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Virtuelles DH-Kolloquium an der BBAW, 16.02.2026: Die KI beschreibt mein Objekt? – Anwendungsszenarien und Ausblicke für die Museumsdokumentation in Zeiten von KI

2026年2月12日 17:04

Im Rahmen des DH-Kolloquiums an der BBAW laden wir Sie herzlich zum nächsten Termin am Montag, den 16. Februar 2026, 16 Uhr c.t., ein (virtueller Raum: https://meet.gwdg.de/b/lou-eyn-nm6-t6b):

Joshua Ramon Enslin (Freies Deutsches Hochstift | museum-digital)

Spätestens mit dem Aufkommen und der Popularisierung von KI-Chatbots wie ChatGPT hat die Diskussion um die Möglichkeiten des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz auch die Museumsdokumentation erreicht.

In diesem Vortrag wird auf Basis eines generalisierten Lifecycles von Erschließungsdaten zu Museumsobjekten erst ein kurzer Überblick über bisherige Einsatzszenarien von KI mit dem Versuch einer Klassifikation präsentiert. Im Folgenden werden zwei im Rahmen der Initiative
museum-digital entwickelte Einsatzszenarien im Detail beleuchtet.

museum-digital (https://www.museum-digital.org/) wurde 2009 in Bitterfeld von Museen gegründet, um gemeinsam die Bestände der Museen im Netz zu präsentieren. Ausgehend von der Publikation erweiterten sich die Aktivitäten und Softwarelösungen bald in andere, verwandte digitale Arbeitsfelder von Museen, besonders das Sammlungsmanagement und die Erstellung digitaler Ausstellungen. Heute arbeiten ca. 1700 Museen primär aus Deutschland, Ungarn und der Ukraine mit museum-digital, von denen bisher 1231 Objekte über die Plattformen veröffentlicht haben.

Die beiden Werkzeuge im Fokus des Vortrages sind Versuche, die  Erschließungsarbeit der Museen weiter zu vereinfachen. Einerseits werden hierzu etwa bei Gemälden, Graphiken und Fotographien abgebildete Elemente automatisch erkannt und zur Verschlagwortung auf Basis des entsprechenden kontrollierten Vokabulars von museum-digital vorgeschlagen. Zentrale Fragen waren bei der Implementation einerseits die Anbindung bisher nicht auf die Arbeit mit Normdaten und kontrollierten Vokabularen ausgericheter Modelle an ein kontrolliertes Vokabular und die Frage, wie eine Klassifikation im Rahmen einer finanziell und in Bezug auf die zur Verfügung stehenden (Server-)Hardware stark eingeschränkten Community-Initiative umgesetzt werden können.

Das zweite hervorgehobene Werkzeug synthetisiert auf Basis bestehender, strukturierter Objektmetadaten Prosa-Objektbeschreibungen, die sowohl im Sinne der Barrierefreiheit als auch für die Auffindbarkeit der Objekte (besonders durch Suchmaschinen) bei museum-digital für die Publikation von Objekten verpflichtend vorausgesetzt werden. Hierzu werden die strukturierten Objektdaten auf Anfrage der Nutzenden in eine Prompt-Vorlage eingefügt. Auf Basis der Objektart werden ausgewählte, vorher als gut bewertete Beispielobjektbeschreibungen möglichst ähnlicher Objekte mitgegeben (Few-Shotting). Um Nutzende zu einer tatsächlichen kritischen Auseinandersetzung der generierten Texte zu bewegen, werden je drei, von verschiedenen Large Language Models generierte, Vorschläge generiert und angezeigt. Ist einer ausgewählt, werden Nutzende aufgefordert, den Text zu redigieren. Das Tool entstand experimentell im Rahmen einer Kooperation des Freien Hochstifts, des Zuse-Instituts Berlin, digiS‘ und von museum-digital. In diesem Kontext wurde für das Werkzeug ein engmaschiges Logging der generierten Daten und der Nutzerinteraktion implementiert, das tiefere Auswertungen zulässt – etwa, inwiefern die Texte tatsächlich redigiert wurden, und ob bestimmte Modelle, Textlängen, etc. von den Nutzenden präferiert wurden.

Der Vortrag schließt mit einem Ausblick auf die weiteren Potentiale und die durch die durch dank KI veränderte Umgebung aufgekommenen neuen Herausforderungen in der (digitalen) Erschließung und Publikation von Museumsbeständen.

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Die Veranstaltung findet virtuell statt; eine Anmeldung ist nicht notwendig. Zum Termin ist der virtuelle Konferenzrraum über den Link https://meet.gwdg.de/b/lou-eyn-nm6-t6b erreichbar. Wir möchten Sie bitten, bei Eintritt in den Raum Mikrofon und Kamera zu deaktivieren. Nach Beginn der Diskussion können Wortmeldungen durch das Aktivieren der Kamera signalisiert werden.

Der Fokus der Veranstaltung liegt sowohl auf praxisnahen Themen und konkreten Anwendungsbeispielen als auch auf der kritischen Reflexion digitaler geisteswissenschaftlicher Forschung. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der BBAW.

CFP: Das Kunstmuseum im digitalen Zeitalter – 2024

2023年10月11日 21:54

CFP: Konferenz: Das Kunstmuseum im digitalen Zeitalter – 2024
Ort: Belvedere, Wien (online)
Datum: 15.–19. Jänner 2024
Eingabeschluss: 3. November 2023

Das Kunstmuseum im digitalen Zeitalter – 2024

Das Belvedere Research Center freut sich, die sechste Ausgabe seiner Konferenzreihe über die digitale Transformation von Kunstmuseen ankündigen zu können. Schwerpunktmäßig soll an die vorangegangene Tagung zum Themenkomplex Metaverse, Web 3 und künstliche Intelligenz angeknüpft werden, die mehr als eintausend Anmeldungen aus 56 Ländern und fünf Kontinenten verzeichnete. Neben Beiträgen zu diesen zukunftsweisenden Konzepten, die oft durch neue technologische Entwicklungen vorangetrieben werden, sind aber auch solche willkommen, die sich stärker am heutigen Museumsalltag orientieren. Dazu gehört die Untersuchung der Auswirkungen der Digitalisierung auf wesentliche Aspekte der Museumsarbeit wie z. B. Sammlungsmanagement, Ausstellungspraxis und Kunstvermittlung, und zwar im Kontext unserer sich entwickelnden hybriden Welt. Wir bemühen uns um ein offenes Forum, das von den Themen geprägt sein soll, die von der internationalen Museumsgemeinschaft als am relevantesten erachtet werden. Unser Ziel ist, Diskussionen zu fördern, die nicht nur die Zukunft vorwegnehmen, sondern sich auch mit den praktischen Herausforderungen befassen, denen sich Museen in einer digitalen Welt gegenübersehen.

Zweifellos gab es bemerkenswerte Fortschritte bei der Rechenleistung, der Verfügbarkeit umfangreicher Datensätze und der Entwicklung neuer Algorithmen, die zu bedeutenden Durchbrüchen auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz geführt haben. Die Transformer-Modelle (ChatGPT, DALL-E und Midjourney) stellen entscheidende Entwicklungen hin zu generativen künstlichen Intelligenzen dar, die die früheren deterministischen Technologien übertreffen. Hardware-Innovationen wie Apples Vision-Pro- und Metas Quest-3-Headsets signalisieren den Beginn einer neuen Ära hybrider Erfahrungen, die die Grenzen zwischen virtuellem und physischem Raum überbrücken („Mixed Reality“ oder „Spatial Computing“). Wie Simon Greenwold in seiner MIT Abschlussarbeit von 2003 dargelegt hat, geht dieses Konzept weit über die ursprünglichen Spieleanwendungen hinaus: „Spatial Computing ist die Interaktion zwischen Menschen und Maschinen, bei der Maschinen in der Lage sind, Bezüge zu realen Objekten und Räumen zu verstehen und zu manipulieren.“

Während unserer Konferenz laden wir die Teilnehmer*innen ein, das Potenzial digitaler Technologien im Museumssektor zu erkunden, wobei der Schwerpunkt auf der Stärkung von Kunst- und Kultureinrichtungen als Knotenpunkte des Wissensaustauschs für die Zukunft liegt. Wir setzen uns mit der drängenden Frage auseinander, wie der technologische Fortschritt proaktiv gestaltet werden kann, um verantwortungsvolle Anwendungen zu gewährleisten und gleichzeitig die damit verbundenen ethischen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen. Im Rahmen dieses Diskurses werden wir uns mit den Möglichkeiten virtueller Erweiterungen und des Metaversums beschäftigen, insbesondere in den Bereichen Kunst, Bildung, gesellschaftliches Engagement und kulturelle Zusammenarbeit. Wir wollen dies jedoch mit einem kritischen Blick tun und untersuchen, wie diese Technologien auch neue Komplexitäten und Unsicherheiten mit sich bringen können. Während sie innovative Möglichkeiten bieten, müssen wir die ethischen und gesellschaftlichen Implikationen und Vorurteile im Auge behalten.

Die Online-Konferenz präsentiert an fünf Abenden interdisziplinäre Beiträge zu weiter gefassten Fragestellungen rund um den Themenkomplex Metaverse, Web 3 und künstliche Intelligenz, die vor allem – aber nicht ausschließlich – folgende Punkte kritisch reflektieren:

  • Definition und Dekonstruktion von Metaverse und Web 3
  • Herausforderungen der Digitalisierung im Museumsalltag und mögliche Lösungen
  • Freisetzung des Potenzials von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen
  • Innovationen bei VR/AR/XR-Anwendungen im Museumsbereich
  • die Macht von LOD (Linked Open Data) und DAOs (Decentralized Autonomous Organizations)
  • NFTs und die sich entwickelnde Rolle der Museen auf dem digitalen Kunstmarkt
  • die komplexe Beziehung zwischen E-Commerce und Open Access
  • Erforschung von interaktiver Kunstvermittlung, Partizipation und Gamification
  • Barrierefreiheit, Inklusion und Verantwortung in digitalen Initiativen
  • Erschließung von Digitalisierungsmöglichkeiten für kleinere Kultureinrichtungen
  • und eine Vielzahl weiterer anregender Fragestellungen

Wir freuen uns über Ihre Themenvorschläge aus den Bereichen Museum/Museologie, Kunst- und Kulturgeschichte, Medien- und Bildwissenschaft sowie Digital Humanities. Bitte senden Sie Ihr Abstract für einen 20- bis 25-minütigen Vortrag in deutscher oder englischer Sprache (max. 250 Wörter) einschließlich einer kurzen Biografie inklusive vollständiger Kontaktinformationen zusammengefasst als ein PDF-Dokument bis 3. November 2023 an: a.sommer@belvedere.at

Als Keynote-Speaker konnte Prof. Lev Manovich (Graduate Center, City University of New York) gewonnen werden.

Konferenzkomitee: Christian Huemer, Alexandra Sommer, Markus Wiesenhofer (Belvedere, Wien), Anna Frasca-Rath (FAU Erlangen-Nürnberg), Lev Manovich (Graduate Center, City University of New York), Vince Dziekan (Monash University, Melbourne)

Konferenzsprachen: Deutsch & Englisch

Konferenzpartner: DArtHist, ICOM International Council of Museums Österreich, MÖ – Museumbund Österreich

Alle Vorträge werden online abgehalten. Die Podiumsdiskussion sowie ein Workshop für angemeldete Teilnehmer*innen (Freitag) finden zusätzlich vor Ort im Belvedere, Wien, statt. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos.

 

https://www.belvedere.at/digitalmuseum2024

 

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