Future Skills: Ein Framework für Data Literacy. Hochschulforum Digitalisierung, 47. DOI: 10.5281/zenodo.3349865
Urbaum, Dorothee und Grigori Chlesberg. 2026. Metadatenschema und Picklisten für Open Educational Resources des Datenkompetenzzentrums HERMES – Humanities Education in Research, Data, and Methods (v1-1). DOI: 10.5281/zenodo.18679758
Urbaum, Dorothee, Laura Döring, Grigori Chlesberg, Jonathan D. Geiger und Petra Steiner. 2026. Kontext und Klarheit: Fachspezifische Metadaten für offene Bildungsressourcen (OER) zu Data Literacy. In: Silke Schwandt, Gabriel Viehhauser, Tara Andrews und Thomas Wallnig (Hg). 2026. Book of Abstracts – DHd 2026: Nicht nur Text, nicht nur Daten. 12. Jahrestagung des Verbands Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e.V. DHd2026, Universität Wien, 23.–27. Februar 2026. Wien. DOI: 10.5281/zenodo.18702757
Recogito ist eine Webumgebung, mit der man in Texten und Bildern Orte, Personen und Ereignisse einfach semantisch auszeichnen kann. Die Dokumente können gemeinsam bearbeitet und Orte bereits während der Annotation auf Karten angezeigt werden. Die Annotationen können in einer Vielzahl von Formaten exportiert werden, um dann weitere Schritte in GIS, Gephi oder in digitalen Editionen vorzunehmen. Der Einstieg ist niedrigschwellig und jede:r kann sofort starten. Recogito wurde 2018 mit dem DH Award ausgezeichnet und seitdem umfangreich weiterentwickelt.
Im Rahmen des Praxislabors 2026 zeigt dir Olaf Simons, wie du mit Wikibase eigene Datenprojekte umsetzen und dich mit bestehenden Wissensnetzwerken wie Wikidata oder FactGrid verbinden kannst. Der Workshop richtet sich an alle, die erste Schritte mit strukturierten Daten und Knowledge Graphen machen wollen.
Ein partizipativer Workshop der Initiative „Datenzentrum – wissenschaftliche Konzeption und Ausgestaltung“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW)
Berlin, 25. und 26. Juni 2026; Akademiegebäude am Gendarmenmarkt; Einstein-Saal
Der Wert geisteswissenschaftlicher Forschungsdaten für Wissenschaft und Gesellschaft ist nicht zuletzt durch den laufenden Aufbau der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) offensichtlich geworden. Zentrale Fragen nach dem dauerhaften Betrieb vertrauenswürdiger Datenrepositorien und der langfristigen Verfügbarkeit der aggregierten Inhalte sind jedoch weiterhin offen.
Vor diesem Hintergrund lädt die Initiative „Datenzentrum – wissenschaftliche Konzeption und Ausgestaltung“ der BBAW zu einem zweitägigen Lunch-to-Lunch-Workshop ein. Diese 2025 eingerichtete Initiative erarbeitet ein Konzept für die organisatorischen und technischen Grundlagen für ein leistungsfähiges, zertifiziertes Repositorium und dessen infrastrukturelle Einbindung innerhalb der BBAW. Darauf aufbauend wird die Akademie ab 2028 ein eigenes Datenzentrum betreiben. Dessen Hauptaufgaben werden die Aggregation, Verfügbarhaltung und Archivierung von Forschungsdaten, Software und Diensten aus den Vorhaben und Projekten der Akademie sein. Darüber hinaus ist eine Öffnung des Repositoriums für externe Datengeber:innen vorgesehen.
Im Workshop werden anhand von Impulsvorträgen die unterschiedlichen Perspektiven aus Sicht von Forschung, Bibliothek, Archiv und IT reflektiert. Anschließend bieten verschiedene Thementische die Möglichkeit zu einer intensiven Auseinandersetzung mit spezifischen Fragen, von der technischen Einrichtung nachhaltiger Infrastrukturen zwischen quelloffenen und kommerziellen Lösungen bis hin zum Einsatz sog. Künstlicher Intelligenz samt deren ethischen Herausforderungen.
Das vierte Community Meeting 2026 von NFDI4Objects findet virtuell statt! Die Veranstaltung richtet sich an Einsteiger:innen und Interessierte und bietet spannende Einblicke in die Arbeit des Konsortiums. Freut euch auf interaktive Formate, Austauschmöglichkeiten und dezentrale Online-Workshops.
Programm und Workshop-Termine folgen in Kürze – merken Sie sich den Termin schon jetzt vor!
Ab März 2026 findet eine gemeinsame Sprechstunde zum Forschungsdatenmanagement der vier Humanities@NFDI-Konsortien (NFDI4Memory, NFDI4Culture, NFDI4Objects und Text+) statt.
Sie richtet sich an Studierende, Forschende sowie Mitarbeitende aus Forschungs- und Sammlungsinstitutionen und bietet Raum für Fragen rund um das Forschungsdatenmanagement.
Am 17.03.2026 von 9:00–10:00 Uhr findet die erste Online-Sprechstunde statt. Die Teilnahme ist auch ohne Anmeldung über Zoom möglich.
Einmal im Monat stehen künftg Expert:innen aus den beteiligten NFDI-Konsortien für Fragen bereit. Bei Bedarf können Themen auch in Breakout-Räumen im Einzelgespräch vertieft werden. Eine Terminübersicht für 2026 findet sich auf der Humanities@NFDI-Unterseite.
Bei dringenden Fragen können Sie sich jederzeit auch an die Helpdesks wenden:
Die Idee: Wissenschaftliche Ressourcen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften – von Werkzeugen und Diensten über Trainingsmaterialien bis hin zu Workflows und Datensätzen – im SSH Open Marketplace sichtbar, gut beschrieben und leichter auffindbar machen. Dabei können neue Einträge angelegt und bestehende ergänzt oder überarbeitet werden. Das Ziel: Mehr Sichtbarkeit und Nutzbarkeit für digitale Angebote in unserer Community.
Das Ganze läuft in entspannter Atmosphäre:
keine Teilnahmegebühr
Snacks und Getränke warten auf die Teilnehmenden
wer mag, trifft sich schon am Vorabend in einem örtlichen Restaurant (Selbstzahlerbasis)
Arbeitsmaterial wird vorbereitet, Vorkenntnisse sind nicht nötig – nur ein Smartphone, Tablet oder Notebook sollte mitgebracht werden
maximal 20 Plätze vor Ort – schnell anmelden!
Eingeladen sind nicht nur Mitglieder von GKFI und Text+, sondern auch Kolleginnen und Kollegen aus anderen Projekten, die den SSH Open Marketplace nutzen möchten. Disziplinär ist alles willkommen, solange es einen Bezug zu Geistes- oder Sozialwissenschaften hat.
Der Ablauf: Ein kurzer Impuls zum SSH Open Marketplace mit Beispielen aus GKFI, Text+ und weiteren Kontexten – anschließend Gruppenarbeit, in der Ressourcen gemeinsam eingepflegt und Workflows erprobt werden. Schließlich kann jede*r die eigenen Services, Daten oder Materialien direkt ins internationale Portal bringen, wo sie dank API-Anbindung auch von anderen Plattformen geharvestet werden können.
Der Relaunch von forschungsinfrastrukturen.de ist abgeschlossen! Die Website des GKFI – Verein Geistes- und kulturwissenschaftliche Forschungsinfrastrukturen – präsentiert sich ab sofort in einem neuen, klaren und konsistenten Design. Inhalte und Struktur wurden grundlegend überarbeitet, sodass Informationen zu Zielen, Gremien und Services des Vereins nun noch schneller und einfacher zu finden sind. Damit unterstützt die Website das zentrale Anliegen des GKFI: Forschungsinfrastrukturen in den Geistes- und Kulturwissenschaften in Deutschland und im europäischen Kontext zu stärken, zu koordinieren und sichtbarer zu machen. Wir freuen uns über Feedback zum neuen Auftritt – schreiben Sie uns gerne unter kontakt@forschungsinfrastrukturen.de.
Auch der GKFI-Angebotskatalog hat ein neues Gesicht bekommen. Er bietet einen strukturierten Überblick über die Services, die von den Mitgliedseinrichtungen im Bereich der Forschungsinfrastrukturen bereitgestellt werden. Die Angebote sind nach Fachbereichen geordnet, enthalten kurze Beschreibungen und verweisen direkt auf die Website des jeweiligen Services. Alle aufgeführten Dienste sind etablierte Forschungsinfrastruktur-Angebote, die Forschung durch Beratung, Bereitstellung, Weiterentwicklung und Vermittlung von Werkzeugen, Daten und Expertise unterstützen. Sie folgen den Prinzipien von Open Science, erfüllen gemeinsame Qualitätsstandards im GKFI-Netzwerk und werden von den verantwortlichen Einrichtungen betrieben. Technisch ist der Katalog nun direkt mit dem SSH Open Marketplace verbunden: Per API-Call werden die dort vom GKFI-Koordinierungsrat geprüften und eingetragenen Services automatisch auf die GKFI-Website übertragen. So bleibt der Überblick aktuell und zuverlässig – und Forschende finden noch leichter passende Infrastrukturangebote für ihre Arbeit.
Der Verein Geistes- und kulturwissenschaftliche Forschungsinfrastrukturen e.V. engagiert sich für die Weiterentwicklung und Vernetzung geistes- und kulturwissenschaftlicher Forschungsinfrastrukturen in Deutschland und Europa. Er koordiniert nationale Knoten zu europäischen Infrastrukturen, arbeitet mit wissenschaftspolitischen Akteuren, Fachgesellschaften und Interessensgruppen zusammen und fokussiert auf digitale Forschungsinfrastrukturen, Forschungsdaten, virtuelle Forschungsumgebungen sowie digitale Forschungsprozesse mit besonderem Blick auf die Perspektiven der Nutzenden in Forschung und Lehre.
Die Motivation: Gestaltung der digitalen Transformation in den Geistes- und Kulturwissenschaften, Bündelung vorhandener Angebote, Begleitung aktueller Entwicklungen und digitaler kultureller Praktiken.
Mitmachen können institutionelle wie individuelle Mitglieder – durch die Förderung der Vereinsangebote, Mitarbeit in Gremien, Mitgestaltung künftiger Entwicklungen und Teilnahme an Veranstaltungen, Tagungen und Workshops.
NFDI4Culture, das Konsortium zur Förderung des Forschungsdatenmanagements für materielle und immaterielle Kulturgüter innerhalb der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), zelebrierte vom 24. bis 26. September 2025 an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz bereits zum 5. Mal seine größte jährliche Zusammenkunft, das NFDI4Culture Community Plenary. Diskutiert wurde insbesondere das Fokusthema „Datensouveränität, infrastrukturelle Resilienz und Wissenschaftsfreiheit“, aber auch der aktuelle Stand, Ergebnisse des Arbeitsprogramms und die Strategie des Konsortiums für die Zukunft. Über die Details der drei Konferenz-Tage gibt dieser chronologisch-thematisch gegliederte Bericht ausführlich Auskunft, der gerne auch selektiv gelesen werden kann und zur Veranschaulichung viele authentische Stimmen von Plenary-Teilnehmenden aus der NFDI4Culture-Community wiedergibt. Eine englische Version des Berichts findet sich in Kürze auf dem NFDI4Culture Portal.
NFDI4Culture und die Community – Autor:in: Alexander Stark
Vor allem begegneten sich die rund 100 Teilnehmenden vor Ort – Vertreter:innen der Mitgliedsinstitutionen, die Mitarbeitenden des Konsortiums sowie Besucher:innen aus der (inter-)nationalen Forschung und digitalen Infrastruktur – endlich (wieder) einmal persönlich. Bei einem großen und in weiten Teilen digital durchgeführten Projekt wie NFDI4Culture stärkte das Zusammentreffen spürbar das Netzwerk der fachlich sehr vielfältigen Community sowie die geteilte Motivation und Leidenschaft für Forschungsdatenmanagement im Bereich Kulturdaten. Auch europäische Besucher:innen und Interessierte reisten zum Community Plenary, um bei NFDI4Culture mitzuwirken und sich auszutauschen, wie beispielsweise Rafael Uriarte, Ph.D., vom Kunsthistorischen Institut in Florenz, der in einem kurzen Interview seine Beweggründe schilderte:
„I came here to see what kind of contribution we can make and how to convince people to open their data, especially in art history.“
Wer nicht persönlich nach Mainz kommen konnte, hatte Gelegenheit, virtuell an den wesentlichen Programmpunkten teilzunehmen.
Konferenz-Tag 1: Workshop-Wednesday, Helpdesk-Speed-Dating und DigAMus Award
Workshops zum Forschungsdatenmanagement und Helpdesk-Speed-Dating
Zu den besonderen Programm-Highlights zählte zunächst das attraktive Workshopangebot: In entspannter und kollegialer Atmosphäre konnten die Teilnehmenden neue Skills, Tools und Techniken entdecken und die eigenen praktischen Fähigkeiten erweitern – von Pythonprogrammierung über Knowledge Graphs bis hin zur Nachhaltigkeit im Forschungsdatenmanagement. Besonderer Beliebtheit erfreute sich der „Data Stories“-Workshop. Teilnehmer Thomas Kollatz (Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz) berichtet anschließend:
„Wir sind im Workshop verdammt weit gekommen, aus unseren Daten eine lebendige Story zu machen.“
Gleichzeitig bot das NFDI4Culture-Helpdesk-Team für alle Anliegen rund um Forschungsdaten Speed-Date-Beratungen für die Plenary-Teilnehmenden an, wie beispielsweise von Jun.-Prof. Dennis Ried (Universität Halle-Wittenberg) wahrgenommen:
„Das Beratungsgespräch mit Leuten, die sich mit Förderstrukturen auskennen, hatte einen großen Mehrwert für mich, einfach gemeinsam Ideen zu sortieren.“
Helpdesk-Mitarbeiter Dr. Grischka Petri resümiert:
„Es waren durchaus umfangreiche Beratungen und auch sehr dichte, teils spezielle Infogespräche dabei. Natürlich können auch wir in einer halben Stunde die Dinge nicht vollständig lösen, aber wir konnten Türen aufstoßen und einen Wegweiser für die weiteren Schritte mit auf den Weg geben.“
Verleihung des DigAMus Awards für herausragende digitale Projekte im Kulturbereich
DigAMus Award Figur – Autor:in: DigAMus Award Team
Die festliche Abendveranstaltung bot Gelegenheit für die schicke Abendgarderobe: Die GLAMouröse Verleihung des DigAMus Awards, der für herausragende digitale Projekte im Kulturbereich vergeben wird, fand erstmals im Rahmen des NFDI4Culture Community Plenarys statt. Das Organisationsteam des DigAMus Awards kam dafür ganz in Gold und Silber. Zusammen mit den goldenen Award-Figuren verliehen sie dem Event einen Hauch von Oscar-Flair. Ein Gong-Schlag (wie es in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz Tradition ist) läutete die Zeremonie der Preisverleihung ein und lud die Teilnehmenden vor Ort in den Plenarsaal ein. Neben dem Live-Event wurde auch die Möglichkeit der Online-Teilnahme angeboten. Die anspruchsvolle Umsetzung des hybriden Events wurde als sehr gelungen gelobt: Das Ineinandergreifen von Technik (Zoom-Stream) und Live-Event vor Ort bot eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Mischung aus Präsenz, Einspielung von Videos und Online-Beteiligung, die alle Zuschauenden von Nah und Fern inkludierte. Nach Vorstellung der Favoriten-Projekte auf der Shortlist wurde der DigAMus Award in sechs verschiedenen Kategorien verliehen. Für die Gewinner-Projekte gab es viel Applaus, sogar Jubelrufe aus dem Publikum. Besonders die Freude der „Five Guides“ vom TikTok-Kanal @five.guides des LWL-Museums für Archäologie und Kultur (Gewinner-Projekt in der Kategorie “Zeitgemäße Vermittlung”) war regelrecht ansteckend und erfüllte den ganzen Raum. Man merkte den Guides einfach an, dass es ihnen eine Herzensangelegenheit ist, jungen Menschen einen Zugang zu Kultur und Museen auf Augenhöhe zu bieten. Die Projektbeteiligte Marie Jakob sagte nach der Verleihung:
„In das Projekt ist viel Arbeit hineingeflossen. Daher ist der Award eine tolle Bestätigung, dass wir damit einen Nerv getroffen und einen guten Job gemacht haben.“
DigAMus Award Preisträger:innen „Five Guides“ bei der Verleihung der Kategorie „Zeitgemäße Vermittlung“ – Autor:in: DigAMus Award Team
Der Publikumspreis, für den 1500 Menschen abgestimmt hatten, ging an den Museums-Podcast „Auf die Ohren“ des Ägyptischen Museums München zur altägyptischen Kulturgeschichte. Die Gewinnerinnen Roxane Bicker und Nora Heil, beide online zugeschaltet, waren ehrlich „überrascht und unvorbereitet“, „Jetzt haben wir richtig was zu feiern auf unserem Team-Fest!“
„Da sind so viele Daten aus den eingereichten Projekten – die wollen wir weiter für die Community nutzbar machen.“ NFDI4Culture unterstützt dabei insbesondere in Punkto Datenqualität und -struktur bei der Datenübertragung zu Wikidata.
“Wikidata ist dabei nicht nur Beifang. Der Preis an sich ist natürlich wichtig, auch für die Sichtbarkeit, aber der Hauptwert liegt in den Daten. Von der Kooperation mit NFDI4Culture erhoffen wir uns, dass die Community diese kuratierten Daten aufgreift und nutzt”, erklärte Johannes Sauter und ergänzte:
“Es war cool, offizieller Programmpunkt beim NFDI4Culture Community Plenary zu sein. Wir sind hier so gut aufgenommen worden, sowohl organisatorisch als auch vom Publikum. Hier ist eine sehr offene und dynamische Community, die Bock hat, wirklich etwas zu machen!”
Seine Mitstreiterin Sonja Thiel, zugeschaltet aus den USA, bekräftigte, die Kooperation habe die Verleihung des DigAMus Award in dieser Form erst möglich gemacht.
Konferenz-Tag 2: Aktueller Stand des Konsortiums und Fishbowl-Diskussion „Datensouveränität, infrastrukturelle Resilienz und Wissenschaftsfreiheit“
Spokesperson-Report, Neuigkeiten zu den Diensten und Arbeitsbereichen von NFDI4Culture
Am Donnerstag, 25.09.25, präsentierte NFDI4Culture dem Plenum den aktuellen den Stand des Konsortiums mit Berichten und wissenschaftlich Beiträgen zu den neuesten Aktivitäten und Services sowie einem Ausblick auf kommende Vorhaben. Zum Warm-Up gab eine live-Umfrage Einblicke, welche NFDI4Culture-Dienste bereits besonders gern genutzt werden (was die geneigten Leser:innen im Übrigen gern für sich selbst entscheiden dürfen). Anschließend stellten die Mitarbeitenden von NFDI4Culture, ergänzt durch kreative Show-Einlagen, ihre Updates, Beispiele und Insights zu den verschiedenen NFDI4Culture-Diensten und Arbeitsbereichen vor, darunter:
LIDO (Lightweight Information Describing Objects), ein internationaler XML-Standard zur Beschreibung von Objekten und Lingua Franca für Museen, zu der NFDI4Culture künftig auch eine LIDO-Service-Stelle anbieten will
MEI (Music Encoding Initiative), ein offener, von der Community entwickelt XML-Standard zur Codierung von Musiknoten, zu dem NFDI4Culture aktuell ein MEI-Repositorium und ein MEI-Korpus für Kulturschaffende und Wissenschaft plant
Daten der Theaterwissenschaften und Performing Arts: Entwicklung von Services für spezielle ereignisbezogene Daten (wie z.B. Aufführungen)
FOSS (Free Open Source Software): bestehende Dienste mit der Community weiterentwickeln
NFDI4Culture Registry für Forschungswerkzeuge und Datendienste – nicht nur zum Explorieren, Suchen, Filtern und Finden, sondern auch Anlaufstelle für Forschende und Entwickler:innen, die ihre Angebote (Software, Skripte, Webanwendungen, Datenrepositorien oder -portale) zur Nachnutzung zentral verzeichnen möchten
Der Culture Knowlege Graph (KG) stellt eine Verbindung zwischen allen Forschungsdaten der Community her (Daten zu inzwischen rund 18 Mio. Entitäten). Zum Durchsuchen des KGs bietet NFDI4Culture neben der SPARQL-Schnittstelle nun auch eine neue Data Search mit spezieller Incipit-Suche für Musiknotation und KI-basierter Bildersuche
Institutionelle Resilienz für Kulturerbe im digitalen Raum: Schutzstrategien für Kulturgüter und -Daten zur Prävention für den Katastrophen- oder Krisenfall
Die Präsentationen zu diesen sowie allen weiteren Vorträgen werden in Kürze auf dem NFDI4Culture Portal zur Verfügung gestellt.
Spokesperson Torsten Schrade präsentiert dem Publikum die Vision „Gemeinsame Daten – Gemeinsame Praxis – Gemeinsames Wissen“ – Autor:in: Alexander Stark
Im Spokesperson-Report berichtet Konsortiumssprecher Prof. Torsten Schrade außerdem über die aktive Teilhabe diverser NFDI4Culture-Communities und der inzwischen rund 70 Participants, die beispielsweise Beiträge zu internationalen Metadatenstandards geleistet haben. Torsten Schrade betont:
„Partizipation ist das wichtigste, das Herz von NFDI4Culture ist eine gemeinsame, Community-geleitete Entwicklung einer gemeinsamen Datenkultur!”
Wegen der Breite der vertretenen Fachdisziplinen ist NFDI4Culture eines der größten und heterogensten Konsortien in der NFDI. Die Communities dieser verschiedenen Disziplinen sollen nun zu einer “Community of Practice” zusammengeführt werden, so Prof. Holger Simon, Co-Spokesperson von NFDI4Culture, „so wollen wir unsere Vision ‚Gemeinsame Daten – Gemeinsame Praxis – Gemeinsames Wissen‘ mit Leben füllen.“
Berichtet wurde weiter unter anderem über folgende Themen:
Der NFDI4Culture Helpdesk hat sich zum „Rückgrat“ von NFDI4Culture entwickelt und verzeichnet inzwischen über 760 Beratungsvorgänge zu Themen wie Copyright, Publikation und Databases. Dabei wird deutlich: Für Sustainability braucht es rechtliche Klarheit, rund 40% der Helpdesk-Anfragen gingen an den Legal Helpdesk.
Weiterbildung im Bereich Forschungsdatenmanagement (FDM) und Data/Code Literacy mit der Culture Research Data Academy, dem Educational Resource Finder und der Culture Knowledge Base (zentrales Informationsmedium zu FDM mit Handreichungen, Video-Tutorials und kuratierten Linkempfehlungen) – mit inzwischen rund 110 gut kuratieren Empfehlungen, alle maßgeschneidert für die NFDI4Culture-Community.
Der Research Output Index zeigt, was NFDI4Culture zu bieten hat: Konferenzbeiträge und -berichte, wissenschaftliche Literatur, Artikel und vieles mehr.
Community AAI (Authorization Authentification Identification), ein NFDI-Basis-Dienst, mit dem man sich sowohl für die Dienste von NFDI4Culture als auch für die anderer Konsortien anmelden kann – einmal anmelden, alle Dienste nutzen.
Dienste über Konsortien hinweg weiterentwickeln am Beispiel von Semantic Kompakkt (freie Software zur Annotation von 3D-Daten und gleichzeitig Repositorium zur Speicherung): erste Abbildung eines chemischen Moleküls in Semantic Kompakkt in Zusammenarbeit mit NFDI4Chem.
Internationalisierung: Ausloten der Zusammenarbeit mit fachspezifischen (inter-)nationalen GLAM-Infrastrukturen und Ausbau des internationalen Netzwerks.
Konsortiumssprecher Torsten Schrade fasste noch einmal zusammen:
„Back to the Future mit NFDI4Culture: mit Innovation, Partizipation, KI, 3D, KG, Datenqualität und Internationalisierung – das Abenteuer geht weiter!“
Datensouveränität, infrastrukturelle Resilienz und Wissenschaftsfreiheit – Fishbowl-Diskussion
Ein weiteres Highlight auf dem NFDI4Culture Community Plenary war das hochkarätig besetzten Panel „Datensouveränität, infrastrukturelle Resilienz und Wissenschaftsfreiheit“ mit Prof. Dr. Andrea Rapp (Präsidentin der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz), Prof. Dr. York Sure Vetter (Direktor der NFDI) und Prof. Dr. Dörte Schmidt (NFDI-Kuratoriums-Mitglied). Dieser wichtige Programmpunkt konnte auch online verfolgt werden. Dasinteraktive Fishbowl-Gespräch, an dem sich auch das Publikum beteiligen konnte, befasste sich nicht nur mit technischen Infrastrukturen und Datenräumen, sondern auch mit der Frage der Sicherung grundlegender Werte unserer digitalisierten Wissensgesellschaft. Digitale Souveränität und gesellschaftliche Resilienz werden in internationalen Aushandlungsprozessen mit geopolitischer Dimension verhandelt, die ein hohes Maß an „Datendiplomatie“ erfordern. Die Diskussionsrunde lotete aus, wie die NFDI und besonders ihre geistes- und kulturwissenschaftlichen Konsortien einen Beitrag zu einer verantwortungsvollen digitalen Transformation in Deutschland und Europa leisten können.
In ihren Eingangsstatements gaben die Panelist:innen Einblicke in ihre Perspektiven auf diese Themen. Den Anfang machte Prof. Andrea Rapp: Das NFDI4Culture Community Plenary zeige, was „durch die Wissenschaft organisiert“ bedeute: „Das sind mehr als eine Handvoll Nerds, sondern eine lebendige Community!“. Drei Punkte waren Andrea Rapp in ihrer Ansprache besonders wichtig: 1. In Verbindung mit dem Thema Wissenschaftsfreiheit sprach sie über langfristige Verpflichtungen am Beispiel von digitalen Editionen und wie diese die Wissenschaftsfreiheit stützen können, indem sie transparent Rechenschaft ablegen, was sich im Digitalen optimal organisieren lasse. 2. Datenqualität als Voraussetzung für KI-gestützte Verfahren: „Die unvermeidliche KI und Large Language Models sind Wahrscheinlichkeitsmodelle. Diese brauchen vertrauenswürdige Umgebungen und eine qualitätsgesicherte Datengrundlage.“ 3. Die fach- und domänenspezifischen Kompetenzen für die Langzeitverfügbarkeit von geisteswissenschaftlichen und Kulturgut-Daten sieht Andrea Rapp vor allem bei den Akademien, ergänzt durch die Universitäten: „Wir brauchen den Auftrag und die Ausstattung dafür, so fühlen wir uns gut gerüstet für diese Aufgabe“.
NFDI-Direktor Prof. York Sure-Vetter fasste zu Beginn zusammen, wie die NFDI in den letzten fünf Jahren gewachsen ist, hin zu einer „international sichtbaren Infrastruktur mit technischer Weitsicht“. Zwischen den Mitgliedern der NFDI sei trotz der fachlichen Unterschiede ein Vertrauensverhältnis aufgebaut worden, das es erlaube, gemeinsam an übergreifenden Querschnittsthemen zu arbeiten. Dabei verlieh York Sure-Vetter auch seiner Anerkennung für die hohe Professionalität von NFDI4Culture Ausdruck. Einer seiner wichtigsten Talking Points galt der Demokratie: „Als eine Wissensinfrastruktur mit Bottom-up-Prinzip ist die NFDI wichtig für die Demokratie. Das müssen wir erhalten! Dafür ist auch Transparenz wichtig.“ Darüber hinaus schaffe die in Europa einzigartige föderierte Struktur der NFDI Resilienz, und zwar genau über diese Verteilung von technischen Ressourcen und auch Köpfen. Zur Resilienz-Strategie der NFDI gehören Cyber-Security, Redundanz und offene Standards. Mit ihren sicheren, interoperablen Diensten und ihrer förderierten Struktur könnte NFDI auch als strukturelles Role Model und Innovationsmotor in der EU dienen. Dass NFDI-Direktor York Sure-Vetter persönlich mit Diskussionsbeiträgen am NFDI4Culture Community Plenary teilnahm, ist bei 26 NFDI-Konsortien und nur 52 Wochen im Jahr keine Selbstverständlichkeit und freute die Community daher ganz besonders.
Prof. Dörte Schmidt eröffnete ihre Rede mit dem Statement, sie sei „geflasht, was wir geschafft haben in fünf Jahren: eine Vielfalt an Daten und wie kooperativ wir uns zusammenraufen, statt in Konkurrenz zueinander zu gehen“. Sie pflichtete York Sure-Vetter bei, dass Demokratie eine Grundvoraussetzung und die Wissenschafts- und Kunstfreiheit, die in Art. 5 des Grundgesetzes festgehalten ist, uns ermöglichen zu definieren, was für eine Gesellschaft wir sein wollen. Beim Thema Datensouveränität sprach Dörte Schmidt von der NFDI als einem „vielköpfigen Souverän“, dessen Vorteile wir nutzen sollten, denn er bilde einen Gegenvorschlag zu Daten-Hegemonien und Monopolismen. Das bringe technische, ethische und rechtliche Anforderungen mit sich und mache Aushandlungen in unterschiedlichen Rechtsräumen nötig. „Für infrastrukturelle Resilienz müssen wir verteilt denken, denn verteilte Netzwerke sind nicht so angreifbar. Auch Redundanz wird in gewissem Maß wird gebraucht. Wir lernen gerade, was Resilienz bedeutet, und dass sie oft auch der Effizienz und vor allem dem Finanzierungskampf gegenübergestellt werden muss“. Dörte Schmidt beendet ihre Ansprache mit dem Aufruf „Denkt vernetzt! Das ist unsere demokratische Aufgabe“.
In der anschließenden Diskussionsrunde, der Fishbowl, nahmen neben den geladenen Panelist:innen auch wechselnde Diskutant:innen aus dem Publikum auf zusätzlichen freien Stühlen Platz und an der Diskussion teil. Moderiert wurde die Runde von Konsortiumssprecher Torsten Schrade.
Fishbowl Discussion: Prof. Dörte Schmidt, Prof. Andrea Rapp, Peter Gietz, Prof. Torsten Schrade, Prof. York Sure Vetter, Dr. Grischka Petri – Autor:in: Alexander Stark
Beim Thema der europäischen Anschlussfähigkeit der NFDI stellt sich York Sure-Vetter verschiedene Dienste für die European Open Science Cloud (EOSC) vor, darunter auch der Authentifizierungsdienst. Daraufhin gab Moderator Torsten Schrade die Frage an das Publikum weiter: „Welche Dienste brauchen wir?” Peter Gietz (DAASI International) ergriff die Gelegenheit sowie einen freien Stuhl in der Diskussionsrunde und bestätigte: „Die NFDI4Culture-AAI [Authorization Authentification Identification] funktioniert. NFDI4Culture ist ein super Beispiel für Vernetzung, auch auf technischer Seite der Dienste.“ Als weiteres positives Beispiel wurde wiederholt Eduroam[1] genannt und mit viel Zustimmung aus dem Saal quittiert. Auch über die angestrebte Verstetigung der NFDI wurde diskutiert. Dörte Schmidt machte sich dafür stark, die Politik zu überzeugen, „dass eine Investition in Köpfe einen Teil dieser Verstetigung darstellt“. Peter Gietz stimmte zu und merkte an: „In einem freien Raum sorgen eben diese Köpfe für Innovation“. Andrea Rapp nannte ergänzend die institutionelle Kontinuität. Einig waren sich alle, dass auch das bestehende Netzwerk verstetigt werden müsse, um nicht mit der Finanzierung wieder von vorne anfangen zu müssen. Auch das Spannungsverhältnis zwischen Demokratie und Kapitalismus wurde in der Diskussion erneut aufgegriffen. Andrea Rapp brachte den Begriff der Allmende [im Sinne eines gemeinsamen Gutes der modernen Informationsgesellschaft, beispielsweise in Form von freier Software] in die Diskussion ein und merkte an: „Gemeingut macht Arbeit“. Moderator Torsten Schrade sprach den Konflikt zwischen Plattform-Ökonomie vs. Allmende an und fragte: „Können wir den Plattform-Giganten entkommen?“ York Sure-Vetter antwortete, es sei ein Machtkampf und führte ein Beispiel an: „Die großen Sprachmodelle haben sogar Experten überrascht, aber noch mehr Daten führen jetzt nicht mehr zu besseren Modellen, es tritt eine Saturierung ein. Für den Betrieb braucht man Rechenzentren so groß wie Manhattan. Wenn man da beispielsweise an Stromausfälle denkt… Es ist schwer, dem zu entkommen, wir müssen unsere Nische finden“.
[1] Eduroam: internationale Hochschul-Initiative, die Studierenden und Wissenschaftler:innen über ihren Universitätsaccount einen WLAN-Zugang an allen teilnehmenden Institutionen ermöglicht. Analog dazu funktioniert auch der NFDI4Culture-AAI-Dienst, über den allen Nutzenden, die über DFN bei NFDI4Culture registriert sind, der gesamte Dienste-Kosmos der NFDI zur Verfügung steht.
In ihren Schlussstatements gaben die Panelist:innen eine Einschätzung, was in den kommenden Jahren besonders wichtig werde. Dörte Schmidt sprach sich dafür aus, „dass wir uns auf unsere Aufgaben und Ziele besinnen, vor allem auf unser Alleinstellungsmerkmal, das uns von großen Playern unterscheidet. Wir können etwas leisten in der Gesellschaft“. Andrea Rapp stellte heraus, die Wissenschaft werde getragen von Personen, die ertüchtigt werden müssten, sich als Teil ihrer wissenschaftlichen Arbeit auch um Souveränität zu kümmern. Dafür bedürfe es Freiraum, Ansprechpartner und finanzieller Mittel. York Sure-Vetter betonte die Bedeutung der Validierung der Dienste, die einerseits bottom-up funktioniere, indem die Communities durch ihre Nutzung zeigen, ob bestimmte Dienste, wie z.B. der Helpdesk, Anklang finden oder nicht. Gleichzeitig müsse die Führung top-down Entscheidungen treffen und „der Politik erklären können, wo wir das Geld gut investiert sehen”. Gebraucht werde also sowohl eine Politik, die unterstützt, als auch Nutzende, welche die Dienste wertschätzen.
Im Nachgang der Veranstaltung fasste Andrea Rapp ihre gewonnenen Erkenntnisse aus der Diskussion noch einmal für den vorliegenden Bericht zusammen:
„Die nachhaltige Zukunft der NFDI stellt uns vor große Herausforderungen, zugleich ist bei der Community, sowohl an der Basis als auch bei den Institutionen, Wille und Commitment groß, sich diesen Herausforderungen zu stellen und Verantwortung zu übernehmen. Dafür müssen Institutionen und Wissenschaftler:innen ertüchtigt werden.“
Rahmenprogramm: Spirio-Konzert, inspirierender Gesang, Ess- und Feierkultur
Aufgelockert wurden die Vorträge und Diskussionen von einem musikalischen Programm erster Güte. Die „Early Birds“ (die ersten 50 Plenary-Registrierten) wurden mit einem ganz besonderen Konzerterlebnis überrascht: Im Kalkhof-Rose-Saal, Deutschlands erstem Kammermusiksaal in Holzbauweise, wurde die innovative Steinway Spirio-Konzerttechnologie vorgeführt. Dabei handelt es sich um ein Selbstspielsystem, das live-Darbietungen von Pianist:innen weltweit von einem zum anderen Spirio-Flügel in Echtzeit übertragen oder aufzeichnen und originalgetreu wiedergeben kann, so authentisch, als würde die Künstlerin oder der Künstler selbst am Flügel sitzen. Geboten wurden Stücke gespielt von Hayato Sumino, Vladimir Horowitz, Jacob Collier und Arseniy Gusev.
Doch auch alle anderen Gäste kamen in den Genuss eines besonderen Konzerts: Zum musikalischen Rahmenprogramm des Plenarys zählte auch Sopranistin Lindsey Neumann aus den USA, begleitet am Klavier von Konzertpianistin Andrea Jantzen. Die beiden boten Lieder von F. Mendelssohn, R. Quilter und G. Puccini dar, mit einer Intensität und Präsenz in Stimme und Performance, die den Zuhörenden das Gefühl vermitteln konnte, ganz persönlich angesprochen zu sein. Lindsey Neumann berichtete, dass sie in der Vorbereitung auf ihren Auftritt den Auftrag erhalten habe, das Publikum zu inspirieren – was ihr zweifelsohne gelungen ist.
Konzert: Sopranistin Lindsey Neumann, begleitet am Klavier von Konzertpianistin Andrea Jantzen – Autor:in: Team Social Media
Auch über das Konzert-Programm hinaus konnten die Plenary-Besucher:innen die Veranstaltung sinnlich und kulinarisch genießen. Das bunte Tagesprogramm wurde abends von einem Dinner, einem guten Glas Wein und anschließender Party gekrönt – letztere genießen in NFDI4Culture-Kreisen bereits einen legendären Ruf. DJane Fran(ziska Fritzsche) von BASE4NFDI sowie die Musik-Wünsche der Anwesenden sorgten für einen ausgelassenen (Tanz-)Abend, der sicher vielen in Erinnerung bleibt.
Party!! DJane Fran(ziska Fritzsche) dancing – Autor:in: Team Social Media
Konferenztag 3: Markt der Möglichkeiten, 4CultureHour auf Mastodon und Stimmen aus der Community
Markt der Möglichkeiten und 4CultureHour auf Mastodon
Mit dem Markt der Möglichkeiten am Freitag, 26.09.25, bot NFDI4Culture einen Begegnungsraum vor Ort, in dem Services von NFDI4Culture, aber auch Participants und Partner:innen des Konsortiums sich anhand von Posterpräsentationen vorstellen und miteinander ins Gespräch kommen konnten. Die Marktbesucher:innen waren eingeladen zum Schlendern, Entdecken und Netzwerken. In der Speakers-Corner wurde in kurzen Marktreden auf interessante Marktstände, Veranstaltungen oder gute Ideen aufmerksam gemacht.
Auf dem Markt der Möglichkeiten – Autor:in: Alexander Stark
Dr. Fabian Pittroff (Ruhr-University Bochum) stellte mit seinem Poster beispielsweise eine „Infrabel zur Ethnografie zum Umgang mit Forschungsdaten“ vor. Infrabel setzt sich zusammen aus den Wörtern Infrastruktur und Fabel und thematisierte in diesem Falle anhand der Feldmaus und des Pelikans verschiedene Arten der Pflege von Forschungsdaten. Im Unterschied zur klassischen Fabel, in der Tiere die Eigenschaften von Menschen verkörpern, haben diese in der Infrabel Eigenschaften von Infrastrukturen. Der Markt der Möglichkeiten hat sich laut Fabian Pittroff gelohnt:
„Die Poster haben gut funktioniert, um ins Gespräch zu kommen.“
In einem kurzen Interview führte er auf die Frage nach seinen Eindrücken vom NFDI4Culture Community Plenary aus:
„Ich bin zum Plenary gekommen, weil ich den Eindruck habe, dass mir NFDI4Culture beim Einarbeiten in das Thema FDM potenziell viel Arbeit abnehmen kann. Ich habe mir darüber hinaus viel Überraschendes notiert. Mich interessiert auch, wie sich NFDI4Culture organisiert. Es fand recht viel Selbstverständigung des Konsortiums statt, dadurch bekam man Einblicke in den Inner Circle – gleichzeitig fühlte ich mich sehr willkommen. Und was mir aus der Fishbowl-Diskussion noch in Erinnerung geblieben ist, waren Schlagworte wie ‚verteilte, aber vernetzte Strukturen‘, ‚mit stolz von unseren Daten sprechen‘ und ‚Lust an der Heterogenität‘.“
Auch andere Marktbesucher:innen konnten von den Posterpräsentationen profitieren:
„Bei den Postern habe ich sogar etwas gelernt, was ich für unser Projekt Buber-Korrespondenzen Digital verwenden kann“, freute sich Thomas Kollatz (Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz).
Eine Zusammenstellung aller vertretenen Poster wird in Kürze auf dem NFDI4Culture Portal veröffentlicht.
Poster-Collage – Autor:in: Katja Sternitzke
Mit der4CultureHour, die sich dann sogar auf mehrere „Hours“ ausweitete, wurde der Markt der Möglichkeiten vom NFDI4Culture-Social-Media-Team live auf Mastodon begleitet. Bereits die Social-Media-Berichterstattung der beiden Vortage hatte viel Resonanz erzeugt. Während des letzten Konferenztages hatten Interessierte nun die Möglichkeit, direkt auf die Poster zu reagieren oder Fragen zu stellen. Teilweise konnten diese dann sogar von der Poster-betreuenden Person auf Mastodon beantwortet werden. So übertrug sich die allseitige Begeisterung auch in den digitalen Raum. Weitere Eindrücke von NFDI4Culture in den Sozialen Medien sind auch auf LinkedIn und auf Mastodon unter #4CultureCommunityPlenary zu finden.
Die Community resümiert
Bevor sich alle auf die Heimreise machten, rekapitulierten einige Plenary-Teilnehmende für uns ihre persönlichen Eindrücke von der Veranstaltung. Dennis Ried (Uni Halle-Wittenberg), der übrigens 2024 mit dem NFDI4Culture Music Award ausgezeichnet wurde, fasste seine Plenary-Erfahrung folgendermaßen zusammen:
„Ich wollte mir ein Bild machen, was für Dienste es bei NFDI4Culture gibt, was die können und wie sie funktionieren. Mich persönlich interessiert darüber hinaus besonders die Verbindung von 3D-Daten und Musikwissenschaft und wie man die einsetzen kann. Es gäbe da gute Möglichkeiten für fächerübergreifenden Datenaustausch, zum Beispiel bei antiker Musik mit der Archäologie, wenn sich beispielsweise Musik auf antiken Amphoren findet. Beim Data-Stories-Workshop habe ich nebenbei noch erfahren, was man mit dem Culture Knowledge Graph alles machen kann. Insgesamt finde ich es beeindruckend, wie stark die NFDI als Ganzes aus 1000 Einzelteilen hervorgegangen ist. Nur bei den ganzen internen Kürzeln blicke ich noch nicht durch – wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wäre es ein Glossar der Abkürzungen“.
Andreas Kohlbecker vom ZKM Karlsruhe, welches Participant bei NFDI4Culture ist, war zum NFDI4Culture Community Plenary gekommen, um zu erfahren, was der aktuelle Stand des Konsortiums ist und wohin die Reise künftig geht – und auch, weil er gerne die Kommunikationskanäle des Konsortiums, wie beispielsweise den RocketChat, nutzen möchte. Des Weiteren nahm er am Workshop zu den Base4NFDI-Services teil:
„Da konnte man sehen, was sich inzwischen in der NFDI alles getan hat. Ich wollte mich informieren, wie genau ich die Tools bei uns im Haus nutzen kann, um Probleme zu lösen. Der Workshop war echt ein Highlight, weil sich danach ein Gesprächsfäden über die drei Konferenztage hinweg ergeben hat. Insgesamt hat es sich wirklich gelohnt, nach Mainz zu kommen, ich habe mich sehr wohl gefühlt, konnte mein Netzwerk erweitern – und NFDI4Culture kann tolle Parties feiern!“
Für die Zukunft möchte er dem Konsortium noch mit auf den Weg geben: „NFDI4Culture muss europäischer werden!“. Genau das hat NFDI4Culture mit seinen Internationalisierungsbestrebungen auch vor.
NFDI-Kollegin Veronica Haas (Universität Mannheim) vom Konsortium BERD@NFDI verabschiedete sich mit den Worten:
„So eine schöne Konferenz – und die Musikeinlagen waren beeindruckend!“
Auch NFDI4Culture freut sich, besonders nach diesem fruchtbaren Austausch, dem gemeinsamen Lernen, Glitzern, Feiern, Netzwerken, Diskutieren, Konzert-Erleben, Schlemmen und Tanzen, auf ein Wiedersehen mit der Community – allerspätestens beim nächsten Culture Community Plenary!
NFDI4Culture und die Community – Autor:in: Alexander Stark
Das NFDI-Konsortium Text+ lädt ein zum Workshop „Sprach- und Textdaten für Gesellschaft, Gesundheit und Medizin“ am 05.-06.03.2026 am Hamburger Zentrum für Sprachkorpora (HZSK). Der zweitägige Workshop (Lunch-to-Lunch) der TaskArea „Collections“ widmet sich den Schnittstellen zwischen sprach- und textbasierten Forschungsdaten und angrenzenden Disziplinen in den Bereichen Gesellschaft, Gesundheit und Medizin. Gemeinsam wollen wir erkunden, wie sich Forschungsdatenmanagement (FDM) für text- und sprachbasierte Forschung in diesen interdisziplinären Kontexten gestalten lässt.
Text+ ist ein Konsortium der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) und hat zum Ziel, sprach- und textbasierte Forschungsdaten langfristig zu erhalten und ihre Nutzung in der Wissenschaft zu ermöglichen. Der Workshop bietet ein Forum für den Austausch über nachhaltige und sichere Bereitstellung, Analyse und Nachnutzung von Forschungsdaten. Dabei geht es u.a. um Fragen der mehrsprachigen Kommunikation und Multimodalität.
Programm-Highlights:
Keynotes und Fachvorträge zu aktuellen Herausforderungen und Lösungen im FDM für sprach- und textbasierte Forschungsdaten mit dem Fokus auf die Bereiche Gesellschaft, Gesundheit und Medizin
Posterpräsentationen und Demos: Teilnehmende sind eingeladen, eigene Ansätze und Projekte vorzustellen
Möglichkeiten der Erschließung weiterer Sprach- und Textdaten sowie deren Integration in Text+ und NFDI4Health
Zielgruppe:
Forscherinnen und Forscher aus den Geistes-, Sozial- und Lebenswissenschaften sowie alle, die sich für sprach- und textbasierte Daten in interdisziplinären Kontexten interessieren.
Das SSH Open Marketplace Editorial Board startet 2026 eine achtteilige praxisorientierte Online-Workshopreihe, um digitale Kompetenzen und FAIR-Praktiken in den Sozial- und Geisteswissenschaften zu stärken. Jeden dritten Freitag im Monat von 13:00 bis 14:30 Uhr (CET), geht es online um offene Wissenschaft, gute Datenpraxis und den smarten Einsatz des SSH Open Marketplace im Forschungsalltag. Die Termine reichen von Feburar bis November 2026 – mit einer Pause im Juli und August.
Worum geht es?
Die SSH Open Marketplace & FAIR Practices Training Series 2026 verbindet Schlüsselfragen von FAIR, CARE und Open Science mit praktischen Hands-on-Sessions rund um den SSH Open Marketplace als Discovery-Portal für Tools, Services, Trainingsmaterialien, Daten und Workflows. Der Adressatenkreis sind allgemein Interessierte mit Bezug zu den Social Sciences and Humanities, aber insbesondere Forschende, Datenmanager:innen und Forschungsservices in den SSH, die ihre Daten und Workflows besser auffindbar, nachnutzbar und anschlussfähig machen wollen – ohne sich allein durch die Vielzahl an Angeboten kämpfen zu müssen.
Weitere Hintergrundinformationen rund um den SSH Open Marketplace sowie das Editorial Team gibt es hier.
Save the dates
– 20. Februar: FAIR, CARE & Open Science Principles
– 20. März: Introduction to SSH Open Marketplace
– 17. April: Making the most of the SSH Open Marketplace
– 15. Mai: Contributing to SSH Open Marketplace
– 19. Juni: Thematic Arts and Humanities
– 18. September: Thematic GLAM institutions
– 16. Oktober: Thematic language data
– 20. November: Thematic Social sciences
Die Teilnahme ist online, kostenfrei und auf Interaktion ausgelegt: In allen Sessions sind Fragen, Use Cases aus laufenden Forschungsprojekten wie auch der Blick in eigene Datenbestände gerne gesehen. Wer sich nun den Vorsatz gesetzt hat, im kommenden Jahr die eigenen digitalen Forschungspraktiken weiter auszubauen, kann sich hier registrieren, um auf dem Laufenden zu bleiben.
von Antonina Werthmann, Jutta Bopp und Magdalena Ljubić (alle IDS Mannheim)
Text+ fördert jährlich ausgewählte Kooperationsprojekte – mit dem Ziel, das Angebot an Daten und Services kontinuierlich zu erweitern und der wissenschaftlichen Gemeinschaft langfristig zugänglich zu machen. Wir freuen uns, für 2026 die Förderung folgender fünf Projekte bekanntzugeben, die aus 14 eingereichten Vorschlägen ausgesucht wurden. Informationen zu bisher geförderte Projekten finden sich in unserer Blog-Reihe Text+Plus.
FADE
„Frühneuzeitliche Ärztebriefe: Aufbereitung, Datenharmonisierung und Einbindung“ Ines Röhrer (Bayerische Akademie der Wissenschaften) Task Area in Text+: Collections
Das Projekt zielt auf die strukturelle und technische Erneuerung der Datenbank Frühneuzeitliche Ärztebriefe (1500–1700) ab. Die rund 65.000 Briefmetadatensätze werden aus einem nicht anschlussfähigen Format herausgelöst, nachhaltig aufbereitet und über CorrespSearch, die Text+ Registry sowie eine neue Webplattform langfristig zugänglich gemacht.
Transcription+
„ISO 24624:2016 – Transcription of spoken language: Ressourcen, Dokumentation und multilinguales Demokorpus “ Dr. Thomas Schmidt (Universität Duisburg-Essen) Task Areas in Text+: Collections und Infrastructure/Operations
Das Projekt bereitet bestehende Ressourcen zur Anwendung des TEI-basierten ISO-Standards ISO 24624:2016 – Transcription of spoken language auf. Ein mehrsprachiges Demonstrationskorpus sowie Code zur Verarbeitung von Transkripten werden in Text+ integriert. Damit werden Dokumentation und Nutzbarkeit des Standards verbessert und seine Nutzerbasis erweitert.
IDIOM+
„Digitale Inschriftenforschung – Maya-Hieroglyphen in Text+“ Dr. Christian Prager (NRW Akademie der Wissenschaften und der Künste / Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn) Task Area in Text+: Editions
IDIOM+ erschließt ein bislang unterrepräsentiertes Korpus zur Schrift- und Sprachkultur des Klassischen Maya. Ziel ist die Integration der Forschungsdaten des Projekts Textdatenbank und Wörterbuch des Klassischen Maya (TWKM) in die Text+-Infrastruktur. Eine FCS-kompatible API verknüpft RDF-Metadaten, TEI/XML-kodierte Inschriften und JSON-basierte Sprachdaten zu einer durchsuchbaren, semantisch angereicherten Struktur. Über SRU/SRW werden die Daten föderiert zugänglich gemacht.
AWV 2.0
„Langzeitverfügbarkeit und Integration der Altägyptischen Wörterbücher im Verbund“ PD Dr. Franziska Naether (Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig) Task Area in Text+: Lexical Resources
Ziel des Projekts ist die Transformation der Datenbank Altägyptische Wörterbücher im Verbund, um wichtige lexikographische Grundlagen und Forschungsergebnisse der altägyptischen Sprache wieder der Wissenschaft zugänglich zu machen. Die ägyptischen Lemmata werden in Unicode (Transkription und Hieroglyphen) umgesetzt und mit dem Release 2.0 des Thesaurus Linguae Aegyptiae verknüpft.
MuLingFrames
„Entwicklung eines sprachenübergreifenden Standard-Repräsentationsmodells für framesemantische Daten“ Prof. Dr. Oliver Czulo (Institut für Translatologie gGmbH) Task Area in Text+: Lexical Resources
Ausgehend vom einsprachigen Berkeley FrameNet sollen mehrsprachige FrameNets harmonisiert werden. Ein einheitliches FrameNet-Datenformat wird entwickelt, das bestehende Erweiterungen wie G-FOL (englisch-deutsch) und Kicktionary (englisch-französisch-spanisch-deutsch) integriert. Die Ressourcen werden in das neue Format überführt, dokumentiert und frei zugänglich gemacht, um die Weiterentwicklung sprachenübergreifender, framesemantischer Daten zu fördern.
Wir sind gespannt auf die innovativen Ansätze dieser Projekte und überzeugt, dass sie die Infrastruktur von Text+ nachhaltig bereichern werden. Wir freuen uns auf eine enge, produktive und erfolgreiche Zusammenarbeit im Jahr 2026!
Am 14. und 15. Oktober 2025 lädt das DiHMa.Lab der Freien Universität Berlin in Kooperation mit dem ZIB zu einem gemeinsamen Workshop der Konsortien MaRDI und NFDI4Objects an die Freie Universität Berlin ein. Rund um das Thema „Objekte und Methoden“ wird der interdisziplinäre Workshop verschiedene Perspektiven aus der Mathematik und objektbasierten Geisteswissenschaften zusammenführen. Ziel ist es, Ansätze, Werkzeuge und Fragestellungen beider Disziplinen in den Dialog zu bringen, Schnittstellen sichtbar zu machen und gemeinsame methodische Herausforderungen zu diskutieren.
Das vorläufige Programm wird noch aktualisiert:
Tag 1
14.10.2025, 10:00-12:00 Uhr
Im Vorfeld des Workshops findet ein Ediathon: “Object meets Maths: Wikidata als Knowledge Hub” statt. Kommt sehr gern mit Daten und Notebooks vorbei.
Ab 17 Uhr gemeinsamer Ausklang auf Selbstzahlerbasis in der Eierschale
Tag 2
15.10.2025 (09:00 – 13:00 Uhr)
Wissenschaftliche Objektsammlungen und multimodale Forschungsdaten (9:00-9:45)
Use Case Datenanalyse “Windows on Data” (10:00-10:45)
Interdisziplinäres Arbeiten (Challenges / Schwierige Fälle / was ist nicht operationalisierbar? / was ist bereits gut operationalisiert?) / MARDI als Methodendatenbank (11:00-11:45)
Fishbowl: Zusammenarbeit mathematische Methoden in kulturhistorischen Fragestellungen (12:00-13:00)
Ab 13 Uhr gemeinsames Mittagessen auf Selbstzahlerbasis in der Mensa
Veranstaltungsort: Villa Engler, Altensteinstraße 2-4, 14195 Berlin (am Haupteingang des Botanischen Gartens)
Athor: Zane Šime, Affiliated Researcher, Norwegian University of Science and Technology (NTNU)
CC BY Martin Liebetruth, Göttingen State and University Library
The DARIAH Annual Event 2025 proved that the past is a complex and multifaceted contemporary intellectual endeavour. DARIAH transforms various facets of the past into a living and fluid present. DARIAH members and occasional contributors position the past as an indispensable source for designing a sustainable, human-centric and evocative future. Various methods, practices, workflows and tools discussed throughout numerous presentations illustrated that the data concerning the distant, recent past and even present is a source of inspiration and creative data curation overtures. Numerous presenters explained eloquent data processing techniques. Oftentimes, these novaturient meaning-making ventures captured fascinating visual depictions. These are intellectually and technologically gripping performances concerning where the European society in its full diversity can find the next groundbreaking and internationally pioneering pathways to meet the contemporary societal challenges. Digital humanists and experts inspired by various strands of digital humanities demonstrated that meticulous work with data fine-tuning, thorough metadata reviews and careful choice of visual projection patterns delivers beguilingly new meanings, pathfinder contexts and captivating angles concerning well-known literary classics, art masterpieces and seemingly dull information repositories.
The concluding discussions revolved around the European importance of DARIAH’s intellectual accomplishments. DARIAH is a highly resourceful, intellectually nimble, multi-nationally unique and internationally renowned European Research Infrastructure Consortium (ERIC). DARIAH was positioned by Edward J. Gray as an embodiment of contemporary accomplishments guided by the Schuman’s 1950 vision of a Europe built through concrete achievements and a shared commitment to a concerted effort. Thereby, many of the highly technical and niche expertise elaborations presented over three days gained an additional context and meaning. The progression of DARIAH is an embodiment of the rapidly solidifying new supranationally guided elements of the European project. Dariahans are some of the most intriguing builders of contemporary Europe. They engage in this societally salient cause without pathos. Dariahans construct new pan-European dimensions of the ‘ever closer union’ in a joint rhythm and via effortless complementarities. They structurally dissect and visually overhaul narratives to attune the incremental construction of Europe to the contemporary exigencies emanating from various parts of the globe.
CC BY Martin Liebetruth, Göttingen State and University Library
In essence, DARIAH’s get-together in Göttingen captured a thought-provoking intellectual ‘home’, namely a compelling intellectual site to return to or look forward to coming back to. DARIAH’s creative magnitude and friendly atmosphere reverberate the attractiveness and polyvalence of the European Research Area. DARIAH is characterised by cordiality across several generations of researchers. This community ensures that conversations across scientific disciplines develop incrementally and easily. DARIAH’s jokes on recommended summer holiday reading of recently published academic books and enquiries concerning one’s mood with a phrasing of ‘How’s your metadata doing?’ capture the dedication to the digital trials and errors, as well as diverse pursuits of innovativeness in many areas of humanities. The annual meeting is an amicable setting for various talents to thrive and diverse ideas to gain a more amplified resonance.
Obviously, each centimetre of Göttingen’s territory and architectural contours is characterised by a dense layer of acclaimed history and the inception of various strands of scientific excellence. However, Göttingen is not a mausoleum of former academic inventiveness that was explained during several guided tours. The DARIAH meeting exemplifies that Göttingen displays certain characteristics of a vibrant and trailblazing European craftspace. As a host of the DARIAH Annual Event 2025, Göttingen becomes even more internationally known for outstanding consultations concerning new ways of making heritage visible in new electronic shapes and forms. Furthermore, the DARIAH meeting made archival documentation more visually expressive to its audiences. The gathering positioned repositories of relics in a more graphically revealing way. DARIAH succeeded in showcasing digitally born material in a more structurally multifunctional way. Consequently, preoccupation with the past distils the intellectual dedication to a trailblazing future. After all, it is the shared vision of the future for internationally outstanding humanities scholarship that this meeting is contributing to. This academic devotion has direct implications for future-proofing the contemporary European way of life. DARIAH’s multi-dimensional engagement has a significant leverage effect on the present-day notions of the ‘European Dream’, namely our daily lived experiences of unparalleled quality public goods and intellectually stimulating environments. In its roughly 20-year history, DARIAH, with its preoccupation with honing methodological tools, mitigating shortfalls in the existing data processing techniques and offering a nuanced account of the incompleteness and grey spots of each of its discussed repositories has proved its capacity to elevate and bring new dimensions to the ‘European Dream’. DARIAH positions this wealth of cultural inheritance and perpetual intellectual rejuvenation as a constant and compelling work in the finest progress.
CC BY Martin Liebetruth, Göttingen State and University Library
We would like to kindly remind you of the upcoming BASE4NFDI User Conference 2025. This year’s UC4B 2025 will take place directly after CoRDI 2025 in Aachen from 28.-29. August 2025.
The interactive programme gives the basic service teams the opportunity to present themselves, promote exchange with international experts and also report on the status of the Base4NFDI project. The central aim of the event is to promote cooperation between basic services teams and consortia.
a panel discussion directly following the CoRDI with a subsequent evening reception (28. August)
a focus day for the basic services, where they can come into contact with their users and those responsible for their implementation in an individual way (29. August)
Another highlight of the conference will be the keynote presentation by Rosie Hicks (Australian Research Data Commons). Registration is still open until 1. August 2025 and free of charge.
This year’s target groups are, of course, everybody interested in Base4NFDI and especially IT experts and affine members from all consortia.
Seit der ‚Digitalen Wende‘ sind Gedächtnisinstitutionen mit neuen Aufgaben befasst: Neben der traditionellen Erschließung von Materialien und Beständen sowie der digitalen Präsentation von Quellen und Dokumenten übernehmen sie in zunehmendem Masse auch weitreichende Aufgaben im Bereich der digitalen Editorik. Sie verfolgen eigene digitale Editionsprojekte, in denen sie ausgewählte Bestände nach philologischen Kriterien öffentlich zugänglich machen, oder arbeiten mit Forschungsteams in Projekten zusammen. Der Workshop möchte sich näher mit dem digitalen Edieren in Gedächtnisinstitutionen befassen und die gemachten Erfahrungen zusammentragen. Aus der spezifischen Perspektive dieser Institutionen soll der editorische Prozess von der Projektidee über die Umsetzungen bis hin zum Projektabschluss in den Blick genommen werden. Es geht dabei um einen Austausch, der dos und dont’s thematisiert und möglicherweise auch dazu beitragen kann, zukünftige Projekte effizienter zu gestalten und durchzuführen.
Der Abendvortrag von Dr. Johannes Mangei (Stv. Direktor HAB Wolfenbüttel) bietet Einblicke in die institutionellen Erfahrungen von mehr als zwanzig Jahren digitalem Edieren an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. Ein Live-Stream wird angeboten.
Christian Thomas und Stefan Dumont von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften stellten am 22. Mai 2025 die edition humboldt digital im Rahmen der „Werkstattreihe Standardisierung“ des NFDI-Konsortiums Text+ vor und gaben einen Einblick in ihre Arbeit. Sie reflektierten ihren Umgang mit Standards und deren Bedeutung für die Entwicklung der Edition. Der Werkstattbericht des Editionsprojekts kann nun hier nachgeschaut werden: https://youtu.be/ZydyHbQ_6Uo
Übersicht der Vernetzung der edition humboldt digital (Poster, Detail) CC-BY-4.0 / https://zenodo.org/records/8228540
Wir möchten Sie herzlich zur nächsten Veranstaltung unserer Werkstattreihe Standardisierung einladen: Felix Helfer (SAW) wird INSeRT vorstellen und freut sich auf die Diskussion mit Ihnen: https://events.gwdg.de/event/1022/.
Eine Übersicht über alle weiteren Termine der Werkstattreihe und die Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier.
Und leiten Sie diese Einladung auch gern an andere Interessierte weiter!
Worum geht es in der Werkstattreihe Standardisierung? Anhand konkreter Anwendungsbeispiele erhalten die Teilnehmenden Einblicke in die Verwendung von Standards und standardbasierten Tools und können an den Erfahrungen der Vortragenden in ihren jeweiligen Projekten teilhaben. Ziel ist es, ihnen so die Planung und Umsetzung ihrer Vorhaben zu erleichtern.
Darüber hinaus soll die Werkstattreihe Weichen für zukünftige Datenintegrationen in die Text+ Infrastruktur stellen, die interne Reflektion über Angebotsentwicklung, Infrastruktur und Schnittstellen voranbringen sowie Partizipationsmöglichkeiten für Datengebende beleuchten. Die Reihe ist eine gemeinsame Aktivität aller Task Areas in Text+ in Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus der Community.
Die Anwendungsbeispiele:
• 20. März: DTABf, Marius Hug, Frank Wiegand
• 11. April: correspSearch, Stefan Dumont
• 22. Mai: edition humboldt digital, Christian Thomas, Stefan Dumont
• 5. Juni: INSeRT, Felix Helfer
• 17. Juli: PROPYLÄEN. Goethes Biographica, Martin Prell
• 18. September: DeReKo, Jennifer Ecker, Pia Schwarz, Rebecca Wilm
• 16. Oktober: Klaus Mollenhauer Ausgabe, Max Zeterberg
• 20. November: BERIA Collection, Isabel Compes, Felix Rau
Zielgruppe
Die Reihe spricht ein breites Publikum mit Bezug zu Sprach- und Textwissenschaften an. Sie ist sowohl für Neulinge, die einen ersten Einstieg in das Thema finden möchten (z.B. Promovierende, Forschende ohne Infrastrukturanbindung), aber auch für im Einsatz von Standards und Tools Versierte, die von Erfahrungen aus ähnlichen Vorhaben profitieren möchten bzw. ebenfalls ihre Erfahrungen mitteilen möchten, gleichermaßen geeignet. Gerne darf diese Einladung also breit weiter verteilt werden.
Anmeldung
Zur Anmeldung für die nächste Veranstaltung bitte hier entlang.
Die Einladungen für die weiteren Veranstaltungen folgen. Es ist aber bereits auch jetzt möglich, sich für alle Veranstaltungen individuell anzumelden.
Das diesjährige Text+ Plenary (Anmeldung via https://events.gwdg.de/event/1076/registrations/853/) findet am 16.-17. Juni 2025 in Göttingen statt. Es ist die wichtigste jährliche Konferenz des NFDI-Konsortiums und bietet den Communitys, Interessierten am Forschungsdatenmanagement und weit darüber hinaus Raum für Austausch und Diskussion.
Im öffentlichen Teils des Text+ Plenarys ist ein Programmslot für junge Forschende reserviert, um in einem 15-minütigen Vortrag ein eigenes Forschungsprojekt (Abschlussarbeit, Promotion, o.ä.) vorzustellen. Diese Forschenden erhalten Reisekostenbeihilfen für Fahrt- und Übernachtungskosten. Bewerbung (via kurzem Abstract) und weitere Informationen unter https://events.gwdg.de/event/1076/page/321-junge-forschung
Darüber hinaus gibt es beim Text+ Plenary eine offene Posterausstellung. Informationen zur Postereinreichung finden Sie hier: https://events.gwdg.de/event/1076/page/320-posterausstellung
Geben Sie die Informationen zu den Calls gerne an interessierte Kolleg:innen oder an andere Informationskanäle weiter. Für freuen uns über Ihre Beiträge!
Hinweis: Auch zum im Anschluss stattfindenden DARIAH Annual Event (https://annualevent.dariah.eu/) werden Reisebeihilfen ausgeschrieben, siehe https://dhd-blog.org/?p=22327
For the DARIAH Annual Event (June 17–20, 2025) at SUB Göttingen, it is possible—thanks to the support of the Federal Ministry of Education and Research (BMBF)—to award ten travel grants of €500 each to students and doctoral candidates.
The Göttingen State and University Library is very pleased to host the European Annual Conference of DARIAH-EU from June 17–20, 2025, in Göttingen. DARIAH-DE is proud to contribute to this event, and we hope to foster fruitful exchange between national and international communities.
Thanks to the generous support of the Federal Ministry of Education and Research, we are able to offer ten travel grants of up to €500 each to support participation in the event.
Eligibility Applications are open to students and doctoral candidates in the humanities—including but not limited to the Digital Humanities—who can demonstrate a strong interest in research infrastructures and their application. Grant recipients will be asked to contribute a small media-related piece about the conference (e.g. interview, blog post, etc.).
About DARIAH DARIAH is a European research infrastructure for the arts and humanities. Its mission is to empower scholarly communities with digital methods to create, connect, and share knowledge about culture and society. The DARIAH Annual Event provides an opportunity for the DARIAH community and humanities scholars at large to present results and new ideas, meet, and network. Participation is free of charge.
Selection Criteria
Demonstrated interest in research infrastructures and the conference, as outlined in the motivation letter
Preference will be given to applicants who do not have access to other sources of travel funding
In cases of equal qualification, applicants presenting at the conference will be prioritized
The selection will be made by the local organizing committee of the DARIAH Annual Event (based at the Göttingen State and University Library). The grants are partial travel grants: each recipient may receive up to €500, even if their actual travel costs are higher. The travel grants will be reimbursed after the event upon submission of appropriate documentation in accordance with the Federal Travel Expenses Act.
Required Documents Please submit the following documents (in German or English) by May 23, 2025 to dae25@sub.uni-goettingen.de:
Motivation letter (approx. 1 page) explaining your interest in the conference and its relevance to your research or work in infrastructures
Short CV (max. 1 page)
Information about your submission to the conference (if applicable)
Application Deadline May 23, 2025
Notification Applicants who submit complete applications will be informed within three weeks after the application deadline whether they will receive a travel grant.
Note Prior to the DARIAH Annual Event 2025, the Text+ Plenary 2025 will also take place at SUB Göttingen. Travel grants are also available for that event. See the conference page for details. It is possible to apply for both travel grant programs.