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Stellenanzeige: Elternzeitvertretung für die wissenschaftliche Mitarbeit als Redaktionsleitung (m/w/d) der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften

2024年9月24日 21:28

An der Herzog August Bibliothek ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine bis zum  30.09.2025 befristete Teilzeitstelle als Elternzeitvertretung für die

wissenschaftliche Mitarbeit als Redaktionsleitung (m/w/d) der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften (bis zu 0,75 Entgeltgruppe 13 TV-L)

zu besetzen. Eine Beschäftigung ist mit bis zu 30 Wochenstunden möglich. 

Den Link zur Stellenanzeige finden Sie hier.

Die Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften ist ein innovatives Forschungsperiodikum, das sich Themen an der Schnittstelle von geisteswissenschaftlicher und digitaler Forschung widmet. Sie wird gemeinsam herausgegeben vom Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel und dem Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e.V. Die Tagesredaktion unter Leitung der Redaktionsleitung hat ihren Sitz und Arbeitsort an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.

Ihre Aufgaben: 

In Zusammenarbeit mit der Fachredaktion, der technischen Redaktion, der Textredaktion und einer bibliothekarischen Fachkraft: 

  • Redaktionelle Leitung des E-Journals „Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften“ (ZfdG, https://zfdg.de)  
  • Planung, Annahme und redaktionelle Bearbeitung (inkl. Tagging) und Layouten von Artikeln  
  • Betreuung von Autorinnen und Autoren 
  • Weiterentwicklung, Moderation und Koordination der Qualitätssicherungs- und Review-Verfahren für die Zeitschrift 
  • Akquise neuer Artikel und Sonderbände 
  • Weiterentwicklung der vorhandenen Publikationsinfrastruktur  
  • Kontaktpflege zu Interessensvertretungen der Digital Humanities und einschlägiger geisteswissenschaftlicher Fachgesellschaften sowie Vernetzung mit anderen E-Journals 
  • Projektleitung und Umsetzung des Projekts „Nachhaltig innovativ: Diamond Open Access für die digitalen Geisteswissenschaften“ im Rahmen des Förderprogramms NiedersachsenOPEN (Laufzeit: 01.06.2024 bis 31.12.2025) 
  • Koordination und Umsetzung der Maßnahmen zum 10. Jubiläum der ZfdG (in Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Kulturprogramm der HAB), insbesondere Umsetzung der Social-Media-Strategie, Vertretung der Zeitschrift auf Fachkonferenzen, Organisation von Jubiläumsveranstaltungen 
  • Betreuung von Redaktionspraktikantinnen und -praktikanten 
  • Erstellung eines Workshop-/Vermittlungskonzept für Publikationskompetenzen an Studierende der Digital Humanities 

Voraussetzungen: 

  • Abgeschlossenes geisteswissenschaftliches oder informationswissenschaftliches Studium (Master-Abschluss oder vergleichbar) 
  • Nachgewiesene Kenntnisse im Bereich der Digital Humanities 
  • Redaktionserfahrung mit wissenschaftlichen Publikationen
  • Nachgewiesene und einschlägige Erfahrungen als Redakteur/in im Bereich wissenschaftlicher Online-Publikationen und -Portale. Vertrautheit mit modernen Publikationsmethoden und -modellen (Single-Source-Publishing, Diamond Open Access etc.)  
  • Solide Kenntnisse in XML/TEI 
  • Gute Kommunikations-, Organisations- und Teamfähigkeit 
  • Gute Englischkenntnisse 

Als familiengerechte Bibliothek, Forschungs- und Studienstätte bietet die HAB ein abwechslungsreiches Aufgabenspektrum, flexible Arbeitszeiten sowie regelmäßige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Mobile Arbeit ist möglich. Als Tarifbeschäftigte/r erhalten Sie eine Jahressonderzahlung im Rahmen des TV-L sowie die Teilnahme an der zusätzlichen Altersversorgung im öffentlichen Dienst über die VBL. Es erwartet Sie ein engagiertes und aufgeschlossenes Team.  

Die HAB strebt an, Unterrepräsentanzen im Sinne des NGG in allen Bereichen und Positionen abzubauen. Die Gleichstellung von Frauen und Männern wird gefördert. Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung und Befähigung bevorzugt behandelt. Ein Nachweis ist beizufügen. 

Bewerbungen mit aussagefähigen Unterlagen werden bis zum 15.10.2024 mit dem Kennwort „ZfdG Redaktion“ möglichst per E-Mail (PDF-Dokument) erbeten an die 

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel  
Verwaltung  Lessingplatz 1 
38304 Wolfenbüttel
E-Mail: verwaltung@hab.de 

Interessentinnen und Interessenten können sich bei Frau Jansky telefonisch unter (05331) 808-214 oder per E-Mail unter jansky@hab.de über das Arbeitsgebiet informieren. 

Bewerbungsunterlagen werden grundsätzlich nicht zurückgesandt, sondern datenschutzgerecht vernichtet. Sollte eine Rücksendung gewünscht sein, bitten wir um Beilage eines adressierten und ausreichend frankierten Rückumschlags. 

Hinweis zum Datenschutz: Mit der Einreichung Ihrer Bewerbung stimmen Sie der Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten im Rahmen und zur Durchführung des Bewerbungsverfahrens zu. Diese Einwilligung kann jederzeit ohne Angabe von Gründen gegenüber o.g. Stelle(n) schriftlich oder elektronisch widerrufen werden. Bitte beachten Sie, dass ein Widerruf der Einwilligung u. U. dazu führt, dass die Bewerbung im laufenden Verfahren nicht mehr berücksichtigt werden kann.

Community statt Glaskugel: Euer Feedback zur Zukunft des digitalen Publizierens

2024年6月29日 03:01

von Patrick Dinger, Jan Horstmann, Caroline Jansky, Thomas Jurczyk, Timo Steyer (AG Digitales Publizieren)

Die Umfrage

Anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens wagte die DHd-Arbeitsgruppe Digitales Publizieren auf der DHd2024 in Passau einen Blick in die Zukunft: Ein interaktives Poster (Dinger et al. 2024a) im Rahmen der DHd2024 präsentierte – neben einem Rückblick auf die wichtigsten Meilensteine der AG-Arbeit seit 2014 – fünf Thesen zur Zukunft des (digitalen) Publizierens, die innerhalb der Community zur Diskussion gestellt wurden. Mit Hilfe einer interaktiven Onlineumfrage konnte vor Ort hinsichtlich der persönlichen Einstellung zu den Thesen und der Wahrscheinlichkeit ihrer Realisierung abgestimmt werden.

Für die Umsetzung der Umfrage haben wir das deutschsprachige Online-Tool Particify genutzt. Es ermöglicht eine niedrigschwellige Teilnahme, z. B. indem die persönliche Einstellung zu den Thesen direkt mit einem Emoji ausgedrückt wird. Die Exportoptionen der Daten bei Particify erlauben allerdings keine Korrelationsanalyse, ob etwa die ablehnende Haltung eines Teilnehmenden gegenüber einer bestimmten These auch mit einer geringer eingeschätzten Wahrscheinlichkeit der Realisierung dieser These einhergeht.

Nachdem die Rückmeldungen auf die Umfrage während der Konferenz eher verhalten waren – angesichts von insgesamt 64 Postern nicht verwunderlich – nutzten wir die Möglichkeit, im Anschluss über die DHd-Mailingliste sowie die Mailingliste der AG Digitales Publizieren noch einmal gezielt für die Teilnahme an der Umfrage zu werben: Verschickt wurden die Aufrufe am 08.03.2024, die Umfrage wurde wie angekündigt am 23.04.2024 geschlossen und ausgewertet. In diesem Zeitraum nahmen 114 Personen an der Umfrage teil, von denen 101 Personen den Fragebogen vollständig beantwortet haben. Mit der Veröffentlichung des Umfragelinks über die DHd-Mailingliste und die AG-Liste lässt sich der Kreis der Teilnehmenden auf die deutschsprachige DH-Community eingrenzen, wobei es sich dabei um Personen mit unterschiedlich großem Interesse an dem Thema und divergierenden Erfahrungen im Bereich des digitalen Publizierens handeln dürfte. Vor diesem Hintergrund sind die Umfrageergebnisse zwar nicht repräsentativ, erlauben aber dennoch wichtige Einsichten. Allen Teilnehmenden der Umfrage möchten wir ganz herzlich danken – das große Interesse und die zahlreichen Rückmeldungen bestärken uns in der AG-Arbeit und liefern wichtige Hinweise zu den drängendsten Fragen und Anliegen zum digitalen Publizieren in der Community. Diesen Blogbeitrag nutzen wir dazu, die Ergebnisse der Umfrage, erste Interpretationsansätze und die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen für die Arbeit der AG vorzustellen. Wir möchten den Beitrag explizit zur Diskussion stellen und freuen uns über Ergänzungen, Kommentare, Kritik und Feedback.

These 1: Die AG Digitales Publizieren streicht ›Digital‹ aus ihrer Benennung

Die Ergebnisse der Umfrage zur 1. These
114 Antworten
These 1: Die AG Digitales Publizieren streicht "digital" aus ihrer Benennung.

Publikationskompetenz als wissenschaftliche Schlüsselkompetenz wird unabhängig von der Frage nach dem Publikationsmedium: Digitales Publizieren wird zum Normalfall, das gedruckte buch doer Heft zur bibliophilen Kostbarkeit. Publizieren ist in Zukunft immer digital.

Wie ist deine Haltung dazu: 

a) Sehr positiv 30 %
b) eher positiv: 27 %
c) neutral: 21 %
d) eher negativ: 14 %
e) sehr negativ: 5 % 
keine Antwort: 3 %
Abb. 1: Haltungen der Teilnehmenden zur ersten These
Die Ergebnisse der Umfrage zur 1. These
114 Antworten
These 1: Die AG Digitales Publizieren streicht "digital" aus ihrer Benennung.

Publikationskompetenz als wissenschaftliche Schlüsselkompetenz wird unabhängig von der Frage nach dem Publikationsmedium: Digitales Publizieren wird zum Normalfall, das gedruckte buch doer Heft zur bibliophilen Kostbarkeit. Publizieren ist in Zukunft immer digital.

Hältst du diese Entwicklung für wahrscheinlich?

a) ja: 45 % 
b) nein: 55 %
Abb. 2: Einschätzung zur Wahrscheinlichkeit der in These 1 skizzierten Entwicklung

Auch wenn aktuell noch stark hybrid publiziert wird, war es für uns keine gewagte These, angesichts von Open Access und Open Science von einer zukünftigen Digital-Only-Publikationswelt auszugehen. Für eine Durchsetzung des digitalen Formats sprechen sowohl ökonomische und ökologische Gründe als auch der einfachere Zugriff, höhere Zitationsraten, gesteigerte Interaktivität sowie die Möglichkeit der Ergänzung durch andere Formate wie Forschungsdaten oder Software. Die Antworten zeigen jedoch ein geteiltes Bild: Zwar teilen über die Hälfte der Befragten die Aussage, dass das Publizieren in Zukunft immer digital sein wird. Allerdings hält auch eine knappe Mehrheit das Streichen von digital aus dem AG-Namen für unwahrscheinlich.

Während wir die generelle Zustimmung zur These durchaus erwartet haben, da die Zunahme von digitalen Publikationsangeboten bereits in der Breite der Community wahrgenommen wird, überrascht uns doch die Skepsis gegenüber dem Ändern des AG-Namens. Dies kann aber auch damit zusammenhängen, dass der Begriff ›Publizieren‹ ohne das Adjektiv ›digital‹ traditioneller klingt und auch den Bezug zu den Digital Humanities verliert. Es könnte daher auch als Rückschritt wahrgenommen werden. Man könnte auch sagen: Solange die Digital Humanities ihren Namen nicht ändern, wird es bei der AG Digitales Publizieren bleiben.

Für uns stellt sich auch die Frage, ob wir in Zukunft nicht eher eine neue Abgrenzung zwischen Digital-Publikationen in ›klassischer‹ Text/Bild-Form gegenüber enhanced publications erleben werden, sodass die Trennlinie nicht mehr zwischen gedruckten und digitalen Publikationen, sondern zwischen statischen, textbasierten Veröffentlichungen und multimodalen, interaktiven und vernetzten Publikationsformen verläuft.

These 2: Es entsteht eine große Bandbreite an Publikationsformaten, die nicht nur die Lesenden, sondern auch die maschinelle Verarbeitung im Blick haben

Ergebnisse der Umfrage zu These 2: 

108 Antworten
These 2: Es entsteht eine große Bandbreite an Publikationsformaten, die nicht nur die Lesenden, sondern auch die maschinelle Verarbeitung im Blick haben

Obwohl schon häufiger tot gesagt, ist PDF derzeit noch das meistverbreitete Publikationsformat, das die analoge Leseerfahrung in den digitalen Raum zu verlagern versucht. Dabei wird auf digitale Features wie Maschinenlesbarkeit oder eine anpassbare Darstellung verzichtet. In Zukunft setzen sich jedoch sogenannte One-Source-Publishing-Ansätze stärker durch, bei denen eine autoritative Kerndatei automatisiert in beliebig viele andere Formate wie PDF, HTML und XML (JATS) transformiert werden kann. So werden die Veröffentlichungen durch die verbesserte Maschinenlesbarkeit selbst zu einer potenziellen Quelle für computergestützte Analysen.

Wie ist deine Haltung dazu?

a) Sehr positiv: 64 %
b) eher positiv: 25 %
c) neutral: 6 %
d) eher negativ: 3 %
e) sehr negativ: 1 % 
keine Antwort: 1 %
Abb. 3: Haltungen der Teilnehmenden zur zweiten These
Ergebnisse der Umfrage zu These 2: 

106 Antworten
These 2: Es entsteht eine große Bandbreite an Publikationsformaten, die nicht nur die Lesenden, sondern auch die maschinelle Verarbeitung im Blick haben

Obwohl schon häufiger tot gesagt, ist PDF derzeit noch das meistverbreitete Publikationsformat, das die analoge Leseerfahrung in den digitalen Raum zu verlagern versucht. Dabei wird auf digitale Features wie Maschinenlesbarkeit oder eine anpassbare Darstellung verzichtet. In Zukunft setzen sich jedoch sogenannte One-Source-Publishing-Ansätze stärker durch, bei denen eine autoritative Kerndatei automatisiert in beliebig viele andere Formate wie PDF, HTML und XML (JATS) transformiert werden kann. So werden die Veröffentlichungen durch die verbesserte Maschinenlesbarkeit selbst zu einer potenziellen Quelle für computergestützte Analysen.

Hältst du diese Entwicklung für wahrscheinlich?

a) ja: 84 % 
b) nein: 16 %
Abb. 4: Einschätzung zur Wahrscheinlichkeit der in These 2 skizzierten Entwicklung

Die Umfrageergebnisse zeigen eindeutig, dass eine größere Verbreitung von Single-Source-Publishing Ansätzen und die damit einhergehende Verbreitung von maschinenlesbaren Publikationsformaten als positiv und wahrscheinlich angesehen werden.

Obwohl keine Daten zu konkreten Hintergründen der befragten Personen vorliegen, kann davon ausgegangen werden, dass die meisten Teilnehmer*innen wahrscheinlich technikaffin sind und entsprechend ein gesteigertes Interesse an Publikationen in maschinenlesbaren Formaten für die eigene computergestützte Forschung mitbringen. Handelt es sich somit bei den Umfrageergebnissen um ein überproportional vertretenes Wunschdenken einiger weniger Enthusiast*innen, das bereits im AG Working Paper von 2021 (AG Digitales Publizieren 2021) formuliert wurde, aber bisher zumindest in der Breite zu eher übersichtlichen Veränderungen in der Publikationspraxis geführt hat? Zumindest die auch in absoluten Zahlen relativ hohe Teilnahmequote der Umfrage zeigt, dass die Forderung nach zunehmender Verbreitung nativ-digitaler Publikationsformate mindestens kein Randphänomen mehr ist. Und selbst wenn es sich derzeit noch um ein primär innerhalb der DH-Community verbreitetes Anliegen handeln sollte, wird dies mittel- bis langfristig auch zu Änderungen in der Publikationspraxis führen. Dies liegt daran, dass viele der Befragten selbst publizieren und/oder verlegen und es dank der genannten Single-Source-Publishing-Ansätze nicht mehr um ein Entweder-Oder, sondern vielmehr um ein Sowohl-als-Auch geht.

Nicht die Umstellung von PDF auf ein XML-Format wird also zu einer größeren Verbreitung von maschinenlesbaren Publikationsformaten führen, sondern vor allem die zunehmende Verbreitung sogenannter Single-Source-Publishing Ansätze (z.B. mit Hilfe von Pandoc) wird dazu beitragen, dass neben dem gewohnten PDF ohne großen zusätzlichen Aufwand weitere Formate wie HTML, XML/JATS, LaTeX, Markdown und mehr angeboten werden können. Damit können die Veröffentlichungen durch die verbesserte Maschinenlesbarkeit selbst zu einer potenziellen Quelle für computergestützte Analysen werden, ein flexibleres Leseerlebnis bieten und trotzdem auch weiterhin als PDF angeboten werden.

These 3: Anwendungen des Machine-Learnings sind integraler Bestandteil von Prozessen des wissenschaftlichen Schreibens, Reviewings, der Redaktion und des Layouts

Die Ergebnisse der Umfrage zur 3. These

 102

Antworten

These 3: Anwendungen des Machine-Learnings sind integraler Bestandteil von Prozessen des wissenschaftlichen Schreibens, Reviewings, der Redaktion und des Layouts.

Nach der Verfügbarmachung von LLMs durch Anwendungen wie ChatGPT nahmen Diskussionen um die Integration „Künstlicher Intelligenz“ auch in wissenschaftliche Arbeits- und Publikationsprozesse Fahrt auf. In Zukunft nehmen Text- und Bildgeneratoren sowie Prompt-Engineering einen festen Platz in der wissenschaftlichen Arbeit ein. Offene KI-Anwendungen werden Community-basiert so verbessert, dass die generierten Informationen durch Verknüpfungen mit gewährleisteten Wissensressourcen nachvollziehbar sind. Außerdem wird die wissenschaftliche Gemeinschaft Standards des Umgangs mit KI-Tools etablieren und setzt automatisierte Generierung in Teilprozessen so ein, dass sie die wissenschaftliche Integrität von Texten und Visualisierungen nicht durch ungesichertes, nicht belegbares Wissen kontaminiert.

Wie ist deine Haltung hierzu?

a) Sehr positiv 18 %
b) eher positiv: 43 %
c) neutral: 25 %
d) eher negativ: 9 %
e) sehr negativ: 5 % 
keine Antwort: 1 %
Abb. 5: Haltungen der Teilnehmen zur dritten These
Ergebnisse der Umfrage zu These 3:  101

Antworten

    These: Anwendungen des Machine-Learnings sind integraler Bestandteil von Prozessen des wissenschaftlichen Schreibens, Reviewings, der Redaktion und des Layouts.

Hältst du diese Entwicklung für wahrscheinlich?

a) ja 83 %
b) nein 17 %
Abb. 6: Einschätzung zur Wahrscheinlichkeit der in These 3 skizzierten Entwicklung

Auch auf der DHd-Konferenz in Passau waren LLMs das beherrschende Thema in vielen Vorträgen, Panels, Workshops und Diskussionen bis hin zur Gründung der neuen Arbeitsgruppe Angewandte Generative KI in den Digitalen Geisteswissenschaften (AGKI-DH). Die Umfrageergebnisse zeigen eine deutliche Mehrheit im Feld der zustimmenden Haltung gegenüber dieser Entwicklung. Noch positiver ist die Frage nach der Wahrscheinlichkeit der skizzierten Entwicklung beantwortet worden.

Die ausgeprägt zustimmende Haltung gegenüber der Integration von LLMs in wissenschaftliche Publikationsprozesse lässt sich vermutlich ebenfalls mit den Hintergründen und Grundhaltungen der – in der Regel als eher technikaffin bekannten – DHd-Mitglieder bzw. Empfänger*innen der adressierten Mailinglisten erklären und fiele in eher traditionellen Kreisen geisteswissenschaftlicher Disziplinen vermutlich anders aus. Die sogenannte Künstliche Intelligenz wird in den DH stärker als Implementierung bestimmter Machine-Learning-Algorithmen und damit als für die eigenen Zwecke nutzbares und tendenziell hilfreiches, jedenfalls weniger bedrohliches Werkzeug verstanden. Zudem ist in den DH das Schreiben eines Papers häufig ›nur‹ die Dokumentation des eigentlichen Forschungsprozesses und weniger selbst als z.B. argumentierender, theoretisierender etc. Beitrag der Hauptaspekt der Forschung, wie es in nicht-digitalen geisteswissenschaftlichen Disziplinen häufig der Fall ist. Zudem leidet die Forschung weniger unter Restriktionen im Umgang mit LLMs als die Hochschullehre, die an vielen Standorten durch Eingriffe und Vorgaben der Hochschulleitungen in der Anwendung von LLMs und Machine Learning streng begrenzt wird. Die affirmative Haltung zum Einsatz von LLMs bei der Publikation von Forschungsbeiträgen ließe sich also auch als Gegenbewegung zu sonstigen Begrenzungen interpretieren. 

Immerhin scheint jedoch auch im DH-Bereich noch ein Viertel der Teilnehmenden nicht zu einer eindeutigen positiven oder negativen Einschätzung gekommen zu sein. Einen Grund dafür sehen wir darin, dass wir in unserer These mehrere Aspekte berühren, zu denen Teilnehmende vielleicht divergierende Meinungen haben, aber nur eine Gesamtantwort geben konnten. So könnte man dem Aspekt einer offenen, Community-basierten Variante von LLMs positiv gegenüber stehen, um nicht zuletzt eine »explainable AI« zu erreichen, die Integration in sämtliche Arbeitsprozesse des Publizierens aber kritisch sehen. »Explainable AI« kann dabei als Dachkonzept für verschiedene Aspekte verstanden werden, wie etwa »(i) data explainability, (ii) model explainability, (iii) posthoc explainability, and (iv) assessment of explanations« (Ali et al. 2023, Abstract).

Auch zur inhärenten Frage, ob und wie wir zukünftig mit kommerziellen LLM-Anbietern kooperieren wollen, gibt es divergierende Meinungen, die zu einer neutralen Gesamteinschätzung geführt haben können. Das brandaktuelle Thema um ›KI‹ muss sich aus seinem momentanen Hype-Status hinausentwickeln, damit wir auf Grundlage konkreter Erfahrungen zu belegbaren Einschätzungen kommen können.

These 4: Der Tod der individuellen Autorschaft steht kurz bevor

Ergebnisse der Umfrage zu These 4: 
 101

Antworten

These 4: Der Tod der individuellen Autorschaft steht kurz bevor.

Durch die Öffnung von Publikationsprozessen bestehen die Möglichkeit und der Anspruch, Art und Umfang der Beteiligung an einem Forschungsergebnis transparent öffentlich darzustellen. Das Prinzip „Autorschaft“ hat damit schon bald ausgedient: Stattdessen rückt die präzise Benennung des jeweils individuellen Beitrags zu einer kollaborativen Publikation in den Mittelpunkt.

Wie ist deine Haltung hierzu?

a) Sehr positiv 22 %
b) eher positiv: 20 %
c) neutral: 28 %
d) eher negativ: 20 %
e) sehr negativ: 10 % 
keine Antwort: 1 %
Abb. 7: Haltungen der Teilnehmenden zur vierten These
Ergebnisse der Umfrage zur 4. These: 

 101

Antworten

    These: Der Tod der individuellen Autorschaft steht kurz bevor.

Hältst du diese Entwicklung für wahrscheinlich?

a) ja 18 %
b) nein 82 %
Abb. 8: Einschätzung zur Wahrscheinlichkeit der in These 4 skizzierten Entwicklung

Die Ergebnisse der Einstellungsabfrage zur These der individuellen Autorschaft fallen im Vergleich zu den anderen deutlich ambivalenter und weniger positiv aus, die Diskrepanz zu den sehr niedrigen Ablehnungswerten bei anderen Fragen ist deutlich.

Ähnliches gilt für die Frage nach der Wahrscheinlichkeit, dass diese Entwicklung eintritt: Hier zeigt sich die deutlichste Negativtendenz der gesamten Umfrage. Die DH-Community hält die Entwicklung, dass das Prinzip der individuellen Autorschaft bald ausgedient hat, also sowohl für ziemlich unwahrscheinlich als auch für eher weniger wünschenswert als andere Entwicklungen.

Der die These erläuternde Text zieht keine Querverbindungen zu den Thesen 3 und 5, wobei diese Thesen das Konzept der individuellen Autorschaft – These 3 im Spannungsfeld von intellektueller Leistung und Automatisierung, These 5 hinsichtlich des Produkts von Autorschaft – berühren und infrage stellen. Durch diese verkürzte Darstellung sowie die Tatsache, dass Autorschaft von Publikationen karriereentscheidend ist, könnte sich die ablehnende Haltung vieler Befragter erklären lassen. Zudem ist das Thema nicht neu oder gar unerforscht: Bereits Nyhan und Duke-Williams entlarven einerseits das »multi-authored Digital Humanities paper« und andererseits den/die »Humanities lone scholar« jeweils als Stereotype (Nyhan / Duke-Williams 2014, S. 387). Ihre Analyse zeigt, dass Einzelautorschaft auch in den Digital Humanities weiterhin die kollaborative Autorschaft (von zwei oder mehr Autor*innen) überwiegt (auch wenn leichte Trends zu mehr Kollaboration erkennbar sind) (vgl. Nyhan / Duke-Williams 2014, S. 395). Auch die Auswertungen der Beiträge der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften (ZfdG) sowie die (teilweise stichprobenartig ermittelte) von deren Redaktion erstellte Übersicht zu kollaborativer Autorschaft in sechs weiteren internationalen DH-Journals (Zeitraum: 2015 bis 2023) zeigen zumindest kein einheitliches Bild: In den meisten Fällen halten sich Einzel- und kollaborative Autorschaft weitgehend die Waage (vgl. Baumgarten et al. 2024a; Baumgarten et al. 2024b). Zudem wurden in beiden hier referenzierten Untersuchungen ausschließlich Beiträge in wissenschaftlichen Journals betrachtet, der in den Geisteswissenschaften weiterhin relevante Sektor der Monografien, zu dem auch der Bereich der zwingend in Einzelautorschaft erscheinenden Qualifizierungsarbeiten zählt, wurde völlig außer Acht gelassen. Von einem ›Abschaffen‹ der individuellen Autorschaft in den digitalen Geisteswissenschaften kann also tatsächlich keine Rede sein.

Die Disziplin ist dennoch geprägt von inter- und transdisziplinären Perspektiven und der Übertragung von methodischen Ansätzen aus anderen Wissenschaftsbereichen zur Erforschung geisteswissenschaftlicher Fragestellungen; dieses Überschreiten der Grenzen traditioneller Wissenschaftsbereiche führte anfänglich wahrscheinlich wirklich zu einem erhöhten Kollaborationsbedarf, da man auf die personelle Expertise aus unterschiedlichen Fachbereichen angewiesen war. Je länger die Disziplin besteht und je mehr eigene Lehrstühle und Studiengänge eingerichtet werden, desto eher ist zu erwarten, dass die erforderlichen Kompetenzen auch von Einzelpersonen erworben werden können, wodurch die Notwendigkeit von Kollaborationen möglicherweise abnimmt. Dem entgegen stehen allerdings Entwicklungen wie die vermehrte Anzahl von Forschungsverbünden und fächerübergreifenden Sonderforschungsbereichen, der »›small discipline‹ effect« (Nyhan / Duke-Williams 2014, S. 396) und verstärkte Bestrebungen zur internationalen Zusammenarbeit.

These 5: Es werden vermehrt Datensätze statt Texte publiziert

Ergebnisse der Umfrage zur 5. These: 

These 5: Es werden vermehrt Datensätze statt Texte publiziert.

Mit den neuen Möglichkeiten, Forschungsdaten zu veröffentlichen und zu beschreiben, verändert sich auch die Art, wie in den Digital Humanities publiziert wird. Die neue Publikationskultur setzt verstärkt auf offene Micro-Formate, Zeitschriftenartikel und Repositorien. Über Plattformen können Forschungsdaten und Ergebnisse zusammengefasst, Darstellungen von Forschungsprozessen als vollwertige digitale Publikation und Vertrauen stiftende Datenquelle akzeptiert werden – ein Trend, der sich bereits jetzt andeutet.

Wie ist deine Haltung hierzu?

a) Sehr positiv 34 %
b) eher positiv: 42 %
c) neutral: 18 %
d) eher negativ: 3 %
e) sehr negativ: 4 %
Abb. 9: Haltungen der Teilnehmenden zur fünften These
Ergebnisse der Umfrage zur 5. These:  101

Antworten

    These: Es werden vermehrt Datensätze statt Texte publiziert.

Hälst du diese Entwicklung für wahrscheinlich?

a) Ja 66 %
b) Nein 34 %
Abb. 10: Einschätzung zur Wahrscheinlichkeit der These 5 skizzierten Entwicklung

Wenn wir die Genese des Book of Abstracts der DHd-Konferenzen von Konferenzabstracts in einem ›gebundenen Buch‹ über Micro-Veröffentlichungen hin zu wissenschaftlichen Publikationen betrachten, wird die Veränderung digitalen Publizierens deutlich (vgl. Helling et al. 2022). Daher verwundert es nicht, dass die meisten der Befragten die künftig stärkere Zunahme der Publikation von Datensätzen als wahrscheinlicher einschätzen als die von Texten.

Hinzu kommt, dass Forschungsdaten im Zuge wissenschaftlicher Erkenntnisprozesse an vielen Stellen entstehen. Während bei der Erstveröffentlichung des Grundlagenwerks Digital Humanities. Eine Einführung Forschungsdaten als »extensivere Publikationstätigkeit als dies unter naturgemäß begrenzten Druckbedingungen gegeben« gesehen wurden, die »vorstellbar und zur Zeit schon sporadisch praktiziert« (Kohle 2017, S. 201) werde, hat sich die Kultur des Publizierens in den Digital Humanities tatsächlich in die prognostizierte Richtung weiterentwickelt. Die Publikation von Forschungsdaten ist ein wichtiger Beitrag zur Überprüfbarkeit der Datengrundlage und damit der Einhaltung guter wissenschaftlicher Praxis (vgl. Deutsche Forschungsgemeinschaft 2022).

Außerdem wird vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen (vgl. Wissenschaft im Dialog 2023) die Offenlegung der Quelldaten einer Arbeit als vertrauensstiftende Maßnahme in die Wissenschaft betrachtet (vgl. Mößner 2022). Hinzu kommt, dass unstrukturierte Datensätze durch den Einsatz von ›KI‹ oder Big-Data-Methoden (vgl. Gelfert 2022) leichter selbst zum Forschungsgegenstand werden können. Die Entwicklung neuer Analysemethoden wiederum kann Rückwirkungen darauf haben, in welcher Art und in welchem Umfang Primär- und Forschungsdaten publiziert werden. Damit einhergehend steigt die Wahrscheinlichkeit, dass in Zukunft auch vermehrt Datensätze veröffentlicht werden. Ob klassische Formen des Publizierens wissenschaftlicher Texte dabei allerdings abgelöst oder nur ergänzt werden, wird die Zukunft zeigen.

Zusammenfassung der Ergebnisse 

Publizieren verändert sich (vgl. Cremer 2018). Diese Veränderungen möchte die AG Digitales Publizieren auch in Zukunft kritisch begleiten und für die DH-Community fruchtbar und nutzbar machen. Die von uns skizzierten Entwicklungen wurden von der Community insgesamt positiv bewertet und auch als wahrscheinlich angesehen. Sie beziehen sich allerdings auch auf Prozesse, die bereits begonnen haben bzw. sich schon längere Zeit abzeichnen – größere Überraschungen waren an dieser Stelle also nicht zu erwarten.

Allerdings gab es zwischen den einzelnen Thesen doch wahrnehmbare Unterschiede in der Einschätzung: Während beispielsweise Single-Source Publishing Ansätze und damit einhergehende zusätzliche Publikationsformate wie JATS/XML oder HTML als durchweg positiv und wahrscheinlich angesehen wurden, waren die Meinungen zum Einfluss von ›KI‹ auf den Publikationsprozess und zur Rolle individueller Autorschaft deutlich durchwachsener. Die Gründe hierfür sind wie dargestellt komplex und nicht bis ins Detail aufzulösen. Für das derzeit wohl einflussreichste und sich im stetigen Wandel befindliche Thema ›KI‹ erscheinen die Antwortmöglichkeiten zu undifferenziert und die Bedeutung, die individuelle Autorschaft nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die Wissenschaftler*innen im Rahmen der individuellen Karriere hat, blieb in der These unterbelichtet. Insbesondere die wissenschaftspolitischen Implikationen der Wandlungen des Publikationssektors möchte die AG deshalb in Zukunft verstärkt und kritisch in den Blick nehmen. Hierzu findet am 8. und 9. Oktober 2024 in Darmstadt eine Tagung zum Thema Reputation ohne Paywall? Wissenschaftliches Publizieren im digitalen Wandel statt, die die AG anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens veranstaltet. Wir freuen uns über rege Teilnahme aus der Community.

Die genannten Thesen zur ›KI‹, zu multimodalen, datengetriebenen Publikationen und zur Rolle der Autorschaft sind außerdem durchaus miteinander verbunden, was der zunehmende Einfluss von LLMs auf den Schreib- und auch Analyseprozess auf die akademische Lehre und Forschung zeigt, der nicht zuletzt die individuelle Autorschaft infrage stellt. In Zukunft möchten wir deshalb die Zusammenarbeit mit anderen DHd-AGs, insbesondere der AG Angewandte Generative KI in den Digitalen Geisteswissenschaften sowie der AG Datenzentren intensivieren. Interne Gespräche, gemeinsame Veranstaltungen, Publikationen oder andere Formate sind dabei denkbar – wir melden uns bei euch! Dies wäre nicht nur für die Mitglieder der AGs von Interesse, sondern scheint zumindest der Umfrage nach zu urteilen auch für weitere Kreise innerhalb der DH-Community relevant zu sein.

Für die AG Digitales Publizieren selbst bedeuten die Ergebnisse kurz- bis mittelfristig, dass auch wir insbesondere den divers diskutierten Themen ›KI‹ und Autorschaft, zu denen es offensichtlich verstärkten Diskussions- und Klärungsbedarf gibt, mehr Raum geben wollen und unsere Angebote und Schwerpunkte entsprechend anpassen. Beginnen wollen wir damit, die oben aufgeworfene Frage nach der Rolle von ›KI‹ für die Autorschaft genauer zu untersuchen.

Bibliografie

  • AG Digitales Publizieren (Hg): Digitales Publizieren in den Geisteswissenschaften. Begriffe, Standards, Empfehlungen (= Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften / Working Papers, 1). Erstveröffentlichung vom 18.03.2021. Version 2.0 vom 09.03.2023. Wolfenbüttel 2021. DOI: 10.17175/wp_2021_001_v2
  • Sajid Ali / Tamer Abuhmed / Shaker El-Sappagh / Khan Muhammad / Jose M. Alonso-Moral / Roberto Confalonieri / Riccardo Guidotti / Javier Del Ser / Natalia Díaz-Rodríguez / Francisco Herrera: Explainable Artificial Intelligence (XAI). What We Know and What Is Left to Attain Trustworthy Artificial Intelligence. In: Information Fusion 99 (2023), Art. 101805. DOI: 10.1016/j.inffus.2023.101805
  • Marcus Baumgarten / Henrike Fricke-Steyer / Martin de la Iglesia / Caroline Jansky / Jonathan Schimpf / Martin Wiegand (2024a): Transparenz im Fokus. Die Publikationspraxis der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften. Poster im Rahmen der DHd2024 (Passau, 26.02.2024 — 01.03.2024). 21.02.2024. DOI: 10.5281/zenodo.10706093
  • Marcus Baumgarten / Martin de la Iglesia / Caroline Jansky / Martin Wiegand / Jonathan Schimpf (2024b): Publikationspraxis der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften 2015 bis 2023. Datenset. 26.02.2024. DOI: 10.17175/2015-2023_publikationspraxis-zfdg
  • Deutsche Forschungsgemeinschaft: Guidelines for Safeguarding Good Research Practice. Code of Conduct. 2022. DOI: 10.5281/zenodo.6472827
  • Fabian Cremer: Nun sag, wie hältst Du es mit dem Digitalen Publizieren, Digital Humanities? Eine retrospektive Gretchenfrage an die #DHd2018. In: Digitale Redaktion. Editorial zum digitalen Publizieren. 21.03.2018. Online: https://editorial.hypotheses.org/113
  • Patrick Dinger / Jan Horstmann / Caroline Jansky / Thomas Jurczyk / Timo Steyer (2024a): ›Roads? Where we’re going, we don’t need roads.‹ Die Zukunft des Publizierens. Poster im Rahmen der DHd2024 (Passau, 26.02.2024 — 01.03.2024). 21.02.2024. DOI: 10.5281/zenodo.10706061
  • Patrick Dinger / Jan Horstmann / Caroline Jansky / Thomas Jurczyk / Timo Steyer (2024b): ›Roads? Where we’re going, we don’t need roads.‹ Die Zukunft des Publizierens. Abstract im Rahmen der DHd2024 (Passau, 26.02.2024 — 01.03.2024). 21.02.2024. DOI: 10.5281/zenodo.10698293
  • Axel Gelfert: Gesellschaftliche Erwartungen an ›Big Data‹ in der Wissenschaft. Zur Mär vom ›Ende der Theorie‹. In: Nicola Mößner / Klaus Erlach (Hg.): Kalibrierung der Wissenschaft: Auswirkungen der Digitalisierung auf die wissenschaftliche Erkenntnis. Bielefeld 2022, S. 23–42. DOI: 10.1515/9783839462102-002
  • Patrick Helling / Anke Debbeler / Rebekka Borges: Konferenzbeiträge strategisch publizieren. Automatisierte Workflows zur individuellen Veröffentlichung von Konferenzbeiträgen am Beispiel des Verbands Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e.V. In: O-Bib. Das Offene Bibliotheksjournal 2022, H. 3, S. 1–17. DOI: 10.5282/o-bib/5835
  • Hubertus Kohle: Digitales Publizieren. In: Fotis Jannidis / Hubertus Kohle / Malte Rehbein (Hg.): Digital Humanities. Eine Einführung. Stuttgart 2017, S. 199–205.
  • Nicola Mößner: Wissenschaft in ›Unordnung‹? Gefiltertes Wissen und die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft. In: Nicola Mößner / Klaus Erlach (Hg.): Kalibrierung der Wissenschaft: Auswirkungen der Digitalisierung auf die wissenschaftliche Erkenntnis. Bielefeld 2022, S. 103–136. DOI: 10.1515/9783839462102-005
  • Julianne Nyhan / Oliver Duke-Williams: Joint and Multi-authored Publication Patterns in the Digital Humanities. In: Literary and Linguistic Computing 29 (2014), H. 3. 01.09.2014. DOI: 10.1093/llc/fqu018
  • Wissenschaft im Dialog: Wie sehr vertrauen Sie Wissenschaft und Forschung? Chart. In: Statista. 05.12.2023. Online: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1193534/umfrage/vertrauen-in-wissenschaft-und-forschung/

Fehlerdokumentation des Book of Abstracts DHd 2024

2024年6月26日 22:39

Autor:innen

Nicole Majka | Bangor University, Wales | ORCID: 0000-0003-2657-0645

Patrick Helling | Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e.V. | ORCID: 0000-0003-4043-165X
(siehe auch –> https://zenodo.org/doi/10.5281/zenodo.11258737)


Die DHd Jahreskonferenz 2024 trug den Titel “#Quo vadis DH?”, fand vom 26. Februar 2024 bis zum 1. März 2024 statt und wurde an der Universität Passau ausgerichtet.[1] Die Software ConfTool,[2] welche zur Konferenzverwaltung genutzt wurde, wurde am 12. Juni 2023 freigeschaltet. Über dieses Tool konnten Autor:innen sich zur Konferenz anmelden und Beiträge einreichen. Autor:innen gaben hierzu Metadaten wie bspw. den Beitragstitel, Autor:innennamen mit Affiliation und ORCID-ID und Keywords zu einer Einreichung über das ConfTool ein. Die Metadaten wurden schließlich aus dem ConfTool über eine Schnittstelle an den DHConvalidator[3] übertragen, in dem ein Template für jede Einreichung inklusive aller zugehörigen Metadaten erzeugt und von den Autor:innen zur Erstellung ihrer Einreichung genutzt wurde. Nachdem die Autor:innen ihren Beitrag im Template geschrieben hatten, wurde dieses über den DHConvalidator prozessiert, sodass eine .dhc-Datei mit einer HTML-, einer Template- und einer TEI-XML-Version der Einreichung sowie eingebetteter Abbildungen erzeugt wurde. Diese wurde schließlich durch die Autor:innen als Beitrag im ConfTool hochgeladen und eingereicht. Mit Hilfe der eingetragenen Metadaten wurden schließlich aus den TEI-XML-Versionen der eingereichten und akzeptierten Beiträge das Book of Abstracts sowie Einzelpublikationen der Beiträge über automatisierte Workflows[4] generiert (Helling et al. 2022a).

Für diese automatisierte Erstellung des Book of Abstracts sowie der Einzelpublikationen wurden die eingereichten TEI-XML-Versionen der Beiträge verwendet. In der Regel sind die TEI-XML-Versionen der Beiträge unsauber und können Fehler aufweisen, die händisch korrigiert werden müssen. Diese Fehler sind prinzipiell auf falsche Formatierungen sowie die Übernahme von Formatierungsinformationen beim Kopieren eines Beitrags aus einem anderen Textverarbeitungsprogramm in das Template durch die Autor:innen zurückzuführen (Helling et al. 2022b). Mit diesem Beitrag sollen jene Fehler exemplarisch für die DHd Jahreskonferenz 2024 dokumentiert werden.

Einführung

Zur Jahreskonferenz 2024 wurden insgesamt 144 Beiträge angenommen: 64 Poster, 7 Panels, 19 Workshops, 43 Vorträge und 11 Beiträge des Doctoral Consortiums. Von vorherigen Jahreskonferenzen waren folgende Fehler aus der Bereinigung der Beiträge bereits bekannt:

  • Sonderzeichen im Text (oft auch bei Autor:innenamen in der Bibliographie) werden als # dargestellt
  • Autor:innennamen sind in der Bibliographie nicht fett gedruckt
  • Abbildungen fehlen im Beitrag oder werden fehlerhaft dargestellt
  • Tabellen fehlen im Beitrag oder werden fehlerhaft dargestellt
  • Bildunterschriften fehlen oder werden fehlerhaft dargestellt

Zusätzlich zu den schon bekannten Fehlern wurden auch weitere Fehler aufgezeichnet, die seltener vorkommen, aber ebenfalls korrigiert werden mussten. Diese wurden im Folgenden unter der Kategorie “sonstige Fehler” zusammengefasst. Dabei handelte sich unter anderen um folgende Fehler:

  • Abstände zwischen Fließtext, Tabellen oder Bildern sind nicht einheitlich
  • Überschriften sind nicht als solche hierarchisch formatiert
  • fehlende bzw. nicht einheitliche Informationen bei Autor:innen (bspw. Affiliation)
  • fehlende Bibliografie
  • fehlende Titel
  • Zeilenabstand ist aufgrund von Fußnotenreferenzierungen nicht einheitlich
  • zu große Abstände im Text, wenn Textteile eingeklammert waren
  • Probleme bei URLs (automatische Silbentrennung führt zu ungewollten Bindestrichen in Links und somit zu nicht funktionalen Links)
  • fehlende Satzzeichen

Übersicht über alle Beiträge

Die folgende Tabelle 1 enthält eine Zusammenfassung aller Formatierungsfehler der Beiträge zur DHd 2024 vor der Prozessierung zum Book of Abstracts bzw. zu den Einzelpublikationen. Hierbei ist zu beachten, dass nicht alle, aber die Mehrzahl der Beiträge, fehlerhaft waren. Die unterschiedlichen Fehler der Kategorie “sonstige Fehler” wurden aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht einzeln aufgeführt. Auch hier gibt es Beiträge, die nicht fehlerhaft waren und solche, die mehr als einen Fehler hatten. Daher wird jeder Beitrag, der mindestens einen Fehler der Kategorie “sonstige Fehler” aufwies, nur einmal in dieser Spalte gezählt.

Tabelle 1: Übersicht der Fehlertypen aller Beiträge.

 Anzahl BeiträgeSonderzeichenAutor:innen nicht fettAbbildung fehltTabelle fehltFehler bei Bildunterschriftensonstige FehlerFehler gesamt
Poster641036112944121
Panels735000715
Workshops193121151234
Doctoral Consortium11271011122
Vorträge43121002621
Gesamt1443061323780213

Bei den 144 Beiträgen, die angenommen wurden, traten in 30 Beiträgen Sonderzeichenfehler auf, bei denen Sonderzeichen als # angezeigt wurden, bei 61 Beiträgen waren die Autor:innennamen in der Bibliographie nicht fett gedruckt, bei drei Beiträgen fehlten die Abbildungen, bei zwei die Tabellen, 37 Beiträge hatten fehlerhafte Bildunterschriften und 80 hatten Fehler der Kategorie “sonstige Fehler”. Insgesamt wurden mindestens 213 Fehler behoben. Diese Zahl ist hier nicht akkurat abgebildet und muss höher angenommen werden, da jeder Beitrag nur einmal in jeder Kategorie aufgeführt wurde, auch wenn mehr als ein Fehler der jeweiligen Kategorien in einem Beitrag auftrat.

Abbildung 1: Fehleraufteilung aller Beiträge.

In Abbildung 1 wird deutlich, dass die Kategorie “sonstige Fehler” mit 37,6% am häufigsten vorkommt. Dies liegt daran, dass in dieser Kategorie mehr als eine Fehlerart festgehalten wurde. Darauf folgt die Kategorie “Autor:innennamen nicht fett” mit 28,6%. Fehlerhafte Bildunterschriften sind mit 17,4% die dritthäufigste Fehlerkategorie und Sonderzeichenfehler ergeben 14,1% der Fehler. Fehlende Tabellen und Abbildungen liegen gemeinsam bei 2,3%.

Wenn man die Anzahl der Beiträge beachtet, die Abbildungen und Tabellen haben, zeigt sich, dass die Quote der fehlenden Abbildungen und Tabellen vergleichsweise gut ausfällt.

Tabelle 2: Anzahl der Beiträge, die Abbildungen und / oder Tabellen enthalten.

 Anzahl der BeiträgeBeiträge mit AbbildungenBeiträge mit Tabellen
Poster64373
Panels700
Workshops1982
Doctoral Consortium1122
Vorträge43309
Gesamt1447716

Im Vergleich zu Abbildungen kommen Tabellen seltener vor. Von 144 Beiträgen haben nur 16 Beiträge Tabellen, von denen nur zwei nach der automatisierten Generierung fehlten (12,5%). Abbildungen kommen hingegen bei über der Hälfte der Beiträge vor. Von 144 Beiträgen haben 77 Abbildungen, von denen nach der automatisierten Generierung nur drei fehlten (3,8%).

Darüber hinaus sind Fehler in der Formatierung der Bildunterschriften relevant, die aus Gründen der Barrierefreiheit benötigt werden, da sie Lesenden mit eingeschränkter Sehkraft helfen, nachzuvollziehen, was Abbildungen in einem Beitrag zeigen, beispielsweise. wenn ein Screenreader verwendet wird.

Insgesamt hatten 37 Beiträge Fehler bei den Bildunterschriften, wovon die Posterbeiträge den größten Anteil mit 29 fehlerhaften Beiträgen stellen. Das heißt, dass fast die Hälfte (48,1%) der Beiträge mit Bildern falsch formatierte Bildunterschriften hatten.

Die nächsten Kapitel gehen auf die Verteilung der Fehler innerhalb der einzelnen Beitragskategorien ein.

Poster

Es wurden insgesamt 64 Posterbeiträge angenommen. Nach der automatisierten Generierung der Beiträge im PDF-Format hatten zehn der Beiträge Sonderzeichenfehler, bei 36 Beiträge waren die Autor:innennamen in der Bibliographie nicht fettgedruckt, in einem Beitrag fehlten Abbildungen und einem weiteren fehlten Tabellen, bei 29 Beiträgen gab es Fehler bezüglich der Formatierung der Bildunterschriften und 44 der Beiträge hatten Fehler der Kategorie “sonstige Fehler” (siehe Abbildung 2). Insgesamt wurden mindestens 121 Fehler behoben.

Abbildung 2: Fehleraufteilung der Posterbeiträge.

Panels

Bei den 7 Panelbeiträgen, die angenommen wurden, wurden nur drei Fehlerkategorien identifiziert. Drei Beiträge hatten Sonderzeichenfehler, bei fünf Beiträgen waren die Autor:innennamen in der Bibliographie nicht fett gedruckt und alle Beiträge hatten einen Fehler der Kategorie “sonstige Fehler” (siehe Abbildung 3). Insgesamt wurden hier mindestens 15 Fehler behoben.

Abbildung 3: Fehleraufteilung der Panelbeiträge.

Workshops

Es wurden 19 Workshopbeiträge angenommen. Von diesen hatten drei Beiträge Sonderzeichenfehler, bei zwölf Beiträgen waren die Autor:innennamen nicht fett gedruckt, in einem Beitrag fehlten Abbildungen, in einem anderen Tabellen, fünf Beiträge hatten fehlerhafte Bildunterschriften und zwölf Beiträge hatten Fehler der Kategorie “sonstige Fehler” (siehe Abbildung 4). Hier wurden insgesamt mindestens 34 Fehler behoben.

Abbildung 4: Fehleraufteilung der Workshopbeiträge.

Vorträge

Insgesamt wurden 43 Vorträge angenommen. Von diesen hatten zwölf Beiträge Sonderzeichenfehler, sechs Beiträge hatten Fehler der Kategorie “sonstige Fehler”, zwei Beiträge hatten fehlerhafte Bildunterschriften und in einem Beitrag waren die Namen der Autor:innen in der Bibliographie nicht fettgedruckt. In keinem der Beiträge fehlten nach der automatischen Generierung der PDFs die Abbildungen oder Tabellen (siehe Abbildung 5).

Abbildung 5: Fehleraufteilung der Vorträge.

Doctoral Consortium

Für das Doctoral Consortium wurden elf Beiträge angenommen. Zwei von diesen Beiträgen hatten fehlerhafte Sonderzeichen, bei sieben Beiträgen waren die Autor:innennamen in der Bibliographie nicht fettgedruckt, bei einem Beitrag fehlten Abbildungen und bei einem Beitrag gab es einen Fehler in der Bildunterschrift. Fehlende Tabellen traten bei dieser Beitragskategorie nicht auf, wohingegen jeder Beitrag einen Fehler der Kategorie “sonstige Fehler” hatte (siehe Abbildung 6).

Abbildung 6: Fehlerverteilung bei den Beiträgen des Doctoral Consortiums.

Korrektur der Fehler

Bei der Korrektur der Fehler waren sowohl Mitarbeiter:innen und Hilfskräfte der Universität Passau als auch des DHd Data Stewards involviert. Nach einer Unterweisung, worauf bei der Korrektur zu achten ist, die auf den Erfahrungen der Vorjahre basierte, wurden die Beitragskategorien auf verschiedene Personen aufgeteilt und die Beiträge wurden mehrmals auf Fehler untersucht und korrigiert.

Bereits bekannte Fehler, wie die der Sonderzeichen, falsch formatierten Autor:innennamen, fehlenden Abbildungen und Tabellen sowie Fehler in der Formatierung der Bildunterschriften konnten schnell erkannt und korrigiert werden.

Weil die Kategorie “sonstige Fehler” eine offene Kategorie ist, in der bisher noch nicht bekannte Fehler verzeichnet wurden, wurde dort alles aufgenommen, was ungewöhnlich erschien. Da unterschiedliche Personen unterschiedliche Beiträge bearbeiteten, wurde individuell entschieden, was als Fehler aufgenommen wurde und was nicht. Diese Fehler wurden gemeinsam besprochen und manche dieser Fehler wurden als korrekturwürdig eingeordnet, andere wiederum nicht. Dies führte bei manchen Fällen zu doppelter Arbeit, da schon korrigierte Beiträge nochmals bearbeitet werden mussten, je nachdem ob ein Fehler bereits als solcher gewertet wurde, bevor er offiziell im Plenum als solcher deklariert wurde. Als Beispiel hierfür kann der vergrößerte Zeilenabstand genannt werden, der bei manchen Beiträgen entstand, wenn Fußnoten in der Zeile vorhanden waren. Dieser Fehler wurde bspw. automatisiert korrigiert, weshalb hierzu keine Statistik existiert.

Alle Beiträge wurden dreimal auf Fehler überprüft, bevor sie auf Zenodo hochgeladen und veröffentlicht wurden.

Fazit

Bei der DHd Jahreskonferenz 2024, die von der Universität Passau ausgerichtet wurde, wurden 144 Beiträge in den Kategorien Poster, Panels, Workshops, Vorträge und Doctoral Consortium angenommen. Diese Beiträge wurden mehrmals auf Fehler überprüft, bevor sie auf Zenodo hochgeladen und publiziert wurden. Insgesamt wurden mindestens 213 Fehler korrigiert, wobei diese Zahl höher angenommen werden muss, da jeder Beitrag, der einen oder mehrere Fehler einer Kategorie beinhaltete, nur einmal in der jeweiligen Kategorie gezählt wurde.

Bereits bekannte Fehler wurden effizient erkannt und behoben. Fehler der Gruppe “sonstige Fehler” wurden nach Auffinden gemeinsam evaluiert und je nach Häufigkeit und Auswirkungen auf die PDF-Datei individuell als zu korrigierender Fehler gewertet.

Grundsätzlich  verlief der Prozess gut, kann aber dennoch verbessert werden. Eine regelmäßige Auswertung der Kategorie “sonstige Fehler” und die Erweiterung der Liste schon bekannter Fehler kann zu einem gezielteren Korrekturansatz führen, wenn die Korrigierenden wissen, worauf geachtet werden muss.

Zudem wäre eine standardisierte und detailliertere Art der Fehlerdokumentation während der Korrektur hilfreich, um genauere Auswertungen zu erstellen.

Eine mögliche Option, um Fehler in den TEI-XML-Versionen der Beiträge zu vermeiden, ist die Einschränkung von Formatierungsmöglichkeiten für die Autor:innen. Dies könnte beispielsweise durch die Etablierung eines alternativen Tools zur Erstellung von Beiträgen zu DHd Jahreskonferenzen erreicht werden. Ein potenzieller Kandidat hierfür stellt der FidusWriter[5] da, der sich diesbezüglich aktuell in der Evaluierungs- und Anpassungsphase befindet.

Referenzen

Helling, Patrick, Anke Debeller und Rebekka Borges: „Konferenzbeiträge strategisch publizieren. Automatisierte Workflows zur individuellen Veröffentlichung von Konferenzbeiträgen am Beispiel des Verbands Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e.V.“ in O-Bib. 2022a. Das Offene Bibliotheksjournal / Herausgeber VDB 9(3), 1-17. DOI: https://doi.org/10.5282/o-bib/5835.

Helling, Patrick, Rebekka Borges, Ingo Börner, Anna Busch, Fabian Cremer, Anke Debbeler, Henning Gebhard, Harald Lordick und Timo Steyer: “Der DHd-Verband und seine Abstracts – Betrachtungen des Einreichungsprozesses zu DHd-Jahrestagungen”, DHd-Blog. 2022b. Online: https://dhd-blog.org/?p=18599 (letzter Zugriff 21.05.2024).


[1] https://dhd2024.dig-hum.de, letzter Zugriff 21.05.2024.

[2] https://www.conftool.net/de/startseite.html, letzter Zugriff 24.04.2024.

[3] https://github.com/ADHO/dhconvalidator, letzter Zugriff 21.05.2024.

[4] https://github.com/PatrickHelling/DHd2022_BoA_separated, https://github.com/reborg789/zenodup, https://github.com/cceh/zenodup, letzter Zugriff 24.04.2024.

[5] https://www.fiduswriter.org/, letzter Zugriff 21.05.2024.

CfA: Reputation ohne Paywall? Wissenschaftliches Publizieren im digitalen Wandel

2023年12月4日 19:26

Wissenschaftliche Reputation ist ein allgegenwärtiges Thema. Sie wird einerseits als Ausdruck herausragender akademischer Arbeit betrachtet, anderseits als selbst-referenzielles System mit unbegründeten Eigenlogiken kritisiert. Sie tritt als numerische Kennziffer in Erscheinung oder wirkt als symbolisches Kapital, das sich wechselseitig zwischen Forschungsinstitutionen, Verlagen, Forschenden und anderen Milieus transferieren lässt. Reputation ist – im akademischen Feld – eine omnipräsente Bewertungsschablone und möglicherweise als dessen Bedingung schwer greif- und systematisierbar. Versuche der Formalisierung, Standardisierung und Metrisierung von Reputation, um sie nachvollziehbar und rechenschaftsfähig zu machen, reduzieren angrenzende Kontroversen nicht. Vielmehr erhalten sie durch Evaluationen, Akkreditierungen und Exzellenzverfahren weitere Dimensionen.

Es ließe sich somit die Frage stellen, ob eine Kernfunktion von Reputation der Aufrechterhaltung notwendiger Auseinandersetzungen darüber dient, nach welchen Kriterien sich Wissenschaft als soziales Feld organisieren möchte. Das beinhaltet ungleiche Vorstellungen von Wissenschaftlichkeit und asymmetrisch verteilte Möglichkeiten der Partizipation an den Kontroversen. Deshalb ist es notwendig, das Thema der Reputation in disruptiven Perioden wie der digitalen Transformation neu zu verhandeln. Das zeigt sich auch bei Akteuren, die diesen dynamischen Transformationsprozessen tendenziell kritisch gegenüberstehen. Denn sie stellen etablierte Strukturen und Praktiken in Frage, welche eine lange vertraute Stabilität von Wissenschaft gewährleisteten. Zugleich ermöglicht die Tagung den Digital Humanities, die sich technischen, epistemologischen und ethischen Potenzialen solcher Transformationsprozesse verschreiben, Reputation als Gradmesser für die noch zu leistende Arbeit zu verstehen, die notwendig ist, um den Weg vom Potenzial zu einer neuen, relativ stabilen Realität zu gehen. Sie sind dazu eingeladen, an den – mit emotionalen Befindlichkeiten aufgeladenen – Diskussionen über Reputation teilzunehmen und diese mitzugestalten. Als „Essenz“ (William D. Garvey) und „harte Währung der Wissenschaft“ (Joost Kirczs) sind digitale Publikationen dafür besonders geeignet. Auf der Tagung zum zehnjährigen Bestehen der AG Digitales Publizieren im Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd) mit Impulsvorträgen von Birgid Schlindwein, Ben Kaden und Gerhard Lauer möchten wir die folgenden Fragen diskutieren:

Wie wird Reputation generiert, wahrgenommen und zugeschrieben?

Welche Reputationskriterien existieren? Welche Rolle spielen dabei z. B. Open Science und rechtliche Rahmenbedingungen wie Datenschutz?

Wie verändern sich Rahmenbedingungen für Reputation während einer wissenschaftlichen Laufbahn?

In welcher Beziehung stehen Open-Access-Transformation und Reputation?

Können und sollten etablierte bibliometrische Verfahren ein Qualitätsmerkmal darstellen?

Die Tagung findet am 8. und 9. Oktober 2024 an der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt, Standort Stadtmitte statt.

Durchgeführt wird die Tagung als Präsenzveranstaltung. Die Vorträge werden – vorbehaltlich der Zustimmung der Referierenden – aufgezeichnet und nach der Tagung online zur Verfügung gestellt.

Wir bitten um Einreichungen im Umfang von etwa 300 Wörtern, die eine oder mehrere der genannten Fragen thematisieren. Die Vorträge haben eine Länge von 20 Minuten Redezeit plus Diskussion.

Die Auswahl der Beiträge erfolgt durch das Programmkomitee.

Ausgearbeitete Versionen der Vorträge werden nach der Tagung in einem Open-Access-Sammelband bei Melusina Press publiziert.

Bitte senden Sie Ihre Einreichungen bis zum 08.03.2024 an digitales-publizieren@listserv.dfn.de.

Melden Sie sich gerne bei Fragen, wir freuen uns auf Ihre Beiträge.

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