Digitale Methoden haben die Geisteswissenschaften in den letzten Jahren grundlegend verändert. Sie eröffnen neue Wege der Analyse, ermöglichen große Datenmengen zu erschließen und stellen etablierte Forschungsfragen in ein neues Licht. Doch mit diesen Möglichkeiten entstehen auch neue Herausforderungen: Welche Narrative prägen unser wissenschaftliches Denken? Welche Perspektiven werden sichtbar – und welche bleiben unsichtbar?
Die Vortragsreihe „Produktive Ambivalenz – Digitale Methoden und Meistererzählungen“ setzt genau hier an. Sie versteht Digitalisierung nicht nur als technischen Fortschritt, sondern als epistemologische Herausforderung. Digitale Werkzeuge können dazu beitragen, lange etablierte Meistererzählungen und Korpora zu hinterfragen. Gleichzeitig können sie selbst neue Normen, Standards und Narrative erzeugen – etwa durch algorithmische Auswahlprozesse, Datenstrukturen oder softwarebasierte Voreinstellungen.
Im Zentrum der Vortragsreihe stehen daher Fragen wie:
Wie verändern digitale Methoden die Art und Weise, wie Wissen entsteht?
Welche Rolle spielen Prozesse von Auswahl, Kanonbildung und Datenstrukturierung?
Inwiefern schaffen digitale Technologien neue wissenschaftliche Selbstverständnisse?
Und wie lässt sich diese Ambivalenz produktiv für Forschung und Lehre nutzen?
Die Vortragsreihe bringt Expert:innen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen und lädt dazu ein, die Zukunft der Geisteswissenschaften kritisch und konstruktiv zu diskutieren. Sie richtet sich an Forschende, Studierende und alle Interessierten, die sich mit den Auswirkungen digitaler Technologien auf Wissenschaft und Gesellschaft auseinandersetzen möchten. Veranstaltet wird sie im Rahmen des Projekts SHareDH, einem gemeinsamen Projekt von UB Kiel und Europa Universität Flensburg zur Förderung der Digital Humanities in Forschung und Lehre an den beiden Universitäten in Kiel und Flensburg.
Termine
28.04.2026, digital: Wahlverwandtschaften 2.0? Statistische Narrative in den Digital Humanities Jun.-Prof. Dr. Rabea Kleymann (TU Chemnitz)
05.05.2026, digital: Edition als Mnemotechnik – Multimodale Quellen jenseits linearer Wissensordnungen Jun.-Prof. Dr. Elisa Cugliana (Universität zu Köln)
19.05.2026, Kiel, OS75 – Hörsaal 1 und digital: Unsere breite Gegenwart und ihre algorithmische Zukunft: LLM-Epistemik beim Aktualisieren historischer Narrative Dr. Christopher Nunn (Universität Heidelberg)
26.05.2026, Flensburg, Gebäude Helsinki, Raum HEL 067 und digital: Digitale Praktiken und digital-analoge Daten zwischen Ausprobieren, Explorieren und Infrastrukturieren in den Digital Humanities Prof. Dr. Lina Franken (Universität Vechta)
09.06.2026, Kiel, OS75/S3 – R.177 und digital: Erzählforschung als Messverfahren? Zu den methodologischen Chancen und Herausforderungen computationeller Zugänge Prof. Dr. Evelyn Gius (TU Darmstadt)
23.06.2026, digital: Kanonkritik durch Distant Reading, Zoom und Close Reading oder De arte venandi per algorithmum Prof. Dr. Peter Bell (Philipps-Universität Marburg)
07.07.2026, tba.: Über die epistemische Gewalt der Digitalität: Plädoyer für eine grundlegende Datenkultur in den Geisteswissenschaften Dr. Till Grallert (Humboldt Universität zu Berlin)
27.04.2026 Prof. Dr. Franz Fischer (Università Ca’ Foscari di Venezia) Unreadable, Unstable, Uneditable – Critical, Genetic, and Constellational Editions of Difficult Texts and Their Transmission
18.05.2026 Dr. Bart Holterman und Dr. Angela Huang (beide FGHO) Ein NER-Schema für die Hanseforschung: Überlegungen und Herausforderungen
01.06.2026 Hellmut Braun (Universität Rostock), Dr. Anne Gessing (Universität Bonn), Karsten Labahn und Robert Stephan (beide UB Rostock) Künstlike Werltspröke und Eyn schön rimbökelin. Digitale Edition mittelniederdeutscher Spruchsammlungen des 16. Jahrhunderts
06.07.2026 Dr. Frederike Neuber und Tim Westphal (beide BBAW) Wer hat hier ediert? Autorschaft, Transparenz und Dokumentation in maschinell unterstützten Editionsprozessen
Veranstaltungszeit
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Vom 24. bis zum 26. September 2025 fand in Rostock die Konferenz FORGE25 (Forschungsdaten in den Geisteswissenschaften) statt, die unter dem Motto „Daten neu denken“ stand. Dieser Blogpost gibt einen kurzen Rückblick auf die Tagung, die alle zwei Jahre von der AG gwFDM des DHd-Verbands an wechselnden Standorten organisiert wird.
Insgesamt 126 Teilnehmende besuchten die dreitägige Veranstaltung, die im Hauptgebäude der Universität Rostock ausgerichtet wurde. Das Programm umfasste sechs Workshops, 26 Vorträge und 22 Posterbeiträge.
Den Auftakt bildeten am Mittwoch, den 24. September die sechs Workshops, die einen vielfältigen thematischen Bogen spannten: von der FDM-Servicekatalogisierung über inklusive Formen der Data Literacy bis hin zur Datennutzung als Gemeinschaftsaufgabe.
Anschließend wurde die Konferenz offiziell eröffnet. Zunächst leitete Jun.-Prof. Dr. Ulrike Henny-Krahmer die Veranstaltung ein, bevor Antje Theise, Direktorin der Universitätsbibliothek Rostock, und Marina Lemaire, Co-Convenorin der AG gwFDM und Referentin für Projektmanagement im Bereich digitale Forschungsinfrastrukturen in den Geistes- und Sozialwissenschaften am Servicezentrum eSciences der Universität Trier, Grußworte an das Publikum richteten. Anschließend hieß auch der Prorektor für Studium und Lehre der Universität Rostock, Prof. Dr. Karsten Wolf, alle Teilnehmenden feierlich willkommen.
Gespannte Zuhörer*innen: Jun.-Prof. Ulrike Henny-Krahmer, Erik Renz und Antje Theise (v.l.n.r.).
Offizieller Auftakt: Grußwort des Prorektors Prof. Dr. Karsten Wolf.
Es folgte eine Keynote von Jun.-Prof. Dr. Elisa Cugliana (Universität zu Köln) mit dem Titel „Editiones vitreae sunt: tum cum splendent, franguntur. Daten, Software und Theorie zwischen Zufall, Schicksal und Magie“. Cugliana stellte in ihrer Keynote das Genre der Losbücher vor und wie dieses durch seine nicht-lineare und nicht hierarchische Struktur standardisierte Prinzipien der Textcodierung herausfordert. Sie verwies auf die Spannung zwischen methodischer Innovation, die nötig ist, um auch ein Genre wie die Losbücher digital edieren zu können, und der Frage der Nachhaltigkeit von digitalen Editionen, die neue methodische Wege beschreiten.
Ganz in ihrem Element: Jun.-Prof. Dr. Elisa Cugliana bei der Keynote.
Am Donnerstag und Freitag gaben alsdann 26 Vorträge Einblicke in unterschiedlichste Bereiche der geisteswissenschaftlichen Forschungspraxis. Diskutiert wurden hierbei unter anderem Chancen und Grenzen von LLMs, der verantwortungsvolle Umgang mit sensiblen Forschungsdaten sowie aktuelle Entwicklungen rund um digitale Editionen und Textkorpora.
Eine Zäsur bildete am Donnerstagnachmittag die Postersession, in der 22 Beiträge präsentiert wurden. Die Teilnehmenden der Konferenz kürten anschließend ihre Favoriten. Den ersten Platz erhielt das Poster „Von alten Daten und neuen Apps. Aufbereitung regionalsprachlicher Daten am Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas“ von Lisa Dücker, Robert Engsterhold und Georg Oberdorfer (Universität Marburg). Drei zweite Plätze wurden ebenfalls vergeben, an „Analoge Forschungsdaten neu aufbereitet: Die Digitalisierung und Erschließung einer lexikografischen Belegsammlung im Projekt DEMel“, an „Von Träumen zu realistischen Anwendungsfällen: Zum Einsatz von KI in der Museumsdokumentation“ sowie an „Digitale Edition neu denken – Eine Plattform zur Konstellationsforschung in der Philosophie“.
Alle Abstracts der Workshops, Vorträge und Poster sind gesammelt im Book of Abstracts auf Zenodo zu finden.
Mit Vorfreude darf bereits jetzt auf die nächste FORGE geblickt werden: 2027 wird sie in Mainz stattfinden, initiiert von Marina Lemaire und organisiert mit Partnern aus Trier, Mainz und Darmstadt. Weitere Informationen werden über den FORGE-Fedihum-Account folgen.
Die FORGE25 wurde organisiert von der Arbeitsgruppe Geisteswissenschaftliches Forschungsdatenmanagement (AG gwFDM) des Verbands Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd), der Juniorprofessur für Digital Humanities, der Universitätsbibliothek Rostock, dem Department „Wissen – Kultur – Transformation“ (WKT) der Interdisziplinären Fakultät der Universität Rostock sowie dem Rostocker Arbeitskreis Digital Humanities (RosDH).
Besonderer Dank gilt den Hauptorganisator*innen und Förderern, den Teams der Juniorprofessur Digital Humanities und der Universitätsbibliothek Rostock, dem Programmkomitee, den Gutachtenden und allen Teilnehmenden, die diese Tage des Austauschs mit großem Engagement vorbereitet und ermöglicht haben.
Fleißige Helfer im Hintergrund: Josephin Lange-Kröger und Nicole Edlich (v.l.n.r.) als Teil des Orgateams vor Ort.
Interessierte aus allen Fachgebieten sind herzlich eingeladen, sowohl in Präsenz als auch online an der Veranstaltung teilzunehmen. Eine vorherige Anmeldung für die einzelnen Termine ist nicht erforderlich.
Programm für das Wintersemester 2025/2026
20.10.2025 Jun.-Prof. Dr. Rabea Kleymann (Universität Chemnitz) Theoriearbeit in den Digital Humanities: Begriffe, Methoden, Kritik
27.10.2025 Dr. Sarah Lang (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte) Making the Digital Humanities More Diverse and Inclusive: Theories and Practices
03.11.2025 Jun.-Prof. Dr. Anastasia Glawion (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) Netzwerkbasierte Zugänge zu postpandemischen Harry-Potter-Interpretationen auf Fanfiktion.de
10.11.2025 Jun.-Prof. Dr. Dennis Ried (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) Mit wenig viel erreichen: Kreative Infrastruktur-Lösungen für große und kleine DH-Projekte
17.11.2025 Veronica Wassermayr (Universität Trier) Moselwein, LLMs und LOD – Kulturerbe mit KI analysieren
24.11.2025 Dr. Elias Zimmermann (Universität Zürich / Universität Genf) Ambivalenzen Edieren. Mediale und postkoloniale Herausforderungen in der digitalen Edition Annemarie Schwarzenbach
01.12.2025 Deborah Ehlers (Universität zu Lübeck) Unsicherheit als Erkenntnisquelle: Virtuelle Rekonstruktionen historischer Ausstellungen
08.12.2025 Prof. Dr. Aline Deicke (Philipps-Universität Marburg) Disiecta Membra als disiecta data? Herausforderungen in einem archäologischen Langzeitvorhaben
15.12.2025 Dr. Dîlan Canan Çakir und Viktor J. Illmer (beide Freie Universität Berlin) Metadaten lesbar machen: Genre, Inferenzstatistik und Replizierbarkeit in der Digitalen Einakter-Datenbank
12.01.2026 Sebastian Flick und Peter Dängeli (beide Universität Bern) Kein Backend, kein Problem! Wie bringen wir Inhalte lange ins Netz?
19.01.2026 Laura Vawter (Universität Rostock) Authority, Hierarchies and Games. An overview of multilingual language practices in Final Fantasy, Minecraft and PUBG in Twitch and live gaming scenarios
Veranstaltungszeit
Immer montags an den ausgewiesenen Terminen, jeweils von 17:15 bis 18:45 Uhr.
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Bei Fragen zur Ringvorlesung wenden Sie sich gerne an das Team der DH-Juniorprofessur unter: phf.dh@uni-rostock.de.
Auch in diesem Semester haben wir wieder drei tolle Vorträge rund um Wissenschaftskommunikation in den (Digital) Humanities für euch. Jede Coffee Lecture besteht aus etwa 30 Minuten Vortrag und 30 Minuten anschließender Diskussion.
Im ersten Vortrag, am 5.5.2025 um 15 Uhr wird ein Einblick in die Produktion von TikTok-Videos gegeben. Im Zentrum steht dabei der Account @glima.tuebingen, auf dem sowohl sprachwissenschaftliche Inhalte (LinguisTikTok) vermittelt werden als auch Werbung für ein Germanistikstudium in Tübingen gemacht wird. Beschrieben werden Arbeitsweise und Erfahrungen mit TikTok als multimodalem Medium mit einem breiten Spektrum an Möglichkeiten für die Wissenschaftskommunikation.
Interessierte aus allen Fachgebieten sind herzlich eingeladen, sowohl in Präsenz als auch online an der Veranstaltung teilzunehmen. Eine vorherige Anmeldung für die einzelnen Termine ist nicht erforderlich.
Programm für das Sommersemester 2025:
07.04.2025 Prof. Dr. Deb Verhoeven (University of Alberta) Where data goes to DEI/EDI/DIE: Information Infrastructure and the Protracted Collapse of Institutional Courage
14.04.2025 Prof. Dr. Hanna Fischer (Universität Rostock) Niederdeutsch in Raum und Zeit – der „Digitale Niederdeutsch-Atlas für Mecklenburg-Vorpommern“
28.04.2025 Luca Giovannini (Universität Potsdam) Investigating the Evolution of Early Modern European Drama with Digital Methods
05.05.2025 Jun.-Prof. Dr. Ulrike Henny-Krahmer (Universität Rostock) Im Haus und unter dem Himmel: Artefakte und natürliche Räume im spanischsprachigen Roman des 19. Jahrhunderts
12.05.2025 Cordula Greinert und Fabian Kaßner (beide Universität Rostock) „Aber es gibt doch schon zwei Bücher über Achim!“ Die Edition von Uwe Johnsons Das dritte Buch über Achim als gedruckte und digitale Ausgabe
19.05.2025 Prof. Dr. Lina Franken (Universität Vechta) Kulturelles Erbe digital erschließen. Inwertsetzungen und notwendige Kontextualisierungen aus Perspektive der kulturwissenschaftlichen Digital Humanities
26.05.2025 Prof. Dr. Marijana Tomić (Universität Zadar) The Transformative Impact of Digital Humanities on the Study of Historical Manuscripts
02.06.2025 Prof. Dr. Aline Deicke (Philipps-Universität Marburg) Disiecta Membra als disiecta data? Herausforderungen in einem archäologischen Langzeitvorhaben
16.06.2025 Dr. Gimena del Rio Riande (CONICET, Buenos Aires) Open Minimal Digital Editions: a Latin American Perspective
23.06.2025 Dr. Pedro Nilsson-Fernàndez (University College Cork) Geoparsing Catalan Crime Fiction at the Turn of the Millenium
30.06.2025 Dr. Martina Scholger (Universität Graz) Auf explorativen Pfaden durch digitale Briefeditionen
07.07.2025 Dr. Antonio Rojas Castro (Universität Tübingen) und Allison Keith (Universität Stuttgart) Exploring Characters in Calderón Drama Corpus (CalDraCor) with Computational Methods
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Erneut lädt die Universität Rostock im Wintersemester 2024/25 zur Hybrid-Ringvorlesung „Digital Humanities im Fokus: Methoden, Anwendungen und Perspektiven“ ein. Die Veranstaltungsreihe wird zum vierten Mal vom Rostocker Arbeitskreis Digital Humanities (RosDH) und der hiesigen DH-Juniorprofessur organisiert. Daneben wird sie in diesem Semester bereits zum zweiten Mal durch den Wissenschaftsverbund IuK unterstützt.
Interessierte aus allen Fachgebieten sind herzlich eingeladen, sowohl in Präsenz als auch online an der Veranstaltung teilzunehmen. Eine vorherige Anmeldung für die einzelnen Termine ist nicht erforderlich.
Programm für das Wintersemester 2024/25:
21.10.2024 Prof. Dr. Julian Schröter (München) Gattung – Medium – Politik: Eine quantitative Geschichte der Novelle im 19. Jahrhundert
28.10.2024 Alexander Vandewalle (Antwerpen/Gent, BEL) Characterization of Greek Mythological Characters in Video Games
04.11.2024 Fernanda Alvares Freire(Rostock/Darmstadt) Keeping Up with Current Practices: The Infrastructural Update of Pessoa Digital in Collaboration with Text+
18.11.2024 Torsten Veit (Greifswald) Herrenhausforschung in Gegenwart und Zukunft. Ein Lagebericht des Projekts „Herrenhauszentrum des Ostseeraums“
25.11.2024 Prof. Dr. Anna Neovesky (Erfurt) Wie finden Historiker*innen relevante Informationen? Informationssuche im Kontext von wissenschaftlichem Arbeitsprozess, Transparenz und digitalen Kompetenzen
06.01.2025 Prof. Dr. Evelyn Gius (Darmstadt) Textannotation als wissenschaftliche Praxis der DH
13.01.2025 Dr. Jana-Katharina Mende(Halle (Saale)) Von der Textanalyse zur Datenanalyse: Neue Wege der Komparatistik in den Digital Humanities
20.01.2025 PD Dr. Katrin Dennerlein (Würzburg) Literarische Emotionen mit künstlicher Intelligenz finden? Von Wörtern, Wordembeddings und Large Language Modellen
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Im März haben wir als Herausgeber*innenkollektiv bereits einen “Call for Abstracts” für den Sammelband “From Global to Local? Digitale Methoden in den Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum: Ein Triptychon“ veröffentlicht. Link: https://dhd-blog.org/?p=20783
Wir freuen uns, nun als Community Aktion diesen “Call for Contributions” für die Kategorie IN EIGENEN WORTEN zu veröffentlichen!
Im geplanten Sammelband “From Global to Local?” soll kritisch hinterfragt werden, welche Implikationen die wechselvollen Entwicklungsgänge der Digital und Computational Humanities im deutschsprachigen Raum für das disziplinäre Selbstverständnis der Geistes- und Kulturwissenschaften mit sich gebracht haben und welche epistemischen Versprechen digitale Methoden zeitigen. Ebenfalls wird gefragt, inwieweit die transformativen Potenziale des Computereinsatzes in den Geisteswissenschaften für die aktuelle Forschungslandschaft, aber auch die breite Öffentlichkeit, bereits ausgeschöpft werden. Über allem schwebt die Frage nach der Zukunft und Einheit der DH, die eng verwoben ist mit Herausforderungen der Curriculargestaltung und der akademischen Selbstorganisation.
Der Fokus der Betrachtung soll auf dem deutschsprachigen Raum liegen und der Nachzeichnung lokal verorteter wie internationaler Geschichte(n) und Ausprägungen der digitalen Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum multiperspektivisch und multimodal Raum geben.
Die Herausgeber*innen des Sammelbandes verfolgen dabei einen offenen und inklusiven Ansatz: Die lineare, chronologische Geschichte (grand narrative) soll durch die Anlage als Triptychon “aufgebrochen” werden, um einer Vielzahl von Perspektiven und Stimmen Raum zu geben.
Die Herausgeber*innen planen in Teilkoordination folgende Bestandteile des Triptychons:
Melanie Seltmann + Christopher Nunn: BE-FORSCHEN: “klassische” Artikel
Ulrike Wuttke + Anne Baillot IN EIGENEN WORTEN: audio(visuelle) Formate
Christian Schröter (geb. Vater) + Christian Wachter: ARTEFAKTE: Artefaktbiografien zu Fallbeispielen des Computereinsatzes in den Geisteswissenschaften
Wir laden nun die Community dazu ein, kurze Audiobeiträge (deutsch oder englisch) unter dem Motto “5 Fragen – 1 Antwort” einzureichen, die EINE der folgenden Fragen beantworten:
Wo verorten Sie DH für das disziplinäre Verständnis der geistes- und kulturwissenschaftlichen Fächer? | What is the contribution of DH to the self-understanding of Humanities disciplines?
Sind die transformativen Potenziale des Computereinsatzes bereits ausgeschöpft? | Are the transformative potentials of computer use for the Humanities already exhausted?
Welche nationalen Eigenheiten prägen die DH im deutschsprachigen Raum und gibt es eine eigenständige “kontinentale” Traditionslinie? | Which national specificities characterize DH in the German-speaking area and is there something like a continental tradition of DH?
Welche Stimmen sind im big tent der DH unterrepräsentiert? | What voices are underrepresented under the DH big tent?
Wo sollen die DH in 10 Jahren stehen? | Where do you see DH 10 years from now?
Die Beiträge werden bei Eignung von uns für Audio-Features verwendet, die voraussichtlich im Rahmen des Sammelbands sowie im Medien-Repositorium der Universität Luxemburg und in Form eines Podcasts über die üblichen Verbreitungswege unter der Lizenz CC BY-SA 4.0 und einer PID veröffentlicht werden.
Wichtige Hinweise:
Umfang: max. ca. 1-3 Minuten (Bitte nur EINE der 5 Fragen beantworten!)
Aufnahme bitte folgendermaßen gliedern: Kurze Vorstellung (Vorname, Name, ggf. Institution) z. B. “Guten Tag, mein Name ist XY…”/Hello, my name is XY…”, Frage, die beantwortet wird, vorlesen, z. B. “Ich möchte die Frage beantworten: (hier Frage vorlesen)….” / “I will answer the following question: (read question)”
Aufnahmetipps:
Am besten eine deutliche Pause machen, bevor die Frage beantwortet wird, das erleichtert die Verarbeitung
Bitte deutlich sprechen, ohne zu vorgelesen zu klingen
Ein (gutes) Headset oder, wenn nicht vorhanden, Computer-Mikrofon verwenden
In einem ruhigen Raum mit möglichst wenig Hall aufnehmen (ja, am besten im Schrank!).
Gerne einen Tontest machen.
Einreichung und Format:
Die Aufnahme kann von uns in dem geplanten Feature nur verwendet werden, wenn Sie uns zusammen mit der Aufnahme eine Einwilligungserklärungserklärung für eine Publikation unter der Lizenz CC BY-SA einreichen (Link zum Download der Vorlage: https://fhpcloud.fh-potsdam.de/s/gJ5Aj8monYdsFs9)
Wir ermutigen Sie explizit, uns zusätzliche Informationen zu Ihrer Antwort zukommen zu lassen. Reichen Sie diese Informationen (z. B. in der Form einer Bibliografie/Links für die Shownotes) zusammen mit Ihrer Tonaufnahme mit eindeutigem Dateiname (NAME_VORNAME) ein.
Bitte reichen Sie Ihre Dateien bis zum 30.09.2024 ein. Sie werden darüber informiert, ob die Datei zur Veröffentlichung angenommen wird, auch hierfür sind Ihre Kontaktdaten in der Einwilligungserklärung (siehe oben) unbedingt notwendig.
Wenn Sie gerne bereit sind mitzumachen, aber unschlüssig sind, Fragen haben oder die Technik fehlt, nehmen Sie gerne Kontakt mit der korrespondierenden Hauptherausgeberin Ulrike Wuttke bzw. dem Herausgeber*innenteam unter der E-Mail-Adresse global-local-dh@listserv.dfn.de auf, dann finden wir eine andere Lösung.
Wir freuen uns auf Ihre Einreichungen!
Mit freundlichen Grüßen
Ulrike Wuttke und Anne Baillot für das Herausgeber*innenteam
Global-Local-DH-Herausgeber*innenteam:
Ulrike Wuttke, Melanie Seltmann, Christian Schröter (geb. Vater), Anne Baillot, Christian Wachter und Christopher Nunn
Verlagspartner: Melusina Press
Erscheinungsdatum des Sammelbandes: voraussichtlich Ende 2025
Nach ihrem Beitrag zum DHCC Toolkit sowie Workshops auf den DHd-Jahrestagungen 2023 und 2024 stellt nun die DHd-AG Greening DH ihre Empfehlungen zum ressourcenschonenden Umgang mit Forschungsdaten vor – diesmal in deutscher Sprache.
Mit dieser Handreichung möchten wir allen geisteswissenschaftlichen Forschenden Hilfestellung im Umgang mit Forschungsdatenmanagementplänen an die Hand geben. Der Fokus auf FDM-Pläne hat sich aus der Feststellung ergeben, dass es sich dabei um eines der wenigen Tools handelt, das die Frage nach dem Umgang mit Ressourcen und damit unseren ökologischen Fussabdruck im Umgang mit Daten, Tools und Softwares thematisiert. Dies erfolgt aber meist implizit. Uns geht es mit den Empfehlungen darum, das Implizite explizit zu machen, für ökologische Fragen unseres Tuns zu sensibilisieren und zugleich darin zu unterstützen.
Die Empfehlungen sind in die sechs Bereiche Formate/Interoperabilität, Versionierung, Metadaten, Nutzungsszenarien und Speicherplatz/Langzeitarchivierung aufgeteilt. Diese haben sich aus dem Workshop „Der Weg zum grünen Forschungsdatenmanagementplan“ auf der DHd 2024 ergeben. In jedem dieser Bereiche werden klassische FDM-Pläne-Fragen in Hinsicht auf ihre Bedeutung für einen schonenden Umgang mit Ressourcen beleuchtet. Auf einige best practices wird ebenfalls hingewiesen.
Die DHd-Community besitzt wie keine andere das Know-How, um diese Empfehlungen soweit zu verbessern, dass sie auch für weniger digital affine Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler hilfreich sein können. So laden wir alle ein, jetzt mitzuwirken. Die aktuelle Version, ist durch das hypothes.is-Interface kommentierbar. Bis zum 31. August ist die Open Peer Review-Phase offen. Wir freuen uns auf zahlreiche, kritisch-konstruktive Kommentare unter diesem Link.
Die DHd Jahreskonferenz 2024 trug den Titel “#Quo vadis DH?”, fand vom 26. Februar 2024 bis zum 1. März 2024 statt und wurde an der Universität Passau ausgerichtet.[1] Die Software ConfTool,[2] welche zur Konferenzverwaltung genutzt wurde, wurde am 12. Juni 2023 freigeschaltet. Über dieses Tool konnten Autor:innen sich zur Konferenz anmelden und Beiträge einreichen. Autor:innen gaben hierzu Metadaten wie bspw. den Beitragstitel, Autor:innennamen mit Affiliation und ORCID-ID und Keywords zu einer Einreichung über das ConfTool ein. Die Metadaten wurden schließlich aus dem ConfTool über eine Schnittstelle an den DHConvalidator[3] übertragen, in dem ein Template für jede Einreichung inklusive aller zugehörigen Metadaten erzeugt und von den Autor:innen zur Erstellung ihrer Einreichung genutzt wurde. Nachdem die Autor:innen ihren Beitrag im Template geschrieben hatten, wurde dieses über den DHConvalidator prozessiert, sodass eine .dhc-Datei mit einer HTML-, einer Template- und einer TEI-XML-Version der Einreichung sowie eingebetteter Abbildungen erzeugt wurde. Diese wurde schließlich durch die Autor:innen als Beitrag im ConfTool hochgeladen und eingereicht. Mit Hilfe der eingetragenen Metadaten wurden schließlich aus den TEI-XML-Versionen der eingereichten und akzeptierten Beiträge das Book of Abstracts sowie Einzelpublikationen der Beiträge über automatisierte Workflows[4] generiert (Helling et al. 2022a).
Für diese automatisierte Erstellung des Book of Abstracts sowie der Einzelpublikationen wurden die eingereichten TEI-XML-Versionen der Beiträge verwendet. In der Regel sind die TEI-XML-Versionen der Beiträge unsauber und können Fehler aufweisen, die händisch korrigiert werden müssen. Diese Fehler sind prinzipiell auf falsche Formatierungen sowie die Übernahme von Formatierungsinformationen beim Kopieren eines Beitrags aus einem anderen Textverarbeitungsprogramm in das Template durch die Autor:innen zurückzuführen (Helling et al. 2022b). Mit diesem Beitrag sollen jene Fehler exemplarisch für die DHd Jahreskonferenz 2024 dokumentiert werden.
Einführung
Zur Jahreskonferenz 2024 wurden insgesamt 144 Beiträge angenommen: 64 Poster, 7 Panels, 19 Workshops, 43 Vorträge und 11 Beiträge des Doctoral Consortiums. Von vorherigen Jahreskonferenzen waren folgende Fehler aus der Bereinigung der Beiträge bereits bekannt:
Sonderzeichen im Text (oft auch bei Autor:innenamen in der Bibliographie) werden als # dargestellt
Autor:innennamen sind in der Bibliographie nicht fett gedruckt
Abbildungen fehlen im Beitrag oder werden fehlerhaft dargestellt
Tabellen fehlen im Beitrag oder werden fehlerhaft dargestellt
Bildunterschriften fehlen oder werden fehlerhaft dargestellt
Zusätzlich zu den schon bekannten Fehlern wurden auch weitere Fehler aufgezeichnet, die seltener vorkommen, aber ebenfalls korrigiert werden mussten. Diese wurden im Folgenden unter der Kategorie “sonstige Fehler” zusammengefasst. Dabei handelte sich unter anderen um folgende Fehler:
Abstände zwischen Fließtext, Tabellen oder Bildern sind nicht einheitlich
Überschriften sind nicht als solche hierarchisch formatiert
fehlende bzw. nicht einheitliche Informationen bei Autor:innen (bspw. Affiliation)
fehlende Bibliografie
fehlende Titel
Zeilenabstand ist aufgrund von Fußnotenreferenzierungen nicht einheitlich
zu große Abstände im Text, wenn Textteile eingeklammert waren
Probleme bei URLs (automatische Silbentrennung führt zu ungewollten Bindestrichen in Links und somit zu nicht funktionalen Links)
fehlende Satzzeichen
Übersicht über alle Beiträge
Die folgende Tabelle 1 enthält eine Zusammenfassung aller Formatierungsfehler der Beiträge zur DHd 2024 vor der Prozessierung zum Book of Abstracts bzw. zu den Einzelpublikationen. Hierbei ist zu beachten, dass nicht alle, aber die Mehrzahl der Beiträge, fehlerhaft waren. Die unterschiedlichen Fehler der Kategorie “sonstige Fehler” wurden aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht einzeln aufgeführt. Auch hier gibt es Beiträge, die nicht fehlerhaft waren und solche, die mehr als einen Fehler hatten. Daher wird jeder Beitrag, der mindestens einen Fehler der Kategorie “sonstige Fehler” aufwies, nur einmal in dieser Spalte gezählt.
Tabelle 1: Übersicht der Fehlertypen aller Beiträge.
Anzahl Beiträge
Sonderzeichen
Autor:innen nicht fett
Abbildung fehlt
Tabelle fehlt
Fehler bei Bildunterschriften
sonstige Fehler
Fehler gesamt
Poster
64
10
36
1
1
29
44
121
Panels
7
3
5
0
0
0
7
15
Workshops
19
3
12
1
1
5
12
34
Doctoral Consortium
11
2
7
1
0
1
11
22
Vorträge
43
12
1
0
0
2
6
21
Gesamt
144
30
61
3
2
37
80
213
Bei den 144 Beiträgen, die angenommen wurden, traten in 30 Beiträgen Sonderzeichenfehler auf, bei denen Sonderzeichen als # angezeigt wurden, bei 61 Beiträgen waren die Autor:innennamen in der Bibliographie nicht fett gedruckt, bei drei Beiträgen fehlten die Abbildungen, bei zwei die Tabellen, 37 Beiträge hatten fehlerhafte Bildunterschriften und 80 hatten Fehler der Kategorie “sonstige Fehler”. Insgesamt wurden mindestens 213 Fehler behoben. Diese Zahl ist hier nicht akkurat abgebildet und muss höher angenommen werden, da jeder Beitrag nur einmal in jeder Kategorie aufgeführt wurde, auch wenn mehr als ein Fehler der jeweiligen Kategorien in einem Beitrag auftrat.
Abbildung 1: Fehleraufteilung aller Beiträge.
In Abbildung 1 wird deutlich, dass die Kategorie “sonstige Fehler” mit 37,6% am häufigsten vorkommt. Dies liegt daran, dass in dieser Kategorie mehr als eine Fehlerart festgehalten wurde. Darauf folgt die Kategorie “Autor:innennamen nicht fett” mit 28,6%. Fehlerhafte Bildunterschriften sind mit 17,4% die dritthäufigste Fehlerkategorie und Sonderzeichenfehler ergeben 14,1% der Fehler. Fehlende Tabellen und Abbildungen liegen gemeinsam bei 2,3%.
Wenn man die Anzahl der Beiträge beachtet, die Abbildungen und Tabellen haben, zeigt sich, dass die Quote der fehlenden Abbildungen und Tabellen vergleichsweise gut ausfällt.
Tabelle 2: Anzahl der Beiträge, die Abbildungen und / oder Tabellen enthalten.
Anzahl der Beiträge
Beiträge mit Abbildungen
Beiträge mit Tabellen
Poster
64
37
3
Panels
7
0
0
Workshops
19
8
2
Doctoral Consortium
11
2
2
Vorträge
43
30
9
Gesamt
144
77
16
Im Vergleich zu Abbildungen kommen Tabellen seltener vor. Von 144 Beiträgen haben nur 16 Beiträge Tabellen, von denen nur zwei nach der automatisierten Generierung fehlten (12,5%). Abbildungen kommen hingegen bei über der Hälfte der Beiträge vor. Von 144 Beiträgen haben 77 Abbildungen, von denen nach der automatisierten Generierung nur drei fehlten (3,8%).
Darüber hinaus sind Fehler in der Formatierung der Bildunterschriften relevant, die aus Gründen der Barrierefreiheit benötigt werden, da sie Lesenden mit eingeschränkter Sehkraft helfen, nachzuvollziehen, was Abbildungen in einem Beitrag zeigen, beispielsweise. wenn ein Screenreader verwendet wird.
Insgesamt hatten 37 Beiträge Fehler bei den Bildunterschriften, wovon die Posterbeiträge den größten Anteil mit 29 fehlerhaften Beiträgen stellen. Das heißt, dass fast die Hälfte (48,1%) der Beiträge mit Bildern falsch formatierte Bildunterschriften hatten.
Die nächsten Kapitel gehen auf die Verteilung der Fehler innerhalb der einzelnen Beitragskategorien ein.
Poster
Es wurden insgesamt 64 Posterbeiträge angenommen. Nach der automatisierten Generierung der Beiträge im PDF-Format hatten zehn der Beiträge Sonderzeichenfehler, bei 36 Beiträge waren die Autor:innennamen in der Bibliographie nicht fettgedruckt, in einem Beitrag fehlten Abbildungen und einem weiteren fehlten Tabellen, bei 29 Beiträgen gab es Fehler bezüglich der Formatierung der Bildunterschriften und 44 der Beiträge hatten Fehler der Kategorie “sonstige Fehler” (siehe Abbildung 2). Insgesamt wurden mindestens 121 Fehler behoben.
Abbildung 2: Fehleraufteilung der Posterbeiträge.
Panels
Bei den 7 Panelbeiträgen, die angenommen wurden, wurden nur drei Fehlerkategorien identifiziert. Drei Beiträge hatten Sonderzeichenfehler, bei fünf Beiträgen waren die Autor:innennamen in der Bibliographie nicht fett gedruckt und alle Beiträge hatten einen Fehler der Kategorie “sonstige Fehler” (siehe Abbildung 3). Insgesamt wurden hier mindestens 15 Fehler behoben.
Abbildung 3: Fehleraufteilung der Panelbeiträge.
Workshops
Es wurden 19 Workshopbeiträge angenommen. Von diesen hatten drei Beiträge Sonderzeichenfehler, bei zwölf Beiträgen waren die Autor:innennamen nicht fett gedruckt, in einem Beitrag fehlten Abbildungen, in einem anderen Tabellen, fünf Beiträge hatten fehlerhafte Bildunterschriften und zwölf Beiträge hatten Fehler der Kategorie “sonstige Fehler” (siehe Abbildung 4). Hier wurden insgesamt mindestens 34 Fehler behoben.
Abbildung 4: Fehleraufteilung der Workshopbeiträge.
Vorträge
Insgesamt wurden 43 Vorträge angenommen. Von diesen hatten zwölf Beiträge Sonderzeichenfehler, sechs Beiträge hatten Fehler der Kategorie “sonstige Fehler”, zwei Beiträge hatten fehlerhafte Bildunterschriften und in einem Beitrag waren die Namen der Autor:innen in der Bibliographie nicht fettgedruckt. In keinem der Beiträge fehlten nach der automatischen Generierung der PDFs die Abbildungen oder Tabellen (siehe Abbildung 5).
Abbildung 5: Fehleraufteilung der Vorträge.
Doctoral Consortium
Für das Doctoral Consortium wurden elf Beiträge angenommen. Zwei von diesen Beiträgen hatten fehlerhafte Sonderzeichen, bei sieben Beiträgen waren die Autor:innennamen in der Bibliographie nicht fettgedruckt, bei einem Beitrag fehlten Abbildungen und bei einem Beitrag gab es einen Fehler in der Bildunterschrift. Fehlende Tabellen traten bei dieser Beitragskategorie nicht auf, wohingegen jeder Beitrag einen Fehler der Kategorie “sonstige Fehler” hatte (siehe Abbildung 6).
Abbildung 6: Fehlerverteilung bei den Beiträgen des Doctoral Consortiums.
Korrektur der Fehler
Bei der Korrektur der Fehler waren sowohl Mitarbeiter:innen und Hilfskräfte der Universität Passau als auch des DHd Data Stewards involviert. Nach einer Unterweisung, worauf bei der Korrektur zu achten ist, die auf den Erfahrungen der Vorjahre basierte, wurden die Beitragskategorien auf verschiedene Personen aufgeteilt und die Beiträge wurden mehrmals auf Fehler untersucht und korrigiert.
Bereits bekannte Fehler, wie die der Sonderzeichen, falsch formatierten Autor:innennamen, fehlenden Abbildungen und Tabellen sowie Fehler in der Formatierung der Bildunterschriften konnten schnell erkannt und korrigiert werden.
Weil die Kategorie “sonstige Fehler” eine offene Kategorie ist, in der bisher noch nicht bekannte Fehler verzeichnet wurden, wurde dort alles aufgenommen, was ungewöhnlich erschien. Da unterschiedliche Personen unterschiedliche Beiträge bearbeiteten, wurde individuell entschieden, was als Fehler aufgenommen wurde und was nicht. Diese Fehler wurden gemeinsam besprochen und manche dieser Fehler wurden als korrekturwürdig eingeordnet, andere wiederum nicht. Dies führte bei manchen Fällen zu doppelter Arbeit, da schon korrigierte Beiträge nochmals bearbeitet werden mussten, je nachdem ob ein Fehler bereits als solcher gewertet wurde, bevor er offiziell im Plenum als solcher deklariert wurde. Als Beispiel hierfür kann der vergrößerte Zeilenabstand genannt werden, der bei manchen Beiträgen entstand, wenn Fußnoten in der Zeile vorhanden waren. Dieser Fehler wurde bspw. automatisiert korrigiert, weshalb hierzu keine Statistik existiert.
Alle Beiträge wurden dreimal auf Fehler überprüft, bevor sie auf Zenodo hochgeladen und veröffentlicht wurden.
Fazit
Bei der DHd Jahreskonferenz 2024, die von der Universität Passau ausgerichtet wurde, wurden 144 Beiträge in den Kategorien Poster, Panels, Workshops, Vorträge und Doctoral Consortium angenommen. Diese Beiträge wurden mehrmals auf Fehler überprüft, bevor sie auf Zenodo hochgeladen und publiziert wurden. Insgesamt wurden mindestens 213 Fehler korrigiert, wobei diese Zahl höher angenommen werden muss, da jeder Beitrag, der einen oder mehrere Fehler einer Kategorie beinhaltete, nur einmal in der jeweiligen Kategorie gezählt wurde.
Bereits bekannte Fehler wurden effizient erkannt und behoben. Fehler der Gruppe “sonstige Fehler” wurden nach Auffinden gemeinsam evaluiert und je nach Häufigkeit und Auswirkungen auf die PDF-Datei individuell als zu korrigierender Fehler gewertet.
Grundsätzlich verlief der Prozess gut, kann aber dennoch verbessert werden. Eine regelmäßige Auswertung der Kategorie “sonstige Fehler” und die Erweiterung der Liste schon bekannter Fehler kann zu einem gezielteren Korrekturansatz führen, wenn die Korrigierenden wissen, worauf geachtet werden muss.
Zudem wäre eine standardisierte und detailliertere Art der Fehlerdokumentation während der Korrektur hilfreich, um genauere Auswertungen zu erstellen.
Eine mögliche Option, um Fehler in den TEI-XML-Versionen der Beiträge zu vermeiden, ist die Einschränkung von Formatierungsmöglichkeiten für die Autor:innen. Dies könnte beispielsweise durch die Etablierung eines alternativen Tools zur Erstellung von Beiträgen zu DHd Jahreskonferenzen erreicht werden. Ein potenzieller Kandidat hierfür stellt der FidusWriter[5] da, der sich diesbezüglich aktuell in der Evaluierungs- und Anpassungsphase befindet.
Referenzen
Helling, Patrick, Anke Debeller und Rebekka Borges: „Konferenzbeiträge strategisch publizieren. Automatisierte Workflows zur individuellen Veröffentlichung von Konferenzbeiträgen am Beispiel des Verbands Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e.V.“ in O-Bib. 2022a. Das Offene Bibliotheksjournal / Herausgeber VDB 9(3), 1-17. DOI:https://doi.org/10.5282/o-bib/5835.
Helling, Patrick, Rebekka Borges, Ingo Börner, Anna Busch, Fabian Cremer, Anke Debbeler, Henning Gebhard, Harald Lordick und Timo Steyer: “Der DHd-Verband und seine Abstracts – Betrachtungen des Einreichungsprozesses zu DHd-Jahrestagungen”, DHd-Blog. 2022b. Online: https://dhd-blog.org/?p=18599 (letzter Zugriff 21.05.2024).
Bereits zum dritten Mal findet im Sommersemester 2024 die Ringvorlesung ‚Digital Humanities im Fokus: Methoden, Anwendungen und Perspektiven’ an der Universität Rostock sowohl vor Ort als auch online via Zoom statt. Die Organisatoren sind, wie schon bei den ersten beiden Ausgaben, der Rostocker Arbeitskreis Digital Humanities (RosDH) und die hiesige DH-Juniorprofessur – in diesem Semester vertreten durch Herrn Dr. Torsten Roeder vom Zentrum für Philologie und Digitalität der Universität Würzburg.
Sie sind herzlich eingeladen, in Präsenz oder online an der Veranstaltung teilzunehmen. Eine vorausgehende Anmeldung für die einzelnen Termine ist nicht erforderlich.
Programm für das Sommersemester 2024:
18.04.2024 Dr. Mark Hall (The Open University) Algorithmenkritik 2024
25.04.2024 Dr. Milan Kostrešević (Universität Rostock) Von Schriften zu Zahlen: Die Evolution der Methodologien der Data Literacy in der Bibelwissenschaft
02.05.2024 Prof. Dr. Frank Fischer (Freie Universität Berlin) Von DRAMALYS.EXE zu DraCor – Eine Geschichte der digitalen Dramenanalyse von 1984 bis heute
30.05.2024 Jun.-Prof. Dr. Elisa Cugliana (Universität zu Köln) „Ob man gewynne oder verlier“: Methodologische Überlegungen zur computationalen Edition eines Losbuchs
06.06.2024 Dr. Angila Vetter (UB Kiel / Universität Augsburg) Coding, Codices, and the Quest for Longevity – Anforderungen und Herausforderungen bei der digitalen Edition mittelalterlicher Texte
13.06.2024 Dr. Philipp Pilhofer (Universität Rostock) Digitales Martyrium: Einblick in die digitale Edition eines griechisch-altkirchenslawischen Märtyrertexts
20.06.2024 Dr. Martin Wagner (Universität Rostock) 2,5 Jahre Digitalisierung Lehrkräftebildung – Probleme und Potentiale
27.06.2024 Prof. Dr. Dr. Stefan Höltgen (SRH Hochschule Heidelberg / Universität Bonn) „Literatur für Compiler“ – Was können Computer lesen, was Menschen gelesen haben, was eigentlich nur Computer lesen sollten?
04.07.2024 Prof. Dr. Anne Baillot (Le Mans Université) Digital Methods Porn, oder: Warum die Welt ohne nachnutzbare Workflowsnicht zu retten ist
11.07.2024 Prof. Dr. Berenike Herrmann (Universität Bielefeld) Literaturwissenschaft – eine historische Datenwissenschaft? Zu Data Literacy und anderen Literacies
Veranstaltungszeit
Immer donnerstags an den ausgewiesenen Terminen, jeweils von 17:15 bis 18:45 Uhr (s.t.)