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Bericht vom Hands-On Lab “Digital Footprint – Choose your own adventure” – Datentracking in der Wissenschaft spielerisch verstehen” bei der 114. BiblioCon in Berlin

2026年7月24日 22:22

Autor*innen: Ulrike Wuttke (Fachhochschule Potsdam), Timo Steyer (UB Braunschweig), Yuliya Fadeeva (Helmholtz Open Science Office)

Raschelnde Karten, laut angeregte Gespräche, sind wir hier während der BiblioCon in einer Skatrunde gelandet? Nein, im Workshop “Digital Footprint – Choose your own adventure” – Datentracking in der Wissenschaft spielerisch verstehen”! 

Dieser wurde von Yuliya Fadeeva, Timo Steyer und Ulrike Wuttke als Hands-on Lab bei der 114. BiblioCon “Analog trifft Algorithmus” 2026 in Berlin angeboten. Zu dieser fanden zwischen 19. – 22.05.2026 im ESTREL Berlin wieder Bibliotheksmenschen aus dem DACH-Raum und darüber hinaus zusammen, um die neuesten Entwicklungen und Erkenntnisse aus Praxis, Forschung und Transfer zu diskutieren. 

Nach zwei Hands-On Labs zum Datentracking bei der BiblioCon 2023 und der BiblioCon 2024 gab es nun wieder auf vielfachen Wunsch der Community eine weitere Auflage. Diese stand ganz im Zeichen eines analogen Spiels  dessen Prototyp von Studierenden der FH Potsdam unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrike Wuttke entwickelt und dann zusammen mit einem Graphikdesigner und einer Comiczeichnerin sowie Ulrike Wuttke weiterentwickelt wurde. 

Im Fokus des Spiels steht als tierischer Protagonist ein ‘Wissensschaf’ auf dem Weg zum PhD, dem ein ‘Forensiker-Flamingo’ im Kampf gegen den fiesen ‘Datentracker-Vampir’ zur Seite steht. Das Spiel wurde für die Zielgruppe internationale Early Career Researcher (ECR) als Teil eines Workshops entwickelt. Es ist deswegen auf Englisch gehalten. Es lädt zur Diskussion zum Hinterlassen und der kommerziellen Verwendung von Datenspuren beim Erstellen einer wissenschaftlichen Publikation ein. Es beleuchtet dieses Phänomen vor dem Hintergrund des radikalen Wandels der globalen Verlagshäuser zum Geschäftsmodell Data Analytics (siehe DFG 2021 https://doi.org/10.5281/zenodo.5900759). Einige dieser Global Player bieten inzwischen alle Phasen des wissenschaftlichen Forschungsprozesses umfassende Workbenches an, tracken aktiv das Verhalten der User auf diesen Plattformen  und verwerten die Daten kommerziell weiter (engl. data tracking, science tracking).

Nach Impulsen zu den Hintergründen des Datentrackings in der Wissenschaft von Yuliya Fadeeva und der Motivation zur Spielentwicklung von Ulrike Wuttke und Timo Steyer wurde das Spiel in mehreren Gruppen gespielt und der Workshop mit einer Feedbackrunde abgeschlossen. 

Positiv wurde das Potenzial des Spiels hervorgehoben, verschiedene Zielgruppen auf das Thema aufmerksam zu machen sowie seine visuelle Gestaltung und dass es sich um ein kollektives Spiel handelt (es gibt keinen Einzelgewinner). Verbesserungspotenzial wurde bezüglich der didaktischen Aufgleisung des begleitenden Workshops diskutiert und der präziseren Kommunikation des Spielziels. Auch wurde angeregt, über eine digitale Umsetzung nachzudenken.

Die Workshop-Folien stehen auf dem BIB-OPUS Volltextserver zur Verfügung: urn:nbn:de:0290-opus4-200683

Der Austausch war für die Hands-On-Gebenden sehr wertvoll und wir danken den Teilnehmenden sehr. Leider konnten die Studierenden selbst nicht an dem Hands-On teilnehmen, sie bekamen aber von Ulrike Wuttke persönlich die fertigen Spieleboxen überreicht. 

Danai und Suong

Die Studierenden mit der fertigen Spielebox.

Neugierig geworden? Das Spiel steht unter einer freien Lizenz als Open Education Resource (OER) zum Download zur Verfügung: 

  • Ioanna Danai Katsougiannopoulou, Nadja Hartwich, Ha Thao Suong Vu, Ulrike Wuttke, Katja Diederichs, Niko Ripka (2026): “Digital Footprint – Choose Your Own Adventure“: Data Tracking in Scientific Journals – Game and Workshop. CC BY-NC 4.0. DOI https://doi.org/10.5281/zenodo.17912053

Zusätzlich gibt es gleich zwei Episoden des Podcasts Die Wissensarchitekt*innen zum Spiel, eine Kurzepisode direkt vom Workshop auf der BiblioCon mit Manuel Bärwald und eine lange Episode zum Spieletest mit Claudia Frick.   

Das Spiel wurde von Ulrike Wuttke im Rahmen ihrer Transferprofessur mit dem Projekt T.R.A.C.K.S. – Training on Analytics, Compliance, Knowledge, and Security, dem Movetia-Projekt „Datenkompetenzen vermitteln an Hochschulen im D-A-CH Raum“ (Fördernummer 2024-1-CH01-IP-0018) und im Kontext der Task Force der Allianz der Wissenschaftsorganisationen “Datentracking und Digitale Nutzungsspuren: Schritte zur Transparenzschaffung” entwickelt und soll kontinuierlich mit der Praxis Community weiterentwickelt werden.

Last but not least, ein großer Dank an Movetia und den Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam für die Unterstützung der Spielentwicklung. 

Weitere Ressourcen: 

 

KI als Belastungsprobe für das offene Internet? Bericht vom Panel bei der DHd 2026 in Wien

2026年7月16日 23:58

Autor*innen (in alphabetischer Reihenfolge): David Maus, Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, https://orcid.org/0000-0001-9292-5673; Sarah Oberbichler, Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History (C²DH), https://orcid.org/0000-0002-1031-2759 ; Grischka Petri, FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur ,https://orcid.org/0000-0002-2548-449X; Cindarella Petz, Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) Mainz, https://orcid.org/0000-0002-6178-7332Klaus Rettinghaus, Sächsische Landesbibliothek — Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB), https://orcid.org/0000-0003-1898-2543; Ulrike Wuttke, Fachhochschule Potsdam. Fachbereich Informationswissenschaften, SeDOA, https://orcid.org/0000-0002-8217-4025 

Hintergrund des Panels auf der DHd 2026

Am 25. Februar 2026 fand bei der DHd 2026 in Wien das Panel “KI als Belastungsprobe für das offene Internet” (Link zum Abstract auf Zenodo: https://doi.org/10.5281/zenodo.18696199) statt. Organisiert wurde das Panel von Ulrike Wuttke (Fachhochschule Potsdam, Fachbereich Informationswissenschaften, SeDOA), David Maus (Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg), Fabian Rack (FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur, NFDI4Culture), Klaus Rettinghaus (Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden), Sarah Oberbichler (Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History (C²DH), und Cindarella Petz (Digital Historical Research | DH Lab, Leibniz-Institute of European History (IEG)). Moderiert wurde das Panel von Ulrike Wuttke, Klaus Rettinghaus und Cindarella Petz. Da Fabian Rack zum Termin leider verhindert war, nahm an seiner Stelle für die NFDI4Culture Grischka Petri (FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur) neben David Maus und Sarah Oberbichler einen Sitz als Panelist*in ein. 

Im Mittelpunkt des Panels stand der Umgang mit den durch die momentanen KI-Entwicklungen verursachten Herausforderungen für offene Informationsinfrastrukturen, wie z. B. KI-Bot-Aktivitäten, sowie der Umgang mit aktuellen rechtlichen Herausforderungen und methodische Implikationen, insbesondere für die Digital Humanities (Shearer und Walk 2025 (COAR-Umfrage), Berg-Weiß 2025, COAR 2026). Die Paneldiskussion adressierte neben technischen und rechtlichen Lösungsansätzen Chancen und Herausforderungen des aktuellen Paradigmenwechsels im Umgang mit offenen Informationsinfrastrukturen und hinterfragte, wie sich der aktuelle KI-Trend mit den Prinzipien offenen Wissens und ethischen Prinzipien in den Digital Humanities und darüber hinaus vereinbaren lässt. Dabei wurden von den Panelist*innen technische, ethische und rechtliche Aspekte beleuchtet.

Einleitung KI und offenes Internet

Eingeleitet wurde das Panel durch Klaus Rettinghaus mit einer thematischen Einführung zum Thema KI und offenes Internet. Er führte aus, dass als OpenAI im November 2022 ChatGPT vorstellte, einerseits das Interesse an dieser neuen Technologie auf Benutzerseite groß war; andererseits die Sorgen bei den Tech-Giganten viel größer waren, nun unter Zugzwang gesetzt zu sein, um schnell zu handeln. Dies führte dazu, dass viele eifrig mit dem Training eigener Modelle begannen, um nicht den Anschluss zu verlieren (Hao 2026).

Ein Problem bei dieser Entwicklung ist, dass die KI-Modelle immer mehr Trainingsdaten benötigen, die sie sich ungefragt und oftmals ohne Erlaubnis überall besorgen und damit den Internet-Traffic in ungeahnte Höhen treiben (Heise 2025a). Das führt dazu, dass inzwischen zahllose KI-Bots das gesamte World Wide Web “abgrasen” und sich dabei als „normale“ Benutzer tarnen (Heise 2025b). Viele „Hüter“ des freien Wissens (wie z.B. Bibliotheken, Wikipedia) werden von Stiftungen oder der öffentlichen Hand finanziert und sind technisch weder für diesen gigantischen Anstieg des Verkehrs ausgelegt noch vorbereitet (Bsp. Thread Fitzpatrick 2026). Sie versuchen, dem Treiben Herr zu werden, indem sie Schranken aufbauen und sich immer mehr abschotten. Klaus Rettinghaus stellte diese Punkte dem Plenum und den Panelist*innen zur Diskussion, denn noch ist kein Ende dieses “Spuks” vorhersehbar und wirft diese neue Realität viele Fragen auf.

Paneldiskussion

Ziel der Paneldiskussion war es, grundlegende Aspekte der aktuellen KI-Entwicklungen in Bezug auf das offene Internet zu diskutieren. Mit Sarah Oberbichler, David Maus und Grischka Petri waren drei Expert*innen der Einladung auf das Panel gefolgt, um die verschiedenen Perspektiven der Akteursgruppen Forschung, Infrastruktur/Bibliothek, Rechtswissenschaft, zu vertreten. 

Mit kurzen Referaten von jeweils 5 Minuten und den jeweils anschließenden Gelegenheiten zur direkten Nachfragen und Kommentaren stellten die drei Panelist*innen ihre Sichtweisen vor. 

Sarah Oberbichler (C²DH, Luxemburg) näherte sich der Problematik aus der Perspektive der Forschungsdatenpraxis in den Digital Humanities und stellte dabei eine grundlegende begriffliche Unterscheidung in den Mittelpunkt: Was bedeutet „offen“ überhaupt? Und für wen? Offene Daten umfassen mindestens zwei Dimensionen, die in der Praxis nicht immer klar unterschieden werden: öffentliche Verfügbarkeit (technische Offenheit) im Sinne des freien Internetzugangs und rechtliche Offenheit durch Lizenzen, die Weiterverwendung für Forschung und Lehre erlauben, auch wenn Inhalte hinter einem Login liegen. Eine wesentliche Frage für Forschende lautet deshalb nicht: Sind die Daten zugänglich? Sondern: Sind sie auffindbar, nutzbar und nachnutzbar?

Am Beispiel des Internet Archive lässt sich zeigen, wie das massenhafte Scraping das offene Internet selbst verändert, und damit die Archivierung historisch bedeutsamer Quellen gefährdet. Da KI-Unternehmen das Internet Archiv als kostenlose Datenquelle nutzen, hatten im April 2026 241 Medienhäuser den Zugang für das Archiv blockiert, gleichzeitig schließen dieselben Häuser aber Lizenzdeals mit KI-Firmen ab (Muno 2026). Das Ergebnis ist eine strukturelle Verzerrung des digitalen Gedächtnisses: Qualitätsjournalismus verschwindet aus dem Archiv, während Blogs, Verschwörungsseiten und Content Farms übrig bleiben. Und da Medienhäuser nicht immer selbst archivieren und das Internet Archive blockiert wird, archiviert am Ende niemand.

In diesem Kontext gibt es keine klare Lösungen, jedoch mögliche Neuausrichtungen: (1) ethische KI-Implementierung statt Massenscraping; (2) öffentliche Dokumentation von Datensätzen statt unbegrenztem Datenzugang, etwa durch sogenannte Data Envelopes (Luthra & Eskevich, 2024), die Auffindbarkeit gewährleisten, ohne unkontrollierten Zugriff zu erzwingen; und (3) gemeinsame KI-Entwicklung, bei der Kultureinrichtungen, Forschende und KI-Entwickler:innen zusammenarbeiten und einen Paradigmenwechsel von Quantität zu Qualität vollziehen. 

David Maus nahm eine Einschätzung aus der Perspektive eines Infrastrukturanbieters vor. Aus der praktischen Arbeit an forschungsnaher Infrastruktur, den Bibliothekskatalogen und den daran angeschlossenen Informationssystemen, stellen sich die massenhaften Zugriffe auch als Angriff auf die Infrastruktur dar. Weil die Bots die etablierten Steuerungsmechanismen (Robots Exclusion Protocol, aka robots.txt) schlicht ignorieren und gnadenlos aus allen Richtungen die verfügbare Bandbreite verbrauchen, legen sie regelmäßig Teile der Infrastruktur lahm. Sei es, dass die Systeme unter der Last zusammenbrechen oder sei es, dass die Betreibenden ihre Dienste einstellen oder nur noch restriktiv zugänglich machen.

Als Konsequenz drückte er seine Erwartung einer stärkeren Zentralisierung und Homogenisierung der online verfügbaren Angebote aus. Der Schutz vor aggressiven Bots erfordert eine Infrastruktur, die Angebote von engagierten Einzelpersonen oder kleinen Facharbeitsgruppen nicht aufbringen können. Infrastrukturanbieter wiederum skalieren ihre Dienste darüber, dass sie Plattformen mit einer einheitlichen Grundstruktur anbieten. Angebote, die selbst keine Ressourcen für einen Bot-Schutz haben, verschwinden aus dem Netz oder müssen sich den Plattformen der Infrastrukturanbieter anpassen.

Grischka Petri führte aus, dass es aus rechtlicher Perspektive ernüchternd ist, nach Maßnahmen zu suchen, mit denen man gegen die Verursacher der Server-Sonderbelastung juristisch vorgehen könnte. Die Auswirkungen gleichen einem DoS-Angriff, dafür ist eigentlich das Computerstrafrecht zuständig. Allerdings ist es in den Bot-Downloads nicht vorgesehen, dass die besuchten Server in die Knie gehen sollen – im Gegenteil, man will sie ja nutzen. Der Ansatz scheitert also schon am Vorsatz. Das Urheberrecht bietet attraktive Kategorien an, um Nutzungen zu regeln – allerdings besteht das Problem ganz unabhängig vom urheberrechtlichen Status der Daten. Womöglich ist es für Anbieter gemeinfreier Inhalte sogar noch größer. Das Prinzip Lkw-Maut erscheint erfolgversprechender. Das ist eine Infrastrukturabgabe für eine Sondernutzung. Abseits einer staatlichen Regulierung hat die Wikimedia Foundation mit Wikimedia Enterprise einen solchen Weg eingeschlagen und bietet entsprechende Sondernutzungsverträge an.

Letztlich zeigt sich aber, dass mit rechtlichen Instrumenten keine Betriebssicherheit zu erlangen ist, weshalb am Ende die Empfehlung für technische Maßnahmen übrig bleibt. Initiativen wie die CC Signals, die sich selbst als “a technical and legal tool and a social proposition” beschreiben, sind vom guten Willen der beteiligten Akteure abhängig.

Nach dem Austausch auf dem Podium zwischen den Panelist*innen wurde die mit allen Teilnehmenden im Plenum von Cindarella Petz mit einer digitalen Intervention eingeleitet, in welcher die zu diskutierenden Fragen mithilfe von Wooclap zur Abstimmung gebracht wurden. 

Umfrageergebnisse mit Wooclap.

Mithilfe eines webbasierten Etherpads hatte das Publikum die Möglichkeit, anonym Fragen zu stellen und interessante Aspekte zu kommentieren. Im Pad wurden konkrete Standards und unterschiedliche Granularitäten von Nutzungslizenzen diskutiert, Ansätze zur Umleitung von Webcrawlern durch beispielsweise “LLMs.txt” oder “MCP” aufgeworfen, partizipatorische Elemente der Organisation von Wissenschaften, Forschung und GLAM-Institutionen angeregt und die ethische Nutzung von gecrawlten Datensätzen wie “Common Crawl” hinterfragt und welche rechtliche Rahmenbedingung geschaffen werden müssten, um eine Haftbarmachung von Massencrawlern und Stör-Bots zu erreichen.

Fazit und Ausblick

Die Diskussion zeigte deutlich, das wissenschaftsadäquate Lösungsszenarien für die komplexe Herausforderung durch die aktuellen KI-Entwicklungen nur mittels einer diversen Perspektive – unter Einbeziehung verschiedener Akteure und der Einbeziehung fachlicher, rechtlicher, technologischer und ethischer Aspekte herausgearbeitet werden können. Es wurde deutlich, dass es notwendig ist, dass die kritischen Stimmen lauter werden müssen. Letztendlich “befüttert” der KI-Einsatz in der Forschung in vielen Fällen (zumindest implizit) genau die gleichen Akteure, die für den im Panel kritisch betrachteten “ruchlosen” Umgang mit den digitalen Commons und Infrastrukturen insbesondere aus dem Kulturerbebereich (CHI) verantwortlich sind. 

Zusätzlich stellt sich die Frage, welche Expertise und Kompetenzen Digital Humanist(a)s in die Herausarbeitung von “Leitplanken” (Werten, Richtlinien, Forschungsethik) für den KI-Einsatz einbringen könnten bzw. sollten. In dieser neuen Phase des offenen Internets gibt es keine einfachen Lösungen. Alles “wegzuschließen” (d.h. technologische oder rechtliche Sperren) würde vor allem auch der Forschung selbst schaden. Was nützt es, wenn mensch alles finden kann, aber nicht mehr damit arbeiten kann. Wichtiger scheint es, den großen kommerziellen KI-Akteuren (Tech-Giganten) Einhalt zu gebieten bzw. ihr Handeln und die Nutzung ihrer Tools kritisch zu hinterfragen. Das Feedback im Saal bestärkte auf jeden Fall das große Potenzial von Digital Humanist(a)s und der LIS-Community (Library and Information Science) in der Politikberatung und der Herausarbeitung kritischer Punkte. Die Zeit ist reif, den Finger in die Wunde zu legen.

Quellen 

Berg-Weiß, Alexander. “Offen für manche Menschen oder doch für alle(s)? KI-Bots und ihre Auswirkungen auf den Betrieb von Repositorien.” BuB 77 Nr. 7(2025), S. 372-75. 

COAR, Navigating the Uneasy Interdependence of AI and Open Science, A COAR Statement, 3.3.2026

https://coar-repositories.org/news-updates/navigating-the-uneasy-interdependence-of-ai-and-open-science/ 

Fitzpatrick 2026, “Just FYI: this is part of the damage being done by extractive AI companies. Their scraper bots routinely DDOS us, and they multiply to take up as much bandwidth as is available. We are having to put a huge percentage of our developers’ time into just keeping the site alive rather than building its future. They are actively destroying everything worthwhile about the internet.” https://hcommons.social/@kfitz/115854657278743117, Mastodon, 7.1.2026, 17:02.  

Hao, Karen. 2026. Empire of AI: dreams and nightmares in Sam Altman’s OpenAI. New York: Penguin Books.

Heise (2025a), „Besorgniserregender Trend“: KI verursacht immer mehr Traffic, 21.08.2025 https://www.heise.de/news/Analyse-KI-Crawler-koennen-Server-ueberlasten-10560038.html (Achtung ohne Pur-Abo: Tracking)

Heise (2025b), Wikipedia: Bot-Traffic tarnt sich zunehmend als menschlich, 19.10.2025 https://www.heise.de/news/Wikipedia-Bot-Traffic-tarnt-sich-zunehmend-als-menschlich-10778492.html (Achtung ohne Pur-Abo: Tracking)

Luthra, Mrinalini und Maria Eskevich. „Data-Envelopes for Cultural Heritage: Going beyond Datasheets.“ Proceedings of the Workshop on Legal and Ethical Issues in Human Language Technologies @ LREC-COLING 2024, S. 52–65. Torino, Italia: ELRA and ICCL, 2024. https://aclanthology.org/2024.legal-1.9/  

Muno, Martin. „Internet-Archive: Unser digitales Gedächtnis ist bedroht.“ Deutsche Welle, 21. April 2026. https://p.dw.com/p/5CKXK

Shearer, Kathleen und Paul Walk. „The impact of AI bots and crawlers on open repositories: Results of a COAR survey.” April 2025, aufgerufen am 30.07.2025, https://coar-repositories.org/wp-content/uploads/2025/06/Report-of-the-COAR-Survey-on-AI-Bots-June-2025-1.pdf.

Wuttke, U., Maus, D., Rack, F., Rettinghaus, K., Oberbichler, S., & Petz, C. (2026, Februar 20). KI als Belastungsprobe für das offene Internet?. DHd 2026 Nicht nur Text, nicht nur Daten (DHd2026) (DHd2026), Wien, Österreich. https://doi.org/10.5281/zenodo.18696199

2. Folge Podcast “Die Wissensarchitekt*innen” mit PD Dr. Nicola Mößner “Business as usual Philosophische Reflexionen zum Datentracking” erschienen!

2026年3月7日 20:22

Ich freue mich Ihnen mitzuteilen, dass zum 3. Digital Independence Day die 2. Folge meines neuen Podcasts „Die Wissensarchitekt*innen“ online gegangen ist.

Der Wissenschaftspodcast “Die Wissensarchitekt*innen” erkundet die Welt hinter den Daten und was Bibliotheken, Forschung und Algorithmen miteinander verbindet. In Gesprächen über das Wissen von morgen werden kritische Aspekte der Informationsgesellschaft und ihre politischen und gesellschaftlichen Folgen diskutiert. 

In jeder Folge sind Gäst*innen aus unterschiedlichen Bereichen der Informations- und Wissenslandschaft zu Gast, um über ihre Arbeit und Themen zu sprechen. In der ersten Staffel von “Die Wissensarchitekt*innen” steht das Thema Datentracking mit Fokus Science Tracking (d.h. das nicht datenschutzgerechte Erheben und Nachnutzen von Nutzungsdaten auf kommerziellen wissenschaftlichen Webseiten) zentral.

Mehr zur 2. Folge mit PD Dr. Nicola Mößner unter dem Titel “Business as usual? Philosophische Reflexionen zum Datentracking” lesen Sie hier: https://ulrikewuttke.wordpress.com/2026/03/01/2-folge-podcast-die-wissensarchitektinnen-mit-nicola-mosner-erschienen/. [Link] zur Folge vom 1. März 2026.

Mehr zur Auftaktfolge mit Dr. Renke Siems und Dr. Yuliya Fadeeva unter dem Titel „Was ihr schon immer über Datentracking in der Wissenschaft wissen wolltet“ lesen Sie hier:  https://ulrikewuttke.wordpress.com/2026/02/01/auftaktfolge-meines-podcasts-die-wissensarchitektinnen-mit-renke-siems-und-yuliya-fadeeva-was-ihr-schon-immer-uber-datentracking-in-der-wissenschaft-wissen-wolltet-live/. [Link] zur Folge vom 01. Februar 2026. 

[Link] zur Episodenübersichtsseite des Podcasts auf Podcasts-Homes.

[Link] zum RSS-Feed des Podcasts “Die Wissensarchitekt*innen”.

Auf meinem Blog kann mensch auch [hier] vollständige Transkriptionen der Folgen mit Fußnoten und weiten Verweisen finden.

Die Folgen der ersten Staffel werden monatlich am ersten Sonntag jeden Monats, parallel zur Initiative Digital Independence Day mit freundlicher Unterstützung von Podcasts.homes erscheinen. Den Podcast kann mensch auch ohne Spotify abonnieren, hier gehts zum Wechselrezept: https://ulrikewuttke.wordpress.com/2026/01/27/wechselrezept-podcasts-horen-ohne-spotify/

Der Podcast wird von mir, Ulrike Wuttke, im Rahmen meiner Transferprofessur an der FH Potsdam mit dem Projekt T.R.A.C.K.S. “Training on Analytics, Compliance, Knowledge, and Security” produziert.

Mit freundlichen Grüßen und viel Spaß beim Reinhören!

Ulrike Wuttke

Prof. Dr. Ulrike Wuttke

Bibliothekswissenschaft – Strategien, Serviceentwicklung und Wissenschaftskommunikation  | Library Science – Strategies, Service Development and Scholarly Communication

Veröffentlichung des Sammelbandes „From Global to Local? Digitale Methoden in den Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum: Ein Triptychon“

2026年2月19日 01:12

Wir freuen uns, die erfolgte Veröffentlichung des Bandes From Global to Local? Digitale Methoden in den Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum: Ein Triptychon bei Melusina Press in Diamond Open Access bekanntgeben zu können. 

Aus dem Klappentext:  

“Der Sammelband “From Global to Local? Digitale Methoden in den Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum: Ein Triptychon” lädt dazu ein, lokale und globale Geschichte(n) des Einsatzes von digitalen Methoden in den Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum zu entdecken und über ihre Zukunft nachzudenken. Er bietet Standortbestimmung genauso wie Experimente in der Gegenwart und Gedankenspiele für die Zukunft. Er ergründet Entwicklungslinien und stößt kritische Diskussionen an.

Der Teilband „Be-Forschen“ sammelt diskursive Aufsätze und eine Vielfalt der Themen, der Teilband „In eigenen Worten“ Audio-Essays mit einer Vielfalt der Stimmen und der Teilband „Artefaktbiographien“ Portraits (digitaler) Objekte und eine Vielfalt der Medialität. Der Aufbau als Triptychon führt die (neuen) Formate fruchtbar zusammen, spiegelt den Medienwandel und zeigt dabei überraschende Perspektiven auf. Dies spiegelt die Vielfalt der methodischen Ansätze der Digital Humanities, ganz unabhängig davon, ob man sie als Big Tent oder als globales (Zelt-)Dorf begreift.” 

Sie finden die Publikation unter https://doi.org/10.26298/1981-5722. Wenn Sie eine Druckoption wünschen, so finden Sie dort ebenfalls die Möglichkeit der direkten Bestellung. 

Zur Zitation des Bandes orientieren Sie sich gerne an folgendem Beispiel (Chicago 18. Edition): Wuttke, Ulrike, Christopher Nunn, Christian Schröter, Melanie Seltmann und Christian Wachter. From Global to Local: Digitale Methoden in den Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum: Ein Triptychon. Melusina Press, 2026. https://doi.org/10.26298/1981-5722

Nähere Informationen zur Publikation finden Sie im Fußbereich der Publikationswebsite oder im Impressum der Publikation. 

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen und Lese- und Hörgenuss bei der Lektüre aller Beiträge! 

Herzliche Grüße

Ulrike Wuttke

Christopher Nunn

Melanie Seltmann

Christian Schröter

Christian Wachter 

 

Auftakt des neuen Podcasts “Die Wissensarchitekt*innen” mit Staffel zum Datentracking, Folge 1 mit Renke Siems und Yuliya Fadeeva!

2026年2月4日 00:42

Ich freue mich Ihnen mitzuteilen, dass zum 2. Digital Independence Day die Auftaktfolge meines neuen Podcasts „Die Wissensarchitekt*innen“ online gegangen ist.

Der Wissenschaftspodcast “Die Wissensarchitekt*innen” erkundet die Welt hinter den Daten und was Bibliotheken, Forschung und Algorithmen miteinander verbindet. In Gesprächen über das Wissen von morgen werden kritische Aspekte der Informationsgesellschaft und ihre politischen und gesellschaftlichen Folgen diskutiert. 

In jeder Folge sind Gäst*innen aus unterschiedlichen Bereichen der Informations- und Wissenslandschaft zu Gast, um über ihre Arbeit und Themen zu sprechen. In der ersten Staffel von “Die Wissensarchitekt*innen” steht das Thema Datentracking mit Fokus Science Tracking (d.h. das nicht datenschutzgerechte Erheben und Nachnutzen von Nutzungsdaten auf kommerziellen wissenschaftlichen Webseiten) zentral.

Mehr zur Auftaktfolge mit Dr. Renke Siems und Dr. Yuliya Fadeeva unter dem Titel „Was ihr schon immer über Datentracking in der Wissenschaft wissen wolltet“ lesen Sie hier:  https://ulrikewuttke.wordpress.com/2026/02/01/auftaktfolge-meines-podcasts-die-wissensarchitektinnen-mit-renke-siems-und-yuliya-fadeeva-was-ihr-schon-immer-uber-datentracking-in-der-wissenschaft-wissen-wolltet-live/  

Die Folgen der ersten Staffel werden monatlich am ersten Sonntag jeden Monats, parallel zur Initiative Digital Independence Day mit freundlicher Unterstützung von Podcasts.homes erscheinen. Den Podcast kann mensch ohne Spotify abonnieren, hier gehts zum Wechselrezept: https://ulrikewuttke.wordpress.com/2026/01/27/wechselrezept-podcasts-horen-ohne-spotify/

Der Podcast wird von mir, Ulrike Wuttke, im Rahmen meiner Transferprofessur an der FH Potsdam mit dem Projekt T.R.A.C.K.S. “Training on Analytics, Compliance, Knowledge, and Security” produziert.

[Link] zur Folge vom 01. Februar 2026.

[Link] zur Episodenübersichtsseite des Podcasts auf Podcasts-Homes.

[Link] zum RSS-Feed

Mit freundlichen Grüßen und viel Spaß beim Reinhören!

Ulrike Wuttke

 

 

Prof. Dr. Ulrike Wuttke

Bibliothekswissenschaft – Strategien, Serviceentwicklung und Wissenschaftskommunikation  | Library Science – Strategies, Service Development and Scholarly Communication

E-Mail: ulrike.wuttke@fh-potsdam.de | Phone: +49 331 580-4533

Mastodon: @uwuttke@fedihum.org | ORCiD: 0000-0002-8217-4025

FH Potsdam | University of Applied Sciences Potsdam
Fachbereich Informationswissenschaften | Department of Information Sciences
Kiepenheuerallee 5 | 14469 Potsdam
http://www.fh-potsdam.de/ | https://ulrikewuttke.wordpress.com/

Aus aktuellem Anlass: Folien zum Mastodon Workshop bei der DHd 2024 online!

2025年1月24日 17:55

Wer mit dem Gedanken spielt zu Mastodon umzuziehen und noch nicht genau weiß, wie das eigentlich funktioniert, kein Verzagen! Bei der DHd 2024 gab es einen Workshop zu den Grundlagen von Mastodon, zur Digital Humanities Instanz Fedihum (herzliche Einladung) und zum automatisierten Tröten mit Autodone.

Die Folien zum Workshop mit Mareike König, Jürgen Hermes, Philip Schildkamp, Vivien Wolter, Ulrike Wuttke und Henrik Schönemann haben wir aus aktuellem Anlass auf Zenodo zur Nachnutzung veröffentlicht, viel Erfolg!

König, M., Hermes, J., Schildkamp, P., Wolter, V., Wuttke, U., & Schönemann, H. (2025, Januar 23). Microblogging mit Mastodon: Fediverse, Fedihum und Co. in den Digital Humanities – ein Praxisworkshop. DHd 2024 Quo Vadis DH (DHd2024), Passau. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.14728233

Zu Autodone freuen sich über Nachrichten: Jürgen Hermes und Philip Schildkamp.

Wie Mastodon als Teil des Fediverse zur offenen Wissenschaftskommunikation beiträgt, welche Gedanken sich der DHd-Verband beim Aufsetzen der Fedihum-Instanz gemacht hat und welche Einsatzmöglichkeiten, z. B. in der Lehre die automatisierte Veröffentlichung von Kurznachrichten bietet, kann genauer im dazugehörigen Abstract im Book of Abstracts der DHd 2024 nachgelesen werden: König, M., Hermes, J., Schildkamp, P., Wolter, V., & Wuttke, U. (2024, Februar 21). Microblogging mit Mastodon: Fediverse, Fedihum und Co. in den Digital Humanities – ein Praxisworkshop. DHd 2024 Quo Vadis DH (DHd2024), Passau, Deutschland. https://doi.org/10.5281/zenodo.10698458

#WissPodPotsdam2024: Nachbericht zum Workshop zu Formaten und Etablierung von Wissenschaftspodcasts (Fachhochschule Potsdam, 18.-19.07.2024)

2025年1月7日 15:12

Autorin: Ulrike Wuttke (Professorin für Bibliothekswissenschaft – Strategien, Serviceentwicklung, Wissenschaftskommunikation an der Fachhochschule Potsdam

Der Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam hatte vom 18.-19.07.2024 die Ehre mehr als zwanzig Vertreter*innen der Wissenschaftspodcast-Community zu einem inspirierenden Workshop willkommen zu heißen. Der Nachbericht fasst die Höhepunkte und Ziele des Workshops zusammen und würdigt die Teilnahme und Mitwirkung der Akteure.

In den letzten Jahren haben sich Podcasts als dynamisches Medium für die Wissenschaftskommunikation erwiesen. Sie ermöglichen Wissenschaftler*innen, Projekten und Forschungsinstitutionen, komplexe Themen auf eine direkte, flexible und persönliche Weise einem breiten Publikum sowie der eigenen Fachcommunity zugänglich zu machen. Der von Ulrike Wuttke (Fachhochschule Potsdam) und Jacqueline Klusik-Eckert (arthistocast) organisierte und konzipierte Workshop Wissenschaft auf die Ohren – Workshop zu Formaten und Etablierung von Wissenschaftspodcasts bot aktiven Podcaster*innen sowie Vertreter*innen wissenschaftlicher Institutionen wie Forschungseinrichtungen und Bibliotheken eine einzigartige Gelegenheit für den Austausch. Die Teilnehmenden waren dem CFP gefolgt bzw. als Impulsgeber für Kreativsessions (Jacqueline Klusik-Eckert) bzw. für ein Kamingespräch (Tessa Gengnagel) eingeladen. 

Workshop-Teilnehmende in Aktion während der Kreativsession (20240718_164021-CCBY_4_Nussbaum.jpg)

Im Mittelpunkt des Workshops stand der fokussierte Austausch zu den Themen Formate und die Etablierung von Podcasts als Medium der Wissenschaftskommunikation im Mittelpunkt. Die Themenbreite reichte von der Vorstellung von Podcast-Konzepten, wie z. B. durch eine Studierende des Studiengangs Archiv der Fachhochschule Potsdam für einen Archiv-Podcast, bis zu Evaluation und Impact wissenschaftlicher Podcasts durch eine Vertreterin von Wissen im Dialog.

Die Teilnehmer*innen betonten die Bedeutung von Podcasts als Open Science-Praktik der Wissenschaftskommunikation und die Potenziale zur Förderung des Zugangs zu Wissen. In einer Welt, in der die Zugänglichkeit von Wissenschaft und Forschung immer wichtiger wird, haben Podcasts ein großes Potenzial für die Demokratisierung von Wissen und dazu, die Diskussion über wissenschaftliche Themen über akademische Kreise hinauszutragen. Um dies zu erreichen, müssen jedoch Herausforderungen gelöst werden, wie z. B. nachhaltige, offene Infrastrukturen für Nachweis und Langzeitverfügbarkeit. Das gesamte Programm findet sich tabellarisch hier. Im Folgenden sind einige Programm-Punkte mit verfügbaren Materialien verlinkt. 

Den Einstieg in den ersten Workshoptag (Fokus Formate) boten Jonathan D. Geiger (Akademie der Wissenschaften und Literatur, Mainz), Lisa Kolodzie, Jascha Schmitz (HU Berlin), Mareike Schumacher (Universität Stuttgart) von RaDiHum20 mit “Erfahrungen eines Community-Podcast” (Google-Slides), ein Bericht zu praktischen Erfahrungen als Hosts sowie Impulsen für theoretische Reflexionen. Danach stellte Sharon Hundehege (Fachhochschule Potsdam) ihr Konzept “Podcast aus dem Archiv” und Ulrike Wuttke (Fachhochschule Potsdam) und Anne Baillot (DARIAH EU) ihre Überlegungen “From Global to Local? Perspektiven und Herausforderungen für eine Podcastreihe im Rahmen eines multimedialen Sammelbands” vor. Eine Metaranalyse boten anschließend Mareike Schumacher (Universität Stuttgart), Melanie Seltmann (Humboldt-Universität zu Berlin), Ulrike Wuttke (Fachhochschule Potsdam) mit “Potenziale von Podcasts für die Dissemination von Digital Humanities” (Google-Slides). Im Fokus dieses Beitrags standen Podcasts als Forschungsobjekt, z. B. für Formalanalyse oder Netzwerkanalyse, sowie Kompetenzen für die digitale Wissenschaftskommunikation (zu letzterem siehe Frick und Seltmann 2024). Danach war es Zeit für die Kreativsession “Formate für Wissenschaftspodcasts” mit Jacqueline Klusik-Eckert. Den Abschluss des ersten Tages bildete ein “Kamingespräch” mit Tessa Gengnagel (Universität Köln) (moderiert von Jacqueline Klusik-Eckert) zu ihren reichhaltigen Erfahrungen insbesondere aus dem Kontext von Coding Codices, dem Podcast des Digital Medievalist Postgraduate Committee. Dazu gab es Pizza und ein laues Sommerlüftchen, denn anders als der Name vielleicht vermuten ließe, fand dieser Programmpunkt mitten im Grünen auf dem Campusgelände der Fachhochschule Potsdam statt.

T. Gengnagel beim Kamingespräch auf dem Campus der Fachhochschule Potsdam (Gengnagel_WissPod_CCBY_4_Wuttke.JPG)

Der zweite Tag (Fokus Etablierung als Medium der Wissenschaftskommunikation) setzte mit Impulsen zu Infrastrukturen und wissenschaftlichen Datenbanken ein. Den Kick-Off machten Jakob Reuster (Bayerische Staatsbibliothek München, Fachinformationsdienst Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa) mit “Nachweis von wissenschaftlichen Podcasts mit Osteuropabezug im Forschungsportal osmikon”; Stella Philipp (Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden): Infrastrukturen für Produktion und Nachweis von Wissenschaftspodcasts an der SLUB Dresden; Jens Kösters, Carolin Eisentraut, Matti Stöhr (TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften: und Universitätsbibliothek): SciPAI: Zur Idee eines KI-gestützten Infrastrukturframeworks für Wissenschaftspodcasts. Weiter ging es denn in der zweiten Session mit Alexander Winkler (digiS, dem Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung Berlin): Podrot? Die Langzeitverfügbarkeit von Podcasts als Herausforderung, Jacqueline Klusik-Eckert (HHU Düsseldorf): “Der Traum von einer All-in-One-Lösung?”, Julia Panzer (Wissenschaft im Dialog): “Wissen, was wirkt – Evaluation und Impact wissenschaftlicher Podcasts”. Den Abschluss des zweiten Tags machte die Schreibsession mit Jacqueline Klusik-Eckert “Nachhaltiges Wissenschaftspodcasting und die FAIR-Prinzipien”.

Entwicklung eines Podcaststeckbriefs, Kreativsession mit J. Klusik-Eckert (20240718_163420-CCBY_4_Nussbaum.jpg)

Ein zentrales Ziel des Workshops war es, eine Plattform für den interdisziplinären Austausch und das Community Building rund um Wissenschaftspodcasts zu bieten. Die Teilnehmenden konnten wertvolle Erfahrungen teilen und  neue Ideen entwickeln. 

Ein großer Dank gilt allen Teilnehmenden für ihre aktive Mitwirkung und ihre wertvollen Beiträge zum Erfolg des Workshops, sowie dem studentischen Team und der Unterstützung des Fachbereichs Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam. Nun gilt es, die gewonnenen Erkenntnisse und Ideen in zukünftige Projekte einfließen zu lassen und die Rolle von Wissenschaftspodcasts weiter zu stärken.

Gruppenfoto #Wisspodpotsdam2024 (Gruppenfoto_WIssPod_CCBY_4_Wuttke.JPG)

Weitere Chancen zum Vernetzen und Reinhören bieten u.a.  

  • die Wissenschaftspodcast.de-Community u.a. mit WissPod Kaminabenden (mit Bernd Rupp) und den Ganzohr-Barcamps, 
  • der Podcastfeed „Wissenschaft auf die Ohren“ (https://resonator-podcast.de/wissenschaft-auf-die-ohren/) (Kurator Henning Krause) 
  • die Fyyd-Sammlung der Teilnehmer:innen-Podcasts dieses Workshops (bei denen Henning Krause einen frei zugänglichen Podcastfeed gefunden hat, Ergänzungen, Kommentare gerne an @hnnng@chaos.social), 
  • die Konferenz und Workshopreihe für Podcasting “Subscribe”. 

Als Ausrichterinnen wünschen sich Ulrike Wuttke und Jacqueline Klusik-Eckert, dass dies nicht der letzte Workshop zu diesem Thema gewesen ist, vielleicht mag ja jemand den Staffelstab übernehmen?

Auf jeden Fall haben Ulrike Wuttke und Alexander Winkler eine Hands-On-Session zum Thema Podcasting für den 9. Bibliothekskongress/ 113. BiblioCon in Bremen 2025 eingereicht, drückt uns die Daumen!

Bericht zum Workshop „(Generative) KI für Kultur- und Textdaten“, 4. und 5. November 2024, Goethe- und Schiller-Archiv, Weimar

2024年12月19日 04:48

Autor: Gerrit Brüning

Der Einsatz Künstlicher Intelligenz in den digitalen Geisteswissenschaften hat durch die Fortschritte im Bereich großer Sprachmodelle (LLMs) und insbesondere die Veröffentlichung von GPT-3.5 im November 2022 eine neue Stufe erreicht. Seither hat sich das methodische Feld durch multimodale Modelle, Retrieval Augmented Generation (RAG) und Integration graphbasierter Ansätze nochmals weiterentwickelt und ausdifferenziert. Die perspektivischen Einsatzszenarien reichen damit weit über Sprachverarbeitung und Textgenerierung hinaus. Die damit verbundenen innovativen und experimentellen Ansätze sind Teil eines größeren Spektrums etablierterer Formen maschinellen Lernens zur Lösung spezifischer Aufgaben (z.B. Bildanalyse, Handschriftenerkennung, Topic Modeling, Named Entity Recognition und andere NLP-Tasks). Sie regen aber auch zu ethischen Diskussionen, zur erneuten Betrachtung von hergebrachten Problemen der Philosophie des Geistes an und halten in Lehr-Lern-Situationen Einzug.

Vor diesem Hintergrund fand am 4. und 5. November 2024 der interdisziplinäre Workshop „(Generative) KI für Kultur- und Textdaten“ am Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar statt. Der Workshop wurde finanziell vom NFDI-Konsortium NFDI4Culture unter Einsatz der Community-Mittel des DHd-Verbands getragen. Der DHd-Vorstand hielt zudem AG-Mittel des Verbands bereit. Ausgerichtet wurde der Workshop in Kooperation vom DHd-Vorstand sowie der DHd-AG Angewandte Generative KI in den Digitalen Geisteswissenschaften (AGKI-DH).

Konzeption und Planung lagen bei Gerrit Brüning und Christopher Pollin, Organisation und Leitung bei Gerrit Brüning. An der Kommunikation im Vorfeld nahm zudem die neue Co-Convenorin der AG, Sarah Oberbichler, teil.

Mit den Themen Ontologieentwicklung, Named Entity Recognition und Linking, Extraktion von historischen Informationen, Explainable Artificial Intelligence in der Kunstgeschichte, Provenienzforschung, Wissensgraph, die Begriffe Interpretation, Bedeutung und Modell sowie Rechtsfragen, Verantwortung, Ethik und Bildungsprozesse schritt der Workshop ein vielfältiges Spektrum geisteswissenschaftlicher Disziplinen und Perspektiven auf das Themenfeld ab, inkl. Literatur-, und Sprachwissenschaft, Kunstgeschichte, Geschichte, Philosophie, Kulturwissenschaft. Die Abstracts der einzelnen Beiträge stehen auf der GitHub-Page der AG zur Verfügung. Insgesamt zeichnete der Workshop ein facettenreiches Bild der zahlreichen Herausforderungen und Schwierigkeiten, denen Forschende an der Schnittstelle von Geisteswissenschaften und KI gegenüberstehen.

An der Hybrid-Veranstaltung im Goethe- und Schiller-Archiv nahmen ca. 40 Personen in Präsenz und mehr als 50 Personen online teil.

Ansicht vom Goethe- und Schiller-Archiv

Aufruf für Nominierungen zur Vorstandswahl 2025 DHd e.V.

2024年12月17日 16:17

Auf der nächsten Mitgliederversammlung wird es Wahlen geben, um zwei Posten des DHd-Vorstands nachzubesetzen. Lars Wieneke ist zum Juli 2024 zurückgetreten (und wird seitdem kommissarisch von Tanja Tu vertreten) und Christof Schöch wird sein Mandat zum April 2025 niederlegen.
Gemäß unserer Satzung bitten wir unsere Mitglieder herzlich um Vorschläge für die in der Mitgliederversammlung nach § 8, Abs. 3 und § 9, Abs. 2 durchzuführende Neuwahl. Diese Vorschläge sollen laut Geschäftsordnung fünf Wochen vor der Mitgliederversammlung bei uns eingegangen sein (also bis zum 29. Januar 2025). Bitte machen Sie die Vorschläge schriftlich und reichen Sie diese bei der Schriftführerin Tanja Tu (tu@ids-mannheim.de) ein.

Folgende Punkte sind zu beachten:

  • Nominierte und Nominierende müssen DHd-Mitglieder sein.
  • Sowohl die Nominierung eines Mitglieds durch ein anderes Mitglied als auch die Selbstnominierung sind möglich.
  • In beiden Fällen ist eine Sekundierung der Nominierung durch mindestens ein weiteres Mitglied notwendig. Die Sekundierung kann durch eine separate E-Mail der unterstützenden Person oder durch Unterschrift auf dem schriftlichen Vorschlag erfolgen. Die Sekundierung ist von den Nominierenden bzw. Selbstnominierenden einzuholen.
  • Schließlich ist die schriftliche Annahme der Nominierung durch die kandidierende Person per Mitteilung an den Vorstand erforderlich (dies geht auch per E-Mail). Sie erleichtern uns das Verfahren wesentlich, wenn Sie die von Ihnen vorgeschlagenen Mitglieder vorab schon selbst fragen und um Mitteilung bitten, ob sie zur Kandidatur bereit sind.

Alle ordnungsgemäß vorgeschlagenen Kandidierenden werden wir bis 14 Tage vor der Mitgliederversammlung (also bis zum 19. Februar 2025) um ein knappes Statement (300–500 Worte) bitten, das relevante Angaben zur Person, zum wissenschaftlichen Interesse an den DH, zur Motivation für die Annahme der Kandidatur und zur eigenen Zielsetzung bzw. den Vorstellungen von den Aufgaben als Vorstandsmitglied enthält.

Im Namen des gesamten Vorstands mit herzlichen Grüßen und allen guten Wünschen für die Feiertage und den Jahreswechsel

Evelyn Gius
(1. Vorsitzende des DHd-Verbands)

 

DHd-Vorstand bei der DH 2023 in Graz

Call for Contributions: kurze Audios für “5 Fragen – 1 Antwort” gesucht für Kategorie “In eigenen Worten” im Sammelband “From Global to Local? Digitale Methoden in den Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum: Ein Triptychon“!

2024年7月30日 16:32

Im März haben wir als Herausgeber*innenkollektiv bereits einen “Call for Abstracts” für den Sammelband “From Global to Local? Digitale Methoden in den Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum: Ein Triptychon“ veröffentlicht. Link: https://dhd-blog.org/?p=20783

Wir freuen uns, nun als Community Aktion diesen “Call for Contributions” für die Kategorie IN EIGENEN WORTEN zu veröffentlichen!  

Im geplanten Sammelband “From Global to Local?” soll kritisch hinterfragt werden, welche Implikationen die wechselvollen Entwicklungsgänge der Digital und Computational Humanities im deutschsprachigen Raum für das disziplinäre Selbstverständnis der Geistes- und Kulturwissenschaften mit sich gebracht haben und welche epistemischen Versprechen digitale Methoden zeitigen. Ebenfalls wird gefragt, inwieweit die transformativen Potenziale des Computereinsatzes in den Geisteswissenschaften für die aktuelle Forschungslandschaft, aber auch die breite Öffentlichkeit, bereits ausgeschöpft werden. Über allem schwebt die Frage nach der Zukunft und Einheit der DH, die eng verwoben ist mit Herausforderungen der Curriculargestaltung und der akademischen Selbstorganisation. 

Der Fokus der Betrachtung soll auf dem deutschsprachigen Raum liegen und der Nachzeichnung lokal verorteter wie internationaler Geschichte(n) und Ausprägungen der digitalen Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum multiperspektivisch und multimodal Raum geben. 

Die Herausgeber*innen des Sammelbandes verfolgen dabei einen offenen und inklusiven Ansatz: Die lineare, chronologische Geschichte (grand narrative) soll durch die Anlage als Triptychon “aufgebrochen” werden, um einer Vielzahl von Perspektiven und Stimmen Raum zu geben. 

Die Herausgeber*innen planen in Teilkoordination folgende Bestandteile des Triptychons:  

  1. Melanie Seltmann + Christopher Nunn: BE-FORSCHEN: “klassische” Artikel 
  2. Ulrike Wuttke + Anne Baillot IN EIGENEN WORTEN: audio(visuelle) Formate
  3. Christian Schröter (geb. Vater) + Christian Wachter: ARTEFAKTE: Artefaktbiografien zu Fallbeispielen des Computereinsatzes in den Geisteswissenschaften

Wir laden nun die Community dazu ein, kurze Audiobeiträge (deutsch oder englisch) unter dem Motto “5 Fragen – 1 Antwort” einzureichen, die EINE der folgenden Fragen beantworten: 

  1. Wo verorten Sie DH für das disziplinäre Verständnis der geistes- und kulturwissenschaftlichen Fächer? | What is the contribution of DH to the self-understanding of Humanities disciplines?
  2. Sind die transformativen Potenziale des Computereinsatzes bereits ausgeschöpft? | Are the transformative potentials of computer use for the Humanities already exhausted?
  3. Welche nationalen Eigenheiten prägen die DH im deutschsprachigen Raum und gibt es eine eigenständige “kontinentale” Traditionslinie? | Which national specificities characterize DH in the German-speaking area and is there something like a continental tradition of DH?
  4. Welche Stimmen sind im big tent der DH unterrepräsentiert? | What voices are underrepresented under the DH big tent?
  5. Wo sollen die DH in 10 Jahren stehen? | Where do you see DH 10 years from now?

Die Beiträge werden bei Eignung von uns für Audio-Features verwendet, die voraussichtlich im Rahmen des Sammelbands sowie im Medien-Repositorium der Universität Luxemburg und in Form eines Podcasts über die üblichen Verbreitungswege unter der Lizenz CC BY-SA 4.0 und einer PID veröffentlicht werden. 

Wichtige Hinweise: 

  • Umfang: max. ca. 1-3 Minuten (Bitte nur EINE der 5 Fragen beantworten!)
  • Aufnahme bitte folgendermaßen gliedern: Kurze Vorstellung (Vorname, Name, ggf. Institution) z. B. “Guten Tag, mein Name ist XY…”/Hello, my name is XY…”, Frage, die beantwortet wird, vorlesen, z. B. “Ich möchte die Frage beantworten: (hier Frage vorlesen)….” / “I will answer the following question: (read question)” 

Aufnahmetipps: 

  • Am besten eine deutliche Pause machen, bevor die Frage beantwortet wird, das erleichtert die Verarbeitung 
  • Bitte deutlich sprechen, ohne zu vorgelesen zu klingen
  • Ein (gutes) Headset oder, wenn nicht vorhanden, Computer-Mikrofon verwenden
  • In einem ruhigen Raum mit möglichst wenig Hall aufnehmen (ja, am besten im Schrank!). 
  • Gerne einen Tontest machen. 

Einreichung und Format:

  • Die Aufnahme kann von uns in dem geplanten Feature nur verwendet werden, wenn Sie uns zusammen mit der Aufnahme eine Einwilligungserklärungserklärung für eine Publikation unter der Lizenz CC BY-SA einreichen (Link zum Download der Vorlage: https://fhpcloud.fh-potsdam.de/s/gJ5Aj8monYdsFs9)
  • Format: MP3 (Dateidrop über FHP-Cloud mit eindeutigem Dateiname (NAME_VORNAME): https://fhpcloud.fh-potsdam.de/s/J3ZpabsMjsrcFpS 
  • Wir ermutigen Sie explizit, uns zusätzliche Informationen zu Ihrer Antwort zukommen zu lassen. Reichen Sie diese Informationen (z. B. in der Form einer Bibliografie/Links für die Shownotes) zusammen mit Ihrer Tonaufnahme mit eindeutigem Dateiname (NAME_VORNAME) ein. 

Bitte reichen Sie Ihre Dateien bis zum 30.09.2024 ein. Sie werden darüber informiert, ob die Datei zur Veröffentlichung angenommen wird, auch hierfür sind Ihre Kontaktdaten in der Einwilligungserklärung (siehe oben) unbedingt notwendig. 

Wenn Sie gerne bereit sind mitzumachen, aber unschlüssig sind, Fragen haben oder die  Technik fehlt, nehmen Sie gerne Kontakt mit der korrespondierenden Hauptherausgeberin Ulrike Wuttke bzw. dem Herausgeber*innenteam unter der E-Mail-Adresse global-local-dh@listserv.dfn.de auf, dann finden wir eine andere Lösung. 

Wir freuen uns auf Ihre Einreichungen! 

Mit freundlichen Grüßen

Ulrike Wuttke und Anne Baillot für das Herausgeber*innenteam

 

Global-Local-DH-Herausgeber*innenteam:

Ulrike Wuttke, Melanie Seltmann, Christian Schröter (geb. Vater), Anne Baillot, Christian Wachter und Christopher Nunn

Verlagspartner: Melusina Press

Erscheinungsdatum des Sammelbandes: voraussichtlich Ende 2025

Einladung an die DHd-Mitglieder zum Community Forum 05.07.2024

2024年6月20日 01:06

Liebe Mitglieder des DHd-Verbandes und Interessierte,

für unsere interdisziplinäre Community ist ein offener Austausch von großer Bedeutung. Während die jährliche Mitgliederversammlung bereits eine wichtige Rolle für unsere communityinterne Verständigung übernimmt, unterstützen wir als Vorstand weitere partizipative Angebote. Alle Mitglieder und Interessierte sind herzlich eingeladen, sich an den Diskussionen zu beteiligen sowie Themenvorschläge (info@dig-hum.de) einzureichen.

Das nächste virtuelle Community Forum findet am Freitag, dem 5. Juli 2024 von 14–15 Uhr statt. Gegenstand des Community Forums ist der im Dezember 2023 veröffentlichte Code of Conduct der  Alliance of Digital Humanities Organizations (ADHO). Wir möchten das Community Forum nutzen, um mit Ihnen über mögliche Änderungsbedarfe für den DHd- Verband zu sprechen. Weitere Themen können wie immer zu Beginn des Community Forums vorgeschlagen werden. 

Für das Community Forum werden wir das Videokonferenztool BigBlueButton nutzen. Wir möchten Sie bitten, sich mit vollständigem Namen anzumelden.

https://webroom.hrz.tu-chemnitz.de/gl/rab-rg7-psq-qcn

Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!

Mit freundlichen Grüßen

Rabea Kleymann (als Koordinatorin des Community Forums)

Call for Abstracts: From Global to Local? Digitale Methoden in den Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum: ein Triptychon (Deadline 14.05.2024)

2024年4月2日 14:00

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Computereinsatz im Methodenspektrum der Geistes- und Kulturwissenschaften etabliert. Parallel dazu haben sich die { Digital Humanities / digitalen Geisteswissenschaften } zu einem eigenen Forschungsbereich mit entsprechenden akademischen Strukturen entwickelt – es gibt einen Dachverband, Fachzeitschriften, -konferenzen, -professuren und -studiengänge, auch spezielle Förderprogramme und Drittmittellinien. Daneben existieren Begriffe und Selbstverortungen wie Computational Humanities, eHumanities, digitale Methoden in den Geisteswissenschaften oder fachspezifische Ausprägungen wie Digital History oder Computerlinguistik, um nur einige zu nennen. Über Unterschiede und Gemeinsamkeiten sowohl mit den traditionellen Fächern als auch untereinander wird lebendig und ambivalent diskutiert; die Frage nach der Verortung in Fakultäten, im Studienkanon und Fächerspektrum ist bei sehr unterschiedlichen Antworten offen. Ebenso kann man festhalten, dass es weder eine über alle Fächergrenzen hinweg gleichförmig ablaufende oder global einheitliche Entwicklung mit nur wenigen Traditionssträngen gab, sondern vielfältige Ansätze und Versuche an sehr unterschiedlichen Orten.   

Diese wechselvollen Entwicklungsgänge sollen im geplanten Sammelband nachvollzogen und weitergeschrieben werden. Sie beginnen in den 1940er Jahren, laufen über die wichtige – mit der eigentlichen Prägung des Begriffs Digital Humanities (DH) – verbundene Konsolidierung in den frühen 2000er Jahren und über mehrere shifts und turns bis zur unmittelbaren Gegenwart mit einem facettenreichen, inzwischen institutionell fest verankerten interdisziplinären Spektrum. Es soll kritisch hinterfragt werden, welche Implikationen diese Entwicklungen für das disziplinäre Selbstverständnis der Geistes- und Kulturwissenschaften mit sich gebracht haben und welche epistemischen Versprechen digitale Methoden zeitigen. Ebenfalls wird gefragt, inwieweit die transformativen Potenziale des Computereinsatzes in den Geisteswissenschaften für die aktuelle Forschungslandschaft, aber auch die breite Öffentlichkeit, bereits ausgeschöpft werden. Über allem schwebt die Frage nach der Zukunft und Einheit der DH, die eng verwoben ist mit Herausforderungen der Curriculargestaltung und der akademischen Selbstorganisation. 

Geleitet wird die geplante Publikation insbesondere von der Frage, inwieweit die Praxis der DH durch die Zeit und Struktur, in der sie stattfindet, verändert wird. Der Fokus der Betrachtung soll auf dem deutschsprachigen Raum liegen und der Nachzeichnung lokal verorteter wie internationaler Geschichte(n) und Ausprägungen der digitalen Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum multiperspektivisch und multimodal Raum geben. Dies geschieht angesichts des Bewusstseins, dass Digital Humanists, obwohl sie einer globalen Gemeinschaft angehören, in nationalen und lokalen Kontexten arbeiten. Gibt es lokale, föderale oder nationale Eigenheiten, die eine besondere Tradition prägen oder anschlussfähig sind, die sich erst im internationalen Vergleich aufzeigen lassen – sei es mit Blick auf die besondere Rolle der “Kleinen Fächer”, sei es in Hinblick auf Universitätsstrukturen, sei es auf eine eigenständige “kontinentale” Traditionslinie? Die geplante Publikation bietet daher Raum für eine kritische Betrachtung der hochgradig spezifischen und zeitlich wie örtlich geprägten Vielzahl der technologischen Manipulationen und Eingriffe in die Materialien, mit denen Digital Humanists arbeiten, und der  Ausprägungen der Digital Humanities in regional und sprachlich bedingten Kontexten. 

Die geplante Publikation hat folgende Ziele: 

1) Anregungen zu geben, die DH in ihrer Vielfalt historisch zu erforschen; 

2) aktuelle Aktivitäten und Initiativen der DH vor ihrem historischen Hintergrund kritisch zu analysieren und weiterzudenken;  

3) kreative Überlegungen dazu zu fördern, wie zukünftig sichergestellt werden kann, dass die DH zum Wissen und Verständnis von menschlichen Äußerungen, Handlungen und kulturellen Akten beitragen.

Die Herausgeber*innen des Sammelbandes verfolgen dabei einen offenen und inklusiven Ansatz: Die lineare, chronologische Geschichte (grand narrative) soll durch die Anlage als Triptychon “aufgebrochen” werden, um einer Vielzahl von Perspektiven und Stimmen Raum zu geben. Dabei geht es nicht nur um die kritische Betrachtung von Gründungsmythen oder das Aufzeigen von Pionierleistungen, Trends und Brüchen. Es geht auch darum, kritisch zu hinterfragen, wer mit im Big Tent der DH sitzen darf, welche Stimmen bislang ungehört oder unterrepräsentiert sind. Des Weiteren sollen auch traditionelle Formen des wissenschaftlichen Publizierens in den Geisteswissenschaften aufgebrochen werden. Dies ist auch deshalb spannend, weil die DH selbst bereits eine beträchtliche Menge an Varianten und Ephemera sichtbar gemacht oder erzeugt haben: eine Vielzahl an „born-digital“, „digitized“ sowie “traditionelle” Forschungsdaten – von beruflichen E-Mails bis hin zu persönlichen Tweets.

Die multiperspektivische, ein monolithisches Verständnis der DH ablehnende Herangehensweise soll die unterschiedliche disziplinären und interdisziplinären Kontexte der Wissensproduktionen der DH am Schnittpunkt von Geistes- und Kulturwissenschaften, Informatik, Informationsverarbeitung und Informationswissenschaft sowie changierende internationale, nationale und lokale Strukturen und Kontexte aufzeigen.

Die Herausgeber*innen planen in Teilkoordination folgende Bestandteile des Triptychons:  

  1. Melanie Seltmann + Christopher Nunn: BE-FORSCHEN: “klassische” Artikel 
  2. Ulrike Wuttke + Anne Baillot IN EIGENEN WORTEN: audio(visuelle) Formate (TBA)
  3. Christian Schröter (geb. Vater) + Christian Wachter: ARTEFAKTE: Artefaktbiografien zu Fallbeispielen des Computereinsatzes in den Geisteswissenschaften

Wir bitten um Abstracts von 1200 Zeichen (mit Leerzeichen) auf Deutsch oder Englisch bis zum 14.05.2024 für die Kategorien BE-FORSCHEN oder ARTEFAKTE. Bitte beachten Sie: Für das Format In eigenen Worten ist eine individuelle Ansprache geplant und sind momentan keine Abstracts einreichbar. 

Wir laden potenzielle Beitragende dazu ein, diverse Themen und Perspektiven als Vorschlag einzubringen, z. B. aus den Bereichen:

  • Wissenschaftsgeschichte,
  • Organisationsgeschichte,
  • Technikgeschichte,
  • fachliche Verortungen in Kontinuität und Wandel,
  • Perspektiven von Einzelfächern,
  • beachtenswerte lokale Initiativen,
  • objektorientierte Betrachtungen,
  • Gender, Diversity, Empowerment,
  • Kritik,
  • Mehrsprachigkeit, Repräsentativität,
  • (Irr- und Holz-)Wege
  • … 

Bitte senden Sie Ihre Vorschläge an die Herausgeber*innen: global-local-dh@listserv.dfn.de 

Für Fragen können Sie sich an die korrespondierende Hauptherausgeberin Ulrike Wuttke unter der gleichen E-Mail-Adresse wenden: global-local-dh@listserv.dfn.de

Auch die Nominierung Dritter ist möglich: Haben Sie einen interessanten thematischen Vorschlag, bringen Sie uns in Kontakt oder geben Sie uns einen Hinweis. 

Die Publikation ist als Open-Access-Publikation mit externem Review unter der Lizenz CC-BY 4.0 bei Melusina Press geplant (Erscheinungsdatum voraussichtlich Ende 2025). 

Wir freuen uns auf Ihre Einreichungen! 

Mit freundlichen Grüßen

Ulrike Wuttke, Melanie Seltmann, Christian Schröter (geb. Vater), Anne Baillot, Christian Wachter und Christopher Nunn

Professur für digitale Methoden an der Universität des Saarlandes; Frist 7. März

2024年2月24日 17:34
An der Philosophischen Fakultät der Universität des Saarlandes ist zum 01.10.2024 eine W2-Professur (mit Tenure-Track auf W3) für digitale Methoden
und ihre Anwendung in den Geisteswissenschaften zunächst für die Dauer von max. sechs Jahren im Beamtenverhältnis auf Zeit zu besetzen. Bei Erbringung herausragender Leistungen in Forschung und Lehre ist die Übertragung einer unbefristeten W3-Professur vorgesehen.
Achtung: Die Bewerbungsfrist endet leider bereits am 7. März 2024.
Den Ausschreibungstext mit der Liste der einzureichenden Unterlagen finden Sie auf dieser Internet-Seite:
https://www.uni-saarland.de/fileadmin/upload/verwaltung/berufungen/W2429_W2TTW3_DigitalMethods-DE.pdf

Für Nachfragen steht Ihnen zur Verfügung:
Prof. Dr. Stefanie Haberzettl
Dekanin der Philosophischen Fakultät

Campus B3 1, Raum 0.02
Universität des Saarlandes
Tel: 0681-302-2300 (Geschäftsführung)
Fax: 0681-302-4234

Lehrstuhl Deutsch als Fremd- und Zweitsprache
Fachrichtung Germanistik
Campus A2.2 R. 3.03
66123 Saarbrücken

Tel: 0681-302-2937, -3559 (Sek.)
Fax: 0681-302-4816

http://www.uni-saarland.de/lehrstuhl/haberzettl.html

Berichte von DH2023 ADHO Conference Bursary Award Empfänger*innen

2023年11月19日 23:17

As one ADHO’s constituent organizations and sponsor of DH2023 the Association for Digital Humanities in the German Speaking Areas (DHd) congratulates all recipients of ADHO-Travel bursaries for DH2023 at Graz (Austria). To promote these bursaries and to encourage applications in coming years DHd has asked recipients from the German speaking areas to write individually short blog posts about their experiences.

These posts are part of the series (German and English):

Enjoy reading and consider applying for ADHO-travel bursaries for DH2024 (Washington)!

Also DHd-offers travel bursaries for its annual conference and (new) independent travel bursaries.

Bericht von der DH2023 Graz (ADHO-Travel Awards)

2023年11月19日 23:13

Autorin: Ruth Sanders (BBAW)

As one ADHO’s constituent organizations and sponsor of DH2023 the Association for Digital Humanities in the German Speaking Areas (DHd) congratulates all recipients of ADHO-Travel bursaries for DH2023 at Graz (Austria). To promote these bursaries and to encourage applications in coming years DHd has asked recipients from the German speaking areas to write individually short blog posts about their experiences. This post is part of the series.

Seit 2021 bin ich wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und arbeite als Entwicklerin in der Abteilung TELOTA (The Electronic Life Of The Academy) an digitalen Editionen. Im Rahmen des DFG-Projekts „Der deutsche Brief im 18. Jahrhundert“ entwickle ich u. a. die Suchfunktionen von correspSearch weiter. Im Juli 2023 erhielt ich die Möglichkeit an der DH2023 in Graz teilzunehmen und correspSearch vorzustellen, einen Webservice, der die Suche nach historischen Briefen unterstützt. Es war für mich die erste DH-Konferenz und ich hatte das Glück eine der Stipendiat:innen des ADHO-Travel Bursary zu sein. Mit diesem Stipendium wird die Teilnahme junger Wissenschaftler:innen an dieser internationalen Tagungen gefördert. Dies umfasste eine Pauschale für Reisekosten und eine Einladung zum Conference Banquet.

Die DH2023 hatte viel zu bieten. Ganz oben auf der Liste stand die Möglichkeit sich mit Kolleg:innen aus der ganzen Welt zu vernetzen. Zwischen den Sitzungen, während des gemeinsamen Abendessens, in der Straßenbahn oder in der Eisdiele, jede:r war immer bereit ins Gespräch zu kommen. So lernte ich in kürzester Zeit Digital Humanists aus Kanada, den USA, Schottland, England, Hongkong und Finnland kennen und erfuhr von den verschiedensten Projekten. Als Neuling in den Digital Humanities beschleicht einen schnell das Gefühl, dass sich alle kennen. Die Tagung war daher der perfekte Ort, um Anschluss zu finden. Insbesondere den Austausch mit den promovierenden Teilnehmer:innen fand ich prägend. Ich finde es immer sehr spannend zu erfahren, wie andere zu den Digital Humanities gekommen sind und was sie noch alles vorhaben. Ich konnte die Motivation und Neugier förmlich spüren.

Es wurde natürlich nicht nur Eis gegessen und erzählt. Auch das Programm der Konferenz war überwältigend und anregend. In sieben parallelen Sitzungen, die sich an drei Tagen von morgens bis abends erstreckten, konnte ich Vorträge besuchen, die mit meiner Arbeit zu tun hatten, aber auch Einblicke in andere, mir weniger bekannte Bereiche gewinnen. Besonders interessant fand ich die Sitzungen zu ‚Networks and graphs‘ und ‚Gender asymmetries‘. Für mich ganz neue Themen wurden wiederum in der Sitzung ‚Geospatial methods‘ besprochen, z. B. die digitale Rekonstruktion der Fassaden von Venedig. Das Gleiche galt für die Workshops vor der Konferenz. Ich kann allen nur empfehlen an so vielen Workshops wie möglich teilzunehmen. Sie sind eine großartige Möglichkeit, neue Fähigkeiten zu erlernen (in Bezug auf Methoden, Werkzeuge, Denkweisen usw.), und sie sind der perfekte Einstieg in den Wirbelwind des Wissens, der die DH-Konferenz ist.

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