Polifonia ist ein gerade abgeschlossenes Forschungsprojekt, finanziert aus dem EU Horizon 2020 Programm, das nun seine Forschungsresultate einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Situiert zwischen Musikinformation- und dokumentation, Musikwissenschaft und neuen semantischen Web Technologien, bietet das Polifonia Portal einen neuartigen Zugang zum musikalischen kulturellen Erbe Europas.
Eine Lösung für das Problem zersplitterter Musikinformation
Das musikalische Erbe Europas ist reichhaltig, es umfasst Bibliotheken von Noten, Musikaufnahmen, Informationen über Musikveranstaltungen, über Komponisten, usw usf.. Vieles davon ist bereits digitalisiert, und wird auch über das Internet angeboten: aber von unterschiedlichen Anbietern, in unterschiedlichen Formaten, und mit unterschiedlichen Zugangsbedingungen. Das Polifonia Portal ermöglicht eine völlig neue Art des Zugangs. Es vereint Quellen ganz verschiedener Herkunft und ermöglicht es, in die Welt der Musik auf unterschiedliche Weise einzutauchen. Das Projekt selbst hat bereits große Sammlungen (etwa von niederländischen Volksliedern oder von französischen Musikbibliotheken) integriert, die nun mit dem Portal erkundet werden können.
Eine herausragende Rolle für die künstliche Intelligenz
Ebenso wichtig wie das gegenwärtige Portal, sind die Technologien, die benutzt wurden um das Portal aufzubauen. Diese sind als open source verfügbar, und ermöglichen es in Zukunft sowohl weitere Sammlungen in das vorhandene Portal ein- und dadurch miteinander zu verbinden, als auch ähnliche Portale für andere Inhalte zu gestalten.. Die technologische Basis von allem sind sogenannte Wissensgraphen (knowledge graphs) und deren in Ontologien festgelegte Wissensorganisationen. Künstliche Intelligenz wurde eingesetzt, um Lücken in der Musikdokumentation zu schließen. Aber am Ende ist das Wichtigste, einem breiten Publikum Musik auf neue Weise näher zu bringen, und neugierig darauf zu machen, wie Musik neu erforscht und erfahren werden kann.
Zufällige Entdeckungen
Das Polifonia Portal, ein Webportal, lädt Nutzer zur Erkundung von fünf spezialisierten Suchbereichen ein. Diese wurden basierend auf Nutzerstudien ausgewählt, um sowohl eine effiziente gezielte Suche als auch eine mehr zufällige Erkundung des musikalischen Erbes möglich zu machen. Automatische Vorschläge von Suchbegriffen (suggestions) und Filteroptionen (categories) unterstützen die Verfeinerung der Recherche.
Um eine Suche durch verschiedenartige Bestände zu ermöglichen, müssen erst die Informationen, die diese Bestände beschreiben, miteinander verbunden werden. Basierend auf dieser aufwändigen Integrationsarbeit enthüllt das Portal dann vorher verborgene Verbindungen und ermöglicht neuartige Erzählungen über Elemente und Ereignisse in der reichen europäischen Musiklandschaft. Es bietet den Nutzern eine umfassende und vernetzte Sicht auf unser kulturelles Erbe. Die Benutzererfahrung des Portals ist so gestaltet, dass sie zufällige Entdeckungen begünstigt, anstatt bereits vorgegebene Pfade anzubieten.
Erste positive Berichte von Nutzern über solche zufälligen Entdeckungen lesen sich wie: „Das ist ein wahr gewordener Traum, ich wusste nicht, dass es so ein Tool gibt. Eine Suche nach Punkrock führte mich zu digitalisierten Comics über Rancid und Punk-Subkulturen”.
Hinter dem Portal steht die Gemeinschaftsarbeit von führenden Europäischen Universitäten, Forschungsinstitutionen (der Università di Bologna, die Open University, die University of Galway, die Meertens Instituut-KNAW, das King’s College London und das Centre National de la Recherche Scientifique) mit Einrichtungen, die über grosse Musiksammlungen verfügen (das italienische Ministero della Cultura, das französische Conservatoire National des Arts et Metiers, und das Nederlands Instituut voor Beeld & Geluid). Das Portal basiert auf mehreren Datensätzen, die von Polifonia-Partnern und darüber hinaus erstellt wurden, nämlich: musoW, MEETUPS, CHILD, BELLS, MusicBO, ORGANS, FoNN, TUNES und Wikidata.
Zusätzliche von Polifonia entwickelte Tools
Dies ist bei weitem nicht alles, was dieses vierjährige Projekt hervorgebracht hat. Die Forschung und Entwicklung im Rahmen der Arbeitspakete und der 10 Pilotprojekte umfasste auch die Veröffentlichung von Open-Source-Software, Datensätzen und Ontologien, wie z. B.: Pitchcontext, MELODY, Polifonia Knowledge Extractor, Polifonia Corpus Annotation, Sparql Anything, Polifonia Corpus, CLEF, LHARP, FACETS, Frequently Occuring Patterns, TONALITIES, Roman Chord Ontology, Music Meta, Jams Ontology, Roman Chord APIs, ChoCo, Polifonia Lexicon und MOZ. Darüber hinaus wurden haptische Geräte für hörgeschädigte Zuhörer entwickelt und Experimente mit „Deep Listening“ durchgeführt. Diese Ergebnisse stellen insgesamt den Höhepunkt der Projektanstrengungen dar und sind als Teil des sogenannten ‘Ecosystem’, Polifonia-Ökosystems, dokumentiert. Letzteres zielt daruf ab, Forschung und Innovation in den Musikwissenschaften, den digitalen Geisteswissenschaften insgesamt voranzutreiben und zu einer Bewahrung des Kulturerbes im digitalen Zeitalter beizutragen.
Weitere Informationen
Web Portal Hier gelangen Sie zum Web Portal: https://polifonia.disi.unibo.it/portal/
Ecosystem Polifonia-Daten, -Tools und -Dokumentationen sind frei zugänglich und können hier abgerufen werden: https://polifonia-project.github.io/ecosystem/
Kontakt Anfrage zum Webportal: Marilena Daquino, Senior assistant professor, Fachbereich Klassische Philologie und Italianistik. Università di Bologna <marilena.daquino2[@]unibo.it> Untersuchung über das Ecosystem: Enrico Daga, Senior Research Fellow Fakultät für Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik. The Open University <enrico.daga[@]open.ac.uk>
Für das an der Klassik Stiftung Weimar angesiedelte, international einzigartige digitale Editionsprojekt „PROPYLÄEN. Forschungsplattform zu Goethes Biographica“ – eine Langzeitkooperation der Klassik Stiftung Weimar mit der Akademienunion – ist im Goethe- und Schiller-Archiv zum nächstmöglichen Zeitpunkt folgende Projektstelle in Vollzeit (40h/Woche) zu besetzen:
Wissenschaftlicher Mitarbeiter (m/w/d) mit Schwerpunkt Digital Humanities/Softwareentwicklung E 13 TV-L, Kennziffer: 46/2023
Die Stelle ist zunächst befristet bis zum 31. Dezember 2028. Eine Weiterbeschäftigung bis Laufzeitende der PROPYLÄEN 2039 wird bei positiver Evaluation des Projektes angestrebt.
Bewerbungsfrist: 31. Januar 2024.
Das sind Ihre Aufgaben:
Konzipieren und Entwickeln der Online-Publikationsplattform des Projektes
Konzipieren und Entwickeln automatisierter Datentransformationsprozesse
Aufbereiten, Anreichern, Integrieren, Vernetzen und Publizieren der im Projekt erarbeiteten Forschungsdaten (edierte Texte, Transkriptionen, Digitalisate überlieferter Handschriften, Normdaten etc.)
Begleiten und Beraten der editorischen Teams
Mitarbeit an wissenschaftlichen Publikationen und Forschungsarbeiten
Das erwarten wir:
Abgeschlossenes Hochschulstudium (Master, Diplom/Uni) im Bereich der Informatik, Computerlinguistik oder Digital Humanities
Nachweisbare Erfahrung in der Programmierung unter Verwendung verbreiteter Programmiersprachen (idealerweise 2 der folgenden: Python, JavaScript, PHP oder Perl)
Sicherer Umgang mit der Abfrage von gängigen SQL-basierten Datenbanken, wünschenswert sind hierbei Kenntnisse von Oracle
Grundkenntnisse in der Arbeit mit Oxygen
Erfahrungen mit einem Content-Management-System (bspw. Typo3) sind von Vorteil
Erfahrungen in der Datenannotation, -transformation,-integration und -publikation, vorzugsweise im philologischen, linguistischen und/oder editorischen bzw. verlegerischen Kontext sind erwünscht
Idealerweise Kenntnisse gängiger Datenstandards und Datenmodellierung im Kontext der Gedächtnisinstitutionen und/oder der digitalen Editorik (Meta- und Normdatenstandards, TEI-P5/XML etc.) und Erfahrung in webbasierter Softwareentwicklung und –architektur
Eigeninitiative, Eigenverantwortung, lösungsorientiertes Arbeiten, effiziente, strukturierte und motivierende Arbeitsweise, hohe Team- und Kommunikationsfähigkeit, Einsatzbereitschaft und Flexibilität
Wir bieten Ihnen:
eine anspruchsvolle wissenschaftliche Tätigkeit in einem hochmotivierten Team
einen Arbeitsplatz im ersten und ältesten deutschen Literaturarchiv
ein familienfreundliches und attraktives Arbeitsumfeld mit moderner IT-Ausstattung (Dienstlaptop, Headset etc.), flexiblen Arbeitszeiten und die Möglichkeit der mobilen Arbeit
Angebote zur fachlichen und persönlichen Qualifizierung
attraktive Nebenleistungen wie vermögenswirksame Leistungen und betriebliche Altersvorsorge (VBL)
kostenfreien Eintritt in alle Museen der Stiftung
Bei Fragen zur Stelle wenden Sie sich bitte an christian.hain@klassik-stiftung.de
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Die vollständige Stellenausschreibung sowie das Online-Formular zur Bewerbung ist hier zu finden:
Zur Verstärkung des an der Klassik Stiftung Weimar angesiedelten Projektes „PROPYLÄEN. Forschungsplattform zu Goethes Biographica“ ist im Goethe- und Schiller-Archiv und der Querschnittsdirektion Digitale Transformation/Innovationsmanagement zum nächstmöglichen Zeitpunkt folgende Projektstelle, mit einem Beschäftigungsumfang von 50% (20h/Woche), zu besetzen:
Wissenschaftlicher Mitarbeiter (m/w/d) mit Schwerpunkt Digital Humanities/Softwareentwicklung E 13 TV-L, Kennziffer: 36/2023
Die Stelle ist befristet bis zum 31.12.2028; Bewerbungsfrist: 8. Oktober 2023.
Das sind Ihre Aufgaben:
Mitarbeit bei der Entwicklung und Konzeption der Online-Publikationsplattform des Projektes
Konzipieren und Entwickeln automatisierter Datentransformationsprozesse
Aufbereiten, Anreichern, Integrieren, Vernetzen und Publizieren der im Projekt erarbeiteten Forschungsdaten (edierte Texte, Transkriptionen, Digitalisate überlieferter Handschriften, Normdaten etc.)
Begleiten und Beraten der editorischen Teams
Mitarbeit an wissenschaftlichen Publikationen und Forschungsarbeiten
Das erwarten wir:
Abgeschlossenes Hochschulstudium (Master, Diplom/Uni) im Bereich der Informatik, Computerlinguistik oder Digital Humanities
Nachweisbare Erfahrung in der Programmierung unter Verwendung verbreiteter Programmiersprachen (idealerweise 2 der folgenden: Python, JavaScript, PHP oder Perl)
Sicherer Umgang mit der Abfrage von gängigen SQL-basierten Datenbanken, wünschenswert sind hierbei Kenntnisse von Oracle
Grundkenntnisse in der Arbeit mit Oxygen
Erfahrungen mit einem Content-Management-System (bspw. Typo3) sind von Vorteil
Erfahrungen in der Datenannotation, -transformation,-integration und -publikation, vorzugsweise im philologischen, linguistischen und/oder editorischen bzw. verlegerischen Kontext sind erwünscht
Idealerweise Kenntnisse gängiger Datenstandards und Datenmodellierung im Kontext der Gedächtnisinstitutionen und/oder der digitalen Editorik (Meta- und Normdatenstandards, TEI-P5/XML etc.) und Erfahrung in webbasierter Softwareentwicklung und -architektur
Eigeninitiative, Eigenverantwortung, lösungsorientiertes Arbeiten, effiziente, strukturierte und motivierende Arbeitsweise, hohe Team- und Kommunikationsfähigkeit, Einsatzbereitschaft und Flexibilität