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Karte, Wissensnetz, JSON: Wie der Datenatlas Sankt Aldegund funktioniert

作者Ben Thoma
2026年8月15日 04:02

Im ersten Teil dieser kleinen Serie begann alles mit einer Einwohnerzahl. Aus 549 wurden irgendwann 530, 526 und 580 – und aus der Frage nach der richtigen Zahl entwickelte sich Schritt für Schritt ein Datenmodell für meinen Heimatort Sankt Aldegund.

Damit entstand eine Grundlage, auf der sich sehr unterschiedliche Informationen miteinander verbinden lassen: Gebäude und Bauphasen, historische Ereignisse, Quellen, Koordinaten, Bevölkerungszahlen und Kulturorte.

Der nächste Schritt führte zurück zu dem, womit das Projekt ursprünglich einmal angefangen hatte: zur Gestaltung.

Wie wird aus all diesen Daten eine Oberfläche, auf der sich Zusammenhänge tatsächlich erkennen lassen? Wie lässt sich ein langgezogenes Moseldorf auf einer Karte erfassen? Wann hilft eine Linie, wann eine Zahl, wann ein Diagramm? Und an welchen Stellen lohnt sich auch einmal der Blick direkt in die Datenstruktur?

Genau dort treffen im Datenatlas Sankt Aldegund Datenmodellierung, Webentwicklung und Gestaltung aufeinander.

Ein Dorf zwischen Mosel und Steillage

Sankt Aldegund besitzt eine Form, die man auf der Karte sofort erkennt.

Der historische Ort zieht sich schmal zwischen Mosel und Hang entlang. Straßen, Häuser und Denkmäler folgen dieser Topografie. Für die Denkmalkarte wollte ich genau diese räumliche Struktur sichtbar machen und den verfügbaren Raum gut nutzen.

Die Koordinaten der Denkmäler liefern dafür die Grundlage.

Aus ihnen berechnet der Atlas zunächst die räumlichen Abstände. Anschließend wird die gesamte Punktgeometrie gemeinsam gedreht, sodass die Längsrichtung des Ortes in der Darstellung besser zur Geltung kommt.

Die relativen Positionen und Abstände bleiben dabei erhalten. Die Kirche bleibt neben ihren Nachbarn, die Form des Ortes bleibt dieselbe. Lediglich die Orientierung der gesamten Darstellung verändert sich.

Auch der Nordpfeil folgt dieser Drehung und zeigt weiterhin die geografische Orientierung.

So entstehen aus derselben Punktwolke zwei Ansichten: geografisch nordorientiert und für die Atlasansicht gemeinsam gedreht.

Dieselben Punkte, dieselben Abstände – eine andere Ausrichtung.

Koordinaten Sankt Aldegund

Abb. 1: Dieselben georeferenzierten Denkmalpunkte in zwei Ansichten. Für die Atlasdarstellung wird die gesamte Punktgeometrie gemeinsam gedreht; relative Positionen und Abstände bleiben erhalten.

Wenn fünf Denkmäler sehr eng zusammenrücken

Im historischen Ortskern liegen manche Denkmäler dicht beieinander.

Auf der Karte können dadurch mehrere Marker auf wenigen Pixeln zusammentreffen. Der Atlas fasst sie in solchen Situationen vorübergehend zu einer Gruppe zusammen.

Steht beispielsweise eine 5 in einem Marker, liegen dort fünf einzelne Objekte dicht beieinander.

Mit zunehmender Vergrößerung lösen sie sich wieder in ihre einzelnen Punkte auf.

Im Datenbestand bleiben währenddessen fünf eigenständige Objekte mit fünf eigenen Kennungen und fünf eigenen Koordinaten erhalten. Die Karte wählt abhängig von Maßstab und verfügbarem Raum eine passende Darstellung dafür.

Dieses kleine Detail zeigt sehr anschaulich, wie Datenstruktur und Benutzeroberfläche zusammenspielen.

45 / 45 und 10 / 45 erzählen unterschiedliche Geschichten

Bei den Denkmal-Daten stieß ich auf eine andere gestalterische Frage.

Einige Eigenschaften sind nahezu vollständig dokumentiert, andere bei einem kleineren Teil der Objekte.

Der Datenbestand sieht beispielsweise so aus:

45 / 45 – Bauform
44 / 45 – Material
43 / 45 – Koordinaten
10 / 45 – ausdrücklich genannte Stilzuordnung

Diese vier Zahlen sehen ähnlich aus. Für eine Auswertung beschreiben sie jedoch sehr unterschiedliche Datengrundlagen.

Bei der Bauform steht der vollständige Denkmalbestand zur Verfügung. Eine Auswertung der Stilzuordnungen basiert dagegen auf zehn entsprechend beschriebenen Objekten.

Bei analytischen Kennzahlen führt der Atlas deshalb Ergebnis, Grundgesamtheit sowie vorhandene und fehlende Werte gemeinsam.

So bleibt bei jedem Prozentwert unmittelbar erkennbar, auf welcher Datengrundlage er beruht.

Datenabdeckung Einzeldenkmäler

Abb. 2: Datenabdeckung im Denkmalbestand. Bauform, Material, Koordinaten und Stilzuordnung sind unterschiedlich dicht erfasst – eine wichtige Bezugsgröße für spätere Auswertungen.

Auch „nicht datiert“ erzählt etwas über den Ort

Für zwei bestehende Einzeldenkmäler ist derzeit keine belastbare veröffentlichte Datierung bekannt.

Im Atlas stehen sie entsprechend als:

nicht datiert

Auch das gehört zur Beschreibung des Datenbestands.

Eine Jahrhundertsauswertung zeigt damit neben den bekannten Zeitangaben zugleich, wie vollständig die zeitliche Einordnung der Gebäude derzeit möglich ist.

Ähnlich verhält es sich bei historischen Bevölkerungszahlen. Zwischen manchen überlieferten Werten liegen Jahre oder Jahrzehnte. Die Abstände zwischen den Datenpunkten gehören ebenso zur Geschichte der Daten wie die Zahlen selbst.

Solche Lücken zeigen, an welchen Stellen die Quellenlage dicht ist und wo weitere Recherche noch neue Erkenntnisse bringen kann.

Eine Kirche, zwölf Ereignisse und viele Wege durch die Geschichte

Schon im ersten Teil spielte die Alte katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus eine wichtige Rolle.

Im Datenmodell trägt sie die Kennung:

SA-KD-004

Mit diesem einen Datensatz sind zahlreiche historische Ereignisse verbunden.

Eines davon ist:

EV-007

die erste belegte Kirche an diesem Ort im Jahr 1144.

Das Ereignis wiederum verweist auf die Quellen, aus denen sich diese Aussage ableitet.

Damit entsteht zunächst eine einfache Kette:

Kirche → Ereignis → Quelle

Bei derselben Kirche wiederholt sich dieses Prinzip über viele Jahrhunderte.

1522 kommt der „Christus in der Rast“ hinzu.
1601 die Stiftung des Rultz-Altars.
1762/63 der Umbau der Kirche.
nach Oktober 1872 die Profanierung.
1967–1971 die Restaurierung.
3. Oktober 1971 die erneute Weihe.

Aus einer Kirche wächst so ein historischer Knotenpunkt.

Genau diese Struktur bildet das Wissensnetz grafisch ab. Eine Linie steht dort für eine Beziehung, die im Datenbestand hinterlegt ist. Aus Kennungen und Verweisen entsteht auf dem Bildschirm ein Netz aus Bauwerken, Ereignissen, Kulturorten und Quellen.

Beziehungsmodell Alte Kirche St. Aldegund

Abb. 3: Ein Ausschnitt aus dem Beziehungsmodell der Alten Kirche. Von SA-KD-004 führen gespeicherte Verknüpfungen zu historischen Ereignissen und von dort zu den jeweils hinterlegten Quellen.

Dieselben Daten, andere Fragen

Besonders deutlich wird die Rolle der Gestaltung bei den Bevölkerungsdaten.

Eine Zeitreihe zeigt, wie sich die Einwohnerzahl über Jahrzehnte entwickelt hat.

Eine Altersstruktur zeigt, wie sich die Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt zusammensetzt.

Und die im ersten Beitrag beschriebenen Zahlen 530, 526 und 580 erzählen wiederum etwas über unterschiedliche Stichtage, Quellen und Erhebungszusammenhänge.

Jede dieser Darstellungen greift auf Daten über denselben Ort zurück und stellt eine andere Frage an sie.

Das gilt ebenso für die Gebäudestatistik. 224 Gebäude mit Wohnungen lassen sich als Gesamtzahl nennen. Eine Gruppierung nach einer, zwei oder mehreren Wohnungen zeigt zusätzlich die innere Struktur dieses Bestands.

Auswahl, Reihenfolge, Gruppierung, Abstände und Beschriftungen formen so unterschiedliche Ansichten auf denselben Datenbestand.

Ein Blick unter die Oberfläche

An dieser Stelle darf es ein wenig technischer werden.

Hinter Karten, Zeitreihen und Verbindungen stehen strukturierte Datensätze. Die Alte Kirche sieht in stark gekürzter Form beispielsweise so aus:

{
  "id": "SA-KD-004",
  "name": "Alte katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus",
  "datierung_text": "spätes 12./frühes 13. Jahrhundert; Umbauten bis 1762/63",
  "analyseanker": 1200,
  "sources": ["S02", "S03", "S06", "S11", "S14", "S20"]
}

Das Ereignis von 1144 greift dieselbe Kennung wieder auf:

{
  "id": "EV-007",
  "jahr_von": 1144,
  "titel": "Alte Kirche erstmals erwähnt",
  "verknuepfte_objekte": ["SA-KD-004"],
  "sources": ["S06", "S11", "S14"]
}

Hier wird die Beziehung sichtbar, bevor überhaupt eine Linie gezeichnet wird.

SA-KD-004 bezeichnet die Kirche.

Im Ereignis EV-007 taucht dieselbe Kennung unter verknuepfte_objekte auf. Daneben stehen die IDs der zugehörigen Quellen.

Aus genau solchen Verweisen erzeugt der Atlas später Detailseiten, Zeitleisten und Beziehungen im Wissensnetz.

Für technisch Interessierte ist das der direkteste Blick darauf, wie der Atlas unter seiner Oberfläche funktioniert.

JSON Datenstruktur

Abb. 4: Blick in die Datenstruktur des Atlas. Die Kennung SA-KD-004 verbindet den Denkmal-Datensatz der Alten Kirche mit dem Ereignis EV-007 und den jeweils zugeordneten Quellen.

Gestaltung übersetzt Struktur

Viele Entscheidungen im Atlas beginnen im Datenmodell und enden in einer sichtbaren Form.

  • Koordinaten werden zu Punkten.
  • Zeitangaben werden zu Positionen auf einer Zeitachse.
  • Beziehungen werden zu Linien.
  • Grundgesamtheiten werden zu Diagrammen.
  • Kennungen verbinden Datensätze miteinander und führen den Besucher von einem Objekt zum nächsten.

Die Gestaltung bringt diese unterschiedlichen Ebenen in eine Form, die sich lesen, vergleichen und erkunden lässt.

So erscheint derselbe historische Ort gleichzeitig als Straßen- und Gebäudestruktur, als Folge von Ereignissen, als Quellenbestand, als JSON-Datensatz und als grafisches Beziehungsnetz.

All diese Ansichten beschreiben Sankt Aldegund aus einer anderen Richtung.

Wieder zurück nach Sankt Aldegund

Der erste Beitrag begann mit einer einfachen Ortsgrafik und einer Einwohnerzahl.

Heute lässt sich Sankt Aldegund im Atlas auf ganz unterschiedliche Weise betrachten: als Karte, als Zeitreihe, als Netz historischer Beziehungen, als Sammlung einzelner Denkmäler oder als strukturierter Datenbestand.

  • Unter einer Zahl steht ihre Datengrundlage.
  • Hinter einem Kartenpunkt stehen Koordinaten und ein Datensatz.
  • Eine Linie im Wissensnetz führt auf eine gespeicherte Beziehung zurück.
  • Jede Visualisierung eröffnet einen bestimmten Blick auf denselben strukturierten Bestand.

Damit schließt sich der Kreis zur ursprünglichen Grafik.

Damals wollte ich Sankt Aldegund auf einen Blick zeigen.

Heute kann man sich durch den Ort hindurchklicken.

Über den Autor: Ben Thoma ist Grafiker und Webprogrammierer und entwickelt seit rund 20 Jahren Websites. Sankt Aldegund ist sein Heimatort. Den Datenatlas entwickelt er als eigenes Projekt an der Schnittstelle von Gestaltung, Webentwicklung, Ortsgeschichte und strukturierten Daten.

Weiter in den Daten

Jetzt Anmelden: zum Praxislabor 2023 auf dem 54. Historikertag in Leipzig

2023年8月31日 16:42

Der 54. Historikertag in Leipzig rückt in Sichtweite! Daher nicht die Anmeldung zu einem der spannenden Workshops im Rahmen des „Praxislabors 2023“ der Arbeitsgemeinschaft Digitale Geschichtswissenschaft vergessen. Die AG versteht das Angebot als Treffpunkt für Interessierte und Spezialisten zum Thema digitale Methoden und praktische Anwendungen in der Geschichtswissenschaft. Das Praxislabor schafft eine Plattform, um Tools praktisch zu erkunden, Fragen zu stellen und pointiert Themen zu diskutieren. Eingebettet in das Praxislabor ist auch die Verleihung des „Peter-Haber-Preises für digitale Geschichtswissenschaft“ (Posterpitch) und die Mitgliederversammlung der AG.

Bitte beachten Sie, dass Sie sich zur Vorbereitung der Workshops und zur Sicherstellung der notwendigen Voraussetzungen vorab für die einzelnen Workshops anmelden! Überdies benötigen Sie bei den meisten Veranstaltungen einen eigenen Laptop und ggf. eine Stromverteilerdose.

Die Veranstaltungen des Praxislabors finden im Raum S 420 im Seminargebäude neben dem Hauptgebäude der Universität Leipzig statt. Alle Infos findet Ihr weiter unten oder auf: https://digigw.hypotheses.org/?p=4314.

 

Programm des Praxislabors

 

Dienstag, 19. September 2023, 9:30 bis 13:00 Uhr

Wissenschaftliches Bloggen für Historiker*innen: ein Praxis-Workshop

Mareike König und Ulrike Stockhausen

Substack, Podcasts, TikTok, Instagram, Blogs – die Kanäle, auf denen Wissenschaftskommunikation betrieben wird werden immer vielfältiger. Welche Rolle spielen Wissenschaftsblogs in der sich immer weiter diversifizierenden WissKomm-Landschaft? Welche Vorteile bieten Blogs als Format für die Wissenschaftskommunikation und für den inner- und interdisziplinären Austausch gerade für historisch Forschende? Und wie funktioniert das in der Praxis?

In diesem Workshop diskutieren wir die Rolle von Wissenschaftsblogs als Format, um geschichtswissenschaftliche Forschung zu kommunizieren. Im praktischen Teil des Workshops arbeiten die Teilnehmenden in einem eigenen Schulungsblog von de.hypotheses im Content Management System WordPress. Gezeigt und geübt wird u.a. die Wahl des Designs, das Anlegen von Beiträgen und Seiten, das Einbinden von Fotos und der Umgang mit Copyright-Fragen.

Anmeldung: Die Teilnahme ist auf 20 Teilnehmende begrenzt. Anmeldung bitte bis zum 12.09.2023 an blogs@maxweberstiftung.de. Die Anmeldung setzt das Einverständnis voraus, dass die Mailadresse zum Anlegen eines Schulungsblogs gespeichert wird.

 

Mittwoch, 20. September 2023, 9:00 bis 11:00 Uhr

Historische Raummodellierung mit Geokoordinaten und Qgis

Katrin Moeller, Anne Purschwitz, Olaf Simons & Verein für Computergenealogie

Der Verein für Computergenealogie bietet mit dem Geschichtlichen Ortsverzeichnis (GOV) hervorragende Möglichkeiten zur Geokodierung historischer Orte und zur Verarbeitung von räumlichen Informationen. Der Workshop möchte das Angebot vorstellen und seine – momentan noch nicht ganz einfache Nutzung – demonstrieren und dabei auch künftige Nutzungswünsche mit den Workshopteilnehmer*innen diskutieren. Über das Programm Qgis werden anschließend die Möglichkeiten zur Verarbeitung von Geodaten für eigene Projekte und Karten demonstriert und gemeinsam erprobt. Auf diese Weise werden Nutzungsmöglichkeiten auch für weitere Webservices und Geodatenportale eröffnet. Im Workshop soll ein Einblick in die Software erfolgen und anhand eines Beispiels die Erstellung von Karten, die Anbindung von Daten sowie die Analyse nachvollziehbar ausprobiert werden. Anhand kleinerer Projekte werden eigene Kartenschichten erzeugt (Layer) und Forschungsdaten aus historischen Projekten selbständig visualisiert. Vorkenntnisse sind nützlich aber keine Voraussetzung.

Anmeldung: Teilnehmer*innen melden sich bitte möglichst bis zum 15. September 2023 unter der E-Mail hinfo@geschichte.uni-halle.de an. Sie erhalten dann die notwendigen Hinweise zur Tagungsteilnahme. Zum Workshop muss ein Notebook mitgebracht werden, auf dem Qgis installiert ist. Alle Informationen dazu gibt es unter der Website zum QGIS Projekt.

 

Mittwoch, 20. September 2023, 11:00 bis 13:00 Uhr

Ediarum-Workshop

Martin Fechner, Nadine Arndt und Jan Wierzoch (Berlin)

Ediarum ist eine Applikation für digitale Editionen, mit der Wissenschaftler*innen mit einer grafischen Arbeitsoberfläche Transkriptionen von Manuskripten in TEI-konformem XML anfertigen können, diese mit einem Apparat und passenden Registern versehen und die Ressourcen anschließend als digitale Edition im Web veröffentlichen können.

Die Teilnehmer*innen werden im Workshop angeleitet, (1) mit ediarum.DB ein eigenes Projekt in einer Datenbank einzurichten, (2) die Module ediarum.BASE.edit und ediarum.REGISTER.edit für die Eingabe von Datensätzen im Oxygen XML Author zu installieren und (3) ein einfaches, eigenes Erweiterungsframework einzurichten. Im Laufe des Workshops können Fragen zu eigenen Projekten gestellt werden.

Zielgruppe des Workshops sind Entwickler*innen von digitalen Editionen, die sich mit ediarum auf technischer Ebene vertraut machen wollen. Vorkenntnisse in XML und XPath sind erforderlich. Grundkenntnisse von eXist-db und Oxygen XML Author sind von Vorteil.

Eine vorherige Anmeldung bis zum 15. September bitte unter: ediarum@bbaw.de.

 

Mittwoch, 20. September 2023, 13:00 bis 15:00 Uhr

Nachhaltige digitale Lehrressourcen mit LiaScript

Swantje Piotrowski (Kiel)

Eine offene Lehr- und Lernkultur erfordert Bildungsressourcen, die frei zugänglich und für jede*n nutzbar sind. Oft sind diese jedoch nur eingeschränkt zugänglich und mit spezieller Software nachnutzbar. Der Workshop bietet einen Einblick in die Erstellung von nachhaltigen, einfach adaptierbaren digitalen Lernmaterialien. Dabei kommt LiaScript, eine Erweiterung der Auszeichnungssprache Markdown, zum Einsatz, welche speziell für die Erstellung von Open Educational Resources entwickelt worden ist. Dabei kann einfach im Browser oder Texteditor gearbeitet werden und der fertige Kurs, eine einfache Textdatei, über Github verbreitet werden.

In dem Workshop soll kurz auf die Potentiale dieser Technik eingegangen werden, um in Anschluss die ersten LiaScript-Funktionen einmal anhand vorbereiteter Kursmaterialien praktisch zu erproben.

Anmeldungen und Rückfragen möglich über: s.piotrowski@email.uni-kiel.de

 

Mittwoch, 20. September 2023, 15:00 bis 16:30 Uhr

Erfolgreich recherchieren: historicumSEARCH, Deutsche Historische Bibliografie & GNTUsearch

Gregor Horstkemper, Wiebke Herr und Michaela Morys-Reichard (München)

Der Umgang mit digitalen Recherchewerkzeugen ist eine Voraussetzung für erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit in Studium, Lehre und Forschung. Bibliographische Datenbanken und Metasuchangebote haben sich seit längerem in den Geschichtswissenschaften etabliert und bieten signifikante Mehrwerte gegenüber Printangeboten: Die Datenbestände sind breiter und aktueller angelegt, moderne Suchmaschinentechnologie erleichtert die Auffindbarkeit und Nachnutzung der Daten, und die Recherche ist unabhängig vom lokalen Bestand möglich. Eine effiziente und umfassende Nutzung dieser Angebote setzt gewisse Vorkenntnisse voraus, die im Workshop vermittelt und praktisch erprobt werden sollen. Im Zentrum stehen drei für Historiker*innen relevante Angebote, die im Rahmen des Fachinformationsdienste Geschichtswissenschaft von der Bayerischen Staatsbibliothek, dem Deutschen Museum und Kooperationspartnern entwickelt werden: das zentrale Suchportal historicumSEARCH, die Deutsche Historische Bibliografie (DHB) und GNTUsearch als spezielles Rechercheangebot zur Geschichte der Naturwissenschaften, Technik und Umwelt. Die Teilnehmer*innen erhalten Informationen aus erster Hand über den jeweiligen Projektstand, den inhaltlichen Zuschnitt der Datenbestände, die fachlich-systematische Erschließung sowie über Suchfunktionalitäten, Verfügbarkeitsanzeige und Exportmöglichkeiten für bibliographische Metadaten. Es besteht Gelegenheit, die theoretischen Kenntnisse praktisch zu vertiefen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

 

Donnerstag, 21. September 2023, 9:00 bis 11:00 Uhr

„Wikidata für HistorikerInnen„

Bärbel Kröger und Jörg Wettlaufer (Göttingen)

Der Workshop richtet sich an Interessierte ohne Vorkenntnisse in den Bereichen Semantic Web, Linked Open Data und SPARQL. Er beinhaltet eine kurze Einführung in die Verwendung der Wikidata-Plattform und führt anhand von Beispielen aus der Geschichtswissenschaft in die Möglichkeiten von Linked Open Data in der Forschungspraxis ein. Dabei lernen die Teilnehmer*innen die SPARQL Query Language kennen und werden anhand von einfachen Beispielen mit der Verwendung des Wikidata Query Service vertraut gemacht. Außerdem werden einige Beispiele für die Einsatzmöglichkeiten von Wikidata und Linked Open Data in den Geschichtswissenschaften vorgestellt.

Anmeldung: Eine Anmeldung der Teilnehmer*innen erfolgt unter der Website https://gda.hypotheses.org/.

 

Donnerstag, 21. September 2023, 11:30 bis 13:00 Uhr

Mitgliederversammlung der AG Digitale Geschichtswissenschaft

Alte und neue Mitglieder der AG Digitale Geschichtswissenschaft sind herzlich zur Mitgliederversammlung eingeladen.

 

Donnerstag, 21. September 2023, 13:00 bis 14:00 Uhr

Empfang Netzwerk Jüdische Geschichte

Anna Menny (Hamburg)

Empfang des Netzwerkes und Portals “Jüdische Geschichte online” mit Kurzvorstellung der Meta-Suche in verschiedenen digitalen Projekten des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden (Hamburg) und des Moses-Mendelsohn-Zentrums (Potsdam).

 

Donnerstag, 21. September 2023, 14:00 bis 16:00 Uhr

Peter-Haber-Preis für Digitale Geschichtswissenschaft

Seit 2021 vergibt die AG Digitale Geschichtswissenschaft im VHD gemeinsam mit dem Deutschen Historischen Institut Paris den Peter-Haber-Preis für digitale Geschichtswissenschaft. Mit dem Preis wird an den Schweizer Historiker und Privat-Dozenten für Allgemeine Geschichte der Neuzeit, Peter Haber (1964-2013), gedacht. Sein wissenschaftliches Werk und sein Engagement haben wichtige Impulse für die digitale Geschichtswissenschaft geliefert. Auf der Digital History im Mai 2023 wurden vom Publikum und einer Jury zehn bis zwölf Poster zur Präsentation auf dem Historikertag ausgewählt, die nun im Rahmen der Veranstaltung mit einem minütigen Pitch kreativ vorgestellt werden. Die drei besten Vorstellungen werden prämiert.

 

Donnerstag, 21. September 2023, 16:00 bis 18:00 Uhr

RStudio – Geschichtswissenschaft zwischen Stoppwörtern und Plots

Robert Scholz (Halle (Saale))

Allgemein Interessierten wird in einem Workshop von ca. 90 Minuten die Auswertung von Tweets und die Visualisierung von Ergebnisse mithilfe des Statistikprogrammes R-Studio nahegebracht. Das Erheben der Tweets selbst steht nicht im Vordergrund, weil dies durch individuelle Accounts und Zugriffsrechte geregelt wird. Stattdessen sollen Teilnehmer*innen an einem klar umrissenen Quellenkorpus arbeiten, dessen Erhebungsparameter transparent gemacht werden. Eingeführt werden die Grundlagen von R-Studio und Analysemöglichkeiten von Tweets. Dabei werden Datenformate, Merkmale von Tweets und Ergebnisanalysen besprochen. Interessierte sollen den Beispieldatensatz auf dem eigenen PC mit RStudio angeleitet auswerten und so das Potenzial dieser Software eigenständig weiter erkunden können.

Anmeldungen: Anmeldungen bis zum 15. September 2023 bitte bei Robert Scholz per E-Mail vornehmen: robert.scholz@geschichte.uni-halle.de.

 

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