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Received before yesterday4 - 德语区数字人文研究协会博客(DHd-Blog)

CfP: Editopia – Zur Zukunft von Dokumentologie und Editorik im Postdigitalen

2026年3月10日 01:31

Das Institut für Dokumentologie und Editorik (IDE) schaut in die Glaskugel und fragt: Wie werden sich digitale Editionen in den nächsten 20 Jahren entwickeln? Auf der Suche nach Antworten veranstalten wir am 02.-04. September 2026 in Wuppertal eine Konferenz und laden herzlich zu Paper-Proposals ein. Details dazu auf https://editopia2026.i-d-e.de/. Einreichungsfrist ist der 22. März 2026.

Die Benachrichtigung über die Annahme erfolgt bis Ende April 2026. Eine Publikation ausgewählter Beiträge ist in der SIDE-Schriftenreihe vorgesehen. Die Konferenzsprachen sind Englisch und Deutsch. Die Teilnahme ist auf 60 Personen begrenzt. Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben.

  • Format: Vorträge, 20 Minuten Länge
  • Abstract: 2000-4000 Zeichen inkl. Leerzeichen und Referenzen
  • Deadline: 22. März 2026
  • Sprachen: Englisch und Deutsch
  • Teilnehmer: max. 60 Personen
  • Gebühr: keine

CfP: Barcamp „Digitale Perspektiven auf visuelle Phänomene“ (17. bis 18.09.2025)

2025年5月18日 19:34

Ausrichter: Institut für Digital Humanities, Georg-August-Universität Göttingen und Institut für Kunstgeschichte, Ludwig-Maximilians-Universität München
Veranstaltungsort: Carl Friedrich von Siemens Stiftung (Südliches Schloßrondell 23, 80638 München)

Lange Zeit hieß es, dass Digitalität in den Geisteswissenschaften Einzug halten würde – heute ist sie vielerorts bereits gefestigter Bestandteil des methodischen Repertoires und der Forschungsperspektive. Dies gilt insbesondere für die literatur- und sprachwissenschaftlichen Disziplinen. Aber ebenso zahlreiche bildorientierte Fächer setzen zunehmend mit innovativen Projekten neue Maßstäbe. Dabei steht immer eines im Mittelpunkt: die computergestützte Auseinandersetzung mit dem Bild. Unabhängig davon, ob es sich um ein Gemälde aus dem 16. Jahrhundert, eine zeitgenössische Briefmarkensammlung, das filmische Œuvre von David Lynch oder antike Wandmalereien handelt, sind wir häufig mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert: Wie repräsentativ ist ein digitales (Ab-)Bild? Wie lassen sich visuelle Phänomene annotieren und abgrenzen? Und wie können geisteswissenschaftliche Methoden in Algorithmen übersetzt werden?

Um den interdisziplinären Austausch zwischen diesen verschiedenen Disziplinen zu fördern, laden wir herzlich zu einem Barcamp vom 17. bis 18. September 2025 ein. Das Barcamp richtet sich an Masterstudierende, Doktorand:innen und frühe Postdoktorand:innen mit einem geisteswissenschaftlichen Schwerpunkt auf visuelle Medien und Phänomene. Angesprochen sind dabei sowohl Vertreter:innen der Digital Humanities und informatiknaher Disziplinen als auch der Archäologien, der Bild-, Film- und Geschichtswissenschaften, der Kunstgeschichte und Visual Culture Studies – sowie alle Fächer, die sich im weitesten Sinne mit dem Bild beschäftigen. Voraussetzung ist ein konkretes Forschungsvorhaben, das entweder bereits mit computergestützten Methoden oder aus einer digitalen Perspektive durchgeführt wird oder sich gewinnbringend erweitern lässt. Das Programm umfasst neben einer Keynote kurze Impulsvorträge zu den aktuellen Qualifikationsarbeiten, Breakout-Sessions zu theoretischen und praktischen Herausforderungen im Umgang mit digitalen Bildern sowie Hands-on-Demos zu digitalen Tools.

Da in den genannten Bereichen nach wie vor ein ausgeprägter Gender Divide besteht und Frauen häufig unterrepräsentiert sind, ermutigen wir insbesondere Studentinnen, Doktorandinnen und Postdoktorandinnen, an dem Barcamp teilzunehmen. Anmeldungen von weiblichen oder diversen Studierenden werden bei gleicher Qualifikation grundsätzlich bevorzugt. Teilnehmer:innen aus Deutschland sowie dem deutschsprachigen Ausland (Österreich, Schweiz) sind ausdrücklich willkommen. Es werden bis zu 30 Teilnehmer:innen zugelassen. Dank der Unterstützung durch das Department Kunstwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München können bis zu 15 Reisekostenstipendien in Höhe von jeweils maximal 200,00 € vergeben werden. Diese richten sich an auswärtige Teilnehmer:innen ohne eigene Finanzierungsmöglichkeiten.

Bitte senden Sie Ihre aussagekräftige Bewerbung bis zum 30. Juni 2025 an Marta Kipke (marta.kipke@uni-goettingen.de) und Stefanie Schneider (stefanie.schneider@itg.uni-muenchen.de). Die Bewerbung sollte enthalten: ein Motivationsschreiben (max. 2 Seiten), das Ihr Interesse an dem Barcamp sowie Ihr Forschungsvorhaben beschreibt; einen kurzen Lebenslauf (max. 2 Seiten); und einen Hinweis, ob Sie ein Reisekostenstipendium in Anspruch nehmen möchten. Bei Rückfragen oder spezifischen Bedarfen bezüglich der Barrierefreiheit der Veranstaltung oder der Räumlichkeiten melden Sie sich bitte möglichst frühzeitig per E-Mail.

Call for Papers: FORGE 25 – Daten neu denken

2025年3月14日 23:14

Die Konferenz FORGE – Forschungsdaten in den Geisteswissenschaften – findet unter dem Motto „Daten neu denken“ vom 24. bis zum 26. September 2025 an der Universität Rostock statt.

Mit der diesjährigen FORGE möchten wir neue Formen von Forschungsdaten in den Blick nehmen, vorhandene Daten in neuer Weise durchdringen, den Umgang mit Forschungsdaten in innovativer Weise gestalten und die Forschungsdaten und ihr Management neu durchdenken. Ziel ist es, unsere Forschungsdaten kritisch zu reflektieren, unbeachtete Aspekte in den Daten zu identifizieren, ihre Qualität zu optimieren, sie stärker sichtbar und besser nachnutzbar machen. Auch sollten wir neue gesellschaftliche und technische Entwicklungen für geisteswissenschaftliche Forschungsdaten berücksichtigen und nutzen und als Forschende in neuer Weise kompetent im Umgang mit unseren Daten werden. Wir rufen daher unter dem Motto „Daten neu denken“ zu Einreichungen zur FORGE25 auf.

Der Call for Papers für die FORGE25 ist nun veröffentlicht und unter https://www.forge25.uni-rostock.de/call-for-papers/ vollständig einzusehen!

Beiträge (Workshops, Vorträge und Poster) können bis zum 30. April 2025 eingereicht werden. Eine Benachrichtigung über die Annahme der Beiträge erfolgt am 15. Juni 2025.

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge zur FORGE25!

Call for Abstracts: LLM fails – Failed experiments with Generative AI and what we can learn from them

2024年10月4日 20:05

**automatic English translation below**

Workshop am 8. und 9. April 2025 im Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim

Visit our Workshop-Website  to stay up-to-date.

Organisation: Annelen Brunner, Christian Lang, Ngoc Duyen Tanja Tu

Gescheiterte Experimente finden für gewöhnlich keinen Platz im wissenschaftlichen Diskurs, sie werden verworfen und nicht publiziert. Wir glauben, dass dadurch potenzieller Erkenntnisgewinn verloren geht. Schließlich ermöglicht eine systematische Reflexion über die Gründe des Scheiterns, angewendete Methoden zu hinterfragen und/oder zu verbessern. Zudem kann bei der Wiederholung zuvor gescheiterter Experimente explizit Fortschritt ermittelt werden, wenn diese dann gelingen. Die Diskussion und Dokumentation von Fehlschlägen schafft somit aus Perspektive der Methodenreflexion einen Mehrwert für die wissenschaftliche Gemeinschaft. Dies gilt umso mehr in einem Bereich wie der Forschung zu und mit Generativer Künstlicher Intelligenz, die nicht auf eine jahrzehntelange Tradition zurückblicken kann und in dem Best Practices erst ausgehandelt werden.

In diesem Workshop stehen linguistische und NLP-Experimente mit Generativer Künstlicher Intelligenz im Fokus, die nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht haben, beispielsweise, aber nicht beschränkt auf:

  • Einsatz einer Generativer KI als Named-Entity-Recognizer
  • Einsatz einer Generativer KI zur automatischen Transkription von gesprochenen Sprachdaten
  • Einsatz einer Generativer KI zur Erstellung von Wörterbuchartikeln
  • Einsatz einer Generativen KI zur Detektion von Sprachwandelphänomenen

Im Beitrag sollte klar werden, inwiefern dieses Scheitern zum Erkenntnisgewinn bezüglich der Arbeit mit Generativer KI beitragen kann.

Unveröffentlichte Beitragsvorschläge können bis zum 02.12.2024 in Form eines Abstracts (500-750 Wörter) in deutscher oder in englischer Sprache anonymisiert an folgende Mailadresse gesendet werden:

llmfails(at)ids-mannheim.de

Über die Annahme der Beiträge entscheidet das Organisationsteam bis zum 16.12.2025. Bei Annahme des Beitrags wird die Ausarbeitung zu einem short paper (4-6 Seiten ohne Referenzen) auf Englisch bis zum 15.02.2025 erbeten. Es ist geplant, die angenommenen short paper zu veröffentlichen.

Der Workshop findet vom 8.-9.4.2025 (Lunch-to-Lunch) am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim statt. Die 20-minütigen Vorträge können auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.

Call for Abstracts (English)

Failed experiments typically have no place in scientific discourse; they are discarded and not published. We believe this leads to a loss of potential knowledge. After all, a systematic reflection on the reasons for failure allows for the questioning and/or improvement of methods used. Furthermore, when previously failed experiments are repeated and succeed, explicit progress can be determined. Thus, the discussion and documentation of failures creates added value for the scientific community from the perspective of methodological reflection. This is even more relevant in a field like research into and with Generative Artificial Intelligence (AI), which cannot look back on decades of tradition and where best practices are still being negotiated.

This workshop focuses on linguistic and NLP experiments with Generative AI that did not yield the desired results, such as but not limited to:

  • Using Generative AI as a Named-Entity Recognizer
  • Using Generative AI for automatic transcription of spoken language data
  • Using Generative AI for the creation of dictionary entries
  • Using Generative AI for the detection of language change phenomena

The contribution should clarify how this failure can contribute to knowledge gain regarding the work with Generative AI.

Unpublished proposals can be submitted anonymously as an abstract (500-750 words) in either German or English to the following email address by December 2, 2024:

llmfails(at)ids-mannheim.de

The organization team will decide on the acceptance of contributions by December 16, 2025. If a contribution is accepted, a short paper (4-6 pages without references) in English will be requested by February 15, 2025. The accepted short papers are planned to be published.

The workshop will take place from April 8-9, 2025 (Lunch-to-Lunch) at the Leibniz Institute for the German Language in Mannheim. The 20-minutes presentations can be given in either German or English.

Important dates:

Deadline Abstract: December 2, 2024

Notification: December 16, 2025

Deadline short paper: February 15, 2025

Workshop: April 8-9, 2025 (Lunch-to-Lunch) at the Leibniz Institute for the German Language, Mannheim

generated with GPT-4o

Call for Posters: Text+ Plenary 2024 in Mannheim

2024年8月13日 19:55

Am 10. und 11. Oktober 2024 trifft sich das Text+ Konsortium zu einer Konferenz mit allen Mitarbeitenden und Interessierten, darunter auch Delegierte aus Fachverbänden und -verbünden, um sich über den Projektfortschritt und die aktuellen Entwicklungen auszutauschen. Die diesjährige Konferenz zum Thema „Große Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) und deren Nutzung“ findet in den Räumen des Schlosses in Mannheim statt.

Im Rahmen einer Postersession wird es die Gelegenheit geben, einem breiten Fachpublikum aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema LLMs und deren Nutzung zu präsentieren.  Insbesondere sollen die folgenden Schwerpunkte berücksichtigt werden:

  • Datenintegration in LLMs,
  • Domänenanpassung,
  • Wissensextraktion,
  • Anwendungen von KI-Methoden auf Text- und Sprachdaten,
  • (Vor-)Verarbeitung von Text- und Sprachdaten für die Integration von Daten, und
  • Infrastrukturen für Text- und andere Sprachdaten im Zusammenhang mit LLMs und anderen KI-basierten Verfahren.

Es werden maximal 15 Posterplätze vergeben, und wir freuen uns auf vielfältige Einreichungen, sowohl von Mitgliedern des NFDI-Konsortiums Text+ als auch von externen Forschenden.

Um einen Poster-Vorschlag einzureichen, senden Sie bitte bis zum 31.08.2024 eine PDF-Datei mit einem Abstract von 300 bis 500 Wörtern per E-Mail an textplus-events@ids-mannheim.de. Die Auswahl der Abstracts erfolgt anschließend bis zum 15.09.2024 durch das Programmkomitee.

Die Abstracts der ausgewählten Poster werden im Veranstaltungsprogramm veröffentlicht. Ein Best-Poster-Award, dotiert mit 150 EUR, wird an das beste Poster verliehen.

Alles Wichtige auf einen Blick:

  • Veranstaltung: Text+ Plenary 2024
  • Datum der Postersession: 10. Oktober 2024
  • Ort: Mannheim, in den Räumlichkeiten des Schlosses
  • Thema: Large Language Models (LLMs)
  • Veranstaltungswebsite:  https://text-plus.org/aktuelles/veranstaltungen/2024-10-10-text-plenary/
  • Konferenzsprache: Deutsch (Poster und Abstracts können auf Deutsch oder Englisch eingereicht werden)
  • Kosten: Die Teilnahmekosten für die Konferenz werden für die Text+ Community einschließlich Postereinreichende durch Text+ übernommen. Sie tragen nur Ihre Reisekosten.
  • Einreichungsfrist: 31. August 2024
  • Benachrichtigung über Annahme: 15. September 2024

Call for Experiments: Generative KI, LLMs und GPT bei digitalen Editionen (DHd2024)

作者ZIM-IG
2023年12月19日 04:04

Im Zuge unseres bevorstehenden Workshops “Generative KI, LLMs und GPT bei digitalen Editionen” auf der Dhd24, lädt das Institut für Dokumentologie und Editorik (IDE) zur Einreichung experimenteller Beiträge ein, die sich mit den Anwendungsmöglichkeiten und Herausforderungen KI-basierter Tools wie GPT und Large Language Models (LLMs) in digitalen Editionen auseinandersetzen. In diesem Workshop sollen konkrete Anwendungsfälle präsentiert und diskutiert werden, in denen GPT-4 oder alternative LL-Modelle auf Basis unterschiedlichen Quellenmaterials für die vorgegebenen Szenarien experimentell erprobt und hinsichtlich ihrer Potenziale, Grenzen, Probleme sowie ethischen und theoretischen Implikationen diskutiert werden, um darauf aufbauend anhand der gewonnenen Erkenntnisse zu erörtern, welchen Einfluss diese Technologien auf die digitalen Editionen der Zukunft haben könnten.

Wir starten daher einen Call for AI-Experiments zu jeglichen Themenbereichen die im Zusammenhang mit digitalen Editionen stehen, einschließlich (aber nicht beschränkt auf):

  • Überführung von unstrukturiertem Text (Transkription) in strukturierten Text (Markup)
  • Überführung von strukturiertem Text in explizite Datenstrukturen
  • Named Entity Recognition, Normalisierung und Anreicherung
  • Kontextspezifische Annotationen
  • Fehlermanagement und Datenkontrolle
  • Integration in Arbeitsabläufe
  • Planung, Konzeption und Evaluierung digitaler Editionen
  • Webentwicklung und Benutzeroberflächen
  • Fine Tuning, Prompt Tuning, Prompt Engineering und Vektordatenbanken

Um einen Beitrag einzureichen, senden Sie bitte eine halbseitige Skizze und Link zum Chat-Protokoll (wenn möglich) an ki@i-d-e.de bis zum 14. Januar 2024. Die Vorschläge werden von den Organisator:innen (Mitgliedern des IDE) des Workshops begutachtet, die Benachrichtigung über die Annahme erfolgt bis zum 26. Januar 2024.

Im Namen des IDE

Christopher Pollin, Alexander Czmiel, Stefan Dumont, Franz Fischer, Christiane Fritze, Patrick Sahle, Thorsten Roeder, Torsten Schaßan, Markus Schnöpf, Martina Scholger, Georg Vogeler

Detail

Call for Reviews Papers: Tools and Environments for Digital Scholarly Editing

2023年10月11日 19:17

The Institute for Documentology and Scholarly Editing (IDE) is calling for contributions to a issue of the review journal RIDE, dedicated to “Tools and Environments for Digital Scholarly Editing.”

The entire call is published under:
https://ride.i-d-e.de/reviewers/call-for-reviews/tools-and-environments-for-digital-scholarly-editing/

If you would like to write a review please contact the editors, Roman Bleier (University of Graz) and Stefan Dumont (Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities). Submissions will be accepted until 31 January 2024.

Call for Articles „Schnittstelle Mediävistik“

2023年10月3日 21:23

Kollaborationen der Mittelalterforschung im digitalen Zeitalter

Themenheft 2025/1 von Das Mittelalter

Im Namen der Herausgeberinnen und des DFG Netzwerks „Offenes Mittelalter“.

Der Begriff der Schnittstelle
Die Mediävistik ist ein per definitionem interdisziplinär ausgerichtetes Fachgebiet. Aufgrund ihrer
heterogenen, oftmals fragilen und nicht leicht zugänglichen Forschungsgegenstände und ihrer
besonderen Anforderungen haben sich Mediävist*innen schon früh der Möglichkeiten des Com-
puters bedient und sich damit als Pionier*innen der digitalen Geisteswissenschaften erwiesen.
Eine Vielzahl geisteswissenschaftlich-kultureller Praktiken blickt auf Vorläufer und Vorbilder aus
dem Mittelalter zurück, aus philologischer Tradition zählen hierzu etwa Übersetzungshilfen, The-
sauri, Konkordanzen und Annotationen. Die adäquate Darstellung der Quellen und ihre Erfahr-
barkeit im digitalen Raum sind besondere Herausforderungen, für die die Mediävistik Lösungen
entwickeln muss. Wegen der Vielfalt der Forschungsgegenstände, ihrer Historizität und ihrer
kulturhistorischen Bezugssysteme handelt es sich dabei um hochgradig interdisziplinäre Aufga-
ben. Computergestützte Ansätze und digitale Praktiken erweitern das Methodenspektrum und
schaffen neue Möglichkeiten eines nachhaltigen und vernetzten Wissensfundus. Die Mediävistik
hat in den letzten Jahren viele Ressourcen digital aufbereitet und von den technischen Möglich-
keiten profitiert, etwa im Bereich der Editionsphilologie zur Darstellung synoptischer Editionen
oder der Einbindung von Digitalisaten. Doch zumeist bleiben die erarbeiteten Mittel Insellösun-
gen. Nur in Ansätzen wurden theoretische Überlegungen entwickelt, wie einzelne Projekte mit-
einander verbunden werden können.

Das Themenheft „Schnittstelle Mediävistik“ widmet sich der computationell arbeitenden Mittel-
alterforschung in ihrer verbindungsstiftenden Funktion. Als Schnittstelle vermittelt sie zwi-
schen den Disziplinen, Digitalem und Analogem, heterogenen Forschungsgegenständen und
vielfältigen Methoden. Dabei integriert sie nicht nur Ansätze und Wissen aus anderen Fachbe-
reichen, sondern trägt auch zum Erkenntnisgewinn über ihre eigene Disziplin hinaus bei, indem
etwa Daten zu Handschriften für historische Netzwerkforschung oder Geovisualisierungen wei-
tergenutzt werden.

Das Themenheft adressiert Interdisziplinarität auf zwei Seiten: auf der Seite der Forschungs-
gegenstände, die abhängig von den Fachdisziplinen z. B. historische Daten, literarische Texte,
philologische Themen, Schrift- und Bild-Zusammenhänge und anderes untersuchen; auf der
Seite der Herangehensweisen, die je nach Fachdisziplinen ‚traditionelle‘ Arbeitsweisen und
computationelle Herangehensweisen, Annotationen, Machine-Learning-Ansätze, Modellierung,
Linked Open Data (LOD) und vieles mehr nutzen. Über die „Schnittstelle Mediävistik“ lassen
sich fachliche Heterogenität und Vielfalt der Gegenstände mit der Vielfalt der Methoden
produktiv verbinden.

Die „Schnittstelle Mediävistik“ hat in ihrer vermittelnden Funktion auch unmittelbare Auswirkun-
gen auf Aspekte der Nachhaltigkeit. Denn nur durch nachhaltig verfügbare und genormte Daten,
durch die Einhaltung von Standards und die Verwendung persistenter Identifikatoren kann eine
langfristige interdisziplinäre Forschung bzw. Nachnutzung der Daten im Wechselspiel verschie-
dener Disziplinen und Methoden ermöglicht werden.

Unter zeitgemäßer digitaler Mittelalterforschung verstehen wir außerdem auch nationale und in-
ternationale Forschungsinfrastrukturen, die von Mediävist*innen mit einem gemeinsamen Inte-
resse an einer tiefgreifenden Erschließung von Forschungsgegenständen kollaborativ gepflegt
und gestaltet werden. Dies impliziert eine Offenheit, die sich nicht nur auf die Verwendung offe-
ner Standards und die interdisziplinären Perspektiven auf heterogene Forschungsgegenstände
bezieht, sondern durch die auch eine gesamtgesellschaftliche Teilhabe am zu bewahrenden
kulturellen Erbe angestrebt wird.

Ziel des Bandes
Das Forschungsfeld des Themenhefts reicht somit von methodologischen über daten- oder ob-
jektbezogene Fragestellungen hin zu infrastrukturellen Aufgaben, die unter den Aspekten der
digitalen Nachhaltigkeit und Vernetzung vereint werden. Ziel des Bandes ist, kollaborative
Verfahren der Digital Humanities forschungsorientiert und praxisnah vorzustellen und die
hierfür angewandten Methoden und Praktiken zu evaluieren und zu diskutieren.
Das Themenheft soll in erster Linie dazu einladen, das methodische Feld in Bezug auf Verfahren
der Verknüpfung und Kontextualisierung zu erweitern. Mithilfe quantitativer und kontextualisie-
render Ansätze wird eine neue Qualität von Forschungsdaten erreicht, indem verstreute Infor-
mationen systematisch miteinander verknüpft werden, sodass komplexe Zusammenhänge
sichtbar und neue Zugänge geschaffen werden. Hier bieten digitale Verfahren auch neue Per-
spektiven für eine global ausgerichtete Mediävistik. Erst diese Art der Vernetzung befördert auf
lange Sicht einen Kulturwandel. Er zeichnet sich durch transparente, offene und nachhaltige
Wissenschaft ebenso aus wie durch kollaborative und innovative Forschung und die Übernahme
der gemeinsamen Verantwortung für den Aufbau und langfristigen Betrieb digitaler Arbeitsum-
gebungen und Forschungsinfrastrukturen. Zu diesen Herausforderungen der digitalen Mediävis-
tik will der Band einen Beitrag leisten.

Themenheft „Digitale Mediävistik“ (2019)
Durch seinen Bezug zu digitalen Forschungsthemen knüpft das Themenheft an das Heft „Digi-
tale Mediävistik und der deutschsprachige Raum“ (Band 24, Heft 1) an, wählt aber durch den
hier vorgeschlagenen methodischen Fokus einen anderen Zugang zu dem Forschungsfeld. Die-
ser ermöglicht es nicht nur, einzelne Aspekte des Heftes aus dieser Perspektive neu aufzugrei-
fen, sondern insbesondere, die Thematik um andere Aspekte zu ergänzen – und dabei das Po-
tenzial vernetzter Ressourcen interdisziplinär wie international zu denken. Darüber hinaus sind
die Entwicklungen in den Digitalen Geisteswissenschaften in den letzten fünf Jahren rasant fort-
geschritten.

Mögliche Themenvorschläge und Fragestellungen
Die „Schnittstelle Mediävistik“ bietet vielfältige Anknüpfungspunkte für interdisziplinäre natio-
nale wie internationale Themen von hoher Aktualität, die im Themenheft versammelt werden
sollen:

Zentrale Themen sind beispielsweise Normdaten, Forschungsdatenmanagement und Infra-
strukturprojekte wie vernetzte Repositorien- und Speichersysteme, besonders CLARIN/DA-
RIAH und die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Dazu zählen mit Text+,
NFDI4Culture, NFDI4Memory und NDFI4Objects vier geisteswissenschaftliche Konsortien, die
sich der Bewahrung des materiellen wie immateriellen Kulturerbes widmen. Für die Mediävistik
sind sie alle relevant, was den Charakter der fachlichen Schnittstelle unterstreicht. In diesem
Kontext spielt zudem einerseits die Gemeinsame Normdatei (GND) eine bedeutende Rolle, die
Standards für die Erfassung von Informationen entwickelt und die (im deutschsprachigen Raum)
größte Normdatensammlung bereitstellt. Andererseits ergeben sich durch die Nutzung von offe-
nen und kollaborativen Wissensplattformen wie Wikidata auch für die Wissenschaft neue
Möglichkeiten.

Auch Fragen nach der Modellierung von Informationen sind von Interesse, insbesondere hin-
sichtlich spezifisch mediävistischer Herausforderungen wie unsicherer Quellenlage oder ambi-
ger Informationen. Nach wie vor gibt es keinen einheitlichen Umgang mit unscharfen Daten oder
Ambiguitäten. Des Weiteren stellen textimmanente Ambiguitäten (die gar nicht disambiguiert
werden sollen) eine Herausforderung insbesondere für die digitale Erfassung von Daten dar.
Hier kann die Mediävistik also nicht auf allgemeine Standards zurückgreifen, sondern muss
(auch) fachspezifische Lösungen hervorbringen.

Die Editionsphilologie kann ebenfalls wesentlich von den hier skizzierten Möglichkeiten profi-
tieren. Für sie stellen quantitative und kontextualisierende Verfahren ein wertvolles Werkzeug
dar, das zur weiteren Generierung von Wissen und der nachhaltigen Nutzung digitaler Editionen
führen kann. Beiträge könnten etwa durchleuchten, wie das Gebiet der mediävistischen Edition-
spraxis durch kollaborative Verfahren und digitale Arbeitsmethoden an Komplexität gewinnt oder
die Daten interdisziplinär nachgenutzt werden können (z. B. Geovisualisierung).

Ein weiterer zentraler Punkt des Themenheftes können kollaborative Tools und Systeme, kol-
lektiv praktizierte De-facto-Standards und der erkenntnisgeleitete Einsatz von Forschungsin-
frastrukturen sein. Gemeinsame Initiativen wie beispielsweise Fragmentarium, Handschriften-
portal, RI OPAC, Biblissima+, IIIF, Transkribus und eScripta sind Lösungsansätze zur Bewälti-
gung und nachhaltigen Verfügbarmachung von Daten und der projektübergreifenden Nutzbar-
keit von HTR und OCR Software. Nach wie vor fehlt es aber an Dokumentationen und der Be-
schreibung von Methodologien zur Anwendung neuer Technologien auf bestehende For-
schungsdaten. Welche Erkenntnisse, positive wie negative, konnten in den Vorhaben gewonnen
werden? Besonders interessant erscheinen uns hier auch experimentelle Ansätze in der Nach-
nutzung von Forschungsdaten aus dem Bereich der interdisziplinären Mittelalterforschung sowie
Ergebnisse aus kollaborativen Forschungsprojekten.

Ein besonderes Augenmerk legen wir auf LOD, die durch die Verknüpfung strukturierter, ein-
deutig identifizierbarer Daten nicht nur die Qualität und Erschließungstiefe von Daten optimieren,
sondern durch deren Kontextualisierung auch zu einem vertieften Verständnis führen. LOD-Ver-
fahren stellen eine vielversprechende Option dar, Ressourcen zu erschließen, weiter anzurei-
chern und somit sichtbar, verfügbar und nachnutzbar zu machen. Gleichzeitig werden sie den
FAIR-Prinzipien gerecht und spiegeln damit den Anspruch einer interdisziplinären, offenen For-
schung im Sinne von Open Science wider. Es liegt in der Natur von LOD, multimodale Verlin-
kungen herzustellen, sodass auch perspektivische, disziplinenübergreifende Kollaborationen
beleuchtet werden können. Hierzu gehören insbesondere Methoden zur Kontextualisierung, die
das Erschließen jeweils geltender Episteme – eine besondere Herausforderung für historische
Bestände – ermöglichen, um eine digitale Hermeneutik zu implementieren, von der die Qualität
der Erschließungstiefe ebenso profitiert wie das Verständnis der Rezipient*innen. Disziplinen, die sich für Beiträge zu diesem Themenheft anbieten, sind demnach beispielsweise Archäologie, Byzantinistik, Didaktik, Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte, Musikwissen-
schaft, Philosophie, Religionswissenschaft, Romanistik, Theologie uvm. Auch interdisziplinäre
Digital-Humanities-Vorhaben sind willkommen, etwa aus den Bereichen Citizen Science, Open
Science und Open Education sowie Vorhaben, die den „computational turn” von händischen zu
zunehmend automatisierten Verfahren reflektieren (z. B. Deep Machine Learning).
Von reinen Projektbeschreibungen ist abzusehen, das Augenmerk soll auf Kontextualisierung,
Vernetzung und Methodenreflexion im Sinne der „Schnittstelle” gelegt werden.

Wir bitten um Abstracts von etwa 300–500 Wörtern auf Deutsch oder Englisch bis zum
15.11.2023. Bitte senden Sie Ihre Vorschläge an die Herausgeberinnen: info@offenesmittelalter.org

Herausgeberinnen:
Dr. Luise Borek – Technische Universität Darmstadt, Institut für Sprach- und Literaturwissen-
schaft, Deutschland
Dr. Katharina Zeppezauer-Wachauer – Universität Salzburg, Mittelhochdeutsche Begriffsdaten-
bank (MHDBDB), Österreich
Dr. Karoline Döring – Universität Salzburg, Interdisziplinäres Zentrum für Mittelalter und Früh-
neuzeit, Österreich
Bitte beachten Sie folgenden Hinweis: Das Themenheft erscheint bei Heidelberg University
Publishing im Open Access unter der Lizenz CC-BY-SA 4.0.

Planung des weiteren Ablaufs:
● Mitte Dezember 2023: Auswahl der Beiträge und Zusage an die Autor:innen
● Mitte Juni 2024: Einsendung der Beiträge; Weitergabe der Beiträge in die Begutachtung
● vorauss.10./11. Oktober 2024, Salzburg: Heft-Workshop im Stil einer
Autor:innenkonferenz zur Diskussion der Beiträge
● Anfang November 2024: Abgabe der auf der Grundlage der Gutachten und der
Workshopdiskussion überarbeiteten Beiträge
● 28. Februar 2025: Versand der lektorierten Beiträge zur letzten Prüfung an die
Autor:innen
● April 2025: Versand der Druckfahnen an die Autor:innen
● Mai/Juni 2025: Erscheinungstermin online und im Buchhandel

Link zur PDF Datei des Calls auf den Seiten des Mediävistenverbandes: https://www.mediaevistenverband.de/wp-content/uploads/Call_Das-Mittelalter_Schnittstelle-Mediaevistik.pdf

 

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