Eine Hands-on Summer School für (Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen, die in und mit Sammlungen arbeiten (wollen); gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
Welcome!
SODa, das Datenkompetenzzentrum für die Arbeit und Forschung in und mit wissenschaftlichen Sammlungen, lädt ein zur Summer School 2025. In zwei parallelen Tracks beschäftigen wir uns anwendungsorientiert mit verschiedenen Aspekten der digitalen Objekt- und Sammlungsarbeit. Angeleitet durch unsere Expert*innen setzen wir gemeinsam ein praktisches, sammlungsbezogenes Projekt um.
Track 1: Objekte mit KI automatisch identifizieren
Mathias Zinnen, SODa-Experte für 2D & Maschinelles Lernen für Sammlungen
Automatische Objekterkennung in Bildern erleichtert die Erschließung und Digitalisierung von Sammlungsbeständen erheblich, zum Beispiel im Umgang mit Dokumenten oder in der automatischen Verschlagwortung von Objektfotografien.
Was Sie lernen:
Einrichtung des lokalen Systems zur Verwendung einfacher Machine Learning-Anwendungen
Annotation von Datenbeständen zum Training neuronaler Bildverarbeitungs-KI
Training und Anwendung von Ultralytics YOLO für die automatische Erkennung von Objekten
Ultralytics YOLO:Open-Source-Framework für Computer-Vision-Anwendungen (Klassifikation, Detektion, Segmentierung etc.)
Track 2: 3D-Objekte publizieren und präsentieren
Julian Cremerius, SODa-Experte für 3D & Objektvisualisierung
3D-Digitalisate reproduzieren in hoher Wirklichkeitstreue, Detailreichtum und Anschaulichkeit Objekte aus (wissenschaftlichen) Sammlungen. Sie eignen sich vielseitig für Forschung, Outreach, Wissenschaftskommunikation und die Präsentation von Sammlungen und Forschungsergebnissen.
Was Sie lernen:
Einsatz von 3D-Digitalisaten in (Web-)Publikationen & Präsentationen
reveal.js: Open-Source JavaScript-Bibliothek für interaktive, visuell ansprechende HTML-Präsentationen model-viewer: Open-Source JavaScript-Bibliothek für 3D-Szenen & Modelle (inkl. VR/AR)
SODa Summer School 2025:
Bring Your Own Device: Arbeiten Sie auf Ihrem eigenen Laptop, damit Sie alle Ergebnisse, Tools und Konfigurationen direkt in Ihre tägliche Arbeit übernehmen können. Inklusive Aufsetzen der notwendigen Arbeitsumgebung auf den eigenen Geräten.
Bring Your Own Data: Sie können auch mit Ihren eigenen Daten arbeiten – halten Sie dazu einfach vorher kurz Rücksprache mit uns.
Praxisorientierte Skills für Ihre eigene Arbeit.
Alle Ergebnisse direkt auf Ihrem Gerät – setzen Sie Ihre Arbeit im Anschluss einfach fort.
Darüber hinaus
Kaffee & Mittagessen inklusive
Hotelzimmerkontingent (siehe unten)
Zuschuss zu Reise- und Hotelkosten in Höhe von bis zu 400,00 € (Beantragung im Rahmen der Anmeldung)
Teilnahme an einer Session auf der Computergrafik-Konferenz Vision Modeling and Visualization sowie Besuch der Informatik-Sammlung Erlangen
Jetzt anmelden!
Sichern Sie sich bis zum 10. August 2025 einen Platz in der SODa Summer School 2025.
Wichtige Hinweise:
Track-Wahl: Bei der Anmeldung entscheiden Sie sich für einen der beiden Tracks.
Verbindliche Anmeldung: Die Anmeldung ist verbindlich. Bei unbegründetem Nichterscheinen behalten wir uns das Recht vor, eine Verwaltungsgebühr zu erheben.
Das Datenkompetenzzentrum HERMES lädt zu einer zweiteiligen Workshopreihe zu Linked Open Data (LOD) ein. Die Veranstaltungen bieten eine Einführung sowie eine Vertiefung in den Umgang mit LOD und richten sich an Forschende und Studierende der Geistes- und Kulturwissenschaften – unabhängig von ihrer Karrierestufe.
Workshop 1: Einführung in Linked Open Data
19. März 2025 | 9:00–17:00 Uhr | Online via Zoom
Dieser Grundlagen-Workshop (konzipiert und organisiert vom HERMES Data Carpentries Team) führt in die theoretischen und technischen Konzepte von LOD ein. Dabei werden unter anderem folgende Themen behandelt:
Semantic Web & RDF – Wie funktionieren vernetzte Daten?
Von CSV zu RDF – Umwandlung von Daten in das LOD-Format
Annotation, Vokabulare & Ontologien – Daten mit Bedeutung versehen
SPARQL-Abfragen & LOD-Publikation – Daten effizient durchsuchen und nutzen
Visualisierungstools – Anschauliche Darstellungen von LOD-Daten
Für wen? Der Workshop ist ideal für alle, die sich neu mit LOD beschäftigen. Keine Vorkenntnisse erforderlich!
Workshop 2: Vertiefung & eigene Anwendungen (Bring Your Own Data Lab)
5.–6. Juni 2025 | Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Mainz
Für alle, die ihr Wissen vertiefen und eigene Forschungsdaten mit LOD verknüpfen möchten! Im BYODL-Workshop werden Expert*innen spezifische Anwendungsfälle begleiten und individuelle Fragestellungen unterstützen. Themen:
Arbeiten mit Wikidata & spezialisierten Ontologien
Vokabulare für Forschungsdaten
Tool Criticism – kritische Perspektiven auf Datenverarbeitung
Der Workshop kombiniert Impulsvorträge mit praktischer Anwendung, um LOD gezielt auf eigene Forschungsprojekte anzuwenden.
Teilnahmebedingungen:
Workshop 1 oder entsprechende Vorkenntnisse sind Voraussetzung für die Teilnahme an Workshop 2.
Ein eigener Laptop wird benötigt.
Teilnahme an nur einem oder beiden Workshops möglich!
Autor:innen: Jonathan D. Geiger; Katharina Bergmann; Johanna Konstanciak; Marina Lemaire; Andrea Polywka; Ruth Reiche; Sibylle Söring; Anne Voigt
Lehr-Lernmaterialien (Open Educational Resources, OER) zur Entwicklung von Data Literacy und Kompetenzen im Forschungsdatenmanagement (FDM) sind in der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) und darüber hinaus ein zentrales Thema. Die meisten FDM-Projekte und -Netzwerke sammeln und/oder produzieren OER und setzen sich dabei mit Fragen nach der Verstetigung, der Sammlung, der Kuratierung und der Verknüpfung auseinander. Die FAIR-Prinzipien sind hier genauso anwendbar wie auf Forschungsdaten.
Vor diesem Hintergrund fanden sich am 22. und 23. April 2024 Vertreter*innen der NFDI-Konsortien NFDI4Culture, NFDI4Memory, der Datenkompetenzzentren QUADRIGA und HERMES und des Infrastrukturprojekts der NFDI-Sektion Training & Education – DALIA – in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz zu einem gemeinsamen Workshop zusammen. Die Projekte präsentierten ihre jeweiligen Arbeitsstände und im Anschluss wurden in interaktiven Formaten Kollaborationsmöglichkeiten, Synergieeffekte und zentrale Diskussionspunkte ausgelotet.
Gruppe der Workshopteilnehmenden am 23.4.2024 (Foto: Aglaia Schieke)
Das NFDI-Konsortium NFDI4Culture (Projektlaufzeit 2020–2025) hat einen Dienst vorgestellt, der eine Auswahl an OER bereitstellt, die sich an die geistes- und kulturwissenschaftlichen Communities richten und sowohl generische als auch fachspezifische Angebote zu Forschungsdatenmanagement und Datenkompetenzen beinhalten. Im Vorfeld hat das Team der “Cultural Research Data Academy” in ausgewählten Veranstaltungen und Formaten die Bedarfe der NFDI4Culture Communities abgefragt, in einem Portfolio gesammelt und mit ausgewählten Qualitätskriterien evaluiert. Daraus entstand der “Educational Resource Finder” (ERF), eine kuratierte Auswahl an deutsch- und englischsprachigen Schulungs- und Weiterbildungsangeboten, die sich an Interessierte aller Wissensstufen richten und fortwährend aktualisiert werden.
Das NFDI-Konsortium NFDI4Memory (Projektlaufzeit 2023–2028) stellte seine Arbeitspakete der Task Area “Data Literacy” im Bereich OER vor. Die Task Area hat zur Aufgabe die Datenkompetenzen in Forschung und Lehre der historisch arbeitenden Disziplinen zu verbessern. Dafür werden u. a. ein Data-Literacy-Trainingskatalog mit didaktischen und inhaltlichen Empfehlungen erstellt sowie zielgruppenspezifische Trainingsmodule entwickelt. Die Inhalte des Trainingskatalogs werden durch eigene Recherchen, selbstentwickelte Materialien sowie durch eine Erhebung in der Community zusammengetragen. Anschließend werden die Informationen in einem in Entwicklung befindlichen Workflow für die Online-Präsentation und Suche aufbereitet.
Das vom BMBF geförderte Datenkompetenzzentrum QUADRIGA (Projektlaufzeit 2023-26) vereint die vier Disziplinen Digital Humanities, Verwaltungswissenschaft, Informatik und Informationswissenschaft entlang der Datentypen Text, Tabelle und Bewegtes Bild am Wissenschaftsstandort Berlin-Brandenburg. Auf der Grundlage von Fallstudien erarbeitet das Zentrum interaktive Lehrbücher (Jupyter Notebooks), die QUADRIGA Educational Resources (QER), die modular aufgebaut sind, und die die Lernzielkontrolle mittels eines Assessments ermöglichen. Workflows – insbesondere das Zusammenspiel mit dem QUADRIGA Space sowie dem QUADRIGA Navigator – und beispielhafte Ausgestaltungen wurden im Rahmen des Workshops von Zhenya Samoilova, Sonja Schimmler und Bettina Buchholz vorgestellt. Für das Teilprojekt Verstetigung nahm Sibylle Söring teil.
Das Datenkompetenzzentrum HERMES (Humanities Education in Research, Data, and Methods), gefördert vom BMBF (Projektlaufzeit 2023–2026), hat das Ziel, Datenkompetenzen im Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften zu vermitteln und weiterzuentwickeln. Anwesend bei dem Workshop waren die Mitarbeiter:innen der HERMES-Formate „Open Educational Resources“ und „HERMES-Hub“: In HERMES werden sowohl OER erstellt als auch in einer Ressource Base aggregiert. Hierfür wird eine Metadatenempfehlung entwickelt, die auf einem projektübergreifenden Metadaten-Basisschema aufbauen soll. HERMES legt dabei besonderen Wert auf die Verschlagwortung der Ressourcen mit der TaDiRAH-Taxonomie, um nach Forschungsmethoden filtern zu können. Forschende wird das HERMES-Team zudem in der Konzeption und Umsetzung von OER-Materialien beratend unterstützen.
Das Projekt DALIA ist ein vom BMBF gefördertes Infrastrukturprojekt (Laufzeit 2022–2025) der Sektion Training und Education (EduTrain) der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur. Das Projektziel ist der Aufbau eines Knowledge Graphen für Data-Literacy- und FDM-Kompetenz-bezogene OER. Dabei sollen auch Akteure des Feldes zusammengebracht und ihre Vorarbeiten und Bedarfe erhoben und berücksichtigt werden. Der Knowledge Graph ist Grundlage einer Plattform, über die OER von Nutzer*innen gefunden und von Autor*innen verzeichnet werden können.
Ergebnisse des Workshops
Als zentrale Herausforderungen für die weitere Harmonisierung der Projekt-Arbeitsprozesse wurden insbesondere drei Handlungsfelder identifiziert:
Metadaten und Interoperabilität von OER (Materialien und Repositorien)
Nachhaltigkeit
Kooperationen
Brainstorming-Ergebnisse 1. Tag (Foto: Simon Donig)
Metadaten und Interoperabilität: Um OER gemäß der FAIR-Prinzipien zu gestalten, muss sich deren Beschreibung (Metadaten) an Normdaten und kontrollierten Vokabularen orientieren. Für OER liegen verschiedene Metadatenstandards vor, insgesamt liegt die Herausforderung aber im Spagat zwischen vorhandenen Standards und den eigenen Bedarfen, die sich zwischen den Polen der eigenen Kapazitäten, technischen Rahmenbedingungen und Bedarfen der jeweiligen Community aufspannen. Synergien ergeben sich aus einem gemeinsam entwickelten Applikationsprofil sowie die gemeinsame Evaluation des DALIA OER-Metadatenbasisschema “DALIA Interchange Format” (DIF). Weitere Potenziale für Kooperationen liegen in der Anfertigung von Fallstudien, Schulungen und Bedarfsanalysen.
Ergebnisse Ermittlung des IST-Zustandes zum Themenfeld „Metadaten“ (Foto: Simon Donig)
Nachhaltigkeit: Das Thema Nachhaltigkeit von Infrastrukturangeboten umfasst verschiedene Ebenen. Klar ist, dass ein Dienst keinen langfristigen Bestand haben kann, der nicht nachhaltig organisiert und dauerhaft finanziert wird. Neben den Betriebsmodellen ist auch die Verwendung offener Datenstandards notwendig, um die Abhängigkeiten von proprietären Formaten und Werkzeugen zu reduzieren. Die Teilnehmenden des Workshops konzentrierten sich allerdings auf einen dritten Aspekt von Nachhaltigkeit: Die Akzeptanz und Nutzung des Angebotes durch die Community. Für die Akquirierung von finanziellen Ressourcen bedarf es einer nachweislichen Relevanz des Angebots für die jeweilige Fachcommunity. Diese muss beispielsweise über Zugriffs- oder Downloadzahlen sowie Interaktionen mit den Betreibenden nachgewiesen werden. Wie die Zielgruppen angesprochen und gehalten werden können, eine konkrete OER-Plattform zu nutzen, ist eine offene Frage. Dabei spielt selbstverständlich die optimale Bedienung der Bedarfe eine große Rolle, jedoch sind diese im vollen Umfang noch nicht bekannt. So wurde festgestellt, dass insbesondere die Bedarfe der Lehrenden und ihr OER-Nutzungsverhalten weniger bekannt sind.
Kooperationen: Das dritte Themencluster bestand in Überlegungen zur weiteren Kooperationen der am Workshop beteiligten Personen und Projekte. Neben den im Bereich Metadaten und Nachhaltigkeit diskutierten Maßnahmen wie Use Cases und synoptische Metadatenschema-Vergleiche zwischen den Projekten, wurden mehrere nachfolgende Meetings sowie ein Anschlussworkshop für das Frühjahr 2025 vereinbart. Wo möglich, soll Doppelarbeit vermieden werden, sowie der Austausch zwischen den Projekten erhalten bleiben.
Ergebniszusammenfassung zu welchen Themenbereichen die Gruppe zusammenarbeiten möchte (Foto: Simon Donig)
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es große Überschneidungen der Arbeitsprogramme aller Workshop-Beteiligten (NFDI-Konsortien und Datenkompetenzzentren) gibt und der Diskurs durch gemeinsame Veranstaltungen nicht nur fruchtbarer wird, sondern auch Doppelarbeit identifiziert und reduziert werden kann. Ebenfalls wurde offensichtlich, dass quasi sämtliche Aspekte (Metadaten, Förderung, Community-Akzeptanz etc.) eng miteinander gekoppelt und aufeinander bezogen sind. Dementsprechend wurde eine Reihe nächster Schritte geplant – neben weiteren Meetings zum Austausch zu den Metadatenprofilen insbesondere ein Anschlussworkshop, in dem der Kreis der beteiligten FDM-Projekte aus dem Umkreis der Geistes- und Sozialwissenschaften noch erweitert werden soll.